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Konzertfotografie – Konzertberichte – Rezensionen

Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Ein kleiner Review zum Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017. In 191 Tagen, am 20.10.2018 um 13.00 Uhr startet die diesjährige Ausgabe des Spektakels mit den folgenden Bands:
-Subway To Sally
-Versengold
-Mr. Hurley & Die Pulveraffen
-Knasterbart
-Trollfaust
-Fuchsteufelswild

Doch lassen wir das letzte Jahr nochmal einmal aufleben. Es ist 14.00 Uhr und die Sonne brennt vom Himmel, während Marktvoigt Ede das Festival eröffnet, doch er ist nicht allein, denn er hat eine Überraschung. Bruder Rectus betritt unter Applaus die Bühne des Festivalgeländes. Mit einer vom MPS bekannten Eröffnungsrede segnet er die Anwesenden mit Bier, Wein und Met. Die Eröffnung werden Trollfaust spielen und da es vom Publikum gewünscht wurde, haben die Jungs ein 90-minütiges Programm vorbereitet.

 

Trollfaust:

Der Platz füllt sich zusehends, während die fünf Musiker aus Donauwörth,  unter ihren Masken die letzte „Schlacht“ des Jahres einläuten. Mit instrumentalen mittelalterlichen Standard-Kompositionen und eigens kreierten Weisen bringen sie nach und nach das Publikum in Feierstimmung. Erste Publikumsstimmen werden laut bei einer Mixtur aus dem „Traubentritt“ und „We Will Rock You“ untermalt mit dem laut verkündeten Verlangen nach Schwarzbier. Doch neben dem Schwarzbier sehnt sich das Publikum nach einer neuen Platte und unter einem durchaus witzigen „Wir haben das Programm nun so lange gespielt, dass ich es satt habe [….] und wir bald ins Studio gehen, sodass 2018 eine neue Platte erscheinen wird.“ – Arachon –

Trollfaust @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Eine Interpretation von „Ai vis lo lop“ rundet das Programm ab. Als letztes Lied wurde „Hexenjagd“ gespielt und das bisher gut tanzende Publikum nochmals gefordert. Da das Publikum und auch der Veranstalter noch immer nicht genug haben konnten, durften die Fünf mit „Rausch der Nacht“ und „Ballade der Impotenz“ zwei Zugaben spielen. Das Publikum hat den Auftritt sichtlich genossen und freut sich auf das, was noch folgen wird.

 

Kilkenny Knights:

Weiter ging es mit Irish/Scottish Folk. Das Publikum hat sich ein wenig verändert und neben „Wikingern“ und „Piraten“ war auch der ein oder andere Kilt aufgetaucht. Das Publikum war anfangs verhalten, während die Coburger Musiker mit „Raise your Pints“ danach verlangten, dass Hörner, Krüge und Gläser in die Höhe gestreckt werden. Dies gelang nach und nach besser.

Kilkenny Knights @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Die Herren und die Dame hatten es dennoch recht schwierig die Anwesenden zu begeistern, was einerseits an der Wärme und andererseits an der Uhrzeit lag. Einen Slot später wäre die Begeisterung sicher besser ausgefallen. Dennoch haben sie sich die größte Mühe gegeben und den ein oder anderen Piraten mit „What shall we do with the drunken Sailor“ in Ekstase versetzt.

 

Dunkelschön:

Leider muss ich was den Bericht zu Dunkelschön angeht passen, da wir kurzfristig nicht mehr zum Festivalgelände eingelassen wurden. Dies lag daran, dass sich die Zugangsberechtigungen geändert hatten, sodass wir nochmals zur Kasse gehen mussten, um Zugang zum Gelände zu erhalten. Doch diese Zeit haben wir genutzt, um den Markt genauer unter die Lupe zu nehmen.

Dieser war sehr schön angelegt und man konnte alles erdenkliche aus Leder, Stoffen und Handwerk finden. Neben einem Metsieder konnte man auf Tieren aus dem Morgenland reiten, aber auch ein mittelalterliches Riesenrad genießen. Die Spielleute von Fabula Aetatis haben das Volk, welches Speis und Trank zu sich nahm, mit mittelalterlichen Liedern unterhalten. Es war für Jeden etwas geboten.

Mittelaltermarkt @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Auf dem Rückweg zum Festivalgelände sind uns die Zuschauer von Dunkelschön entgegengekommen und wir haben die Chance genutzt, um uns einen Eindruck vom Auftritt aus der Sicht des Publikums zu erhalten. Hierbei konnte man viel Positives hören, dass sich die Band immer weiterentwickelt hat und immer besser geworden ist. Vielen hat die Mischung der gespielten Lieder gefallen und auch die Performance.

Wir hätten uns gern selbst eine Meinung gemacht, um an dieser Stelle zu berichten, doch aus genannten Gründen war es uns leider nicht möglich.

 

Saltatio Mortis:

Die Dunkelheit brach nun herein und die Spielleute von Saltatio Mortis begannen ihr „Tagwerk.“ Mit einer Akustikshow traten Sie auf und haben wieder einmal ihre Klasse bewiesen. Sei es bei „Prometheus“, der den Menschen das Feuer brachte und eben jenes Feuer an den Seiten der Bühne die Nacht erhellte. Auch modernere Lieder im Stile von „Ohne Strom und Stecker“, wie „Gossenpoet“, „Wo sind die Clowns“ oder „Wachstum über alles“ wurden gespielt. Es ist immer wieder angenehm, wie vielschichtig die akustische Musik von Saltatio Mortis sein kann, als Beispiel sei hier „Der letzte Spielmann“ genannt, welcher immer ein Erlebnis sein kann.

Saltatio Mortis @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Der Auftritt von Saltatio Mortis war eine Reise „Back to the Roots“ und hat das Publikum stark begeistert. Diese Begeisterung konnte man auf dem Mittelaltermarkt hören, wie auch sehr deutlich im Bereich der Heerlager. Der Platz vor der Bühne war brechend voll, wie man es bei einem Konzert der „Totentänzer“ erwarten darf.

 

Feuerschwanz:

Den Ab(schl)uss des Abends gaben die Musiker von Feuerschwanz und ihrem Programm „Sex is Muss.“ Der Platz vor der Bühne war weiterhin stark gefüllt und das Publikum hielt trotz sinkender Temperaturen durch. Dies mag wohl an den Texten liegen. „Sex is Muss“, gefolgt von „Saufgelage“ und einem „Ringelpietz“ ließen das Publikum in Bewegung bleiben und heizte die Stimmung immer weiter dem Höhepunkt entgegen. Die Menge tobte bei „Wir lieben Dudelsack“ und unterstützten Prinz R. Hodenherz III. durch lauten Jubel.

Feuerschwanz @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

„Moralisch“ mit dem Lindwurm und das „Nachtlied“ rundeten das Set von Feuerschwanz ab. Das Publikum genoss die Mittelalterparty im Festivalbereich. Das letzte Lied war „Ruderboot“ und ein großer Teil des Publikums kam außer Atem aus dem Festivalbereich. Feuerschwanz war folglich der richtige Ab(schl)uss des Abends und dies kam beim Publikum gut an.

 

Bernsteyn:

Mit Folk Musik am Abend präsentierten sich die vier Musiker von Bernsteyn. Mit geselligem Gesang, melodiösem, träumerischen Violinenspiel und viel Begeisterung unterhielten Sie die Anwesenden auf dem Mittelaltermarkt. Der ein oder andere Tanz wurde schwunghaft angestimmt und begeistert vom Publikum angenommen. Ein verirrter, einzelner Pirat hatte sich vor der Bühne eingefunden, um neben Rum im Überfluss, musikalisch schöne Interpretationen vom „Drunken Sailor“ uvm. zu lauschen.

Bernsteyn @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Feuertanz Festival 2017-Freitag

Heute in 132 Tagen geht es wieder los! Die Mittelalter-verrückten werden auf Burg Abenberg einfallen und zwei volle Tage Met in strömen trinken. Dazu hört man Musik von Schandmaul,  Alestorm, Mono Inc., Bannkreis, Mr. Hurley & die Pulveraffen, Letzte Instanz, Vroudenspil, The Dolmen, Metusa, Mr. Irish Bastard, Fuchsteufelswild, Bergtatt, Schelmish, The Sandsacks und Pampatut.

Die Vorfreude ist natürlich riesig, aus diesem Grund lassen wir uns nun nochmal fallen und lassen das letzte Feuertanz Festival nochmals Revue passieren.

Freitag:

Impius Mundi

Die fünf Musiker der niedersächsischen Spielmannstruppe von Impius Mundi waren der Opener des diesjährigen Feuertanz Festival. Die Gewinner des goldenen Zwerges, welcher Ihnen 2013 vom Festival Mediaval als beste MA-Rocktruppe verliehen wurde, eröffneten mit sattem Sound und jeder Menge Spaß das feierwütige Wochenende.

Kaum begonnen, hatten sie das Publikum in den Bann gezogen, welches die Band anfeuerte und mit ihnen tanzte. Bei „Fahr zur Hölle“ bildete sich eine Polognaise durch das komplette Publikum. Mit jeder Minute füllte sich der Platz mehr und mehr und war am Ende des Konzertes gut gefüllt.

Impius Mundi @ Feuertanz Festival 2017

Impius Mundi waren ein gelungener Opener für das diesjährige Feuertanz Festival und sie verzauberten mit Ihrer MA-Rockmusik die Anwesenden.

Weiter ging es mit einer Band, die durch Authentizität und Gänsehaut überzeugten:

 

Ye Banished Privateers

Zehn Musiker der 21 köpfigen Crew nahmen den Weg nach Abenberg auf sich. Als Geheimtipp wurden Sie gehandelt und konnten definitiv überzeugen. Ohne Intro startete Magda Malvina Märlprim mit a cappella Gesang das Lied „Annabel.“ Gänsehaut und ein Raunen ging durch das Publikum. Nach und nach setzten die anderen Musiker ein und das Publikum lauschte gespannt. Mit jeder Sekunde des Liedes strömten mehr und mehr Menschen auf das Konzertgelände. Das erste Lied endete und es war tosender Beifall zu hören und die Piraten im Publikum grölten lauthals. Im zweiten Lied wird der Cajon-Spieler gefoltert und im dritten Lied zieht eine Polognaise durch das Publikum. An Bühnenshow und Publikumsanimation wird nicht gespart. Die Privateers füllen zusehends den Platz, welcher nahezu aus den Nähten platzt. Ein weiteres Highlight ist „Yellow Jack“, welche für unter Quarantäne stehende Schiffe oder Lazarette steht und nach und nach kippt ein Musiker nach dem anderen um, während diese geschwenkt wird.

Ye Banished Privateers @ Feuertanz Festival 2017

Die Show der Privateers war für jeden im Publikum begeisternd und hat alle verzaubert. Dies macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Ihr neues Album „First Night Back In Port“ ist erhältlich und sollte in jeder Musiksammlung vorhanden sein.

Nachdem die Piraten die Bühne verlassen hatten, hat Hauptmann Feuerschwanz die zweite Band seines Mitmusikers Prinz Richard Hodenherz III. angekündigt und aus dem Thema Piraten wurde das Thema Musketierrock:

 

d’Artagnan

Die Musketier-Rocker von d’Artagnan, welche sich sowohl in der Mittelaltermusik, als auch in der Volksmusik zu Hause fühlen, waren die dritte Band am Freitag. Die Frauenherzen schmolzen dahin, als Felix, Ben und Tim die Bühne betraten. Es dauerte wenige Sekunden und das Publikum war begeistert. Der Platz war binnen Minuten komplett gefüllt und die Musiker erhielten mehr und mehr Beifall. Ob „Seit an Seit“, „Ehre wem Ehre gebührt“ oder „Meine Liebste, Jolie“, das Publikum war sofort Feuer und Flamme, sang jedes Lied mit.

Beim neuen Lied „Jubel, Jubel, Jubel“ holten sich die drei nahezu alle jungen Damen der ersten und zweiten Reihe auf die Bühne, sowie Ritter Pappelott (siehe Fotos), um mit dem Publikum zu jubeln.

d’Artagnan @ Feuertanz Festival 2017

Das Publikum nahm die drei herzlich auf und unterstützt von Bass (Sebastian Baumann), Schlagzeug (Matze Böhm) und Gitarre (Haiko Heinz) haben sie alles gegeben.

Von den Musketieren kommen wir nun zu naturverbundener Musik und Schamanenklängen:

Omnia

Der Platz vor der Bühne war prall gefüllt und Omnia starteten mit dem Song „Prayer“ von Ihrem aktuellen gleichnamigen Album, während das Publikum die vier bejubelte, als sie auf der Bühne erschienen. Es folgte „One Way Living“ und das Publikum sang mit Ihnen in einem einzigen Chor. Steve lobte die Verbundenheit der Festivalbesucher mit der Natur durch Camping und an einem so fantastischen, natürlichen Ort mit Ihnen feiern zu dürfen. Die Zuschauer genossen sichtlich den Auftritt von Omnia und bei „Earth Warrior“ gab es kein Halten mehr und alle sangen aus voller Kehle.

Omnia @ Feuertanz Festival 2017

Bei Abendsonne und heißen Temperaturen heizten Omnia den Festivalbesuchern weiter ein und zeigten, dass Sie nach einem halben Jahr Pause nichts an Faszination, Spaß und Freude verloren haben. Wir freuen uns schon auf weitere Auftritte wie diesen.

 

Fiddler’s Green

Die Abendsonne scheint auf die Festivalbesucher nieder und ein rot-schwarzes Banner wird gehisst. Das Backdrop von Fiddler‘s Green zu ihrer Devil Dozen Tour. Das Publikum ist bereits jetzt vor der Bühne versammelt und kaum ein freier Fleck ist noch zu finden. Es ertönt „Toccata und Fuge in d-Moll, BWV 565“ und leitet den Beginn einer großartigen Show von Fiddler’s Green ein. Das erste Lied ist „Leaving of Liverpool“ und mit ihrem Speedfolk kommt Bewegung in das Publikum, welches sie sofort begeistern. Es benötigt kaum zwei Minuten und der erste Crowdsurfer ist bei den Securities gelandet. Dies zieht sich durch das Programm der Erlangener Band. Wie immer war die Band präsent und ein sehr schöner „Glasgow Reel (Tam Lin)“ war von Tobias an der Geige zu hören. „Mr. Tickle“, „Here We Go Again“ oder „Down“ durchschlugen das Publikum, welche nicht genug bekommen konnten und Fidder’s Green gaben Zugaben, wie „Folk’s Not Dead“.

Fiddler’s Green @ Feuertanz Festival 2017

Es war ein sehr gelungener Auftritt von Fiddler’s Green und dies honorierten die Anwesenden mit tosendem Applaus, doch nun war es an der Zeit für den Umbau, denn der Headliner des Abends folgte. SALTATIO MORTIS.

 

Saltatio Mortis

Nachdem die letzten Sonnenstrahlen das Ende des Tages verkündet haben, kühlte die Luft ab, doch nicht das Feuer in den Herzen der Fans von Saltatio Mortis. Die ersten 10 Reihen wurden belagert und man drängte sich dicht an dicht, um freie Sicht auf die acht Musiker zu erhalten.

Die Bühne war dunkel und auf ihr befanden sich sechs unentzündete Feuerschalen. Das Intro der Zirkus Zeitgeist Tour war zu hören und ein Musiker nach dem anderen tauchte, unter heftigem Beifall des Publikums, auf der Bühne auf. Die Musiker haben sich für den Auftritt auf dem diesjährigen Feuertanz viel einfallen lassen. Von „Des Bänkers neue Kleider“, „Prometheus“ über „Wachstum über alles“ bis „Habgier und Tod“ und „Eulenspiegel“ war alles dabei, was das Herz der Fans begehrte.

Zwischen den Liedern ward es das ein oder andere Mal dunkel auf der Bühne und die Feuerschalen wurden entzündet. „Das Feuertanz-Festival ist ein Mittelalter-Festival und wir sind eine Band, die auf dem Markt groß geworden ist und wollen euch auch auf der großen Bühne die Marktmusik vermitteln.“ Mit diesen Worten nahm Lasterbalk seine Davul und es wurden „Der Knöterich“ und weitere Lieder im Feuerschein gespielt. Dieser Wechsel des Programms kam bei den Besuchern gut an.

Saltatio Mortis @ Feuertanz Festival 2017

Bei Rattenfänger erfolgte das obligatorische Crowdsurfing von Alea, was bei keinem Nachtkonzert der Totentänzer fehlen darf. Am Ende gab es eine Überraschung, indem alte Bekannte von Saltatio Mortis nochmals die Bühne mit ihnen teilen durften. Bastian Brenner von Fuchsteufelswild, alias Cordoban der Verspielte und Dr. B Samuel betraten, unter heftigem Applaus, die Bühne und es wurde zusammen der Spielmannsschwur zelebriert. Durch Zugaberufen wurden beispielsweise „Wer zuletzt lacht“ und weitere gespielt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Saltatio Mortis mit Ihrem Programm eine Zeitreise durch die letzten 14 Jahre ihrer Bandgeschichte beschritten haben und frühere Musiker mit auf die Bühne holten. Dies ist beim Publikum sehr gut angekommen und stellte eine feurige Mischung aus Rock- und Mittelalterprogramm dar.

 

Tir Nan Og

Das Mitternachtskonzert am Freitagabend durften die Folk-Rocker von Tir Nan Og im Burgsaal geben. Dies war ein Auftritt ohne Ella, welche die Band vor kurzem verlassen hat. Doch dies soll kein klanglicher Nachteil sein. Als Musiker sind Sarah und Andy hinzugekommen. Sarah, welche schon zum Oberurseler Minnestreit dabei war spielt Querflöte und löst Ella am Gesang ab. Andy ist neu hinzugekommen und unterstützt die Truppe mit Tin Whistle und Schäferpfeiffe.

Ihr Set starteten Tir Nan Og mit „Leis a Lurrighan“ und man bemerkte ihre Freude an der Musik und die Energie. Der Burgsaal hat sich während des 1. Liedes gefüllt und es wurde sehr ausgelassen getanzt. Mit jedem Lied, was Tir Nan Og spielte, stieg das „Pub-Feeling“ im Burgsaal und das Publikum war begeistert. Die Erste Überraschung zeigten die Musiker mit „3 Nights in Town.“ Hierbei änderte sich die Instrumentierung, indem Matze statt der Violine eine Nyckelharpa zur Hand nahm und Andy die Schäferpfeiffe. Hierbei ergab sich ein voluminöser, großartiger Sound und lässt die Spannung auf das neue Album steigen. Johnny the Pirate und Raise your glass, ebenfalls mit Schäferpfeiffe gespielt, lassen den irish Folk richtig aufleben und das kommt auch beim Publikum an.

Tir Nan Og @ Feuertanz Festival 2017

Die Stimme von Sarah ist dominanter und aggressiver, als die Stimme von Ella und bringt somit noch mehr Druck in die Lieder. Ergänzen sich die Stimme von Robert und Sarah? Das kann jeder selbst feststellen, doch meiner Meinung nach auf jeden Fall und es macht wirklich Spaß zuzuhören. Die Querflöte von Sarah wird nun in noch mehr Lieder eingebracht und füllt diese mit dem warmen weichen Klang und in Kombination mit dem knackigen Tin Whistle Sound eine gute Kombination.

Alles in allem war es ein großartiges Konzert von Tir Nan Og, dem die Musiker von Fiddler’s Green, Feuerschwanz u.a. beiwohnten und lobende Gesten zeigten. Das Publikum konnte nicht genug bekommen und wollte eine Zugabe nach der anderen und Tir Nan Og hätte sicherlich bis in die Morgenstunden weiterspielen können, wenn sie gedurft hätten. Sehr gelungen und mit jeder Menge Spaß!

Irish Folk von Tir Nan Og!

Saltatio Mortis / Eisheilige Nacht 2014

Saltatio Mortis / Schlosshof Festival 2014

Saltatio Mortis / Knock Out Festival

Feuertal Festival / Wuppertal

 Ab ins Feuertal!

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Seinem Namen seit zehn Jahren alle Ehre macht das idyllisch zwischen Felsen und Bäumen gelegene Festival, welches erstaunlich zentral und doch grün im Wuppertaler Stadtgebiet liegt. In fußläufiger Entfernung vom Hauptbahnhof erstreckt sich das Festivalgelände hangaufwärts Richtung botanischer Garten und ist damit so gut erreichbar wie kaum ein anderes Sommerfestival. Als eines der letzten im Jahr muss es seinen Besuchern auch einiges bieten, um die bereits gesehenen Highlights zu übertreffen. Veranstalter, Unterkunft und Location geben dabei erfolgreich ihr Bestes. Die übliche angeschlossene Campingwiese fehlt aufgrund der städtischen Lage, dafür wird das historische Freibad „In der Mirke“ zum ungewöhnlichen, wenn auch abgelegenen Zeltgelände. Dass man nachts auf dem abschüssigen Gelände durchs Zelt kullert, wird durch Aftershow-Partys, warme Duschen, Frühstück und spaßige Planschbecken in außergewöhnlichem Ambiente wettgemacht. Das Festival selbst ist 2013 zum zweiten Mal zweitägig, was die recht zünftigen Eintrittspreise erträglicher macht. Wer allerdings einmal drin ist, bekommt Speis‘ und Trank zu fairen Preisen, somit ist dies auch wieder ausgeglichen.

Musikalisch gab es den eher mittelalterlich angehauchten Freitag sowie einen schwärzeren und härteren Samstag, beides allerdings gut durchmischt mit genügend Abwechslung für alle Ohren. Erwähnenswert sind auch die beiden Moderatoren, keine geringeren als Eric Fish von Subway To Sally am Freitag und Teufel von Tanzwut am Samstag.

Freitag, 23.08.2013:

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Den mittelalterlichen Anfang am Freitag machen vor bereits locker gefüllten Reihen die bayrischen Mannen und Frau Vivianne von Vermaledeyt. Nach einem rhythmus- und melodienreichen Einstieg gaben die Meister des Dudelsack und der Schalmei alles, um das Festivalpublikum zu begeistern, welches dies auch willig mit sich machen ließ. Ob Jean der Franzose jedoch das Versprechen, im Nachgang noch mit allen Interessierten zu trinken, überlebt hat, ist nicht bekannt.

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Ein zeitlicher Sprung ins späte neunzehnte Jahrhundert erfolgt mit dem gewohnt chaotisch-rasanten Auftritt der befrackten Herrschaften von Coppelius samt ihrem Butler Bastille, die Bühne und Zuschauerbereich mit einer wahnwitzigen Show und wohlchoreografierter Anarchie erfüllen. Besonders des Butlers Ausflüge ins Publikum sind legendär. Diesmal waren leider keine Sektgläser zur Hand, so wurde zu Esc. I der Sekt direkt vom Butler in die brav aufgesperrten Schnäbel gekippt. Viel zu schnell geht die Stunde coppelianischer Harmonien vorbei. Da capo!

Bei fünf Bands am Tag spielt ja jede Gruppierung erfreulich lang, so ist der Auftritt der Dritten im Bunde, Fiddler’s Green, mit einer starken Stunde schon fast ein eigenes kleines Konzert. Der gutgelaunte Folkrock der gebürtigen Deutschen gibt jedes Mal Anlass zu spontaner Freude und wildem Gehüpfe. Die ersten Reihen füllen sich zunehmend mit einem nackten Durcheinander aus Armen, Haaren und Trinkhörnern. Wie immer bleibt aber alles friedlich und die nach hinten ansteigenden Stufen ermöglichen einen unverstellten Blick auf die sechs, an eine durchgeknallte und gealterte Schulband erinnernden, Musiker.

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Mit zwei großen Bands endet der temporeiche erste Tag – den Anfang macht die Letzte Instanz, bei deren vielschichtigen Texten und Balladen auch mal ein paar Momente zum Innehalten dabei sind. Nichtsdestotrotz füllt sich das Halbrund vor der Waldbühne zusehends und die Atmosphäre wird dichter. Der Tag vergeht, aber es bleibt warm und angenehm. So lässt es sich gemütlich aushalten, bis die letzte Band des Tages, die alten Hasen von Saltatio Mortis das Feld betreten. Viele Stücke aus ihrer neuen Platte werden angespielt und selbst nach der frühen anwohnerfreundlichen Beendigung des Konzertes gegen zweiundzwanzig Uhr sind die letzten Töne nicht gespielt. Es vergeht keine Viertelstunde, da entern die SaMos den unteren Getränkestand, was diesem zwar die Einnahmen verhagelt, ein beglücktes Häufchen Fans jedoch mit einem außergewöhnlichen Festivalerlebnis in den Feierabend entlässt.

 

 


Samstag, 24.08.2013:

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Der Samstag fängt mit einem der vielversprechendsten Newcomer der Szene an – die Unzucht lässt mit ihren unverschämten und freizügigen Texten die Menge begeistert erbeben. Erst 2009 gegründet, machen sie bereits beim zweiten Album professionellen Gothic Rock bei gutem Sound und intensiver Bühnenpräsenz. Und Frontmann Daniel Schulz sollte man auch nicht zum letzten Mal an diesem Tag gesehen haben.

2013-08-24_Nachtgeschrei_Bild_1147Doch zuerst folgen die düsteren und schwarzbelederten Männer von Nachtgeschrei, deren Outfit schweres Metall vermuten lässt. Sie erfreuen jedoch die Mittelalter-Fraktion unter den Fans mit den typischen Instrumenten wie Drehleier und Dudelsack. Hinzu kommt, dass sie seit kurzem einen neuen Sänger ihr eigen nennen, der der Band ein neues Gesicht wie auch eine neue und andere Stimme gibt.

Härter geht es weiter – die silbernen Jungs von Stahlmann kommen ganz in der Tradition des Rammstein’schen Sounds daher, bringen aber eine seit neustem auch ungewohnt melodische Note zum Tragen. Ob Stahlmänner rosten?

2013-08-24_Stahlmann_Bild_4326Frontmann Martin lässt sich jedoch vom einsetzenden Regen nicht beirren und auch die Zuschauer nehmen es mit Gelassenheit und feiern ungetrübt weiter, besonders als es sich der Teufel höchstpersönlich nicht nehmen lässt, auf der Bühne zu erscheinen. Die harten Klänge von Stahlmann bereiten wunderbar das Feld für die Durchstarter der Szene, Mono Inc.. Das finden diese wohl auch, schließlich waren sie auch schon gemeinsam auf Tour.
2013-08-24_Mono_Inc_Bild_1475Mono Inc. legt die üblich rasante Show mit ihren dunklen, von elektronischen Klängen durchwebten Songs hin. Neu ist, dass Martin seit dem letzten Album auch auf Deutsch singt, was wohl das Interesse der Bildzeitung geweckt hat. Der ehemals freundliche Trommler und nun Gruftirocker Martin nimmt’s mit Humor und sorgt wie so oft mit seinen kurzen Anekdoten für herzliche Lacher im Publikum. Ein Wiedersehen gibt es mit Herrn Schulz von Unzucht, der mit Martin Viva Hades im Duett zum Besten gibt. Es haben sich alle offenbar sehr lieb, so viel wird da umarmt und geküsst.

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Derart aufgewärmt sind es nur noch ein paar Grad Unterschied bis zur folgenden Feuershow von Subway To Sally, die diese schon fast vorlegen müssen, um nicht hinter sich selbst zurückzustehen. Seit zwanzig Jahren sorgen die Mittelaltermetaller mit ihren eingängigen Texten und treibenden Melodien für wilde Eruptionen im Publikum. Ob Frau Schmidt feuerumtobt ein Violinensolo spielt oder Eric Fish selbst zum Feuerstab greift, bei Subway geht es immer heiß her. Mit einer inzwischen langen Reihe an wohlbekannten Hits sorgen sie für einen würdig heißen Abschluss des feurigen Festivals.

Autorin: K. von Koriolis

Saltatio Mortis / Feuertal Festival

Saltatio Mortis / WGT 2013

Konzertbericht Schlosshof Festival / Höchstadt Aisch

Seid gegrüßt, Freunde der Nacht!
Mein Name ist Hut, genauer Zylinder, und ich möchte meine weitsichtige Position auf dem Kopf der K. von Koriolis nutzen, um euch von gar vielgestaltigen Begebenheiten zu berichten.

Ich reise auf besagtem Kopf durch die Nacht (manchmal auch den Tag) und werde geschüttelt, gelüftet und zu kurioser Musik zum Tanzen gezwungen.

Beginnen möchte ich meine Erzählungen an einem kühlen, aber sonnigen Augusttag im Jahre des Hutes 2011. Höchstadt an der Aisch ist der Name der außerhalb des Frankenlandes wohl unbekannten Siedlung, die sich jedoch durch weitläufige Zelt- und Parkwiesen sowie ein pittoreskes Schloss samt Hof auszeichnet. Ihr ahnt, es geht um das kleine, aber feine Schlosshof-Festival.

Öffentlich schwer zu erreichen hat uns zum Glück ein privates Blechgefährt herangetragen. Fünf Minuten zu Kopf in Fußgängergeschwindigkeit von der feuchten und mückenreichen Wiese entfernt liegt der Eingang zum Schlossbereich. Auch der mittelalterliche Markt liegt hinter der Pforte, so dass nur zahlendes Publikum Zutritt hat, der Pöbel muss draußen bleiben. Für ein so kleines Festival erstaunlich viele Stände ergeben ein buntes Bild des Mittelalters, wie es sich der romantisch-moderne Mensch so vorstellt. Die stark rauchende Würstchenbraterei sorgt für eine passende Geruchskulisse, selbst belegbare Fladen und vegetarische Falafeln runden das kulinarische Bild ab. Einzig das Zuckerwerk sieht aus wie kurz vor knapp von Höchstädter Müttern bereitgestellt – aber niemand hat etwas gegen Kaffee und Kuchen einzuwenden, oder?

Schmiedewaren und Schmuck, Wässerchen und Schreibekunst, Felle und Gewandungen sind zu erwerben. Vortrefflich ist die Trennung der beiden Bereiche Markt und Bühne, so kann man den Markt ohne den Bühnenradau erleben und gemütlich den Met zur Marktmusik von Vermaledeyt verkosten.

Eine Ecke weiter lagern Gestalten in schwarzen und farbigen Gewändern auf Wiese und Pflastersteinen und harren der ersten musikalischen Truppe – Vermaledeyt gibt auch den Bühnenauftakt. Sechs Mann und eine Frau hoch in mittelalterlichen Gewändern haben uns ihre z.T. unaussprechlichen Instrumente und einen bunten Reigen mittelalterlicher Klänge mitgebracht. Fangen wir’s gemütlich an, war unser Credo und so wohnen wir dem Auftritt aus den hinteren Reihen bei. Selbst hier einwandfreie Sicht auf Bühne und Hof, und das nicht nur als Hut!

Von hinten hat man nicht nur einwandfreie Sicht auf die Bühne, sondern auch auf das feiernde Festival-Volk. Dieses lässt sich von den Spielleuten willig mitreißen und so klatscht und hüpft nach den ersten Liedern schon eine erkleckliche Menge. Ein erfreulicher Start und Beweis der Live-Qualitäten einer Band.

Moderiert wird das ganze Festival von Bastille, Bandmitglied oder zumindest Butler der späteren Gruppe Coppelius. Mit Hilfe von Publikum und Veranstalter gibt er kleine Einlagen zum besten und steuert die Meute mit Schildern wie „Applaus“ oder „Ruhe bitte“. Ersteres wäre nicht nötig gewesen, johlt doch die Menge bereits bei der ersten Band freudig mit.

Nach Vermaledeyt kommt erst einmal ein Umbau-Päuschen. Umsehen, gesehen werden, Gewänder bestaunen. Eine bunte Truppe hat sich versammelt, auch wenn die schwarze Farbe wie so oft überwiegt. Meiner Erfahrung nach sind Veranstaltungen dieser Art bisher einwandfrei friedlich geblieben, denn die Schwärze der Kleidung lässt nicht unbedingt auf die Schwärze der Seele schließen. Meinereiner trägt schließlich auch gepflegten Schwarzes. Das Päuschen dehnt sich. Bandmitglieder tummeln sich bereits auf der Bühne – Ignis Fatuu steht auf dem Programm und auf der Bühne. Wir zockeln nach vorne, denn die „Drachenreiter“ wollen wir uns nicht entgehen lassen. Bis zur dritten Reihe kommt man ohne Weiteres durch die locker stehende Menge, die immer wieder zur Bühne späht, jedoch – das Päuschen wird zur ausgewachsenen Pause. Der dunkelhaarige Sänger Alex stimmt ein paar Mal schmetternd „Es ist der Nooordwind“ an, der Mann ist willig, jedoch die Technik schwach. Auch das sehnsüchtige Flöten der Dame verhallt ungehört. Mit über einer halben Stunde Verspätung ertönen schließlich die ersten Klänge. Leider sind Sänger und Blasinstrumente eindeutig zu leise eingestellt und die ungeplante Verzögerung scheint an den Nerven der Band gezerrt zu haben. Sie brausen durch die Lieder und lassen sich kaum Zeit für zwischenzeitliches Geplänkel mit dem Publikum. Auf die Drachenreiter warten wir vergeblich. Meine Trägerin wackelt unwillig mit dem Kopf, bis mir schlecht wird. Natürlich ist eine unverschuldet zu erduldende Pause unerfreulich, wir hätten der Band allerdings ein wenig mehr Gelassenheit gewünscht. „Wir spielen bis ihr uns von der Bühne tragt!“ – immerhin gibt es keine direkt angrenzenden Anwohner oder gar eine Sperrstunde. Gleichwohl sorgt die Truppe für gute Stimmung der schon zapplig wartenden Meute und Geigensoli inkl. geschüttelten blonden Locken sorgen für zunehmende Feierlaune.

Die beste Einstimmung auf – Coppelius!
Fünf Herren im Frack nebst Diener und Absinth. Und ein gerüttelt Maß an Wahnsinn, das sie von der Bühne herunter direkt ins Publikum tragen. Wortwörtlich, denn ehe man sich’s versieht, ist man vom Butler in einen Tanzkreis gezerrt worden – zum Glück sitze ich fest auf dem grölenden Schädel der K. von Koriolis. Der Klarinettist zieht seine Bahnen durchs Publikum, gefolgt von den bangen Blicken der Security, doch überall wird ihm ehrfürchtig Platz gemacht.
Metal mit Klarinetten und Cello – nicht unbedingt typisch mittelalterlich, aber nach den beiden „klassischen“ Bands eine willkommene Abwechslung, die die Leute mitreißt und die Stimmung ordentlich anheizt. Am Ende befinden wir uns alle willenlos in den Händen der Band und setzen uns sogar gesammelt nieder, um zu „Ade mein Lieb“ Abschied zu nehmen von schrägen Bärten, artistischer Gesichtsakrobatik und meinen Verwandten auf den Köpfen der Musiker.

Offen für Neues, beschwingt und in Feierlaune warten wir auf Mono Inc. – die nächsten in der Reihe. Trotz Reifenpanne mit dem Tourbus kommen sie gut gelaunt hereingepurzelt. Eher schwarz behaucht als mittelalterlich füllt diese Gruppierung um den (fast) haarlosen Frontmann Martin die mittelalterlichen Gemäuer mit den ersten englischen Texten des Festivals. Die Laune steigt, die Rhythmen werden härter, da fallen ein paar Regentropfen auch nur mir auf, da ich den Wolken halt so nah bin. Klatschende Hände, fröhliches Mitsingen und spätestens bei Schlagzeugerin Katha Mias Trommelsolo brüllt die ganze Meute ausgelassen „HO!“. Zugegebenermaßen mit ein paar Anläufen, dann jedoch durchaus synchron. Inzwischen scheint auch die Technik einigermaßen im Griff, und so steht dem weiteren Verlauf nichts mehr im Wege.

Ach wäre doch nur wenigstens EINE Band im Programm gewesen, die nicht sehenswert wäre, das wünschen sich die tanzgeplagten Füße. Was solls, da muss man durch, auch wenn es nun härter wird fürs Gebein, denn Tanzwut schwingt sich auf die Bühne. Darauf haben ein paar halbnackte Wikinger und ihre Trinkhörner nur gewartet, doch alles bleibt friedlich. „Ihr wolltet Spaß“ – tja, das haben wir nun davon, wir müssen tanzen und hüpfen, bis uns die Krempe schlackert. Der Teufel höchstpersönlich zieht alle Register von elektronisch bis Sackpfeife. Inzwischen ist es dunkel geworden und das Schloss malerisch erleuchtet. Wer genau hinschaut, sieht im oberen Stockwerk bereits Alea von SaMo seine Aufwärmübungen machen. Sein erleuchtetes Fenster zieht wohl alle Mücken auf sich, denn wir haben unsere Ruhe.

So stürmen denn zu guter Letzt– zeitlich ordentlich hintendran – die Spielleute von Saltatio Mortis die Bühne. Einer nach dem anderen – hört das denn gar nicht mehr auf? Acht wilde Barden mit dem Springteufel Alea als Frontmann werfen ihr Können in die Waagschale, um dem Publikum den Rest zu geben. Und das können sie ziemlich gut und authentisch. Entsprechend inbrünstig singt Alea den Hochzeitstanz, denn selbst erst vor kurzem vermählt, geht ihm das Lied noch deutlich unter die Haut. Mit riesiger Flagge bewaffnet, wagt er sich auch durch die Massen, die gegen Ende immer zahlreicher wurden. Inzwischen ist es weit nach Mitternacht, doch die Franken sind großzügig und lassen uns feiern bis zum endgültigen Finale. Hingerissen schwören wir beim Spielmannsschwur, auch nächstes Jahr wieder dabeizusein, wenn der Schlosshof bebt und sich mit heißen Klängen füllt.

Texte von K. von Koriolis

Saltatio Mortis / Schlosshof Festival