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Konzertfotografie – Konzertberichte – Rezensionen

Eisheilige Nacht 2016 im Alten Schlachthof — Dresden

Eisheilige Nacht 17.12.2016 – Alter Schlachthof Dresden

Mr. Eric Fish begrüßte das Publikum zur diesjährigen Eisheiligen Nacht und freute sich, dass er erneut in seiner Lieblingslocation spielen darf. Er kündigte Vroudenspîl als eine junge, aufstrebende und dynamische Formation an, welche auch sogleich startete.

 

Vroudenspîl

Vroudenspil startete mit einem eher ruhigen, aber typisch piratigem Lied und begrüßte das Publikum mit einem „Prost ihr Säcke!“, was mit einem „Prost du Sack!“ beantwortet wurde. Für den erkrankten Kraken saß Simon von Subway to Sally hinter den Drums. Als nächstes folgte „Knochensack“ vom letzten Album „Fauler Zauber“. Vom tanzenden Knochensack soll die Freude des Tanzens an das Publikum weitergegeben werden und die „Eskalation beginnen“, denn tanzend geht es weiter mit dem „Püppchen.“ Das Publikum kommt langsam in Fahrt und beginnt sich nach und nach zu bewegen.
Um das Publikum weiter zu animieren, wird gedroht es von der Planke laufen zu lassen oder die „12 Pfund“ wiegende Freundin von Ratz kennen zu lernen. Als einen der letzten Auftritte von Ratz bei Vroudenspil verbleiben wir mit besten Grüßen, wünschen ihm immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und möge er nicht, wie beim letzten Lied in Dresden den „Plankentango“ tanzen und „über Bord“ gehen. AHOI!

 

 

Man stelle sich den Alten Schlachthof in Dresden vor und wie nahezu 100% der Anwesenden in schwarz gekleidet sind. Hierbei gehen wir vom dunklen Meer, was Vroudenspil besegelte über zu einer weiteren Band. „Schwarz wird oft als depressiv interpretiert. Verlorene, die Ihre Götter suchen. Die Götter der Verloren… LORD OF THE LOST!“ -Eric Fish-

 

 

Lord of the Lost

„We are the Lost“ startete mit einem schwarz weißen Spiel aus Kontrasten und betonte den hervorragend gestylten, ca.40 cm langen Iro von Gared Dirge. Im folgenden Song wird die Bühne in rotes und gelbes Licht getaucht bis die Bühne in Blutrot bei „Drag me to Hell“ erstrahlt und ein satter, effektreicher Sound durch Keyboard, Gitarre und Schlagzeug zu hören ist.
„Dry the Rain“ erfüllte die Halle mit euphorisch ruhigen Klängen und endete mit lautem Beifall des Publikums. Die Frage „Seid ihr warm?“ erübrigte sich zwar, doch LOTL legten mit einem Full Metal Solo der beiden Gitarristen nochmals nach, welche sich ein gegenseitiges Gitarren-Battle lieferten und das Publikum förmlich ausrasten ließ. „Were All Created Evil“, gefolgt von „Six Feet Underground“ sorgten nicht nur durch die musikalische Leistung, sondern auch durch die beeindruckende Lichtshow beim Publikum für heftige Begeisterung. Ein begeistertes Publikum, eine großartige Lichtshow und Musik im Stile des Dark-Rock sorgten dafür, dass die Verlorenen ihren Herren fanden.

 

 

Es füllte sich der Konzertsaal, die Konzerthalle zusehends, als Eric Fish die Bands für die kommenden Eisheiligen Nächte 2017 bekannt gab. Diese wären Mr. Hurley und die Pulveraffen, Mono Inc., Feuerschwanz und der Gastgeber Subway to Sally. Doch bevor die Eisheiligen Nächte des Jahres 2017 beginnen, soll dem Volk der Helvetier gedacht werden. Mit der Sprache nachempfundenen Texten beschreiten sie nun die Bühne. Die etruskische Form des Helvetiers -Eluveitie-

 

 

Eluveitie

Die acht Musiker von Eluveitie starteten mit „Origins“ als Intro und gingen direkt über in „Celtos“, was zu einem Begeisterungssturm innerhalb des Publikums führte. Es ging mit Folk-Metal weiter, bis Chrigel Glanzmann nach „Thousendfold“ das Wort an das Publikum richtete. Eluveitie sei schon öfters in Dresden gewesen, doch meist im Rahmen diverser Death Metal Konzerte und Shows und noch nie über ein Format, wie die Eisheilige Nacht. Nun begann Eluveitie die Metalfans zu reizen und mit „Tegernakô“ folgte der erwartete Pogo im Publikum. Hierbei ist beeindruckend festzustellen, wie das Tempo angehoben wird, auf Angriff umgeschwenkt wird und der Sound an Kraft gewinnt. Auffallend ist die präzise gespielte Schnarre der Drehleier in hohem Tempo mit sehr angenehmen Ton. Doch nun wird es ruhiger. Mit „Nothing“ verdunkelt sich die Bühne und wird in ein sattes grün getaucht.
Auf die Bühne werden Barhocker gestellt, die E-Gitarren werden mit Akustikgitarren getauscht, eine Geige, Drehleier und atmosphärischer Sound sind zu hören. Es werden songs vom Album Evocation Part I gespielt und verkündet, dass im kommenden Jahr Part II erscheinen wird. Von Part II wurde der erste Song gespielt. Atmosphärische Stille, als ein Regenschauer zu hören war, die Violine setzte ein und es wurde folkig, aber ruhig. Nach und nach setzten die anderen ein und das Tempo stieg gefühlt an, das Lied gewann an Dynamik und endete in schnellem Folk. Nachfolgend wird Laura als Gastsängerin vorgestellt. Ihre Stimme passt hervorragend in das Konzept von Eluveitie, doch wie wir nun wissen, wird sie nicht als ständiges Mitglied in der Band verbleiben. Den Abend hat es nicht getrübt, im Gegenteil. Die akustische Version von „Omnos“ war sehr angenehm zu hören. Mit „A Rose for Epona“ war das ruhigste und gesanglich anspruchvollste Lied des Abends erreicht, denn nun ging es wieder nach vorn. „The Call of the Mountains“ mit einer kraftvollen Stimme, die der von Anna in nichts nachsteht, war eine Freude zu hören. Mit „Helvetios“ und „Kingdom come undone“ verdienten sich die Schweizer Ihren Circle Pit vor der Bühne. Die Musiker verabschiedeten sich mit feinstem Folk-Metal und ernteten Zugaberufe, die sie mit DEM LIED befriedigten. „INIS MONA“ führte in der kompletten Halle zur Ekstase und zollte Eluveitie den Respekt, den sie sich verdient haben.

 

 

Wer sie zum Feuertanz in diesem Jahr gehört hat, der weiß die musikalische Steigerung einzuschätzen. Hier war an vielen Ecken noch nicht alles, wo es hin gehörte, doch dies ist auch verständlich, wenn kurz vorher die Band auseinander gerissen wird. Eine sehr angenehme und positive Überraschung. Wäre jetzt Ende gewesen, hätte sich das Ticket schon gelohnt!

 

 

Subway to Sally

Subway to Sally startete mit einem Intro und ging direkt über in die „Grausame Schwester“, während das Publikum schon jetzt jede Zeile mitsang und der Band um Eric Fish verfallen war. Mit der „Henkersbraut“ waren nun alle bis zur letzten Reihe am singen und staunen. Da sich das Publikum noch nicht genug bewegte und noch zu leise sang, wurde es mit „Kleid aus Rosen“ weiter animiert. Egal ob man nun das Fest der Sommersonnenwende, Julfest, feiert oder Weihnachten. „Es ist die Zeit der Wünsche und mancher wünscht sich UNSTERBLICH zu sein.“ Doch was bleibt von der Unsterblichkeit, wenn doch ein kontinuierlicher Wechsel das Jahr, die Monate und Tage beschreibt. Ein Wechsel zwischen heiß und kalt. „Diese Nacht wird kühl und zaubert EISBLUMEN.“ Eine in weiß blaues Licht getauchte Bühne mit mit den Klängen des Liedes verkörpert das wachsen der filigranen Gebilde,aber auch ihre Zerbrechlichkeit. „Falscher Heiland“ war der Vorbote eines sich bewegenden Publikums, denn die Musiker baten um Energie aus dem Publikum um mit dem „Tanz auf dem Vulkan“ das Publikum weiter anzuheizen. Nicht nur das Lied, sondern auch die rhythmisch getimten Flammen der Pyrotechnik ließen es im Saal und im Publikum heiß werden.
Um dem Publikum eine kurze Abkühlung zu bieten, war es nun an Ally sich in die Herzen zu spielen um allen klar zu machen, dass sie Frau Schmitt in nichts nachsteht. Weiter ging es mit Pyrotechnik bei „Für Immer“ und „Böses Erwachen“. Nun soll ein Stücke ausgegraben werden, welches 15-20 Jahre alt ist und schon bei dessen Produktion das Gefühl vorhanden war, dass die Leute hüpfen werden. Genau dies ist bei „Besser du rennst“ geschehen. Nachdem „Ohne Liebe“ gespielt wurde, hat Eric erzählt, dass er „Sag dem Teufel“ als Wecker eingestellt hatte, um morgens besser aus dem Bett zu kommen. Als vorletztes Lied erklang „Sieben“, bevor man zum letzten Lied ausholte. Hier wurden als Gastmusiker Dax vom Berg, Phyra und Freibeuter Petz von Vroudenspil auf die Bühne zum „Veitstanz“, gebeten. Eine solch starke Leistung über ca. 90 Minuten hat das Publikum mit energischem Applaus honoriert und hierfür gab es auch zwei Zugaben. Das „Seemannslied“ wurde erneut mit den auf der Bühne befindlichen Gästen gespielt, doch kamen hier einige der Musiker von Lord of the Lost und Eluveitie hinzu. Zu hören waren neben den Instrumenten von Subway to Sally, eine Drehleier, ein Akkordeon, eine weitere Geige, und ein Cello. Chris Harms erweiterte durch seine tiefe Stimme das Gesangsspektrum und führte so zu einem sehr angenehmen satten Sound. Nachdem nun alle von der Bühne gegangen sind, schrie das Publikum nach Blut und mit einer zarten Laute wurde „Julia und die Räuber“ zusammen mit dem Publikum zelebriert, wobei die Gitarristen rote Weihnachtsmützen trugen und Eric Fish eine Schwarze. Während das Publikum sang ging ein Musiker nach dem anderen von der Bühne und der Gesang klang langsam aus.

 

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