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Konzertfotografie – Konzertberichte – Rezensionen

Oberurseler Minnestreit

Der Oberurseler Minnestreit ist ein Wettkampf um eine Krone, welche in jeder Hinsicht wichtig und zugleich auszeichnend für die Band ist und diese (nicht) nach vorn bringt, denn die enorme Bedeutung der Krone ist derart (un-)interessant, dass man ohne sie nicht Leben will.

Nun „Spaß bei Saite“, im beschaulichen Oberursel (Taunus) wurde der 2. Oberurseler Minnestreit abgehalten. Als Vorjahressieger mussten Versengold die Krone gegen eine Auswahl an starken Konkurrenten verteidigen. Mit dabei waren Duivelspack, Tir Nan Og, Mr. Irish Bastard und die Sieger des letzten Jahres, Versengold.

In diesem Jahr ging es nicht nur um eine Krone. NEIN!  Es war die Krone der Miss Germany, welche für gutes Aussehen, Benehmen und hervorragenden Geruch steht.

Möge die Beste Band gewinnen!

 

Duivelspack

Das Detmolder Trio wurde auf die Bühne gebeten und zeigt mit seiner Kleidung, dass sie diesbezüglich die Krone unbedingt verdient hätten. Kaum auf der Bühne, legen die Drei los und animieren das Publikum zu „Jungs in der Taverne“. Mit Witz und Charme dauert es nicht lang bis Bewegung in die Anwesenden kommt. Tanzend hören Sie Lieder aus der aktuellen CD „Weibsbilder“, wobei auf der CD kein einziges Liebeslied zu hören ist. Während Duivelspack ein Lied nach dem anderen präsentierte, versammelten sich die Jungs von Versengold im Publikum um Duivelspack zu lauschen. Vom aktuellen Album war „Je suis Charlie“ zu hören, als Lied und Statement gegen Amokläufe und als Verurteilung aktueller Geschehnisse. Mit Mut und Gemeinschaft kann man der Angst entgegentreten und hierbei reichen sich alle im Publikum die Hand und singt gemeinsam mit dem Trio.

Nach diesem eher ernsten Lied wurde es folkig und Duivelspack forderte Versengold heraus, indem sie den Ursprung des Liedes „Wir sind der Folk“ für sich beanspruchen. Hierbei verarbeiten sie Textzeilen von Versengold, wie „Wem? Uns!“, „Versengold“, „Im Namen des Folkes“ und „Ihr seid Musik“. Am Ende des Liedes rennt Versengold geschlossen auf die Bühne und verneigt sich vor Duivelspack unter lautem Applaus.

Mit diesem Lied ist der Auftritt von Duivelspack fast schon vorbei, doch vor dem „Outro“ folgten noch zwei weitere Lieder („Cantus Phallus“ und „Eskalation“). Unter donnerndem Applaus verabschiedeten sie sich.

 

Duivelspack legten die Messlatte hoch, doch im Anschloss folgte mit Tir Nan Og der nächste Herausforderer.

 

Tir Nan Og

Der Moderator verkündet die nächste Band und diesbezüglich auch die Crowdfunding-Kampagne zu ihrem neuen Album.

Die 5-köpfige Band lässt keine Sekunde verstreichen und startet mit voller Energie und dem Titel „Leis A Lurrighan“ richtig folkig. Ohne Pause geht es weiter mit „Little Beggerman“ und einem Solo-Battle zwischen Ella an der Whistle und Matze an der Violine. Hierbei sei bemerkt, dass dies einer der letzten Auftritte von Ella bei Tir Nan Og war. Voller Tatendrang und einer gehörigen Portion Spaß, begeistern sie das Publikum Lied um Lied und wagen den Angriff auf die Minnekrone. Da Ella die Band verlässt, wird Sarah vorgestellt. Sarah wird Ella am Gesang ersetzen, welche mit der Querflöte ein neues Instrument in die Band bringt.

Das Lied „Monster“ lässt ihre Stimme voll entfalten und man hört, dass diese Stimme in das Band- und Musikkonzept passt. Anheizend animieren sie das Publikum zum Springen mit „All 4 Me Grog“ und das Publikum springt mit und ist vollauf begeistert.

Dies wird auch klar, nachdem das letzte Lied gespielt wurde, wurden Zugabe Rufe aus dem Publikum laut, welchen sie nachgingen. Hierbei zeigten sie mit „Troosers“, dass man Irish Folk auch mit Rapelementen paaren kann. Als letztes Lied spielten sie „Wenn ich tot bin“ und endeten mit heftigem Applaus aus dem Publikum. Sie zeigten, dass sie der Minnekrone entsprechen könnten.

Es benötigt nun eine Menge um die beiden vorhergehenden Bands zu überbieten, doch Mr. Irish Bastard will dies versuchen.

 

Mr. Irish Bastard

Die nächste Band startet im Wettrennen um die Minnekrone. Punk, Folk und eine Menge Geschwindigkeit. Das sind Mr. Irish Bastard.

Die Bühne ist während des Intros in rotes Licht gehüllt und die 7 Musiker stürmen die Bühne. Mit Bass, Bouzuki, Akkordeon, E-Gitarre, Banjo, Schlagzeug, Flöte und Westerngitarre versuchen sie die Herzen des Publikums zu erobern. Kräftig und energisch geht es los und das Publikum ist sofort begeistert. Mit „Galway Bay“ kommt das erste Mal so richtig Bewegung in das Publikum, doch dies war noch nicht alles.

Mit „Monsters in the Light“ beginnen die ersten zu Headbangen und in mitten des Publikums kommt es zu viel Bewegung. Dies zieht sich durch die Setlist der Gruppe. Mit „F**k You My Darling“, „I Hope They Sell Beer In Hell“ und „Last Pint“ eroberten Sie die Herzen der Anwesenden.

Die Abwechslung im Programm hörte man mit „Stupid Bastards“, welches weniger punkig, dafür eher rockig klang. Mit „Let Go“ endete die Gruppe ihr Set und erhielten jede Menge Begeisterung.

 

Ob die Leistung für die Minnekrone gereicht hat? Das werdet ihr später erfahren, doch die Spannung steigt, denn als letzte Band steigt der Vorjahressieger in den „Ring.“ Die Spielleute von VERSENGOLD.

 

Versengold

„Soll doch die Zeit um uns alle vergehen, wir tanzen im zeitlosen Schritt…“ Dies sind die einführenden Worte aus dem Intro und verkünden damit das Lied „Zeitlos“ und gleichzeitig die Kampfansage. Es schließt sich „Versengold“ an und das Publikum tanzt. Im Anschluss verkündet Versengold, dass es im Sommer eine neue CD geben wird und drei Songs am heutigen Tag zur Uraufführung von der neuen CD nach und nach gespielt werden. Nach „Wem? Uns!“ hören wir „Feuergeist.“ Ruhig und mit Gitarre beginnt das Lied, um nach und nach einen Spannungsboden aufzubauen, welcher in einer frontal, attackierenden Dynamik des Liedes endet und definitiv ein weiteres Mal beweist, dass das musikalische Gespür auf der Seite von Versengold liegt. Ein Trinklied wurde nun für das Publikum herausgeholt und mit „Hoch die Krüge“ wurde erneut die Stimmung aufgeheizt, bevor es zum nächsten neuen Lied kommt. Es handelt sich hierbei um ein Geisterlied und nennt sich „Samhain.“ Dies soll an die keltische Tradition des „Halloween“ erinnern. Stilistisch ist es gelungen durch Rhythmik, Harmonie und dem Einsatz tiefer Bässe ein gruseliges, geisterartiges Ambiente zu schaffen, welches noch genug Raum für rockige Züge lies. Das Publikum erhob die Hände im Lied zu einem Geistermeer.

Mit dem nachfolgenden „Spaß bei Saite“ springt das Publikum in der Halle. Der Minnekönig erteilt anschließend mit der letztjährigen Minnekrone bei „Paules Beichtgang“ die absolute Vorausabsolution.

 

Es ertönt nun ein Lied mit „Irish Pub Sound“ in grün-weiß-orangenem Licht zu ehren aller irischen Pubs und deren Flare. Beginnend mit Violine und Bodhran ertönt ein eingängiger Melodieverlauf. Rockig, tanzbar und textlich mit Witz hat dieses Lied Ohrwurmpotential. Dies bestätigt der Jubel des Publikums. –„Verliebt in eine Insel“–

Als letzte Lieder waren nun das neue Lied „Haut mir kein Stein“, „Drey Weyber“, „Ich und ein Fass voller Wein“ zu hören. Das Publikum war vom Vorjahressieger vollkommen begeistert und springt, wippt und tanzt, was die Beine hergeben.

Das Outro gaben die 7 im Dreiklang zu den Worten „Duivelspack – Duivelspack – Duivelspack“

 

Dies war ein sehr gelungener Auftritt mit drei sehr schönen neuen Liedern, welche definitiv angenehm zu hören und zu tanzen sind. Man kann auf das Album gespannt sein.

 

Als alle Gruppen ihr Programm gespielt hatten und sich die Halle langsam leerte, wurde in der speziell hergerichteten Whisky-Lounge für die Gäste mit VIP bzw. Deluxe-Ticket der Sieger bekanntgegeben.

Die Krone der Miss Germany ging hierbei an *Trommelwirbel………*

 

 

 

 

Duivelspack

Das Trio hat mit Witz, Charme, Musik, Benehmen und Geruch das Publikum überzeugt und gewonnen!