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Konzertfotografie – Konzertberichte – Rezensionen

Schandmaul und Krayenzeit – Alter Schlachthof Dresden

Es ist 19.45 und vor dem Schlachthof steht noch eine lange Schlange an Besuchern, während Krayenzeit im Inneren beginnt. Dies liegt höchstwahrscheinlich daran, dass aufgrund von Staus auf den Autobahnen einige zu spät kamen. Hier wäre es gut gewesen, wenn mit dem Beginn der Veranstaltung gewartet worden wäre.

Krayenzeit

Der Saal ist dunkel und das Intro erklingt. Nach und nach kommen die Musiker auf die Bühne und es folgt der direkte Übergang zum Lied „Krähenkönigin.“Das Publikum ist begeistert.

Bei rotem Licht spielen die sieben Musiker „Spieglein, Spieglein“ und das Publikum ist begeistert. Die Schandmaulfans feiern mit Krayenzeit. Es folgt nun der Titeltrack des zweiten Albums „Tenebra“, hierbei ist der Mix zwischen Akustikgitarre und E-Gitarre sehr gut gelungen. Unter wiederkehrender Animation soll das Publikum klatschen. Dies gelingt bis in die letzten Reihen.

Das Lied endet sehr hart und nimmt das Publikum mit. Die Schwäbische Band erzählt vom Bodensee und das dieser ihr kleines Meer ist. Damit animiert Sänger Markus das Publikum die Hände in die Höhe zu heben, um ein Meer aus Händen ist zu sehen. Hierzu erklingt das Lied „Von der Fahrt übers Meer.“ Auch im Lied wird das Publikum dauerhaft animiert, die Hände oben zu behalten, um ein Meer zu formen. Passend zum Lied, ist der Saal im Blau des Meeres erleuchtet.

Im folgenden Song haben viele Gastmusiker mitgewirkt, unter anderem Anna von ehemals Schandmaul. „Am Leben“ erklingt mit einem sehr schönen Duett zwischen Sänger Markus und Violinistin Shir-Ran Yinon. Es folgt „Ikarus“ mit erneuter Animation des Publikums und der Vorstellung von Violinistin Shir-Ran Yinon. Das Publikum ist sehr begeistert von der Show von Krayenzeit. Ein Lied vom neuen Album „Von Mond Und Schatten“ ist nun zu hören „Wir sind die Sünde“ mit harten metallartigen Klängen abgewechselt von ruhigen Parts. Bei dem Lied ist der Saal nun bis zuletzt gefüllt.

Nun wird das Publikum gefragt, ob es Lust hat zu tanzen. Hierbei hört man die Mädels schreien, aber keine Männer. Dennoch soll nun Bewegung in das Publikum gebracht werden. Die ersten Reihen springen auf und ab zu „Fegefeuer.“

Am Ende wird das Publikum zum A capella singen animiert, was sehr gut gelingt.

Der letzte Song der 45 minütigen Show ist „Krayenzeit“ und mit ihm soll das Publikum ein letztes Mal eskalieren. Dies gelingt, denn die Musiker haben so gut eingeheizt, dass der komplette Saal die Hände oben hat und im Takt klatscht.

Lauter Beifall wird der Band entgegengebracht. Eine sehr gute Vorstellung.

Schandmaul

Es ist neu Uhr und bevor es los geht, lacht dem Publikum ein schwarzer Vorhang mit einer Hofnarrmaske entgegen. Das Intro beginnt mit Gewitter, lautem erwartenden Klatschen und Blitzen. Birgit am Dudelsack, Saskia von Ganaim an der Violine und Jessica von Krayenzeit an der Drehleier kommen auf die Bühne und beginnen. Nach wenigen Takten fällt der Vorhang und die restlichen Musiker sind bereits dahinter auf der Bühne. Das Schlagzeug stimmt „Vor der Schlacht“ an. Tosender Applaus erklingt für die Band und während Sänger Thomas das Publikum begrüßt, erzählt er, dass eigentlich vor einem Jahr das Konzert hätte sein sollen, doch aufgrund von Krankheit, die er keinem wünscht, musste die Tour verschoben werden. Die sechs Musiker haben viel vor, um die Anwesenden in Stimmung zu bringen, erklingt „Der Hofnarr“. Während des Liedes wird dieses unterbrochen, denn auf der Bühne hat sich etwas verändert und Jessica von Krayenzeit war mit der Drehleier als Gast auf der Bühne war, ist schon wieder hinter der Bühne. Da Anna Katharina Kränzlein die Band verlassen hat, ist Saskia von Genaim an der Violine als Vertretung dabei. Ohne weitere Umschweife geht es unter tosendem Applaus weiter mit „Leuchtfeuer“, dem Titelsong des aktuellen Albums. Bei einer beeindruckenden Lichtshow aus weißen Moving-Heads und blauem Hintergrundlicht und einem Meer aus Händen kann man durchaus Gänsehaut bekommen.

Thomas erzählt nun eine Geschichte von Dresden und dem Alten Schlachthof, denn vor einigen Jahren ist eine ältere, alkoholisierte Frau in den Nightliner von Schandmaul gefahren. Die Band wurde mitten in der Nacht in den Schlachthof gebracht und wurde vom kompletten Team umsorgt, obwohl dieses noch nicht hätte anwesend sein müssen und jedes Mal, wenn sie auf den Hof fahren ist dies ein „Lichtblick.“ Weiter geht es mit einem Potpourri aus „Die letzte Tröte“ und „Mitgift.“

Nun fragt Thomas, wie Dresden zu Bayern steht. Es gibt Menschen, die Geschichten erzählen, wie der Brandner „Kaspar.“ Hierbei wird das Publikum zum mitgrölen animiert, was mehr als nur gut funktioniert. Nun folgt „Bunt und nicht Braun“ und Thomas erzählt von Leuten, die nicht auf Schandmaulkonzerte kommen und für die ist dieses Lied geschrieben. Eine hervorragende Lichtshow umrahmt das Lied. Während der Strophen ist das Licht durch rosa und orangene Spots einem Braun nachempfunden, doch im Refrain ändert sich dies und ein lebendiger Regenbogen an Licht bewegt sich quer über die Bühne.

In der dritten Strophen wird das braune Licht mit farbigem Licht unterbrochen, beeindruckend. Dies merkt man, denn der Jubel und Applaus ist ohrenbetäubend laut.

Das Publikum soll nun Musik machen, doch da dieses nur die Stimme als Instrument dabei hat, wird gesungen. „Bruder Jakob“ erklingt und soll als Dreierkanon gesungen werden. Das Publikum wird aufgeteilt, links Saskia, mitte Thomas, rechts Birgitt, und ein kompletter Saal singt. Es folgt „König“ mit einem textsicheren Publikum, auch beim, ohne Pause, folgenden Lied „Vogelfrei“ ist das Publikum sicher. Ein Keyboard wird hereingerollt. Thomas meint, dass die Tour in „Lazaretttour“ umbenannt werden soll, denn Jeder hat etwas. Im nun folgenden Block soll ein Jeder nachdenken, an vergangene Tage und Menschen und das folgende Lied wird einer Dame posthum gewidmet, „Euch zum Geleit.“ Die Bühne ist dunkel und Feuerzeuge tauchen im Publikum auf und man erkennt, dass der ein oder andere eine Träne verdrückt. Thomas beginnt zu singen und wird strahlend erleuchtet. Das Publikum singt leise mit bewegen Lippen mit und applaudiert begeistert. Ein junger Mann wollte Weihnachten zu seiner Familie heim, wurde aber nur die schlechte Sicht, ein dichter Nebele, nicht an der Küste sondern leider auf einer Sandbank abgesetzt. Als ihm seine Lage klar wurde, hat er einen Brief an seinen Vater geschrieben und in einer Zigarrenschachtel gelegt. Der Brief wurde gefunden. Die Geschichte ist im Heimatkundemuseum von Busum(Baltrun) nachzulesen. „Tjark Evers“ spielen die Musiker im sitzen und Birgit und Thomas spielen vierhändig auf dem Keyboard. Bevor die Stimmung kippt, wird nun weitergemacht mit „Der Pakt.“ Mit wem lässt sich denn besser ein Pakt schließen als mit „De[m] Teufel?“ Doch der Teufel kann doch nicht allein bleiben, für ihn wird Schandmauls erstes Lied gespielt, dass aktuell über 19 alt ist, „Teufelsweib.“ Der Saal schreit und singt „Woooooooooow…“

Unter Klatschen und Unterstützung der Westerngitarre wird nun „Drachentöter“ gespielt. Hierbei ist das Publikum regelrecht von rotem Licht und der Geschichte des Helden geblendet. Doch mit Helden soll es nun weitergehen, ein solcher Held, auch „Krieger“ genannt wird im folgenden Lied manifestiert, wer kennt sie nicht, die Nibelungen. Nun kommt Jessica erneut auf die Bühne und eine besondere Nacht wird nachgefeiert. „Die Walpurgisnacht“ und im Saal wird weitestgehend gesprungen und getanzt. Die Bühne leert sich und das Licht geht aus. Alle rufen nach einer Zugabe. Diese wird dem Publikum gegönnt. Eisblaues Licht, zwei Standtoms und ein Dudelsack beginnen, gefolgt von Drehleier und Violine und „Sturmnacht“ erklingt als Medley verbunden mit „Herren der Winde.“ Erneut gesteht Thomas, dass noch keine „Schnulze“ gespielt wurde. Hierzu sollen nun Handys, Feuerzeuge und ähnliches herausgeholt werden. Es wird „Anblick“ im wiegenden Smartphone-Licht gespielt. Mit Publikumsgesang und Klatschen im Takt endet der erste Zugabeblock. Doch dies ist für das euphorisierte Publikum noch nicht genug und ein zweiter Zugabeblock schließt sich an. „Der Spion“ wird gespielt und das Publikum als Geheimnisträger eingeweiht. In was? Dies bleibt lediglich Dresden vorbehalten!?! Thomas bedankt sich bei der Crew, die dies möglich macht. Nun wird ein wenig „Quatsch“ gemacht. Männer gegen Frauen, Männer mit Frauen, alle einfach zusammen. Hierbei übernehmen die Männer die Bassline und die Frauen den Flötenpart. Thomas Oma hatte einen schlauen Satz: „Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist.“ Als Abschluss des Abends erklingt unter lautem Gesang „Willst du.“ Die Band verabschiedet sich mit einer Verbeugung und einer Laola durch den Saal.