dark-pictures.org

Konzertfotografie – Konzertberichte – Rezensionen

Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Ein kleiner Review zum Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017. In 191 Tagen, am 20.10.2018 um 13.00 Uhr startet die diesjährige Ausgabe des Spektakels mit den folgenden Bands:
-Subway To Sally
-Versengold
-Mr. Hurley & Die Pulveraffen
-Knasterbart
-Trollfaust
-Fuchsteufelswild

Doch lassen wir das letzte Jahr nochmal einmal aufleben. Es ist 14.00 Uhr und die Sonne brennt vom Himmel, während Marktvoigt Ede das Festival eröffnet, doch er ist nicht allein, denn er hat eine Überraschung. Bruder Rectus betritt unter Applaus die Bühne des Festivalgeländes. Mit einer vom MPS bekannten Eröffnungsrede segnet er die Anwesenden mit Bier, Wein und Met. Die Eröffnung werden Trollfaust spielen und da es vom Publikum gewünscht wurde, haben die Jungs ein 90-minütiges Programm vorbereitet.

 

Trollfaust:

Der Platz füllt sich zusehends, während die fünf Musiker aus Donauwörth,  unter ihren Masken die letzte „Schlacht“ des Jahres einläuten. Mit instrumentalen mittelalterlichen Standard-Kompositionen und eigens kreierten Weisen bringen sie nach und nach das Publikum in Feierstimmung. Erste Publikumsstimmen werden laut bei einer Mixtur aus dem „Traubentritt“ und „We Will Rock You“ untermalt mit dem laut verkündeten Verlangen nach Schwarzbier. Doch neben dem Schwarzbier sehnt sich das Publikum nach einer neuen Platte und unter einem durchaus witzigen „Wir haben das Programm nun so lange gespielt, dass ich es satt habe [….] und wir bald ins Studio gehen, sodass 2018 eine neue Platte erscheinen wird.“ – Arachon –

Trollfaust @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Eine Interpretation von „Ai vis lo lop“ rundet das Programm ab. Als letztes Lied wurde „Hexenjagd“ gespielt und das bisher gut tanzende Publikum nochmals gefordert. Da das Publikum und auch der Veranstalter noch immer nicht genug haben konnten, durften die Fünf mit „Rausch der Nacht“ und „Ballade der Impotenz“ zwei Zugaben spielen. Das Publikum hat den Auftritt sichtlich genossen und freut sich auf das, was noch folgen wird.

 

Kilkenny Knights:

Weiter ging es mit Irish/Scottish Folk. Das Publikum hat sich ein wenig verändert und neben „Wikingern“ und „Piraten“ war auch der ein oder andere Kilt aufgetaucht. Das Publikum war anfangs verhalten, während die Coburger Musiker mit „Raise your Pints“ danach verlangten, dass Hörner, Krüge und Gläser in die Höhe gestreckt werden. Dies gelang nach und nach besser.

Kilkenny Knights @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Die Herren und die Dame hatten es dennoch recht schwierig die Anwesenden zu begeistern, was einerseits an der Wärme und andererseits an der Uhrzeit lag. Einen Slot später wäre die Begeisterung sicher besser ausgefallen. Dennoch haben sie sich die größte Mühe gegeben und den ein oder anderen Piraten mit „What shall we do with the drunken Sailor“ in Ekstase versetzt.

 

Dunkelschön:

Leider muss ich was den Bericht zu Dunkelschön angeht passen, da wir kurzfristig nicht mehr zum Festivalgelände eingelassen wurden. Dies lag daran, dass sich die Zugangsberechtigungen geändert hatten, sodass wir nochmals zur Kasse gehen mussten, um Zugang zum Gelände zu erhalten. Doch diese Zeit haben wir genutzt, um den Markt genauer unter die Lupe zu nehmen.

Dieser war sehr schön angelegt und man konnte alles erdenkliche aus Leder, Stoffen und Handwerk finden. Neben einem Metsieder konnte man auf Tieren aus dem Morgenland reiten, aber auch ein mittelalterliches Riesenrad genießen. Die Spielleute von Fabula Aetatis haben das Volk, welches Speis und Trank zu sich nahm, mit mittelalterlichen Liedern unterhalten. Es war für Jeden etwas geboten.

Mittelaltermarkt @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Auf dem Rückweg zum Festivalgelände sind uns die Zuschauer von Dunkelschön entgegengekommen und wir haben die Chance genutzt, um uns einen Eindruck vom Auftritt aus der Sicht des Publikums zu erhalten. Hierbei konnte man viel Positives hören, dass sich die Band immer weiterentwickelt hat und immer besser geworden ist. Vielen hat die Mischung der gespielten Lieder gefallen und auch die Performance.

Wir hätten uns gern selbst eine Meinung gemacht, um an dieser Stelle zu berichten, doch aus genannten Gründen war es uns leider nicht möglich.

 

Saltatio Mortis:

Die Dunkelheit brach nun herein und die Spielleute von Saltatio Mortis begannen ihr „Tagwerk.“ Mit einer Akustikshow traten Sie auf und haben wieder einmal ihre Klasse bewiesen. Sei es bei „Prometheus“, der den Menschen das Feuer brachte und eben jenes Feuer an den Seiten der Bühne die Nacht erhellte. Auch modernere Lieder im Stile von „Ohne Strom und Stecker“, wie „Gossenpoet“, „Wo sind die Clowns“ oder „Wachstum über alles“ wurden gespielt. Es ist immer wieder angenehm, wie vielschichtig die akustische Musik von Saltatio Mortis sein kann, als Beispiel sei hier „Der letzte Spielmann“ genannt, welcher immer ein Erlebnis sein kann.

Saltatio Mortis @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Der Auftritt von Saltatio Mortis war eine Reise „Back to the Roots“ und hat das Publikum stark begeistert. Diese Begeisterung konnte man auf dem Mittelaltermarkt hören, wie auch sehr deutlich im Bereich der Heerlager. Der Platz vor der Bühne war brechend voll, wie man es bei einem Konzert der „Totentänzer“ erwarten darf.

 

Feuerschwanz:

Den Ab(schl)uss des Abends gaben die Musiker von Feuerschwanz und ihrem Programm „Sex is Muss.“ Der Platz vor der Bühne war weiterhin stark gefüllt und das Publikum hielt trotz sinkender Temperaturen durch. Dies mag wohl an den Texten liegen. „Sex is Muss“, gefolgt von „Saufgelage“ und einem „Ringelpietz“ ließen das Publikum in Bewegung bleiben und heizte die Stimmung immer weiter dem Höhepunkt entgegen. Die Menge tobte bei „Wir lieben Dudelsack“ und unterstützten Prinz R. Hodenherz III. durch lauten Jubel.

Feuerschwanz @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

„Moralisch“ mit dem Lindwurm und das „Nachtlied“ rundeten das Set von Feuerschwanz ab. Das Publikum genoss die Mittelalterparty im Festivalbereich. Das letzte Lied war „Ruderboot“ und ein großer Teil des Publikums kam außer Atem aus dem Festivalbereich. Feuerschwanz war folglich der richtige Ab(schl)uss des Abends und dies kam beim Publikum gut an.

 

Bernsteyn:

Mit Folk Musik am Abend präsentierten sich die vier Musiker von Bernsteyn. Mit geselligem Gesang, melodiösem, träumerischen Violinenspiel und viel Begeisterung unterhielten Sie die Anwesenden auf dem Mittelaltermarkt. Der ein oder andere Tanz wurde schwunghaft angestimmt und begeistert vom Publikum angenommen. Ein verirrter, einzelner Pirat hatte sich vor der Bühne eingefunden, um neben Rum im Überfluss, musikalisch schöne Interpretationen vom „Drunken Sailor“ uvm. zu lauschen.

Bernsteyn @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Feuertanz Festival 2017 – Samstag

Heute in 133 Tagen geht es weiter! Tag zwei des Feuertanz Festival 2018!

Samstag:

Ingrimm

Den zweiten Festivaltag eröffneten die sechs Mittelalter-Rocker von Ingrimm. Angriffslustig starteten sie in ihr Set, dass an ruhigen und rockigen Facetten alles bot. Bei „Hängt ihn“ schrie das Publikum lauthals mit und es bildete sich eine tanzende Traube im vorderen Bereich des Festivalgeländes. Die mittlerweile stark ansteigenden Temperaturen haben hierbei den Tanzenden nicht geschadet und es wurde ausgelassen gefeiert. Am Ende ihres Sets wurde nach einer Zugabe verlangt, welche Ingrimm den Zuschauern gewährte. Es handelte sich um „Sag mir nicht.“

Ingrimm @ Feuertanz Festival 2017

Ingrimm verwies auf die bald erscheinende CD und bei dieser Leistung freut man sich auf das, was da kommen möge, denn jeder anwesende hatte eine Menge Spaß.

 

Dudelzwerge

Die zweite Band des Tages waren die Dudelzwerge, die am Freitag auf dem Mittelaltermarkt mit ihrer Musik aufgetreten sind. Auf der großen Bühne wurde die Band durch Sänger Steffen, einen Gitarristen und einen Bassisten erweitert. Es stellte sich heraus, dass der eigentliche Sänger von Rabenschrey aus Gesundheitsgründen nicht anwesend sein kann, daher hat Steffen kurzfristig übernommen. Man merkte hierbei an der ein oder anderen Stelle eine gewisse Unsicherheit, doch die rauchig, rockige und kraftvolle Stimme konnte überzeugen. Zwischen rockigen Lieder, wie „Moloch“, „Reiter des Lichts“ und „Saraphir“ wurden akustische Lieder, wie „Connemarra“ gespielt. Bei den akustischen Stücken wurden sie von Naomi an der Davul unterstützt.

Dudelzwerge @ Feuertanz Festival 2017

Mit dem Lied „Licht und Schatten“, machten sie auf ihre bald erscheinende CD aufmerksam. Die sieben Musiker haben bei Ihrem Auftritt, trotz der genannten Umstände, alles gegeben und haben das Publikum mitnehmen können. Wir werden sicher noch mehr von ihnen hören.

 

Fejd

Nach den Dudelzwergen folgte die schwedische Band Fejd, die alle Lieder in Ihrer Landessprache gesungen haben. Als Geheimtipp am Samstag haben sich viele Besucher auf dem Platz vor der Bühne versammelt und es wurden immer mehr. Die sechs Musiker traten mit Schlagzeug, E-Gitarre, Bass, Nyckelharpa, Keyboard und Drehleier auf. Mit ihrer lockeren und interessanten Art haben sie das Publikum sofort für sich gewonnen und starker Jubel wurde Laut. In der heißen Nachmittagssonne haben sie allen Anwesenden noch weiter eingeheizt. Von ruhigen, balladesken Melodien bis zum harten Metalsound war alles dabei.

Fejd @ Feuertanz Festival 2017

Sie sind ihrem Status als Geheimtipp gerecht geworden und haben musikalisch, wie auch stimmungstechnisch perfekt zum Feuertanz gepasst. Dies sah das Publikum ebenso und hat mit lauten Zugaberufen mehr haben wollen, was dem Publikum erfüllt wurde.

 

Tanzwut

Unter dichtem Rauch, der den Fotografen und dem Publikum der ersten Reihe den Atem raubte, kamen Tanzwut auf die Bühne. Mit ihrer harten, elektronisch untermalten und rockigen Mittelaltermusik ziehen sie jedes Mal das Publikum binnen Sekunden in ihren Bann. Ob „Freitag der 13.“ oder „Spiegelkabinett“, sie laden mit ihren Liedern zum Mitmachen und Mitsingen ein. Während das Publikum der ersten Reihen gebannt lauschte und die Hände hier und da zu einem Händemeer in die Höhe hob, tanzten im hinteren Bereich die Leute ekstatisch zu deren Musik.

Tanzwut @ Feuertanz Festival 2017

Tanzwut haben erneut ihre Klasse gezeigt und ihr Können unter Beweis gestellt. Auch die geforderten Zugaben haben Sie gespielt.

 

Feuerschwanz

Ob Pirat, Narr, Vikinger oder Prinzessin. Alle fanden sich zu einem riesen Gelage vor der Festivalbühne zu Feuerschwanz ein. „Sex is Muss“ und im Anschluss „Moralisch“ führten zu den ersten Crowdsurfer-Strömen des Tages. Nach dem dritten Lied wurde die Narrenkappe gezückt und der Lindwurm ging heftig tanzend und springend durch das Publikum. „Wunsch ist Wunsch“ oder auch die „Ketzerei“, stetig waren die Mietzen präsent auf der Bühne. Hierbei war mit Zora von Vroudenspil eine durchaus bekannte Mietze auf der Bühne. Dem Publikum gefiel die Show und der Gesang war laut und durchdringend. „Metnotstand im Märchenland“ und „Seemannsliebe“ wurden gespielt. Nun wurde Felix vorgestellt und „Taugenix“ gespielt, während Hauptmann Feuerschwanz hinter die Bühne verschwand.

Während die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand, tauchte Hauptmann Feuerschwanz mit seiner Rüstung auf und „Krieger des Mets“ wurde gespielt, während die Mietzen den Methammer schwangen. Es folgten Zugaberufe und während die Zugaben gespielt wurden, wurden T-Shirts ausgezogen und „Das niemals endende Gelage“ gefeiert.

Feuerschwanz @ Feuertanz Festival 2017

Feuerschwanz hat wieder einmal gezeigt, dass man ausgelassen feiern soll und sich den Genüssen hingeben soll, um durchaus abschalten zu können. Die Anwesenden haben die Jungs und Mietzen gefeiert.

 

Eisbrecher

Der Headliner des Samstagabends war die Band Eisbrecher. Die Band wird der „Neuen Deutschen Härte“ zugeordnet und man fragte sich, ob sie für ein Mittelalter-Festival geeignet sind. Der vollends gefüllte Platz vor der Bühne und die Stimmung, sprach definitiv für sich. Während des Intros füllte sich die Bühne nach und nach mit den Musikern und als letztes kam Alex auf die Bühne. Mit den ersten gespielten Akkorden war die Richtung der Musik klar; „Immer nach vorn.“ Um den Genuss des Konzertes für alle zu ermöglichen, haben Eisbrecher am Anfang ihres Konzertes eine Art „Footoshooting“ gegeben. Hierzu konnten alle ihre Smartphones herausholen und Fotos machen, um diese danach in Ihren Taschen zu lassen.

Im Anschluss ging das Konzert weiter und das Publikum war hin und weg. Mit „1000 Namen“ erklang der Gesang im Chor und bei „Himmel Ar*** Zwirn“ schrie das Publikum lauthals. Die Lichtshow mit hellblauem Licht, die Musik und die Texte verschmolzen während des Konzertes zu einer Einheit.

Es wurde verkündet, dass am 25.08. die neue CD „Sturmfahrt“ veröffentlicht wird und nach der Vorstellung, die Eisbrecher bisher gezeigt hat, wird diese ähnlich gut wie das Konzert.

Eisbrecher @ Feuertanz Festival 2017

Weiter ging es mit „Miststück“, welches noch härter, als alle bisherigen Lieder war. Ein Crowdsurfer nach dem anderen wurde zur Bühne getragen und dies hielt das komplette Konzert über an.

Ob Eisbrecher eine Band für das Feuertanz Festival ist, muss jeder mit sich selbst klären und dazu haben sicherlich auch viele eine eigene Meinung. Was man mit Sicherheit sagen kann, ist, dass Eisbrecher mit Abstand die Band war, welche aus technischer Sicht den besten Sound des Wochenendes hatte, die mit Abstand interessanteste Lichtshow, ganz ohne Feuer und deren Ansagen abwechslungsreicher waren, wie die anderer Bands.

Hexentanz Festival / Losheim

Hexentanz – oder besser Regentanz?

Bei Outdoor-Aktivitäten Ende April ist natürlich immer mit wettertechnischen Überraschungen zu rechnen, aber diesmal wäre es wünschenswert gewesen, die Regengötter hätten sich nicht ganz so akribisch an die Vorhersage gehalten.
Der Freitag startete mit Regen – und einer neuen Location. In Losheim am See, einige Kilometer vom bisherigen Veranstaltungsort am Bostalsee entfernt. Idyllisch zwischen Wiesen und Wäldern am Hang gelegen, bietet sich eine durchaus passende Kulisse für Bühne, Mittelaltermarkt und großzügigen Zuschauerbereich. Einer der größten Pluspunkte ist das ansteigende Gelände, welches einen freien Blick auf die Bühne auch noch aus großer Entfernung gewährleistet. Bei schönem Wetter ein Päuschen auf der Picknickdecke und danach erfrischt ins Getümmel stürzen, so hatten es sich die Veranstalter sicher auch gedacht. Bei knöcheltiefem Schlamm wurde das Gefälle jedoch leider so mancher Festivalbekleidung zum Verhängnis und sorgte für den Einsatz von Gummimatten am zweiten Tag – der Golfrasen war zu diesem Zeitpunkt allerdings schon ein wenig angeknickt.

2013-04-26_Hexentanz_69eyes_Bild_12Der Freitag (26.04.2013)
Die Walpurgisschlacht am Freitag – der offizielle Auftakt zum rasenden Hexentanz – startete allem Wetter zum Trotz mit guter Laune und einem abwechslungs- und temporeichen Line-up. Jetzt erst recht, schien das Motto vieler Besucher und so tummelten sich schon bei den ersten Bands zahlreiche Feierwütige vor dem großzügig bemessenen Fotograben. Das Warm Up machte [soon], eine melodische Rock/Metal-Band aus Hamburg. Leider war der Bereich zur Bühne zu Beginn des Auftritts noch nicht fürs Publikum freigegeben, so dass der Band nichts anderes übrigblieb, als vor leerer Grasfläche zu starten. Ein unnötiger Patzer der Organisation zu Beginn, den die Band mit dem Kommentar „Ihr könnt uns zwar nicht sehen, aber zumindest hören“ überspielte. Spätestens bei Lord of The Lost waren aber alle, wo sie hinwollten, sei es an den zahlreichen Bier- und Metständen, vor der Bühne oder auf dem überschaubaren, aber vielseitigen Mittelaltermarkt. Mit ihrem letzten Stück Dry the Rain stießen sie natürlich beim Publikum, leider aber nicht bei den Wettergöttern auf offene Ohren. Ein Highlight des ersten Tages waren mit Sicherheit Van Canto, die Metal A Cappellaner, deren Schrabbel di Schrumm aus vielen Kehlen zeitweise vergessen ließ, dass sich außer einem Schlagzeug keine Instrumente auf der Bühne befanden. Klassiker wie Fear of the dark und Sabatons Primo Victoria hoben die Laune im Publikum merklich an. Im Anschluss bespielte uns die finnische Metalband 69 Eyes, die seit 2012 mit ihrem neuen Album X alle willigen Ohren mit ihren melodischen, sehr radiotauglichen Klängen beschallen. Die Apokalyptischen Reiter sorgten mit ihrer mitreißenden Bühnenshow für gewohnt ausgelassene Stimmung, die im wilden Bühnentanz einer Dame aus dem Publikum gipfelte. Peinlich für die Technik: der tonale Totalausfall über zwei Songs. Mit den Finnen von Sonata Arctica war eine weitere skandinavische Band am Start, die den Headliner für den ersten Festivaltag stellte. Mit leichter Verspätung bot sie für Ohren und Augen eine gute, melodische und, da englisch, verständliche Bühnenshow. Wölfe gehören hier sowohl musikalisch als auch grafisch zum unverzichtbaren Repertoire.

2013-04-27_Hexentanz_Maerzfeld_Bild_08

Der Samstag (27.04.2013)
Die eröffnende Band, Maerzfeld, auch unter dem Namen Stahlzeit als Rammstein Tribute Band bekannt, spielte ihre eigenen, harten und in Richtung Industrial gehenden Kompositionen. Die Stimmung war aber trotz ziemlicher Eiseskälte von Anfang an sehr gut. Die nachfolgende, estnische Gruppierung Metsatöll war eine weitere Hommage an das nordische Klischee der langhaarigen blonden Männer und ihrer harten Musik. Mit tiefen Stimmen spielten sie sehr hörbaren Heavy Folk Metal und versammelten eine gute Menge Publikum vor der Bühne. Den musikalischen Bogen zum NDH schlugen die silbernen Herren von Stahlmann. Mit harten Gitarrenriffs und mitreißenden Rhythmen ließen sie den Stimmungsfunken schließlich ganz auf die Zuschauer überspringen. Doch hatte man immer wieder mit tontechnischen Problemen zu kämpfen, was leider die Nachfolger von Coppelius mit ihren Kammerinstrumenten ebenfalls zu spüren bekamen. Mit aufwendigem Bühnenbild und adäquaten Outfits nahmen sie uns dennoch mit auf eine Reise ins unverhofft rockige 19. Jahrhundert. Immer schön im Wechsel – die nächsten Finnen warteten auf ihren Augenblick: Korpiklaani mit solidem naturverbundenen Folk-Metal. Vorletzte Band des Abends waren die allbekannten Mono Inc., die in den letzten Jahren einen steilen Aufstieg vollbracht haben und im Herbst schon wieder mit einem neuen Album aufwarten – Tempo, Tempo! Dieses halten sie auch auf der Bühne ordentlich durch und werden mit einer stetig wachsenden Fangemeinde belohnt. Über Mangel an Fans kann sich der englische Headliner New Model Army auch nicht beklagen, als Veteranen des Rockgeschäfts, die seit den 70er Jahren dabei sind, hatten sie genug Zeit, die Leute für ihren Independent Rock zu begeistern. Einige vor allem jüngere Fans hatten dann aber nicht mehr genug Power für den letzten Auftritt eines langen matschigen Tages.

2013-04-26_Hexentanz_DAR_Bild_08Der Sonntag (28.04.2013)
Kalt, aber trocken. Die Eingangsband Lustkind bot Cello-Rock in Kombination mit E-Gitarre, durchaus hörenswert. Unzucht sorgte anschließend für ein wirkliches Stimmungsfest. Trotz der wenigen Zuschauer warf sich Sänger Daniel Schulz auf die ausgestreckten Hände und wurde sicher wieder an die rettende Balustrade getragen. Das nennt man Herzblut in der Fanbase! Spätestens bei Vogelfrey waren alle steifgelegenen Gelenke wieder warmgetanzt und so heizten sie das Publikum mit eingängigen Rhythmen und Melodien gut an. Witzige Texte und zur Abwechslung einmal eine gute Soundabmischung boten ein wunderbares Seh- und Hörerlebnis, auch zum Mitsingen. Die Reihen füllten sich zusehends, denn die Stimmungsrocker von Feuerschwanz und ihre leichtbekleideten Miezen kündigten sich an. Fröhliche Mittelalter-Musik zum Mitmachen, nicht zu anspruchsvoll – genau das richtige für ein Festivalpublikum, das schon den einen oder anderen Humpen Bier gehoben hat. Die Langzeit-Dark Waver Diary of Dreams boten im Anschluss gute Musikqualität zum Mitrocken. Stücke wie The Curse begeisterten die Zuhörerschaft und regten zum Mittanzen an. Leider sehr knapp bekanntgegeben: Ensiferum hat abgesagt. Als Ersatz trat die Pagan-Metal-Band Varg an. In Erinnerung blieben hier neben fliegenden Elementen wie Haaren, Toilettenrollen und Männer im Kuh-Kostüm die rot-schwarzen Bandmitglieder, die mit gutturalem Gesang und harten Rhythmen das Publikum warmhielten. Die Tontechnik hatte ihre Probleme wohl in den Griff bekommen, da der Sound zum Headliner Eisbrecher am Ende des Festivals wieder in gewohnter Qualität zur Verfügung stand. Fast eineinhalb Stunden Bühnen- und Effektshow waren ein Erlebnis für das ganze Publikum, ein Knaller zum Abschluss mit der Versprechung auf einen wundervollen Festival-Sommer!

Trotz Regen, Schlamm und Tontechnik – Daumen hoch fürs Hexentanz!

2013-04-27_Hexentanz_NewModelArmy_Bild_7762 2013-04-27_Hexentanz_Stahlmann_Bild_03 2013-04-27_Hexentanz_MonoInc_Bild_7704

Musikalisches Fazit: Gut durchmischt – an jedem Tag waren sehr sehens- und hörenswerte Bands am Start – und die Kombination von Newcomern und alten Hasen bringt jedem Ohr auch bis dato ungehörte Melodien nahe. Eine durchgängigere Moderation wäre wünschenswert gewesen – vielleicht etwas in Richtung Das Niveau oder Bastille von Coppelius.

Location: Schöne Umgebung, großer Pluspunkt für die ansteigende Wiese und den vielseitigen Markt. Mit See und Wald im Hintergrund haben nicht nur die vielen naturverbundenen Finnen einen würdigen Hintergrund für ihre Musik. Verpflegung: Erstaunlich viele Stände aus aller Herren Länder ließen keine kulinarischen Wünsche offen – eine lobenswerte Abwechslung zu reinen Bier-und-Wurst-Festivals. Lediglich bei den Getränken hätte man (oder besser Frau) sich ein wenig mehr Abwechslung in Richtung Wein, Sekt und Mischgetränke gewünscht.

Organisation: Durchwachsen – sehr freundliche Security, die offenbar auch ihren Spaß an der Musik hatte und uns souverän in unsere Bahnen lenkte, auch wenn wir nicht immer wussten, wo wir hinmussten (Meet & Wo?). Die Matschmatten hätten wir uns schon am ersten Tag gewünscht und dass eine Band vor leerem Rasen starten musste, war wahrlich sehr schade. Auch die Tontechnik hat noch Luft nach oben – aber es war ja immerhin das erste Mal an neuer Location, da sind Startschwierigkeiten verständlich. Mehr sanitäre Anlagen wären wünschenswert, aber hey – es gab warmes Wasser!

Autoren/Innen: K von Koriolis, Sheris v.d. Kauernburg

 

 

Feuerschwanz / Hexentanz Losheim