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Konzertfotografie – Konzertberichte – Rezensionen

Feuertanz Festival 2017 – Samstag

Heute in 133 Tagen geht es weiter! Tag zwei des Feuertanz Festival 2018!

Samstag:

Ingrimm

Den zweiten Festivaltag eröffneten die sechs Mittelalter-Rocker von Ingrimm. Angriffslustig starteten sie in ihr Set, dass an ruhigen und rockigen Facetten alles bot. Bei „Hängt ihn“ schrie das Publikum lauthals mit und es bildete sich eine tanzende Traube im vorderen Bereich des Festivalgeländes. Die mittlerweile stark ansteigenden Temperaturen haben hierbei den Tanzenden nicht geschadet und es wurde ausgelassen gefeiert. Am Ende ihres Sets wurde nach einer Zugabe verlangt, welche Ingrimm den Zuschauern gewährte. Es handelte sich um „Sag mir nicht.“

Ingrimm @ Feuertanz Festival 2017

Ingrimm verwies auf die bald erscheinende CD und bei dieser Leistung freut man sich auf das, was da kommen möge, denn jeder anwesende hatte eine Menge Spaß.

 

Dudelzwerge

Die zweite Band des Tages waren die Dudelzwerge, die am Freitag auf dem Mittelaltermarkt mit ihrer Musik aufgetreten sind. Auf der großen Bühne wurde die Band durch Sänger Steffen, einen Gitarristen und einen Bassisten erweitert. Es stellte sich heraus, dass der eigentliche Sänger von Rabenschrey aus Gesundheitsgründen nicht anwesend sein kann, daher hat Steffen kurzfristig übernommen. Man merkte hierbei an der ein oder anderen Stelle eine gewisse Unsicherheit, doch die rauchig, rockige und kraftvolle Stimme konnte überzeugen. Zwischen rockigen Lieder, wie „Moloch“, „Reiter des Lichts“ und „Saraphir“ wurden akustische Lieder, wie „Connemarra“ gespielt. Bei den akustischen Stücken wurden sie von Naomi an der Davul unterstützt.

Dudelzwerge @ Feuertanz Festival 2017

Mit dem Lied „Licht und Schatten“, machten sie auf ihre bald erscheinende CD aufmerksam. Die sieben Musiker haben bei Ihrem Auftritt, trotz der genannten Umstände, alles gegeben und haben das Publikum mitnehmen können. Wir werden sicher noch mehr von ihnen hören.

 

Fejd

Nach den Dudelzwergen folgte die schwedische Band Fejd, die alle Lieder in Ihrer Landessprache gesungen haben. Als Geheimtipp am Samstag haben sich viele Besucher auf dem Platz vor der Bühne versammelt und es wurden immer mehr. Die sechs Musiker traten mit Schlagzeug, E-Gitarre, Bass, Nyckelharpa, Keyboard und Drehleier auf. Mit ihrer lockeren und interessanten Art haben sie das Publikum sofort für sich gewonnen und starker Jubel wurde Laut. In der heißen Nachmittagssonne haben sie allen Anwesenden noch weiter eingeheizt. Von ruhigen, balladesken Melodien bis zum harten Metalsound war alles dabei.

Fejd @ Feuertanz Festival 2017

Sie sind ihrem Status als Geheimtipp gerecht geworden und haben musikalisch, wie auch stimmungstechnisch perfekt zum Feuertanz gepasst. Dies sah das Publikum ebenso und hat mit lauten Zugaberufen mehr haben wollen, was dem Publikum erfüllt wurde.

 

Tanzwut

Unter dichtem Rauch, der den Fotografen und dem Publikum der ersten Reihe den Atem raubte, kamen Tanzwut auf die Bühne. Mit ihrer harten, elektronisch untermalten und rockigen Mittelaltermusik ziehen sie jedes Mal das Publikum binnen Sekunden in ihren Bann. Ob „Freitag der 13.“ oder „Spiegelkabinett“, sie laden mit ihren Liedern zum Mitmachen und Mitsingen ein. Während das Publikum der ersten Reihen gebannt lauschte und die Hände hier und da zu einem Händemeer in die Höhe hob, tanzten im hinteren Bereich die Leute ekstatisch zu deren Musik.

Tanzwut @ Feuertanz Festival 2017

Tanzwut haben erneut ihre Klasse gezeigt und ihr Können unter Beweis gestellt. Auch die geforderten Zugaben haben Sie gespielt.

 

Feuerschwanz

Ob Pirat, Narr, Vikinger oder Prinzessin. Alle fanden sich zu einem riesen Gelage vor der Festivalbühne zu Feuerschwanz ein. „Sex is Muss“ und im Anschluss „Moralisch“ führten zu den ersten Crowdsurfer-Strömen des Tages. Nach dem dritten Lied wurde die Narrenkappe gezückt und der Lindwurm ging heftig tanzend und springend durch das Publikum. „Wunsch ist Wunsch“ oder auch die „Ketzerei“, stetig waren die Mietzen präsent auf der Bühne. Hierbei war mit Zora von Vroudenspil eine durchaus bekannte Mietze auf der Bühne. Dem Publikum gefiel die Show und der Gesang war laut und durchdringend. „Metnotstand im Märchenland“ und „Seemannsliebe“ wurden gespielt. Nun wurde Felix vorgestellt und „Taugenix“ gespielt, während Hauptmann Feuerschwanz hinter die Bühne verschwand.

Während die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand, tauchte Hauptmann Feuerschwanz mit seiner Rüstung auf und „Krieger des Mets“ wurde gespielt, während die Mietzen den Methammer schwangen. Es folgten Zugaberufe und während die Zugaben gespielt wurden, wurden T-Shirts ausgezogen und „Das niemals endende Gelage“ gefeiert.

Feuerschwanz @ Feuertanz Festival 2017

Feuerschwanz hat wieder einmal gezeigt, dass man ausgelassen feiern soll und sich den Genüssen hingeben soll, um durchaus abschalten zu können. Die Anwesenden haben die Jungs und Mietzen gefeiert.

 

Eisbrecher

Der Headliner des Samstagabends war die Band Eisbrecher. Die Band wird der „Neuen Deutschen Härte“ zugeordnet und man fragte sich, ob sie für ein Mittelalter-Festival geeignet sind. Der vollends gefüllte Platz vor der Bühne und die Stimmung, sprach definitiv für sich. Während des Intros füllte sich die Bühne nach und nach mit den Musikern und als letztes kam Alex auf die Bühne. Mit den ersten gespielten Akkorden war die Richtung der Musik klar; „Immer nach vorn.“ Um den Genuss des Konzertes für alle zu ermöglichen, haben Eisbrecher am Anfang ihres Konzertes eine Art „Footoshooting“ gegeben. Hierzu konnten alle ihre Smartphones herausholen und Fotos machen, um diese danach in Ihren Taschen zu lassen.

Im Anschluss ging das Konzert weiter und das Publikum war hin und weg. Mit „1000 Namen“ erklang der Gesang im Chor und bei „Himmel Ar*** Zwirn“ schrie das Publikum lauthals. Die Lichtshow mit hellblauem Licht, die Musik und die Texte verschmolzen während des Konzertes zu einer Einheit.

Es wurde verkündet, dass am 25.08. die neue CD „Sturmfahrt“ veröffentlicht wird und nach der Vorstellung, die Eisbrecher bisher gezeigt hat, wird diese ähnlich gut wie das Konzert.

Eisbrecher @ Feuertanz Festival 2017

Weiter ging es mit „Miststück“, welches noch härter, als alle bisherigen Lieder war. Ein Crowdsurfer nach dem anderen wurde zur Bühne getragen und dies hielt das komplette Konzert über an.

Ob Eisbrecher eine Band für das Feuertanz Festival ist, muss jeder mit sich selbst klären und dazu haben sicherlich auch viele eine eigene Meinung. Was man mit Sicherheit sagen kann, ist, dass Eisbrecher mit Abstand die Band war, welche aus technischer Sicht den besten Sound des Wochenendes hatte, die mit Abstand interessanteste Lichtshow, ganz ohne Feuer und deren Ansagen abwechslungsreicher waren, wie die anderer Bands.

Eisbrecher / LKA Stuttgart

Hexentanz Festival / Losheim

Hexentanz – oder besser Regentanz?

Bei Outdoor-Aktivitäten Ende April ist natürlich immer mit wettertechnischen Überraschungen zu rechnen, aber diesmal wäre es wünschenswert gewesen, die Regengötter hätten sich nicht ganz so akribisch an die Vorhersage gehalten.
Der Freitag startete mit Regen – und einer neuen Location. In Losheim am See, einige Kilometer vom bisherigen Veranstaltungsort am Bostalsee entfernt. Idyllisch zwischen Wiesen und Wäldern am Hang gelegen, bietet sich eine durchaus passende Kulisse für Bühne, Mittelaltermarkt und großzügigen Zuschauerbereich. Einer der größten Pluspunkte ist das ansteigende Gelände, welches einen freien Blick auf die Bühne auch noch aus großer Entfernung gewährleistet. Bei schönem Wetter ein Päuschen auf der Picknickdecke und danach erfrischt ins Getümmel stürzen, so hatten es sich die Veranstalter sicher auch gedacht. Bei knöcheltiefem Schlamm wurde das Gefälle jedoch leider so mancher Festivalbekleidung zum Verhängnis und sorgte für den Einsatz von Gummimatten am zweiten Tag – der Golfrasen war zu diesem Zeitpunkt allerdings schon ein wenig angeknickt.

2013-04-26_Hexentanz_69eyes_Bild_12Der Freitag (26.04.2013)
Die Walpurgisschlacht am Freitag – der offizielle Auftakt zum rasenden Hexentanz – startete allem Wetter zum Trotz mit guter Laune und einem abwechslungs- und temporeichen Line-up. Jetzt erst recht, schien das Motto vieler Besucher und so tummelten sich schon bei den ersten Bands zahlreiche Feierwütige vor dem großzügig bemessenen Fotograben. Das Warm Up machte [soon], eine melodische Rock/Metal-Band aus Hamburg. Leider war der Bereich zur Bühne zu Beginn des Auftritts noch nicht fürs Publikum freigegeben, so dass der Band nichts anderes übrigblieb, als vor leerer Grasfläche zu starten. Ein unnötiger Patzer der Organisation zu Beginn, den die Band mit dem Kommentar „Ihr könnt uns zwar nicht sehen, aber zumindest hören“ überspielte. Spätestens bei Lord of The Lost waren aber alle, wo sie hinwollten, sei es an den zahlreichen Bier- und Metständen, vor der Bühne oder auf dem überschaubaren, aber vielseitigen Mittelaltermarkt. Mit ihrem letzten Stück Dry the Rain stießen sie natürlich beim Publikum, leider aber nicht bei den Wettergöttern auf offene Ohren. Ein Highlight des ersten Tages waren mit Sicherheit Van Canto, die Metal A Cappellaner, deren Schrabbel di Schrumm aus vielen Kehlen zeitweise vergessen ließ, dass sich außer einem Schlagzeug keine Instrumente auf der Bühne befanden. Klassiker wie Fear of the dark und Sabatons Primo Victoria hoben die Laune im Publikum merklich an. Im Anschluss bespielte uns die finnische Metalband 69 Eyes, die seit 2012 mit ihrem neuen Album X alle willigen Ohren mit ihren melodischen, sehr radiotauglichen Klängen beschallen. Die Apokalyptischen Reiter sorgten mit ihrer mitreißenden Bühnenshow für gewohnt ausgelassene Stimmung, die im wilden Bühnentanz einer Dame aus dem Publikum gipfelte. Peinlich für die Technik: der tonale Totalausfall über zwei Songs. Mit den Finnen von Sonata Arctica war eine weitere skandinavische Band am Start, die den Headliner für den ersten Festivaltag stellte. Mit leichter Verspätung bot sie für Ohren und Augen eine gute, melodische und, da englisch, verständliche Bühnenshow. Wölfe gehören hier sowohl musikalisch als auch grafisch zum unverzichtbaren Repertoire.

2013-04-27_Hexentanz_Maerzfeld_Bild_08

Der Samstag (27.04.2013)
Die eröffnende Band, Maerzfeld, auch unter dem Namen Stahlzeit als Rammstein Tribute Band bekannt, spielte ihre eigenen, harten und in Richtung Industrial gehenden Kompositionen. Die Stimmung war aber trotz ziemlicher Eiseskälte von Anfang an sehr gut. Die nachfolgende, estnische Gruppierung Metsatöll war eine weitere Hommage an das nordische Klischee der langhaarigen blonden Männer und ihrer harten Musik. Mit tiefen Stimmen spielten sie sehr hörbaren Heavy Folk Metal und versammelten eine gute Menge Publikum vor der Bühne. Den musikalischen Bogen zum NDH schlugen die silbernen Herren von Stahlmann. Mit harten Gitarrenriffs und mitreißenden Rhythmen ließen sie den Stimmungsfunken schließlich ganz auf die Zuschauer überspringen. Doch hatte man immer wieder mit tontechnischen Problemen zu kämpfen, was leider die Nachfolger von Coppelius mit ihren Kammerinstrumenten ebenfalls zu spüren bekamen. Mit aufwendigem Bühnenbild und adäquaten Outfits nahmen sie uns dennoch mit auf eine Reise ins unverhofft rockige 19. Jahrhundert. Immer schön im Wechsel – die nächsten Finnen warteten auf ihren Augenblick: Korpiklaani mit solidem naturverbundenen Folk-Metal. Vorletzte Band des Abends waren die allbekannten Mono Inc., die in den letzten Jahren einen steilen Aufstieg vollbracht haben und im Herbst schon wieder mit einem neuen Album aufwarten – Tempo, Tempo! Dieses halten sie auch auf der Bühne ordentlich durch und werden mit einer stetig wachsenden Fangemeinde belohnt. Über Mangel an Fans kann sich der englische Headliner New Model Army auch nicht beklagen, als Veteranen des Rockgeschäfts, die seit den 70er Jahren dabei sind, hatten sie genug Zeit, die Leute für ihren Independent Rock zu begeistern. Einige vor allem jüngere Fans hatten dann aber nicht mehr genug Power für den letzten Auftritt eines langen matschigen Tages.

2013-04-26_Hexentanz_DAR_Bild_08Der Sonntag (28.04.2013)
Kalt, aber trocken. Die Eingangsband Lustkind bot Cello-Rock in Kombination mit E-Gitarre, durchaus hörenswert. Unzucht sorgte anschließend für ein wirkliches Stimmungsfest. Trotz der wenigen Zuschauer warf sich Sänger Daniel Schulz auf die ausgestreckten Hände und wurde sicher wieder an die rettende Balustrade getragen. Das nennt man Herzblut in der Fanbase! Spätestens bei Vogelfrey waren alle steifgelegenen Gelenke wieder warmgetanzt und so heizten sie das Publikum mit eingängigen Rhythmen und Melodien gut an. Witzige Texte und zur Abwechslung einmal eine gute Soundabmischung boten ein wunderbares Seh- und Hörerlebnis, auch zum Mitsingen. Die Reihen füllten sich zusehends, denn die Stimmungsrocker von Feuerschwanz und ihre leichtbekleideten Miezen kündigten sich an. Fröhliche Mittelalter-Musik zum Mitmachen, nicht zu anspruchsvoll – genau das richtige für ein Festivalpublikum, das schon den einen oder anderen Humpen Bier gehoben hat. Die Langzeit-Dark Waver Diary of Dreams boten im Anschluss gute Musikqualität zum Mitrocken. Stücke wie The Curse begeisterten die Zuhörerschaft und regten zum Mittanzen an. Leider sehr knapp bekanntgegeben: Ensiferum hat abgesagt. Als Ersatz trat die Pagan-Metal-Band Varg an. In Erinnerung blieben hier neben fliegenden Elementen wie Haaren, Toilettenrollen und Männer im Kuh-Kostüm die rot-schwarzen Bandmitglieder, die mit gutturalem Gesang und harten Rhythmen das Publikum warmhielten. Die Tontechnik hatte ihre Probleme wohl in den Griff bekommen, da der Sound zum Headliner Eisbrecher am Ende des Festivals wieder in gewohnter Qualität zur Verfügung stand. Fast eineinhalb Stunden Bühnen- und Effektshow waren ein Erlebnis für das ganze Publikum, ein Knaller zum Abschluss mit der Versprechung auf einen wundervollen Festival-Sommer!

Trotz Regen, Schlamm und Tontechnik – Daumen hoch fürs Hexentanz!

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Musikalisches Fazit: Gut durchmischt – an jedem Tag waren sehr sehens- und hörenswerte Bands am Start – und die Kombination von Newcomern und alten Hasen bringt jedem Ohr auch bis dato ungehörte Melodien nahe. Eine durchgängigere Moderation wäre wünschenswert gewesen – vielleicht etwas in Richtung Das Niveau oder Bastille von Coppelius.

Location: Schöne Umgebung, großer Pluspunkt für die ansteigende Wiese und den vielseitigen Markt. Mit See und Wald im Hintergrund haben nicht nur die vielen naturverbundenen Finnen einen würdigen Hintergrund für ihre Musik. Verpflegung: Erstaunlich viele Stände aus aller Herren Länder ließen keine kulinarischen Wünsche offen – eine lobenswerte Abwechslung zu reinen Bier-und-Wurst-Festivals. Lediglich bei den Getränken hätte man (oder besser Frau) sich ein wenig mehr Abwechslung in Richtung Wein, Sekt und Mischgetränke gewünscht.

Organisation: Durchwachsen – sehr freundliche Security, die offenbar auch ihren Spaß an der Musik hatte und uns souverän in unsere Bahnen lenkte, auch wenn wir nicht immer wussten, wo wir hinmussten (Meet & Wo?). Die Matschmatten hätten wir uns schon am ersten Tag gewünscht und dass eine Band vor leerem Rasen starten musste, war wahrlich sehr schade. Auch die Tontechnik hat noch Luft nach oben – aber es war ja immerhin das erste Mal an neuer Location, da sind Startschwierigkeiten verständlich. Mehr sanitäre Anlagen wären wünschenswert, aber hey – es gab warmes Wasser!

Autoren/Innen: K von Koriolis, Sheris v.d. Kauernburg

 

 

Eisbrecher / Hexentanz Losheim

Eisbrecher / LKA Stuttgart

Rezension „Eisbrecher – Die Hölle muss warten“

Länger als gedacht, hat man auf das neue Werk von Alexx und Noel Pix warten müssen – aber das Warten hat sich gelohnt. Schon das erste Stück „Tanz mit mir“ prescht ordentlich los und macht Lust auf das restliche Album. Tanzbar, eingängig – und doch irgendwie anders. Mit „Augen unter Null“ und dem titelgebenden Song „Die Hölle muss warten“ geht es stark und doch melodiös weiter. Zu „Verrückt“ muss man glaub kaum mehr was sagen – schließlich überzeugt das Lied schon seit ein paar Wochen in diversen Medien. Bei „Herz aus Eis“ wird der Sound etwas dreckiger – und kippt dann im Refrain doch wieder in den imposanten, klaren Eisbrecher-Stil.„Prototyp“ legt etwas an Tempo zu – und ist einer meiner Lieblingssongs auf dem Album. Auch wenn das Thema nicht neu ist, ist es doch klasse umgesetzt. Mit „Ein Leben lang unsterblich“kommt wieder ein etwas ruhigeres, sanfteres Lied. Sehr rund und wohl klingend. Bei „Abgrund“,„In meinem Raum“ und „Keine Liebe“ sind wir im ruhigeren, nachdenklichen Bereich angekommen. Ob es Balladen sind, wage ich zu bezweifeln. Sicher bin ich mir aber, dass „Exzess Express“ keine Ballade ist. Hier fliegt einem Tempo, Kraft und Aggressivität um die Ohren, dass es nur so Kracht. Auch der Text ist wohl alles andere als Charts tauglich. Live aber sicher ein Renner. Mit „Rette Mich“ kommt dann doch noch eine waschechte Ballade. Ruhig. Charmant. Imposant – mir schon fast ein Tick zu umgänglich. Auch das letzte Stück – „Atem“ – beginnt gediegen, steigert sich aber im Verlauf immer wieder. Ein sehr schöner Abschluss für das neue Werk.

Fazit:
Alles in allem ein tolles Album, was schon nach dem ersten Hören gefällt – Lieder die Rocken. Härte. Witz. Ruhigeres – alles gut gemischt. Deutlich erwachsener, voller als andere Neuerscheinungen der letzten Wochen in diesem Genre definitiv mein neues Lieblingsalbum. Für NDHler eine absolute Empfehlung – für Eisbrecher-Fans ein Muss.