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Rezension „Mono Inc. – Nimmermehr“

MONO INC. Nimmermehr Album Cover 1500 JPGVor gut einem halben Jahr hat Sänger Martin Engler von Mono Inc. versprochen, dass das neue Mono-Album etwas Besonderes, etwas anderes wird. Kein weiteres Viva Hades. Ich war doch sehr gespannt was da kommen mag. Als dann mit My Deal With God ein erstes Stück von der neuen Platte vorgestellt wurde, dachte ich mir – hm – so anders klingt das dann jetzt aber doch nicht. Meine Hoffnung auf neue Klänge schwand. Mit der nächsten Veröffentlichung „Heile, heile Segen“ war das dann schon etwas anderes. Martin singt deutsch. Anfangs ungewohnt – aber hörbar. Das Stück sollte dann auch der Opener für Nimmermehr sein. Mono-Sound. Deutscher Text. Und ein edler  Hintergrund. Die Erlöse des Singleverkaufs gingen an die Bärenherz-Stiftung. Nobel. Musikalisch nicht ganz mein Geschmack – ich tu mich mit Kindergesang schwer – dennoch ein ordentliches Lied.

Mit Seligkeit folgt in meinen Ohren ein Kracher. Was ein geiler, fetter Sound. Ich war auf Anhieb begeistert. Der Refrain ist mir fast zu brav. Aber ein schöner Kontrast zu den harten und stampfenden Rhythmen der Strophe. Ab hier war mir klar – was Martin verspricht, das hält er. Nimmermehr ist nicht einfach nur ein weiteres Mono-Album, sondern etwas Neues. My deal with god klingt, wie eingangs erwähnt, wieder nach einem Mono-Klassiker. Guter Sound. Schöner Text. Auf Festivals schon erprobt. Als ich Kein Weg zu weit das erste Mal gehört habe, dachte ich nur „wow, wie geil“. Ich würde sagen, ein Song von Joachim Witt, begleitet und unterstützt durch Mono Inc. Allerdings – wieder das gleiche Thema wie bei Heile, heile Segen. Kindergesang. Er stört mich nicht wirklich. Aber – gebraucht hätte ihn das Lied auch nicht. Nichts desto trotz – mit mein Lieblingslied, da ich mich in das absolut mono-untypische Intro direkt verliebt habe.

Mit Euthanasia findet, wie bereits auf dem Fanclub-Treffen in Berlin angekündigt, ein Remake des Mono-Klassikers seinen Weg auf das neue Album. Da ich schon immer ein Fan der „frühen Werke“ war, ist dies ein Ohrenschmaus für mich. Ein wunderbares, emotionales Stück. Mit Alles was bleibt folgt eine ruhige Piano-Ballade. Martin zeigt Emotionen. Live ganz sicher ein Gänsehautlied. The clock ticks on zeigt wieder die alten Stärken von Mono Inc. – eingängiges Schlagzeug, unterlegt von Carls Gitarre. Und dazu noch Kathas Gesang – früher viel zu selten eingesetzt. Ein klassischer, aber keineswegs langweiliger Song.

MONO INC. & Joachim WittA better way to die nimmt wieder etwas Fahrt heraus. Eine ruhige, leicht rockige Ballade die zu Feuerzeug und Wunderkerzen verleitet. Herzschlag ist eine wunderschöne, düstere Rockballade. Die Melodie geht direkt ins Ohr – und der Text lädt zum wiederholten Hören ein.

Days like this hingegen ist in meinen Ohren ein richtiges gutelaune Lied. Eine frische Melodie. Aufbauend, schön – und von der Instrumentation fast ein wenig an die guten alten NDW Zeiten erinnernd. Gefällt mir ausgesprochen gut.

Ich teile dich nicht macht einen krassen Sprung in eine dunkle Psyche. Stalker? Beschützer? Wohl eher ersteres, ein schauriges Stück mit einer schönen Melodie und einer guten Mischung aus ruhigen und rockigen Elementen.

Nimmermehr, Titelgeber für das Album, macht einen ruhigen, romantischen Abschluss. Martin singt sanft, begleitet von Piano und Streichern. Schließ die Augen, wir sehen uns dort… Ein Stück zum Träumen und Erinnern.

Alles in allem ist das neue Album wirklich gut geworden. Neue Sounds wechseln sich mit bekannten Klängen ab. Die deutschen Texte sind stimmig und schön. Die Arrangements in gewohnt hoher Qualität. Ein Mono-Album mit ein paar gewagten Schritten, die aber alle gelungen und schlüssig sind. Manche Stellen sind mir persönlich etwas zu soft – erinnern dunkel an den Weg den Unheilig eingeschlagen hat. Ich vertraue aber auf Martins Entscheidungen – der bisherige Weg von Mono Inc. war traumhaft, als Fan kam man nie zu kurz. Warum sollte sich das jetzt ändern. Die Mischung aus deutsch und englisch ist gut getroffen, genau wie der Mix zwischen sanften Balladen, schnelleren Rockballaden und ein paar gewohnt schnellen Gothic-Rock Nummern. Von denen hätte es für meinen Geschmack ein paar mehr geben können. Aber man kann ja nicht alles haben…

UPDATE vom 20.08.2013:

Nachdem mir nun auch die Deluxe-Version vorliegt, muss ich doch noch ein paar Worte los werden. Der monomanische Passenger – super! – Kein Weg zu Weit in der internationalen Version gefällt mir auch ausgesprochen gut. Die Deutsch/Englische Mischung zwischen Joachim Witt und Martin ist super gelungen. Die schöne Gitarrenballade One Time in your Life wird direkt für romantische Lagerfeuerabende eingeübt… Das sind wirkliche Schmankerl die die Deluxe-Version wirklich Deluxe machen. Gefällt mir ausgesprochen gut :)

Dazu noch die Live-DVD mit Konzert-Atmosphäre pur. Und den restlichen Goodies die aus der Box hervor kamen. Sehr gelungen!