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Konzertfotografie – Konzertberichte – Rezensionen

The Dark Tenor und Unheilig – 26.04.2018 – Alter Schlachthof Dresden

Körner

20:20 Uhr wir sind endlich angekommen und kommen mitten in das Konzert von Körner, der mit deutschem Pop den vollen Saal zu begeistern weiß. Eine Mischung aus Johannes Oerding und Revolverheld ist stimmlich klar zu erkennen. Fünf Musiker mit Gesang, Keyboard, Schlagzeug, Bass und E-Gitarre. Die Musik ist gut unterlegt, mit basslastigen Backtracks. Am Merchstand soll eine Partnerbörse für alle Singles des Abends gestartet werden, denn Körner ist für die Liebe da. Weiter geht es mit kraftvoller, klarer Stimme. „Noch nicht Alles“ beschreibt die Dunkelheit in der Welt und alles was doch in irgendeiner Weiße schief geht, wie Unzufriedenheit, Gier und Krieg.

Mit starkem Dubstep-Einfluss, einem eingängigem Gitarrensolo, welches an eine Sirene bzw. ein Alarmsignal erinnert und erhobenem Zeigefinger zeigt sich dieses Lied sehr gefühl- und kraftvoll. Ebenso erklingt der Applaus aus dem Publikum. Das letzte Lied „Gänsehaut geblieben?“ erklingt mit einer Publikumsanimation und Körner erzählt, dass er im November wieder in Dresden auf Tour ist. Die vier Lieder, die wir hier hören konnten, waren sehr angenehm und eingängig. Weiterhin hat er in seinen Liedern oft den Bezug zur Stadt gebracht und damit natürlich viele aufhören lassen und Aufmerksamkeit erhalten.

20:43 Uhr – Ende von Körner


The Dark Tenor und Unheilig

21:02 Uhr – 22:45 Uhr

[–Ich möchte vorweg nehmen, dass das Konzert gut gemacht war und Viele begeistert hat, aber nicht minder Viele waren enttäuscht. Daher habe ich in den Text einige Kritikpunkte aus meiner musikalischen Sicht eingefügt, die einige Besucher auch im Anschluss diskutiert haben. Diese sind mit Klammern markiert und sind rein subjektive Empfindung, wie ich sie von Besuchern und mir selbst aufgenommen habe.–]

Dunkles, blaues Licht und das Intro erklingt mit Celloklängen. Sofort starten die Synthieklänge und ein Countdown wird gesprochen. Das erste Lied „Wir sind alle wie Eins“ ist zu hören. The Dark Tenor ohne Maske auf der Bühne. Acht Musiker, darunter zweimal Gitarre, Bass, zweimal Drums, zweimal Keyboard und Gesang. Unheilig und The Dark Tenor auf Zeitreise durch die Geschichte beider Bands. Ein Celloklang leitet „Alles hat seine Zeit“ ein, an der Gitarre wird Nicki vorgestellt. Gesanglich sind die Lieder bis hierher ganz klar und unglaublich sauber gesungen. Im nächsten Lied geht es nicht um einen Abschied, sondern um nach Vorne zu schauen und allen Dank zu zeigen. „So wie du warst“ in ungewohnter Höhe, wenn man den direkten Vergleich zum Grafen ziehen würde. Doch hier sollte man bedenken, dass der Graf stimmlich im Bass anzusiedeln ist, während „The Dark Tenor“, wie es der Name schon sagt im Tenor singt.

[–Was mir persönlich bei diesem Lied ein wenig fehlt ist das Gefühl, dass er zwar versucht durch verschiedene Vibrato in der Stimme umzusetzen, doch kommt es einem eher vor, dass man „angebrüllt“ wird.–]

Nicht desto weniger ist der Beifall laut. Eine Zeitreise bedeutet ein Wechsel in den Songs der Band. Das Einfühlen in die Songs war wichtig. „So wie du warst“ wurde von Unheilig beim Proben binnen 90 Minuten geschrieben. „Ein großes Leben“ und es handelt davon Jemanden bedingungslos zu lieben. Musikalisch klingt dieses Lied wesentlich gefühlvoller, da es tiefer Gesungen wird und dadurch viel mehr Emotionen übergehen. Dies zeigt sich auch in der Reaktion des Publikums. Weiter geht es mit Liedern von TDT. „After the Nightmare“ mit dem Intro zum Schwanensee und TDT an E-Gitarre und Gesang. Kraftvolle Bässe und eine knackige Bassdrum bringen die Leute zum Beben. Nun kommt ein Wettbewerb. Die linke Seite gehört zu Henning. Die rechte Seite (vom Publikum aus) gehört Erik. Die Mitte gehört zum Tenor. Die Leute sollen laut jubeln. Die linke Seite war recht laut. Die rechte Seite gibt sich ein wenig mehr Mühe. Nochmals die linke Seite. Diesmal mit Inbrunst. Nun die Mitte. TDT dirigiert, aber welche Seite nun gewonnen hat, kann man nicht sagen, daher alle zusammen oder wie der Graf sagen würde „Wir sind alle wie Eins.“ Der Schlachthof singt nun gemeinsam und laut. Direkter Übergang zu „Wild Horses“, an der zweiten Gitarre ist Felix, der nun zum Solo auflegt, mit direktem, gewagtem Übergang und Einsatz des Gesangs, wobei man beim Bending der Saiten und dem Einsatz des Gesangs aufpassen sollte, dass die Töne stimmen. ;-) In der Zeitreise geht es nun in die Zukunft. Nun kommt die noch nicht erhältliche Single „I miss You“ und startet mit „Children von Robert Miles.“ Rotes Licht und eine Mischung aus deutscher Strophe und englischem Refrain erklingen in treibendem Rhythmus im Metal-artigen Gewand am Ende. „Mein Leben ist die Freiheit“ wird eingezählt und klingt kraftlos. Ebenfalls ohne weitere Worte gehen Sie über zu „Für Immer.“ Das Lied ist ähnlich wie vorher, wenig Gefühl, laut gesungen und sehr viel herumspringen. Man könnte denken, dass man auf einer Schlagershow auf Mallorca ist. Zwei Celli werden auf die Bühne gebracht und ein kurzes Akustik-Set gespielt. Zwei Songs werden gespielt. Der Erste ist „Afterglow“ vom zweiten Album „Nightfall Symphony“.

[–Musikalisch gesehen ist dies das Erste Lied, was mich nicht nur instrumental, sondern auch gesanglich Überzeug–]

Von der Tour des letzten Jahres wird nun „Wicked Game“ gespielt. Auch hier kann der Tenor stimmlich überzeugen und zaubert dem Ein oder Anderen Gänsehaut. Dies zeigt sich am bisher lautesten und enthusiastischsten Applaus des Abends. Yiruma hat für den Film „Biss zum Morgengrauen“ den Song „Rivers flow in You“ geschrieben, der nun in interpretierter Version vom Tenor zu hören ist. Unglaubliche Energie kommt nun von der Band und das Gefühl und die Emotionen springen nun noch stärker zum Publikum über, mit starkem Applaus. Zurück zu „Unheilig“. Die Songs sollen nicht gecovert werden, sondern neu interpretiert. Dresden gefällt das bisher. Der nächste Song wurde übersetzt ins englische und nennt sich „Great Horizon“ (Große Freiheit).

[–Wenn ich mich umsehe, sehe ich viele Menschen, die Ü40 sind und meiner Meinung nach, hätte dieses Lied hier besser in Deutsch gepasst. Grundsätzlich ist die Interpretation gut umgesetzt, aber im Grunde ist bei einem derart gefühlvollem Lied zu viel Malle-Party-Händehoch-Geschrei–]

Guided Under Flag“ (Unter deiner Flagge) folgt.

[–Ich muss mich jetzt fragen, ob es möglich ist ein so schönes, ruhiges, gefühlvolles Lied kaputt zu machen. Es ist in meinen Augen möglich durch zu hohe, fast schon geplärrte Worte und kein Gefühl–]

Das Lied wird umrahmt mit einer sehr schönen Lichtshow mit rot weißem Licht im Wechsel- und Gleichspiel. Das Publikum ist im Gegensatz zu mir durchaus angetan von der Interpretation. Es folgt „Wie in guten alten Zeiten“, dass vom Publikum sehr gut angenommen wird. Es erklingt der vorletzte Song des Abends, „Lichter der Stadt“. Gesanglich klingt das Lied, als ob der Tenor neben der Melodie, die man bei diesem Lied im Ohr hat, singt. Man kann es Interpretation oder künstlerische Freiheit nennen, aber das Lied, wie man es von Unheilig unter dem Grafen kennt, ist dies nicht. Das Publikum ist begeistert und während des Applauses wird zu „Zeit zu gehen“ übergeleitet. Das Publikum reißt die Hände in die Luft und schwenkt diese hin und her. Die Begeisterung ist groß und der Applaus hallt lange nach. Es wird nach einer Zugabe verlangt, die durch die Band erfüllt wird. Die Kombination aus Klassik und Rock soll der Jugend von heute zeigen, dass Verdi, Mozart und andere Komponisten ebenfalls super sind. „Ode an die Freude“ mit viel Gefühl und Kraft erklingt als eine von zwei Zugaben. Dieses endet mit lautem Applaus und eine vom Publikum gesungene erste Strophe. Das letzte Lied ist sicher eines, worauf ein Jeder hier gewartet hat. „Geboren um zu Leben“. Alle Hände gehen nach oben und kein Fuß bleibt mehr ruhig stehen. Ein gelungener Abschluss eines gelungenen Abends, der durchaus zweigeteilt betrachtet werden kann.

[–Nach meinem Empfinden sind die Lieder von Unheilig weniger gut gelungen, da man in den Liedern die tiefe Stimme des Grafen im Ohr hat. Klar sollen die Lieder nicht gecovert, sondern interpretiert werden, doch dann hätte man auf eine äquivalente Stimme setzen sollen. Es gibt den Spruch: „Schuster bleib bei deinen Leisten“ meiner Meinung nach nicht umsonst, denn die Lieder von TDT waren sehr gut und passend, aber die Lieder von Unheilig…–]