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Konzertfotografie – Konzertberichte – Rezensionen

Versengold und dArtagnan

dArtagnan und Versengold

Nachdem die Veranstaltung aufgrund der großen Nachfrage vom Beatpol in den kleinen Saal des Alten Schlachthofes in Dresden verlegt wurde, waren auch hier alle Karten ausverkauft und das Konzert wurde in den großen Saal verlegt. Es waren ca 1100 Karten verkauft und die Stimmung war verheißungsvoll, dass der Abend in Dresden eine riesen Party wird.

dArtagnan:

Es ist 21 Uhr und der hervorragend gefüllte Saal verdunkelt sich. Das Intro beginnt und die drei Musketiere stürmen unter Jubel die Bühne. Der Spot richtet sich auf Ben und „Neue Helden“ erklingt. Das Publikum stimmt schlagartig ein und der komplette Saal singt.

Nun sollte Bewegung in das Publikum gebracht werden und „Die Nacht gehört dem Tanze“ erfüllte hierzu ihren Zweck und im hinteren Bereich der Anwesenden wurde begonnen zu tanzen. Ohne viele Worte zu verlieren geht es weiter mit „Ehre wem Ehre gebührt.“ Bei diesem Lied merkt man, dass das Publikum sehr textsicher ist und der Schlachthof ist von Gesang erfüllt. Der Gesang im Publikum war auch im folgenden Lied zu hören, welches als Ode an die Frauenwelt gesungen wurde –„So wie du“ – und endete mit lautem, tosenden Applaus. Unter dem Deckmantel des in der Mittelalterszene bekannten Merseburger Zauberspruches erklang im folgenden Stück „Komm mit“ und im Publikum werden die Feuerzeuge gezückt, um das Licht und Feuer zu entfachen. Auch hier gab es tosenden Applaus für dArtagnan.

Nun wurde es „enger“ auf der Bühne und ein zusätzlicher Musiker wurde auf die Bühne gerufen. Zu „Was wollen wir trinken“ wurden dArtagnan von Flo (Versengold) unterstützt und wer Flo kennt, weiß, dass auf der kompletten Bühne noch mehr Bewegung herrscht, wie dies im Normalfall schon wäre. Die Begeisterung für den Gastmusiker und die Darbietung war enorm.

Es folgte ein weiteres Lied aus dem aktuellen Album „Verehrt & Verdammt.“ Mit „Jubel“ erbebte der Schlachthof in „Jubel, Jubel, Jubel, …“-Schreien. Um zu feiern, muss man sich die Freiheit erkämpfen und durchaus heldenhaft sein und dazu spielten die Musketiere „En Garde.“ Wie in „En Garde“ erwähnt, muss man gemeinsam Seit an Seit stehen und eben jenes Lied wird nun aus dem ersten Album gespielt. Das Publikum überzeugt erneut mit Textsicherheit und Sangeskunst. Das letzte Lied gehört dem Abschied vom Publikum und „Das letzte Glas“ erklingt. Ebenso wie sich die Band vom Publikum verabschiedet, verabschiedet sich auch das Publikum von der Band. Eine Zugabe wird nicht gespielt, doch werden einige der Musiker erneut bei Versengold zu sehen sein.

dArtagnan hat das Publikum gebührend in Fahrt gebracht, alle angeheizt und jeder wartete nun gespannt auf das, was nun folgen wird. VERSENGOLD.

 

Versengold:

Der Saal ist dunkel und sehr gut gefüllt. Die Bühne ist verhangen mit einem Schwarzen Tuch, auf dem das Logo des Funkenflug Albums prangert. Blaues Licht erstrahlt und das Intro beginnt. Mit dem endenden Intro geht es auch schon los und „Niemals Sang- und Klanglos“ ertönt. Das Publikum ist vom ersten Ton an begeistert und aus dem Häuschen. Die erste Reihe singt mit Malte Ton für Ton und Silbe um Silbe. Ohne viele Worte zu verlieren geht es weiter mit „Versengold“. Es folgten „Funkenflug“ und „Kein Trinklied“.

Nun kamen wir zu einem, dessen Ursprung laut Malte in den Reisekatalogen diverser Urlaubsanbieter zu finden ist. Es geht genauer gesagt um Irland, welches Malte im Sommer besucht hat und alle im Lied genannten Tatsachen bestätigt. Da er nun das irische Feeling auf die Bühne holen möchte, verstand es sich, dass man neben der Musik auch Schafe wiederfindet. Hierzu hat er „Ben als haarigen Ausgleich zu den fehlenden Schafen“ auf die Bühne gebeten. –woher Malte auch immer weiß wie behaart Ben ist.-

Nun folgte der nächste Höhepunkt, indem Flo zu „O’Rileys Lichterfest“ einmal quer durch die Halle geschoben wurde und dem Publikum sehr nahe war, was allen sehr gefallen hat und wofür es im Anschluss auch tosenden Applaus gab. Es folgte „Samhain“ und „Haut mir kein Stein.“ Letzteres behandelt ein für Malte wichtiges Thema und Flo wechselt hierzu zum Keyboard. In dem Moment, wo Malte mit „Ich hoff es ist noch lange hin…“ singt, hört man, wie ca. 1100 Menschen synchron mitsingen und an dieser Stelle einen Gänsehautmoment verursachen.

Anschließend folgte „Feuergeist“ und „Biikebrennen“, bevor es zu einem Lied kommt, welches bisher nur auf der Tour gespielt wurde. Dieses war „Herz durch die Wand.“ Hierbei sei erwähnt, dass es mit Hackbrett und Mandoline gespielt wurde mit dem Ziel eine historischere Instrumentierung zu erhalten.

Versengold hat sich als Prämisse genommen mindestens eine Ballade während der Konzerte zu spielen. Normalerweise wäre nun die „Nebelfee“ gespielt worden, doch eine Besonderheit gab es nun in Dresden. Ein im Publikum Anwesender, Jens, hat sich per Mail an Malte gewandt und ihm erzählt, dass er diverse Schicksalschläge hinnehmen musste. Hierbei der schwerste vor kurzem passiert und er von Glück reden kann, dass er heute hier in Dresden sein konnte. Diese Möglichkeit hat er durch die Hilfe und Hilfsbereitschaft seiner Simone zu verdanken. Für diese Selbstlosigkeit hat er sich für Simone das Lied „Wolken“ gewünscht und die sechs Musiker, sowie das Publikum erfüllten ihm diesen Wunsch.

Kommen wir nun von einer Ballade zu einem Klassiker, der bei einem Versengold Konzert nicht fehlen darf. „Wem? Uns!“ brachte das Publikum zum Tanzen und Mitgrölen. Es folgte „Das wär‘ ein Traum“, bevor das Lied zu Ehren des auf Maltes Schreibtisches befindlichen Gummibaums folgt. „Spaß bei Saite“ mit einem singenden und springenden Publikum.

Weiter ging es mit Klassikern, wie „Paules Beichtgang“ und dem obligatorischen „Ablasstanz“, bevor „Solange jemand Geige spielt“ vom neuen Album erklingt. Das vorletzte Lied soll dem edlen Getränk gewidmet werden, welches die Kehlen erfrischt und mit „Hoch die Krüge“ soll diesem gehuldigt werden. „In aller Ohr“ wollen die Musiker den Leuten bleiben und spielen dieses als letztes Lied, doch nicht mit den Menschen in Dresden, denn die können nicht genug bekommen. Mit lauten „Zugaberufen“ werden die Musiker von Versengold wieder auf die Bühne geholt.

Am 26.10.2018 und 27.10.2018 soll die Jubiläumsshow zu 15 Jahren Versengold erfolgen und um damit sich Versengold hierzu vorzubereiten kann, wurde nun ein 15-minütiges Medley bestehend aus neun Liedern gespielt. Diese waren nacheinander „Drey Weiber“, „Seemannsgarn“, „Einerley“, „Im Namen des Folkes“, „Ihr seid Musik“, „Dreck am Stecken“, „Schon immer mal“, „Immer schön nach unten treten“, „Highway to Hell“, gesungen von Eike und um den Bogen zu schließen das Ende der „Drey Weiber“.

Doch das ist noch nicht genug es ging weiter mit dem „Weinfass“ und hierzu kamen die Musketiere von d’Artagnan herein, wobei sich Tim in einem angedeuteten Weinfass versteckt hat. Unter tosendem Applaus und einem riesen Dank! an Dresden wurde es auf der Bühne nun hektisch und zum „Weinfasstune“ wurde diese auseinander genommen.

Musik, Show und Setlist haben ihre Wirkung nicht verfehlt und das hat das Publikum mit sehr viel Begeisterung, Spaß beim Mitsingen und Freude honoriert. Man merkt, dass Versengold von Tag zu Tag, Show zu Show und Album zu Album immer besser wird. Dies ist sicherlich nicht jedermanns Ansicht und viele frühere Fans ist alles zu „Popmusik“, doch hier lässt sich gern stundenlang streiten. Fakt ist, dass Versengold nichts mit allgemeiner Popmusik zu tun hat, sondern deutsche Folk-Musik spielt. Folk beschreibt populäre Musik, die Folklore angelehnt oder nachgeahmt ist. Diesbezüglich ist es nur nachzuvollziehen, wenn die Musik immer mehr Menschen anspricht und den Bezug zur Folklore herstellt.

Was ist noch passiert:

Interessant war auch eine Vorstellung der beiden Fanclubs am Ende der Veranstaltung, indem sie sich duellierten und sich dabei gegenseitig in Lautstärke und Text ihrer Bands übertreffen wollten. Ein Sieger konnte nicht ausgemacht werden, dennoch war es ein sehr schönes Schauspiel für alle Anwesenden.