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Konzertfotografie – Konzertberichte – Rezensionen

Mr. Hurley und die Pulveraffen mit Support Kapeiken – 14.04.2018 – Beatpol Dresden

Es ist Samstag, der 14.04. und die Location ist für Jene, die dort noch nicht waren eine Besonderheit. Stuck an der Decke, Parkett auf dem Boden und überall hängen Plakate an den Wänden. Um es mit kurzen Worten zu sagen, handelt es sich um einen Club mit historisch, angenehmer Erscheinung.

 

Kapeiken

Kapeiken Den Beginn machen die fünf Musiker der Formation Kapeiken. Gespielt werden die Instrumente Kontrabass, Violine, Cello, Gitarre und Cajon. Zudem bekommt der geneigte Zuhörer, neben dem Hauptsänger, eine wunderschöne weibliche Stimme am Gesang zu hören.

Den Anfang macht das Quintett mit „Hymne aus Stahl“ vom aktuellen Album „Rock O’ Koma“. Mit dem Ende des Liedes, haben die ersten beiden Reihen eine enorme Begeisterung verbreitet und als zweites Lied erklingt „Zombies“, vom ersten Album der Truppe. Die Stimmung im Publikum hebt sich von Wort zu Wort und Strophe zu Strophe. Der Beifall am Ende ist fulminant. Bei weißem Licht und einem Publikum außer Rand und Band, folgt das dritte Lied, „Hack“ aus dem zweiten Album „Liebe & Hiebe“. Die Kapeiken lassen die Stimmung kochen und das Publikum schreit laut mit einem „Hey, Hey, Hey“ und feuert die Band an. Es folgt „Endgegner“ mit einem sehr interessanten Sprechgesang von Antje alias „Miss Geschick“, der die Anwesenden und die Stimmung im Saal bis zum letzten Platz zum eskalieren bringt. Man meint, dass die Hauptband oftmals erst alle erreicht, doch die Kapeiken haben mit ihrer authentischen Art und ihrer Musik alle erreicht. Doch nicht genug. Militärischer Rhythmus und das Spiel mit dem Publikum resultieren im Lied „Schildmaid“, dass humorvoll eine Vikingerfrau beschreibt. Im Anschluss kommt ein kleines Finale und die Kapeiken spielen das Lied „Feuerball“. Die Stimmung steigert sich von einem Extrem ins Nächste. „Hexentanz“ ist das vorletzte Lied vor „Hypolycanthroph“.

Von Beginn an ist die Stimmung immer weiter angestiegen und hat sich in keinster Weise abflachen lassen. Die Kapeiken waren die beste Wahl als Vorband für Mr. Hurley und die Pulveraffen. Sie haben den Beatpol erzittern lassen und Allen im Publikum eine Menge Spaß bereitet.


 

Mr. Hurley und die Pulveraffen

Mr. Hurley & Die Pulveraffen: Das Intro beginnt und keiner kann es mehr erwarten. Das Akkordeon erklingt und mit „Tortuga“ starten Mr. Hurley direkt in ein Lied, welches das Publikum sofort in den Bann der Band zieht. Alles singt und tanzt vom ersten Akkord an. Dass der Beifall immens ist, braucht an dieser Stelle nicht erwähnt zu werden. Es geht ohne Umschweife weiter mit „Komm zur Marine“ und die Selbstironie im Text, wie auch das Publikum, schreien förmlich nach den Pulveraffen. Hurley begrüßt das Publikum und freut sich, dass die Truppe mal wieder in Dresden spielen darf und dass das Publikum so schön mitmacht. Die Frage nach dem Getränk erübrigt sich bei einem Hurley-Konzert und weiter geht es mit „Achtung, fertig, prost“, gefolgt vom „Plankentanz“. Zu Beginn dessen wird eine Dame auf die Bühne geholt, alle Hände über den Kopf gehoben, hin und her geschwungen und eine Riesen Party im Saal veranstaltet. Die Emotionen nehmen ihren Lauf und ohne ersichtlichen Grund wird oftmals im Lied der Band zugejubelt. Hurley erzählt von etlichen Versuchen sich einer Frau zu nähern, doch diese sind oftmals nicht geglückt. Dies muss wohl an der Familie der holden Maid liegen, denn die Warnungen der Oma sind oftmals richtig. „Trau keinem Piraten“ beschreibt diese Erfahrung auf selbstironische Weiße und zeigt auch, dass es durchaus richtig ist, keinem Piraten zu trauen. Die Pulveraffen beschreiben, dass in dem Saal alle vereint sind und spielen hierzu das Lied „Haifisch“. Ohne große Umschweife geht es weiter zum nächsten Lied, welches sich „Schlechtes Vorbild“ nennt. Die Stimmung erklimmt neue Höhen und die ersten Reihen singen ohne Unterlass. Dies geht weiter mit „Schrumpfkopf im Rumtopf“ und „Gib den Affen Zucker“. Hurley erklärt, dass bei einer Piratenband das Themenspektrum eher eingeschränkt ist. Man kann im Grunde nur über die Seefahrt, Alkohol oder auch die Liebe singen. Doch für Betzie hegt Hurley eine besondere Vorliebe, denn er „Kanone [sie] nicht Leben“. Der Publikumsgesang innerhalb des Beatpol ist lauter denn je und nachdem das Lied endete, erklingt ein Donnergrollen und wer sich erinnert, stellt fest, dass nun das Intro des Albums erklingt, gefolgt von „Totgelacht“.

Nun kommt es zu einer Situation, über die sich sicher einige Bands freuen, denn es wird Oberbekleidung auf die Bühne geworfen. Genauer gesagt ein „Bud Spencer“ T-Shirt in M und ein „Knasterbart“ T-Shirt in XL. Im Anschluss konnte man zwei Damen und wenige Herren (fast) oben ohne bewundern. Daraufhin fragt Hurley, ob den Anderen auch warm ist und ob das Publikum noch kann. Dies wird mit einem lauten Gröhlen bestätigt. Da nur noch wenige keinen Alkohol getrunken haben, spielt die Truppe nun „Nüchtern“, wobei alle Arme hoch gerissen werden und lauter Gesang im Publikum erklingt. Sollte das das Ende des Konzertes sein? „Ach Ja?“ und los geht es mit dem Lied, doch am Ende philosophiert Hurley über sich und den Beatpol und leitet über zu Bannock, der schlagartig in ein Akkordeon Solo einsteigt. Dieses endet anschließend mit dem vorletzten Lied, „Mit’n Schwert“. Der Applaus ist ohrenbetäubend und der Beatpol bebt. Als letzten Lied spielen Hurley einen Song, der nicht auf CD ist, „Segel voll“. Kaum ist das Lied zu Ende wird es laut und wie aus einer Kehle Zugabe gerufen.

Es dauert nur wenige Augenblicke und die Zugaben werden gespielt. Als erstes erklingt „Wär’ ich Gouverneur“ und mit dessen Ende stellt Hurley die heutigen Musiker, Beck, Süßwasser Sally (krank), Bannock, sowie Kanonenkugel Conny und Pegleg Peggy, vor. Er dankt den Kapeiken für die unglaubliche Show und kündigt nun eine Reise durch Irland an. Der Beginn ist „Whisky in the Jarrrrrrrrrrrr“, gefolgt von „Leaving of Liverpool“, „Ring of Fire“ und mit lautem Gesang „Yellow Submarine“. Irland wird verlassen und „The Final Countdown“, „Barbie Girl“ und „Das schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“ erklingen. Der Evergreen „Looking for Freedom“ darf natürlich nicht fehlen, bevor DIE TÖNE erklingen, die ein jeder Hurley Fan hören will. Auch diese Töne sollen den Zustand einläuten, den man mit dem Lied verbindet.

Als letztes Lied des Abends erklingt „Blau wie das Meer“ und das Publikum singt mit einer Stimme, wie man es bei einem solchen Konzert und diesem Lied erwartet. Mr. Hurley hat im Beatpol gezeigt, dass Sie nicht nur Spaß vermitteln, nicht nur zum Tanz anregen, sondern es auch schaffen, dass ein Jeder im Publikum vom Alltag abschalten kann und sich der Piratenmusik hingeben kann. Eine gelungene Vorstellung, die gern Ihresgleichen sucht.