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Konzertfotografie – Konzertberichte – Rezensionen

Omnia / Schlosshof Festival 2014

Rezension „Omnia – Live on Earth“

omnialiveonearthOmnia ist und war für mich schon immer eine Live-Band. Die Truppe um Steve Evans-van der Harten macht live einfach nur Spaß. Die Stimmung, die Atmosphäre, das muss man erlebt haben. Die bisherigen Studio-Alben hatten für mich bei weitem nicht das Gänsehaut-Feeling, das bei Live-Konzerten aufkommt. Einzuordnen ist die Band auch nicht ganz so einfach – offiziell als „Pagan Folk“ bezeichnet gibt es doch viele ruhige Klänge, manch Rockiges und selbst HipHop-Elemente haben ihren Weg in die Werke gefunden. Was soll man sagen, ich war sehr gespannt auf das neue Live Album. Gänsehaut? Erinnerungen? Was wurde auf die CD gebannt?

Auf die einzelnen Lieder möchte ich gar nicht allzu detailliert eingehen – sind sie doch alle schon mal da gewesen. So oder in so ähnlicher Form zumindest. Viel wichtiger ist doch, dass mich beim Hören gleich zu Beginn wieder das Konzert-Feeling gepackt hat. Die ersten Lieder steigen noch sanft ein, bei The Sheenearlahi Set wird’s dann aber gegen Ende schon gewohnt – und geliebt – flott. Was man aus Flöten, Digeridoo, Slideridoo, Maultrommeln, Piano und Co. doch alles raus holen kann. Es kribbelt – und wie Jenny dann beim nächsten Stück Niiv ihrer Stimme freien Lauf lässt – wunderbar. Nun folgt ein Lieblingslied dem nächsten. Free, Toys in the Attic, … es geht munter, nachdenklich, irr und emotional weiter. Mitsumm-Klassiker wie Love in the Forest, gefolgt von Noodle the Poodle – man möchte sein Gegenüber zum Square-Dance auffordern, machen Spaß. Nicht so sehr als wäre man auf einem Konzert – aber deutlich mehr als auf einem „sterilen“ Studioalbum. Abgeschlossen wird das Live-Album, wie fast jedes Konzert das ich bisher erlebt habe, mit dem obligatorischen Morrigan.

Was halte ich von dem Album – ich bin mir noch nicht ganz sicher. Es gefällt mir deutlich besser als alle Studio-Alben. Es ist aber trotz Klatschen und Jubeln sehr clean – sehr steril. Es kribbelt, aber die Gänsehaut kommt nicht. Musikalisch ist nichts falsch. Die Auswahl der Lieder ist super – aber scheinbar fehlt mir einfach das Drumrum. Nörgeln auf hohem Niveau mag man sagen. Ich hatte etwas mehr erhofft, bin aber alles andere als enttäuscht. Wem Omnia gefällt, wird dieses Album lieben. Wer Omnia bisher nur auf CD kannte, wird jetzt vielleicht verstehen, warum man diese Niederländer so verehren kann. Aber um ein Konzertbesuch kommt man wohl nicht rum, wenn man Omnia wirklich „Live on Earth“ erleben will.

Tracklist:

01. Live Show Intro
02. Time Bealtaine
03. Auta Luonto
04. The Sheenearlahi Set
05. Niiv
06. Free
07. Toys in the Attic
08. I Don’t Speak Human
09. Alive!
10. Wytches Brew
11. Richard Parker’s Fancy
12. Dance until we die
13. Love in the forest
14. Noodle the poodle
15. Saltatio Vita
16. Etrezomp-ni Kelted
17. Fee Ra Huri
18. Morrigan

 

 

 

 

Konzertbericht Omnia / Röhre Stuttgart

Nach dem letztjährigen Besuch des Omnia-Konzertes in der nicht ganz ausverkauften Röhre, war ich gespannt, was mich im LKA erwarten wird. Anfangs noch überschaubar wurde es dann bis zum Konzertbeginn um 20 Uhr doch noch angenehm voll. Nicht brechend voll, aber das muss bei Omnia auch nicht sein. Man will ja noch Platz zum Tanzen und Taumeln haben.

Ob wir es ein Konzert nennen, ist auch fraglich. Konzert. Protestkundgebung – Gegen Kommerz, aktuelle Weltpolitik, Umweltsünden. Oder auch kleinwenig eine Predigt in Naturreligion und alternative Lebensweisen. Was auch immer es ist – es ist klasse.

Ohne Vorband geht es direkt los. Schon beim ersten Lied springt die paganfolkige Stimmung über – es wird getanzt, gesungen und gefeiert. Es ist nicht „Mittelalter“ – es ist nicht „Folk“ – so wirklich einstufen kann man Omnia nicht. Von sphärischen Klängen, über Rap – begleitet von Digeridoo und Harfe – bis hin zu härterem, rockigem Folk ist alles dabei. Immer mit genug Leben und Liebe verbunden – man merkt deutlich dass die Truppe um Sic ( Steve Evans-van der Harte ) hinter dem was sie da auf der Bühne abfeuern steht, es lebt und wirklich liebt. Mit Anspielungen auf das Konzert im letzten Jahr ( sie wurden damals gleich zwei mal von der Polizei angehalten und gefilzt ) und aktuellen Themen wird fleißig um- und übergeleitet. Man ist von Anfang bis Ende im Bann der charismatischen Truppe, nicht zuletzt wegen ihrer Optik, der genialen Instrumentation ( Flöten in allen Varianten, Didgeridoo und Slideridoo, Trommeln, Harfe, Drehleier… ) und der super Stimmung im Publikum – ein offenes und ehrliches Feiern wie man es bei kaum einem Konzert sonst erlebt.

Die Zeit fliegt nur so dahin, und schon ist man bei der obligatorischen Zugabe. Das ruhige „Cornwall“ – gefolgt von dem beliebten „Morrigan“ – was die Fans so in Stimmung bringt, dass die Band sich noch spontan zu einem weiteren Stück hinreisen lässt.

Alles in allem ein Abend, den man nicht so schnell vergisst – und auf alle Fälle (Vor)Freude auf den nächsten Besuch der holländischen Truppe im schönen Stuttgart macht :)

Setlist:
– Tine Bealtaine
– Auta Luonto
– Shinearlahi
– Niiv
– Free
– Toys in the attic
– Drum ’n Didge
– Human
– Alive!
– Thunder ’n Lightnin
– Wytches‘ Bru
– Richard Porker
– Dance Die
– Love In The Forest
– Noodle
– Saltatio Vita
– Etrezomp
– Feerahuri

Zugabe:
– Cornwall
– Morrigan

 

Omnia / Röhre