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Konzertfotografie – Konzertberichte – Rezensionen

Eluveitie Maximum Evocation Tour – Hellraiser

The Charm The Fury

Der große Saal des Hellraiser ist zu dreiviertel gefüllt, wobei im vorderen Bereich eng an eng gestanden wird. pünktlich um 19:30 Uhr beginnt das Intro und die fünf Musiker von „The Charm The Fury“ kommen auf die Bühne. Die Band wurde 2010 in Amsterdam, Niederlande, gegründet. Der Auftritt der Band umfasst sieben Lieder, welche nach und nach das Publikum mitreisen sollten. Dies gelang mehr oder weniger gut, denn aufgrund des geringen Bekanntheitsgrades war das Publikum eher zurückhaltend und lauschte der Band mehr als mitzugehen.

Als Opener hat sich die Band Mühe gegeben und definitiv Potential mehr zu erreichen.

 

Amaranthe

Als zweite Band des Abends startet Amaranthe. Das Publikum ist gespannt und drängt sich noch stärker vor der Bühne. Mit türkisem Licht während des getragenen Intros und unter lautem Applaus kommen die Musiker herein und starten mit dem Song zum aktuellen Album, „Maximize“. Auffällig ist, dass der Gitarrist während des Konzertes sitzt. Dies liegt daran, dass er einen durchaus hübsch verzierten Gips am Bein trägt. Es folgt ohne große Pause „On the Rocks“, “Digital World” und “Dynamite.” Das Publikum ist begeistert von der Musik von Amaranthe. Die Mischung aus elektronischem Backtrack und Metalcore scheint gut anzukommen.

Die Anwesenden kommen nun mit „1.000.000 Lightyears“ in Bewegung und lauter Applaus wird laut. Nun steigerte sich der elektronische Anteil der Musik und „Electroheart” wurde gespielt.

Warum der Gitarrist einen Gips hat, wird nun aufgeklärt. Er habe sich mit 10 Leuten geprügelt, ist als Sieger daraus hervorgegangen, doch er hat eine „kleine“ Verletzung.davongetragen.

„Invincible” und die Leute im Publikum beginnen sich zu bewegen und die Hände in die Höhe zu strecken. Dies wird auch am Ende klar, als der komplette Hellraiser applaudiert. Da das Publikum nun in Bewegung ist und auch das Eis gebrochen ist, folgt „Amaranthe“ als sehr ruhiges, getragenes Lied. Das Publikum singt mit Sängerin Eliza. Der danach folgende Applaus ist beeindruckend. Nun folgt „Fury“ und im Anschluss ein komplexes, sehr interessantes Drum Solo mit vielen Rhythmus und Tempiwechsel.

Nach dem Drum Solo geht es weiter mit „True.“ Als die Sängerin auf die Bühne kommt, hat sie ein Outfitwechsel durchgeführt und tief blicken lassen. Es geht weiter mit einer Ballade, „Endlessly“ und die Feuerzeuge werden in die Höhe gestreckt. Das Duett zwischen Nils und Eliza ist großartig und dies zeigt sich auch im Beifall des Publikums. Alle waren aus dem Häuschen.

Die letzten beiden Lieder waren “Call out my name“ und „Hunger.“ Da das Publikum nicht genug haben konnte, wurden vier Zugaben gespielt.

„That song”, „Boomerang” und „Doro dead cynical” kommen gut an, doch beim letzten Zugabesong wurde nochmal alles auf eine Karte gesetzt.

„The Nexus” versetzte das Publikum in Ekstase und alle hoben die Hände, sprangen und sangen. Eine gelungene und zeitlich sehr lange Vorstellung von Amaranthe.

 

Eluveitie

Kommen wir zur letzten Band des Abends. Es ist 22.00 Uhr und das Intro startet. Die Band kommt unter enormen Beifall auf die Bühne und steigen mit „Your Gaulish War“ in den Abend ein. „King“ und „Nil“ sorgen in den vorderen Reihen für das erste wirkliche Headbangen des Abends. Lauter Applaus lässt die neun Musiker direkt weitergehen zu „Omnos.“ Auch wenn es ein Abend zum aktuellen, akustischen Album ist, spielen Eluveitie die bisherigen Lieder im bekannten, harten Metal-Gewand.

Nun kommt eine Wende und die Instrumente werden getauscht. Aus E-Gitarre wird Akustik Gitarre und das Publikum ist begeistert. Allen als „Was wollen wir trinken“ bekannt, startet „Lvgvs“ unter lautem Grölen der Anwesenden. Das Publikum beginnt sich nun neben dem Headbangen auch im Takt zu bewegen und die Stimmung wird merklich ausgelassener. Sie  nimmt keinen Abbruch beim Übergang zu „Catvrix“, sondern steigert sich noch. Die Parts mit Violine und Drehleier heizen nochmals richtig an. Das Lied endet mit enormem Beifall. Plötzlich geht das Licht aus und der Spot fällt auf Sängerin Fabienne. Man hört Wasser rauschen und wie auf dem Album folgt auf „Catvrix“ nun „Artio.“ Das Publikum ist von dieser stimmlich hervorragenden Leistung begeistert und tosender Applaus beendet das Lied.

Chrigel fragt das Publikum, ob dieses Gospel hören will und eine leichte Verstörung macht sich breit. „Hat er das wirklich gefragt“, war von dem ein oder anderen zu hören. Daraufhin löste er die Verunsicherung auf und meint, dass in anderen Städten diese Frage mit Jubel beantwortet wurde, doch dies keinen Sinn macht, denn es soll Metal gespielt, gesungen und gehört werden. Es folgt nun die Steigerung zum nächsten Metal-Part und das erste Lied des Blocks ist „Epona“ gefolgt von „Thousandfold“, welches mit lautem Gesang seitens des Publikums begleitet wird, doch dies war bei langem noch nicht alles, was die Anwesenden zu bieten hatten. Der Moment, indem Flöte und Violine, getragen von der Drehleier, die ersten sechs Töne des folgenden Liedes spielen, lässt es laut werden im Hellraiser. „Call of the Mountains“ erklingt und der Saal bebt. Alles singt, springt und grölt so laut es eben ging. “A Rose of Epona” und “Kingdom Come Undome” waren die beiden härtesten Lieder in diesem Block.

Nun hieß es Irish Folk unter das Auditorium zu bringen und zu tanzen. „Tegernako“ folgte und das Publikum startete den ersten Pogo des Abends, welcher bis in das anschließende Drum Solo bestand. Dieses war sehr gelungen und hat das Publikum mehrmals hinters Licht geführt. Als letztes Lied wurde „Havoc“ gespielt. Aufgrund des nicht endenden Applauses, haben Eluveitie zwei Zugaben gegeben.

„Helovetios“ wurde gespielt und tosender Applaus erklang in dem Moment, wo das Lied endete, doch Eluveitie wären nicht Eluveitie, wenn ein bestimmtes Lied nicht gespielt werden würde. Dies war auch der Abschluss des Abends. „Inis Mona“ führte zur absoluten Eskalation in den vorderen Reihen und in lautem Gesang in den hinteren Reihen. Unter heftigem Beifall verließen die Musiker die Bühne und das Publikum war mehr als erfreut von diesem Abend.

Alles in Allem war dies das Beste Eluveitie. Nicht nur seit Langem. Die Lieder waren exakt, die Musiker hatten Spaß und dies hat sich auch auf das Publikum übertragen. Hierzu lässt sich nur sagen: „Sehr gelungen!“