dark-pictures.org

Konzertfotografie – Konzertberichte – Rezensionen

Eisheilige Nacht

 10 Jahre! – 9 Termine! – 4 Bands! – 380.000 Likes! – 1 Veranstaltung!

Die Eisheilige Nacht findet in diesem Jahr zum zehnten Mal in Folge statt. 10 Jahre, ein Jubiläum! Wie in jedem Jahr sind erneut populäre Bands der deutschen Gothik-, Mittelalter- und Folk-Szene geladen.

Subway to Sally sind die Begründer der Veranstaltungsreihe und jährlich ist jeder Veranstaltungsort hervorragend besucht, da die Eisheilige Nacht für viele Besucher zur Tradition geworden ist. Diese Tradition endet in jedem Jahr mit dem Headliner, Subway to Sally. In Diesem Jahr sind die Bands Paddy and the Rats, Russkaja und Versengold geladen. Trotz ihrer individuellen, aber ähnlichen Musikstile, verbindet alle Bands die Leidenschaft am musizieren.

Die Termine für die diesjährige Veranstaltungsreihe sind im Folgenden aufgeführt:

Datum Ort Veranstaltungsort
20.12.2018 CH-Pratteln Z7
21.12.2018 Stuttgart Im Wizemann
22.12.2018 Giessen Hessenhallen
23.12.2018 Dresden Alter Schlachthof
26.12.2018 Bochum Ruhrcongress
27.12.2018 Würzburg Posthalle
28.12.2018 Bielefeld Ringlokschuppen
29.12.2018 Bremen Pier2
30.12.2018 Potsdam Metropolishalle

Die Ticketpreise liegen je nach Veranstaltungort bei ca. 45€ inkl. aller Gebühren.

Nutzt daher die Chance die vier Bands ein letztes Mal in diesem Jahr LIVE zu sehen!

Der Abend wird mit dem ungarischen Sexstett „Paddy and the Rats“ beginnen, welche stilistisch im irish bzw. celtic Folk beheimatet sind.

Anschließend wird die wiener Band „RUSSKAJA“ mit Polka-, Ska- und Folk-Rhythmen die Menge zu begeistern wissen.

Als  Pre-Headliner des Abends werden die Folk-Rocker von Versengold auf der Bühne stehen. Mit „Verliebt in eine Insel“ oder „Wolken“ sind sie „In aller Ohr“! Mit ihrem letzten Album haben sie die Charts gestürmt und viele Menschen begeistert. Mit leisen, ruhigen Tönen zu „Nacht der Balladen“ oder lauten schnellen, die Band weiß zu überzeugen und wird alle Veranstaltungsorte zum Beben bringen.

Dass sie jede Veranstaltung genießen und leben, weiß mittlerweile Jeder. Der Headliner, Subway to Sally, überzeugt in jedem Jahr mit ihrer Show, ihren Texten und ihren Ansprachen. Die Formation, um Sänger und Frontmann Eric Fish,überzeugt seit nunmehr 28 Jahren die Massen. Unzählige Auftritte auf Festivals, viele erfolgreiche Nebenprojekte und Ideenreichtum zeigen, dass STS immer mit dem Zahn der Zeit leben.

Man könnte hier noch eintausend weitere Worte schreiben, doch Jeder sollte sich selbst von den Qualitäten der Bands überzeugen. Genug Termine dazu gibt es ja ;-)

Shamrock Castle 2018 – 14.07.2018 – Schloß Jägersburg

Shamrock-Castle – Samstag, 14.07.2018

Strings & Drones

 

Die Band wird von Rainer von Fiddlers Green begrüßt und Rainers Namensvetter, anderen bekannt als Dextro von Schelmisch betritt, mit seinem Partner Mickey, die Bühne. Instrumentalisch beginnen die Beiden mit Westerngitarre und Uilleann Pipe. Als Beginn des Tages haben sie zwei Jigs, darunter „Cliffs of Moher“ gewählt. Weiter ging es mit zwei Reels. Unterlegt mit einem Backtrack, erklingt als Duo „Dirty old Town“. Neben dem Backtrack ist Gitarre und sowohl abwechselnd Tin Wistle und Uilleann Pipe zu hören. Mit warmer, leicht rauchiger Stimme und viel Gefühl erklingt Dextros Stimme absolut träumerisch.

„Back to the roots“, heißt das Album, was die beiden aufgenommen haben und ist darin begründet, dass sich Dextro nach Schelmischs Auflösung an seine Zeit als Straßenmusiker zurück erinnert hat und dazu seinen alten Freund Mickey animieren konnte nun Irish, Scottish Folk zu spielen.

Nach einer kleinen Ankdote zum Thema Zaunkönig bzw. Krähen, haben sich die Beiden für eine Kombination aus vier verschiedenen Polkas entschieden. Rhythmus des Backtracks und die einnehmende Art von Rainer bringen das Publikum in Bewegung und auch die ersten Festivalbesucher beginnen im Takt zu klatschen. Bei den Iren geht es in den Songs eigentlich immer ums saufen oder die Liebe und saufen und…., es wird ein Lied gespielt, welches weniger bekannt ist und handelt um eine Frau, deren Verlobter zur Marine gegangen ist und bittet ihren Vater um ein Boot. Sie fährt aufs Meer, findet einen Captain und er erzählt ihr, dass der Verlobte gestorben ist. Daraufhin bittet sie ihren Vater ein tiefes Grab zu schaufeln. „Sailor Boy“ mit heroischem Backtrack, viel Atmosphäre und Hall lässt der Song Gänsehaut entstehen. Das letzte Stück ist absolut „schwer“ und wurde von einem Iren, der betrunken in Schweden war, geschrieben. „The Swedish Jig“, ein ruhiger, interessanter Jig, der mit rhythmischen Besonderheiten und verschiedenen Tonartwechseln aufwartet. Sehr interessant und bezaubernd nimmt er das Publikum in den Bann.

Als letztes wird eine Kombination aus drei verschiedenen Reels und einer Zugabe aus zwei verschiedenen Jigs gespielt, welche wieder mit viel Atmosphäre und Kraft träumerisch nach Irland blicken lassen. Alles in Allem war Strings & Drones ein sehr schöner, ruhiger Opener für den zweiten Festivaltag. Mit ihrer ruhigen, humorvollen Art haben sie nicht nur musikalisch das Publikum begeistern können.

 

Punch’N’Judy

Begrüßt werden Punch‘N‘Judy mit einem Trommelintro von Frank, bei dem das Publikum angehalten ist mitzumachen. Akkordeon und Schlagzeug beginnen, untermalt von Bass und anschließend Gitarre das Set der fünfköpfigen Truppe mit dem Titel „Vikings“. Eine direkte Überleitung zu „Mein Kind“ mit den Worten „Ach wie gut das niemand weiß…“. Mit dem Stil von Deutschrock gespart mit polkafeeling und Punkrock heizen die Musiker das Publikum an. Mit der Geschichte von „Störtebecker“ erklingt der erste Punch des Tages. Mit schnellem Polkarhythmus und zweistimmigem Gesang erklingt nun „Sanchez says ...“, gefolgt von „Neptune“. Das Anheizen hat bis hierher definitiv funktioniert, da in den ersten Reihen gesprungen und getanzt wird…
Flibberty“ reiht sich stilistisch den vorangegangenen ein und animiert weiter das Publikum. „The Witch“ startet mit einem mystisch, hämischen Gelächter und mündet in ein eher ruhiges, abwechslungsreiches Lied. Das Publikum animierend, erfolgt der stetige Anstieg der Spannung des Liedes, welche sich in einem sehr melodischen Gitarrensolo entlädt. Beim Thema der Hexe wird geblieben und mit „Tanz!“ beschreiben Punch‘ N‘ Judy, dass sich diese zu Tode tanzte. „Koboldkönig“ folgt nun mit einem ruhigen Gitarrenintro, das sich mit klarem und ruhigem Gesang mit starken Rhythmen präsentiert und vom Publikum gefeiert wird. Zum letzten Lied sind nun alle wach und stimmen in den flotten, harten Rhythmus von „Böses Erwachen“ ein.

Alles in Allem war Punch’ N’ Judy das genaue Gegenteil von Strings & Drones. Viele haben sich auf den Weg gemacht, um die Band bei ihrer Wiederholungstat von 2012 zu erleben. Sie haben das Publikum eingefangen und zum feiern animiert.

 

Tir Nan Og

Mit einem Sprechchor „Who the Fuck is Shaun O’Mally“ werden Tir Nan Og begrüßt. Sie beginnen mit „O‘ Hanlans“, das melodisch im Violinpart den Glasgow Reel beinhaltet. Kaum einen Ton gespielt beginnen die Ersten im Publikum sich zu bewegen. Weiter geht es mit viel Enthusiasmus und einem wirklich begeistertem Publikum. Dies ist der dritte Auftritt der Musiker hier auf dem Shamrock Festival und während das zweite Lied, „Bastard Reel“, läuft, strömen Besucher immer weiter auf den Platz. Die Begeisterung ist enorm. Beim nächsten Song geht es um Verarbeitung von verschiedenen Traumata von Robert, hier allen voran die vergebliche Suche nach einem ONS, „3 Night“. Eine Polonaise zieht sich durch das Publikum und heizt dabei die Anwesenden immer weiter an. „Fire Storm“ folgt ohne weitere Worte. Die ersten Kinder werden auf die Schultern der Eltern gehoben, damit man noch etwas sehen kann. Der Platz hat sich mittlerweile so gut gefüllt, dass nur noch wenige freie Stellen zu sehen sind. Nun wird Robert philosophisch mit einer Botschaft eines jungen Geigenspielers, welche positiv interpretiert werden soll mit „Live Sucks“. Ohne Umschweife greifen sie die hervorragende Stimmung auf und stimmen in „Troosers“ ein. Troosers beinhaltet einen HipHop-Teil, bei dem das Publikum mitmacht mit einem „JO!“ und dies funktioniert mit dem wirklich absolut begeisterungsfähigen Publikum. Dies wird mit einem bombastischen Applaus belohnt. Weiter geht es mit einem traurigen Lied, welches von einem Mann spricht, der alles in Hochprozentiges angelegt hat. Wie bei Troosers gibt es auch bei „All for me Grog“ einen Publikumsteil, der mit lautem Zuruf der Anwesenden durchgeführt wird.

Der laute Applaus wird sofort genutzt, um die Hände bei bei einer Einlage von Matze und Andy in der Höhe zu belassen und diese wird mit lautem Befall honoriert. Imaginär geht es nun nach Schottland und „Raggle Taggle“. Mit der Energie, welche die band an die Zuschauer überträgt werden die Anwesenden zum Springen animiert und an mehreren Stellen des Publikums kommt es dazu. „To Hell“ wird nun angespielt und die Stimmung kocht. Auch wenn das Programm noch lange nicht vorbei ist, aber schon einige Songs gespielt wurden, strömen immer noch Zuschauer auf den Platz. Die Treppen zum Zugang zum Merch stehen voll, damit jeder etwas sehen kann und die hinteren Reihen recken und strecken sich, wenn sie nicht tanzen. Mit einem musikalischen Spannungsbogen aus ansteigender Tonleiter und dezent gespieltem Schlagzeug steigen Tir Nan Og in „Monday’s Stroll“ ein. Natürlich möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht vergessen, dass der Fanclub der Band sehr viel Stimmung bereitet und diverse witzige Situationen für die Band bereithält. Ob Seifenblasen oder fliegende Ballons, der Fanclub hat sich einiges ausgedacht!

Nun erklingt das wohl atmosphärischste Lied der Truppe. „Monster“ aus dem aktuellen Album, welches auch im Publikum ankommt, da das komplette Zentrum bis zur ersten Reihe tanzt. Das Publikum ist vollends begeistert. Nun kommt es zu der Frage, die alle beschäftigt. „Who the f**k is Shawn O‘Malley“ und das komplette Publikum singt mit den bayrischen Iren oder irischen Bayern?! Diese Frage zu beantworten ist jedoch nicht Teil des Berichtes. ;-) Als letztes Lied erklingt das einzig deutsche Lied der sechs Musiker. „Wenn ich tot bin“ … dann sollst du tanzen! Das Publikum nimmt die Aufforderung des Tanzens und Springens ernst und der komplette Platz springt. Der Applaus am Ende des Liedes ist lang und herzlich.

Der Auftritt von Tir Nan Og wurde nicht nur gut besucht und angehört, er wurde vom Publikum gefeiert und genossen. Eine sehr gelungene Leistung!

 

Sir Reg

Albi kommt auf die Bühne und begrüßt die nun folgende Band. Er berichtet von einer sehr denkwürdigen Nacht in Moskau. Ein heroisches Intro begrüßt die hier Anwesenden im Namen von Sir Reg. Schlagartig geht es los mit Speedfolk. Stimmlich kann man Sir Reg in Richtung Placebo bzw. Billy Talent einordnen, musikalisch eine Mischung aus Peter Pan Speedrock und Irish Folk. Das Publikum startet direkt im ersten Lied einen Pogo und darüber hinaus ist die Begeisterung spürbar. Sir Reg zeigen den Einfluss des Folkes, wie andere Bands des Wochenendes, indem sie verschiedenste Rythmen kombinieren. Das zweite Lied beispielsweise findet seinen Ursprung in der Polka. „Holidays“ und ein Publikum, welches kaum noch stillstehen kann, begeistert. Ein Geigenintro lässt das nächste Lied erklingen, welches absolut begeistert. Schnelle Rythmen und viel Bewegung begleiten „A Sign of the times“. Eine eingängige Melodie gepaart mit einer Menge Spaß, „21st Century Loser“ wird gespielt.
Ruhig startet das nun folgende Lied, „All Saints’ Day“ mit viel Gefühl und einer der Bedeutung, die Whiskey im Leben spielen kann. Diese Abwechslung kommt hervorragend beim Publikum an.
Nun folgt ein absolut neuer Song der sechsköpfigen Band. Dieser nennt sich „Fool“ und kommt gut bei den Anwesenden an. Ein weiterer ruhiger Song mit der Unterstützung des Publikums wird gespielt. Die Hände im Publikum formen ein Meer, welches von links nach rechts geschwenkt wird. Der Song kommt sehr gut an und zeigt, dass Sir Reg nicht nur die schnelle „Schiene“ bedienen kann, sondern auch die ruhige, gefühlvolle. Auf „Far Away“ folgt „Emigrate“, welches in Sachen Tempo und Partystimmung zulegt. „Cairbre“, erneut ein ruhigeres Lied, lässt das Irish Folk-Feeling, sofern man dies so bezeichnen kann, aufleben. Neben dem Pogo, der im vorderen Teil seit Beginn an durchgeführt wird, wird im hinteren Bereich eine zweite Runde gestartet.
Das Tempo steigt erneut mit „This Century‘s for sale“ und der erste Crowdsurfer des Tages ist unterwegs Richtung Bühne. „Boys of St. Pauli“ erhöht das Tempo unweigerlich nach oben.
The Wrong Bar“ lädt zum Mitsingen und Mittanzen ein. Dies nimmt das Publikum bis zum letzten Platz wahr, durch erhobene, klatschende Hände der Tanz. „Dublin City“ erinnert bei den ersten Akkorden an „Knocking on Heavens Door“, doch ändert schlagartig die Richtung, während der Gesang einsetzt. Im Gegensatz zum Beginn, fahren Sir Reg nun ein wenig vom Tempo herunter, aber nicht von der Atmosphäre, der Fülle oder dem Gefühl. Ein träumerisch, wunderschöner Song, der auch vom Publikum so gehuldigt wird. Man stelle sich vor, dass ein Schalter umgelegt wird und die Band ändert Tempo und Rhythmus schlagartig zu „We‘ll Rise Again“. Geschwindigkeit, Druck und der ein oder andere Pogo zeigen, dass eine Ballade mitten im Programm die Stimmung nicht kippen lassen kann. Die Band fragt, wer gestern hier gewesen ist und der komplette Platz meldet sich. Die Band war auch seit gestern schon da. Sie war somit der Underdog des gestrigen Tages, hat sich also nicht zu erkennen gegeben. „Underdogs“ ist auch der Titel des letzten Liedes. Sir Reg ergehen von der Bühne und werden um Zugaben geben. Diese erfüllen sie dem Publikum und spielen zwei Zugaben.

 

Fiddlers Green

Der Platz füllt sich in 5 Minuten, bevor es los geht, warten alle auf das Event des Festivals, den Headliner und die „Instanz“ dieses Festivals. Fiddlers Green! Die Bühne ist verhangen und das Licht scheint rot.

Es ist 22:02 und die Leute werden ungeduldig. Das Intro beginnt just in dem Moment. Donnergrollen und verlöschendes Licht verkünden den Beginn. „Boat on the River“ erklingt bzw. „Down“ und die Silhouetten der Musiker sind in orangenfarbenem Licht auf dem Vorhang erkennbar.

Dieser fällt und los geht es. Unter rotem und gelbem Licht erklingt das erste Lied, während sich der Platz füllt und füllt. Der Applaus ist grandios, doch nicht unerwartet. Mit einem Lichtspektakel geht es weiter. Sound und musikalische Qualität passen, wie man es von Fiddlers Green gewohnt ist. Die Hände gehen klatschend in die Höhe und die Stimmung ist ungebremst. Alte Lieder sind zu hören darunter „P Stands for Paddy“. Das komplette Publikum springt und bewegt sich, wie bei keiner Band zuvor. Der Applaus ist stürmisch und direkt wird dieser weiter verwandelt, um ins nächste Lied einzusteigen. Speedfolk mit einem vollkommen motivierten Publikum. „Perfect Gang“ ist das nächste Lied und der nächste Crowdsurfer ist auf dem Weg nach vorn. Doch er bleibt nicht der Einzige in diesem Lied. Albi möchte sich nun durch das Publikum tragen lassen, doch ist er sich noch unsicher. Es folgt nun die Reise in ein fachfremdes Genre. Es wird nach HipHop Fans gefragt. Diese scheinen sich eher nicht zu trauen, aber es wird nach Anwesenden gefragt, die offen gegenüber anderen Musikrichtungen sind. „Bottoms Up“ ist eines der Beispiele, für die Kombination zweier artverwandter Stilrichtungen…

A Night in Dublin“ ist der nächste Song, bei dem sich das Publikum kaum halten kann. Der folgende Song ist für alle Bands und Fans des Wochenendes „Greens and Fellows“ und die Hände werden zu einem Händemeer nach oben gerissen. Dazu kommt der Publikumsgesang, der mit der Band im Einklang zu einem wunderschönen Moment führt. Das Licht erlischt und die Snare-Drum erklingt. Es folgt die Violine und „Oh Danny Boy“ wird gespielt. Anschließend erfolgt ein Drum und Violinspiel mit Gießkanne und Tom. – Eine kleine Umbaupause – „John Kanaka“ (Becherlied) – riesiger Applaus hat das Lied begleitet und auch am Schluss.

Beim nächsten Song waren sich Fiddlers unsicher, ob dies gespielt wird. „Another Spring Song“, eine Ballade, die das Publikum zum Mitsingen einlädt. Heute wird kein Lied weggelassen. „Das Ritual“ „Rocky Road To Dublin“, eine Gasse wird gebildet und Albi wandernd hindurch zum Merch und zurück. Auch werden viele der Shirts in der Luft herum gewirbelt. Die Begeisterung im Lied war absolut fesselnd. Doch lange verharren Fiddlers Green nicht bei einem Lied und es geht weiter. „We Don‘t Care“ mit Pogo und viel Bewegung wird von den Herren auf der Bühne verlangt. Dies ermöglicht das Publikum natürlich und kaum das der Song begonnen hat, ist bis zur Hälfte des Publikums Bewegung zu sehen. Der vordere Teil im Pogo, der hintere tanzend. Nachdem das Festival jährlich stattfindet und jedes Jahr die Stimmung gestiegen ist scheint dies in diesem Jahr erneut ein Höhepunkt zu sein. Dies soll mit „Yindy“ springend gefeiert werden. Instrumentalisch geht es nun weiter und anschließend steigt die Band in den Song „Never Hide“ ein, bei dem das Publikum lautstark mitgröhlt. Als Zwischenstück wird hier „Fields of Athenry“ gespielt, welches sehr gut ankommt. Fiddlers Green brauchen um die maximale Wirkung zu erzeugen des Songs die Zeile „MacIntyre“ zum Song „Old Dun Cow“. Das komplette Publikum schreit laut den Namen „MacIntyre“, was Albi mit einem „GEIL!“ bewertet. Als lautestes jemals erklungene MacIntyre bei einem Shamrock Castle, wird wohl dieses Jahr in die Geschichte eingehen.

Paddy Murphy“ wird als vorletztes Lied direkt gespielt.  Den Abschluss macht „Folks Not Dead“. Das Publikum ist ihre Euphorie, die in springen und Tanzen, wie auch lauten Rufen zu hören ist. Doch das Publikum kann nicht genug bekommen. Laute Zugaberufe holen Fiddlers Green wieder auf die Bühne. Das erste Lied der Zugabe ist „Leaving of Liverpool“. Mit enormer Bewegung des gesamten Publikums, egal ob vorn, Zentrum oder hinten, alles bewegt sich und niemand steht mehr still. Als zweites Lied erklingt „Victor and his Demons“. Alle sollen sich nun hinsetzen, klatschen und aufspringen. Dies setzt nahezu der komplette Platz um und am Ende sind lauter Applaus und erneute Zugaberufe zu hören. Pat fragt, ob das Publikum für ein Sauflied bereit ist. Dies wird bejaht und so wird dem Wunsch mit einem weiteren Lied nachgegangen.

Als allerletztes Lied erklingt „Blarney Roses”. Das Konzert endet mit lautem Applaus für die Band und alle anderen Bands, die auf die Bühne gebeten wurden.

 

Shamrock Castle 2018 – 13.07.2018 – Schloß Jägersburg

Shamrock Castle – Freitag, 13.07.2018

 The Dreadnoughts

Die Band baut sofort eine Bindung zum Publikum auf, denn während des Line-Checks werden Gummibärchen mit viel Spaß an die Anwesenden verteilt. Doch nach kurzer Verzögerung geht es mit mit irish Punk-Rock los. Der erste Song überzeugt mit Geschwindigkeit und einem eingängigen Punk-Rock Rythmus. Im zweien Song, einer Polka, wird das Publikum direkt mitgenommen und keiner der Anwesenden kann sich mehr halten.
Weiter geht es mit einem rockigen Song, der das Publikum nicht ruhig stehen lässt. Im Zentrum der Anwesenden wird gesprungen und der erste Pogo scheint sich zu formieren. The Dreadnoughts erzählen von ihrem kürzlich veröffentlichten Album und das folgende Lied ist von eben Jenem. Weiter geht es mit der nächsten Polka, die im Publikum hervorragend ankommt. Es geht weiter mit einem „Sea Shanty,“ einer Methapher für die Gepflogenheiten der Seeleute untereinander. „Roll the Woodpile Down“ und das komplette Publikum klatsch, dazu wird der Schlagzeuger per Croudsurfing mittels Bare und Matratze einem Besen als Königszepter durch das Publikum getragen. Lauter Applaus am Ende des Songs. „Polka never dies“ kommt als nächstes und keiner steht mehr still…
Lauter Beifall und viele ungläubige Gesichter zeigen, dass das Publikum Spaß hat. Eine kleine Werbeunterbrechung für eine Bananenwerbung mit lautem, lachenden Beifall des Publikums.
The Backing Eight“ und das folgende Lied überzeugen mit viel punkartigen Rhythmen und Witz im Text. Folgend geht es mit rauchiger, ruhiger Stimme und viel Gefühl weiter. Ein Mann und eine Frau werden aus dem Publikum erwählt und singen mit der Band zusammen. Der Mann, dessen Name nicht genannt werden darf, unterhält durchaus angetrunken das Publikum. Die Dame ist eher verhaltener.
Die Dreadnoughts erheitern im weiteren Verlauf mit viel Humor und punkigen Rhythmen, wobei das Publikum immer angehalten wird mitzumachen und zu tanzen. Mit viel Applaus und Beifall werden sie verabschiedet.

O’Mally

 Im Biergarten sind die O‘Mallys zu hören. Mit ruhigem Pubsound begeistern Sie die Zuhörer und laden zu Mitmachen ein. Sie vermitteln mit ihrer Musik in den Zwischensessions viel Spaß und Freude. Ob Bier, Whisk(e)y oder Wein, kein Getränk bleibt unangesprochen. Dies freut die Besucher und viel Applaus ist zu hören.

 

The Mahones

Mit schnellem, energiegeladenem Rhythmus starten die 5 Musiker in ihr Set, während sich der Platz vor der Bühne immer stärker füllt. Kaum zwei Lieder sind vergangen und das Publikum stimmt sofort ein in jeglichen Gesang oder jeden Ruf der Band. Die Irish-kanadische Folk Rock Truppe überzeugt mit Exaktheit im Rhythmus und abwechslungsreichen Parts innerhalb der Lieder. Gut zur Geltung kommt das Akkordeon, welches musikalisch eine sowohl ausfüllende Rolle, wie auch schöne Soloparts hat. Mit einer Mischung aus Streetpunk „Number Nine“ und Irish Folk werden die Zuschauer absolut verzaubert. Hierbei treffen ein träumerischer Gitarrensound auf einen oldschool Punk. Was eine sehr angenehme Mischung ergibt. Natürlich darf bei einem derartigen Format einer Band der Whisk(e)y nicht fehlen und eine Ode an das Wasser des Lebens wird angestimmt…

The Mahones verzaubern das Publikum und lassen die Stimmung kochen. Ein absolut gelungener Abschluss des ersten Festivaltages.

The Dark Tenor und Unheilig – 26.04.2018 – Alter Schlachthof Dresden

Körner

20:20 Uhr wir sind endlich angekommen und kommen mitten in das Konzert von Körner, der mit deutschem Pop den vollen Saal zu begeistern weiß. Eine Mischung aus Johannes Oerding und Revolverheld ist stimmlich klar zu erkennen. Fünf Musiker mit Gesang, Keyboard, Schlagzeug, Bass und E-Gitarre. Die Musik ist gut unterlegt, mit basslastigen Backtracks. Am Merchstand soll eine Partnerbörse für alle Singles des Abends gestartet werden, denn Körner ist für die Liebe da. Weiter geht es mit kraftvoller, klarer Stimme. „Noch nicht Alles“ beschreibt die Dunkelheit in der Welt und alles was doch in irgendeiner Weiße schief geht, wie Unzufriedenheit, Gier und Krieg.

Mit starkem Dubstep-Einfluss, einem eingängigem Gitarrensolo, welches an eine Sirene bzw. ein Alarmsignal erinnert und erhobenem Zeigefinger zeigt sich dieses Lied sehr gefühl- und kraftvoll. Ebenso erklingt der Applaus aus dem Publikum. Das letzte Lied „Gänsehaut geblieben?“ erklingt mit einer Publikumsanimation und Körner erzählt, dass er im November wieder in Dresden auf Tour ist. Die vier Lieder, die wir hier hören konnten, waren sehr angenehm und eingängig. Weiterhin hat er in seinen Liedern oft den Bezug zur Stadt gebracht und damit natürlich viele aufhören lassen und Aufmerksamkeit erhalten.

20:43 Uhr – Ende von Körner


The Dark Tenor und Unheilig

21:02 Uhr – 22:45 Uhr

[–Ich möchte vorweg nehmen, dass das Konzert gut gemacht war und Viele begeistert hat, aber nicht minder Viele waren enttäuscht. Daher habe ich in den Text einige Kritikpunkte aus meiner musikalischen Sicht eingefügt, die einige Besucher auch im Anschluss diskutiert haben. Diese sind mit Klammern markiert und sind rein subjektive Empfindung, wie ich sie von Besuchern und mir selbst aufgenommen habe.–]

Dunkles, blaues Licht und das Intro erklingt mit Celloklängen. Sofort starten die Synthieklänge und ein Countdown wird gesprochen. Das erste Lied „Wir sind alle wie Eins“ ist zu hören. The Dark Tenor ohne Maske auf der Bühne. Acht Musiker, darunter zweimal Gitarre, Bass, zweimal Drums, zweimal Keyboard und Gesang. Unheilig und The Dark Tenor auf Zeitreise durch die Geschichte beider Bands. Ein Celloklang leitet „Alles hat seine Zeit“ ein, an der Gitarre wird Nicki vorgestellt. Gesanglich sind die Lieder bis hierher ganz klar und unglaublich sauber gesungen. Im nächsten Lied geht es nicht um einen Abschied, sondern um nach Vorne zu schauen und allen Dank zu zeigen. „So wie du warst“ in ungewohnter Höhe, wenn man den direkten Vergleich zum Grafen ziehen würde. Doch hier sollte man bedenken, dass der Graf stimmlich im Bass anzusiedeln ist, während „The Dark Tenor“, wie es der Name schon sagt im Tenor singt.

[–Was mir persönlich bei diesem Lied ein wenig fehlt ist das Gefühl, dass er zwar versucht durch verschiedene Vibrato in der Stimme umzusetzen, doch kommt es einem eher vor, dass man „angebrüllt“ wird.–]

Nicht desto weniger ist der Beifall laut. Eine Zeitreise bedeutet ein Wechsel in den Songs der Band. Das Einfühlen in die Songs war wichtig. „So wie du warst“ wurde von Unheilig beim Proben binnen 90 Minuten geschrieben. „Ein großes Leben“ und es handelt davon Jemanden bedingungslos zu lieben. Musikalisch klingt dieses Lied wesentlich gefühlvoller, da es tiefer Gesungen wird und dadurch viel mehr Emotionen übergehen. Dies zeigt sich auch in der Reaktion des Publikums. Weiter geht es mit Liedern von TDT. „After the Nightmare“ mit dem Intro zum Schwanensee und TDT an E-Gitarre und Gesang. Kraftvolle Bässe und eine knackige Bassdrum bringen die Leute zum Beben. Nun kommt ein Wettbewerb. Die linke Seite gehört zu Henning. Die rechte Seite (vom Publikum aus) gehört Erik. Die Mitte gehört zum Tenor. Die Leute sollen laut jubeln. Die linke Seite war recht laut. Die rechte Seite gibt sich ein wenig mehr Mühe. Nochmals die linke Seite. Diesmal mit Inbrunst. Nun die Mitte. TDT dirigiert, aber welche Seite nun gewonnen hat, kann man nicht sagen, daher alle zusammen oder wie der Graf sagen würde „Wir sind alle wie Eins.“ Der Schlachthof singt nun gemeinsam und laut. Direkter Übergang zu „Wild Horses“, an der zweiten Gitarre ist Felix, der nun zum Solo auflegt, mit direktem, gewagtem Übergang und Einsatz des Gesangs, wobei man beim Bending der Saiten und dem Einsatz des Gesangs aufpassen sollte, dass die Töne stimmen. ;-) In der Zeitreise geht es nun in die Zukunft. Nun kommt die noch nicht erhältliche Single „I miss You“ und startet mit „Children von Robert Miles.“ Rotes Licht und eine Mischung aus deutscher Strophe und englischem Refrain erklingen in treibendem Rhythmus im Metal-artigen Gewand am Ende. „Mein Leben ist die Freiheit“ wird eingezählt und klingt kraftlos. Ebenfalls ohne weitere Worte gehen Sie über zu „Für Immer.“ Das Lied ist ähnlich wie vorher, wenig Gefühl, laut gesungen und sehr viel herumspringen. Man könnte denken, dass man auf einer Schlagershow auf Mallorca ist. Zwei Celli werden auf die Bühne gebracht und ein kurzes Akustik-Set gespielt. Zwei Songs werden gespielt. Der Erste ist „Afterglow“ vom zweiten Album „Nightfall Symphony“.

[–Musikalisch gesehen ist dies das Erste Lied, was mich nicht nur instrumental, sondern auch gesanglich Überzeug–]

Von der Tour des letzten Jahres wird nun „Wicked Game“ gespielt. Auch hier kann der Tenor stimmlich überzeugen und zaubert dem Ein oder Anderen Gänsehaut. Dies zeigt sich am bisher lautesten und enthusiastischsten Applaus des Abends. Yiruma hat für den Film „Biss zum Morgengrauen“ den Song „Rivers flow in You“ geschrieben, der nun in interpretierter Version vom Tenor zu hören ist. Unglaubliche Energie kommt nun von der Band und das Gefühl und die Emotionen springen nun noch stärker zum Publikum über, mit starkem Applaus. Zurück zu „Unheilig“. Die Songs sollen nicht gecovert werden, sondern neu interpretiert. Dresden gefällt das bisher. Der nächste Song wurde übersetzt ins englische und nennt sich „Great Horizon“ (Große Freiheit).

[–Wenn ich mich umsehe, sehe ich viele Menschen, die Ü40 sind und meiner Meinung nach, hätte dieses Lied hier besser in Deutsch gepasst. Grundsätzlich ist die Interpretation gut umgesetzt, aber im Grunde ist bei einem derart gefühlvollem Lied zu viel Malle-Party-Händehoch-Geschrei–]

Guided Under Flag“ (Unter deiner Flagge) folgt.

[–Ich muss mich jetzt fragen, ob es möglich ist ein so schönes, ruhiges, gefühlvolles Lied kaputt zu machen. Es ist in meinen Augen möglich durch zu hohe, fast schon geplärrte Worte und kein Gefühl–]

Das Lied wird umrahmt mit einer sehr schönen Lichtshow mit rot weißem Licht im Wechsel- und Gleichspiel. Das Publikum ist im Gegensatz zu mir durchaus angetan von der Interpretation. Es folgt „Wie in guten alten Zeiten“, dass vom Publikum sehr gut angenommen wird. Es erklingt der vorletzte Song des Abends, „Lichter der Stadt“. Gesanglich klingt das Lied, als ob der Tenor neben der Melodie, die man bei diesem Lied im Ohr hat, singt. Man kann es Interpretation oder künstlerische Freiheit nennen, aber das Lied, wie man es von Unheilig unter dem Grafen kennt, ist dies nicht. Das Publikum ist begeistert und während des Applauses wird zu „Zeit zu gehen“ übergeleitet. Das Publikum reißt die Hände in die Luft und schwenkt diese hin und her. Die Begeisterung ist groß und der Applaus hallt lange nach. Es wird nach einer Zugabe verlangt, die durch die Band erfüllt wird. Die Kombination aus Klassik und Rock soll der Jugend von heute zeigen, dass Verdi, Mozart und andere Komponisten ebenfalls super sind. „Ode an die Freude“ mit viel Gefühl und Kraft erklingt als eine von zwei Zugaben. Dieses endet mit lautem Applaus und eine vom Publikum gesungene erste Strophe. Das letzte Lied ist sicher eines, worauf ein Jeder hier gewartet hat. „Geboren um zu Leben“. Alle Hände gehen nach oben und kein Fuß bleibt mehr ruhig stehen. Ein gelungener Abschluss eines gelungenen Abends, der durchaus zweigeteilt betrachtet werden kann.

[–Nach meinem Empfinden sind die Lieder von Unheilig weniger gut gelungen, da man in den Liedern die tiefe Stimme des Grafen im Ohr hat. Klar sollen die Lieder nicht gecovert, sondern interpretiert werden, doch dann hätte man auf eine äquivalente Stimme setzen sollen. Es gibt den Spruch: „Schuster bleib bei deinen Leisten“ meiner Meinung nach nicht umsonst, denn die Lieder von TDT waren sehr gut und passend, aber die Lieder von Unheilig…–] 

Mr. Hurley und die Pulveraffen mit Support Kapeiken – 14.04.2018 – Beatpol Dresden

Es ist Samstag, der 14.04. und die Location ist für Jene, die dort noch nicht waren eine Besonderheit. Stuck an der Decke, Parkett auf dem Boden und überall hängen Plakate an den Wänden. Um es mit kurzen Worten zu sagen, handelt es sich um einen Club mit historisch, angenehmer Erscheinung.

 

Kapeiken

Kapeiken Den Beginn machen die fünf Musiker der Formation Kapeiken. Gespielt werden die Instrumente Kontrabass, Violine, Cello, Gitarre und Cajon. Zudem bekommt der geneigte Zuhörer, neben dem Hauptsänger, eine wunderschöne weibliche Stimme am Gesang zu hören.

Den Anfang macht das Quintett mit „Hymne aus Stahl“ vom aktuellen Album „Rock O’ Koma“. Mit dem Ende des Liedes, haben die ersten beiden Reihen eine enorme Begeisterung verbreitet und als zweites Lied erklingt „Zombies“, vom ersten Album der Truppe. Die Stimmung im Publikum hebt sich von Wort zu Wort und Strophe zu Strophe. Der Beifall am Ende ist fulminant. Bei weißem Licht und einem Publikum außer Rand und Band, folgt das dritte Lied, „Hack“ aus dem zweiten Album „Liebe & Hiebe“. Die Kapeiken lassen die Stimmung kochen und das Publikum schreit laut mit einem „Hey, Hey, Hey“ und feuert die Band an. Es folgt „Endgegner“ mit einem sehr interessanten Sprechgesang von Antje alias „Miss Geschick“, der die Anwesenden und die Stimmung im Saal bis zum letzten Platz zum eskalieren bringt. Man meint, dass die Hauptband oftmals erst alle erreicht, doch die Kapeiken haben mit ihrer authentischen Art und ihrer Musik alle erreicht. Doch nicht genug. Militärischer Rhythmus und das Spiel mit dem Publikum resultieren im Lied „Schildmaid“, dass humorvoll eine Vikingerfrau beschreibt. Im Anschluss kommt ein kleines Finale und die Kapeiken spielen das Lied „Feuerball“. Die Stimmung steigert sich von einem Extrem ins Nächste. „Hexentanz“ ist das vorletzte Lied vor „Hypolycanthroph“.

Von Beginn an ist die Stimmung immer weiter angestiegen und hat sich in keinster Weise abflachen lassen. Die Kapeiken waren die beste Wahl als Vorband für Mr. Hurley und die Pulveraffen. Sie haben den Beatpol erzittern lassen und Allen im Publikum eine Menge Spaß bereitet.


 

Mr. Hurley und die Pulveraffen

Mr. Hurley & Die Pulveraffen: Das Intro beginnt und keiner kann es mehr erwarten. Das Akkordeon erklingt und mit „Tortuga“ starten Mr. Hurley direkt in ein Lied, welches das Publikum sofort in den Bann der Band zieht. Alles singt und tanzt vom ersten Akkord an. Dass der Beifall immens ist, braucht an dieser Stelle nicht erwähnt zu werden. Es geht ohne Umschweife weiter mit „Komm zur Marine“ und die Selbstironie im Text, wie auch das Publikum, schreien förmlich nach den Pulveraffen. Hurley begrüßt das Publikum und freut sich, dass die Truppe mal wieder in Dresden spielen darf und dass das Publikum so schön mitmacht. Die Frage nach dem Getränk erübrigt sich bei einem Hurley-Konzert und weiter geht es mit „Achtung, fertig, prost“, gefolgt vom „Plankentanz“. Zu Beginn dessen wird eine Dame auf die Bühne geholt, alle Hände über den Kopf gehoben, hin und her geschwungen und eine Riesen Party im Saal veranstaltet. Die Emotionen nehmen ihren Lauf und ohne ersichtlichen Grund wird oftmals im Lied der Band zugejubelt. Hurley erzählt von etlichen Versuchen sich einer Frau zu nähern, doch diese sind oftmals nicht geglückt. Dies muss wohl an der Familie der holden Maid liegen, denn die Warnungen der Oma sind oftmals richtig. „Trau keinem Piraten“ beschreibt diese Erfahrung auf selbstironische Weiße und zeigt auch, dass es durchaus richtig ist, keinem Piraten zu trauen. Die Pulveraffen beschreiben, dass in dem Saal alle vereint sind und spielen hierzu das Lied „Haifisch“. Ohne große Umschweife geht es weiter zum nächsten Lied, welches sich „Schlechtes Vorbild“ nennt. Die Stimmung erklimmt neue Höhen und die ersten Reihen singen ohne Unterlass. Dies geht weiter mit „Schrumpfkopf im Rumtopf“ und „Gib den Affen Zucker“. Hurley erklärt, dass bei einer Piratenband das Themenspektrum eher eingeschränkt ist. Man kann im Grunde nur über die Seefahrt, Alkohol oder auch die Liebe singen. Doch für Betzie hegt Hurley eine besondere Vorliebe, denn er „Kanone [sie] nicht Leben“. Der Publikumsgesang innerhalb des Beatpol ist lauter denn je und nachdem das Lied endete, erklingt ein Donnergrollen und wer sich erinnert, stellt fest, dass nun das Intro des Albums erklingt, gefolgt von „Totgelacht“.

Nun kommt es zu einer Situation, über die sich sicher einige Bands freuen, denn es wird Oberbekleidung auf die Bühne geworfen. Genauer gesagt ein „Bud Spencer“ T-Shirt in M und ein „Knasterbart“ T-Shirt in XL. Im Anschluss konnte man zwei Damen und wenige Herren (fast) oben ohne bewundern. Daraufhin fragt Hurley, ob den Anderen auch warm ist und ob das Publikum noch kann. Dies wird mit einem lauten Gröhlen bestätigt. Da nur noch wenige keinen Alkohol getrunken haben, spielt die Truppe nun „Nüchtern“, wobei alle Arme hoch gerissen werden und lauter Gesang im Publikum erklingt. Sollte das das Ende des Konzertes sein? „Ach Ja?“ und los geht es mit dem Lied, doch am Ende philosophiert Hurley über sich und den Beatpol und leitet über zu Bannock, der schlagartig in ein Akkordeon Solo einsteigt. Dieses endet anschließend mit dem vorletzten Lied, „Mit’n Schwert“. Der Applaus ist ohrenbetäubend und der Beatpol bebt. Als letzten Lied spielen Hurley einen Song, der nicht auf CD ist, „Segel voll“. Kaum ist das Lied zu Ende wird es laut und wie aus einer Kehle Zugabe gerufen.

Es dauert nur wenige Augenblicke und die Zugaben werden gespielt. Als erstes erklingt „Wär’ ich Gouverneur“ und mit dessen Ende stellt Hurley die heutigen Musiker, Beck, Süßwasser Sally (krank), Bannock, sowie Kanonenkugel Conny und Pegleg Peggy, vor. Er dankt den Kapeiken für die unglaubliche Show und kündigt nun eine Reise durch Irland an. Der Beginn ist „Whisky in the Jarrrrrrrrrrrr“, gefolgt von „Leaving of Liverpool“, „Ring of Fire“ und mit lautem Gesang „Yellow Submarine“. Irland wird verlassen und „The Final Countdown“, „Barbie Girl“ und „Das schlimmste ist, wenn das Bier alle ist“ erklingen. Der Evergreen „Looking for Freedom“ darf natürlich nicht fehlen, bevor DIE TÖNE erklingen, die ein jeder Hurley Fan hören will. Auch diese Töne sollen den Zustand einläuten, den man mit dem Lied verbindet.

Als letztes Lied des Abends erklingt „Blau wie das Meer“ und das Publikum singt mit einer Stimme, wie man es bei einem solchen Konzert und diesem Lied erwartet. Mr. Hurley hat im Beatpol gezeigt, dass Sie nicht nur Spaß vermitteln, nicht nur zum Tanz anregen, sondern es auch schaffen, dass ein Jeder im Publikum vom Alltag abschalten kann und sich der Piratenmusik hingeben kann. Eine gelungene Vorstellung, die gern Ihresgleichen sucht.

Letzte Instanz mit Support Scarlet Dorn – 10.03.2018 – Annaberg-Buchholz

Scarlet Dorn

Es ist 20:50 Uhr und das Licht geht aus. Aus den Boxen erklingt ein Synthesizer und eine Menge Bässe. Dies ist das Intro von Scarlet Dorn. Die vier Musiker kommen auf die Bühne und besetzen ein Schlagzeug, eine Linkshänder-Gitarre, ein Keyboard und natürlich den Gesang. Der Gitarrist tritt ebenfalls vor ein Mikrofon. Bei tiefblauem Licht starten sie in den ersten Song „Hold on to me“, vom ab Ende August erhältlichen Album „Lack of Light.“ Man bemerkt, dass es ein eher ruhiger Start in den Konzertabend wird. Der Applaus ist eher verhalten und nur langsam strömen die Besucher vom Nebenraum in den Konzertsaal. Das Publikum wird begrüßt und Scarlet Dorn freut sich in Annaberg-Buchholz zu sein. Weiter geht es mit dem Song „Heavy Beauty.“ Rhythmisch hervorstechend ist hier das Keyboard, wobei das Schlagzeug den Takt aufnimmt und über das komplette Lied trägt. Die Brauerei ist nun zu zwei Dritteln gefüllt und die Ersten beginnen zur Musik zu wippen. Da die Band recht unbekannt ist, ist auch der Applaus eher verhalten, doch musikalisch gesehen, macht Scarlet Dorn eine gute Show. Das dritte Lied ist „I‘m Armageddon“ und die Bühne wird mit blutrotem Licht geflutet. Das Lied ist ruhig und melodisch gehalten, wobei vor allem die Melodie im Refrain subjektiv sehr schön ist und im Ohr bleibt. Hier liegt auf jeden Fall viel Potential.

Scarlet Dorn in Annaberg-Buchholz

Sängerin Scarlet versucht das Publikum in Stimmung zu bringen, doch leider gelingt dies nicht wirklich gut. Grund hierfür könnte die eher ruhige und verhaltene Art der gebotenen Musik sein. Es folgt „Dream On“, dass bis hierhin als bestes Lied bezeichnet werden kann. Dies wird auch vom Publikum so gesehen und der Applaus ist entsprechend gut. Das Lied zeichnet eine gesanglich starke Leistung, wie auch ein mitreisender Rhythmus aus. Die Ansagen sind meist kurz und Scarlet Dorn springt von Lied zu Lied. Nun hören wir „Hell Hath No Fury Like a Woman Scorned“. Ein sehr getragener Titel, der sich durch die Präsenz von Keyboard und Gesang auszeichnet. Erneut wird die Bühne in rotes Licht getaucht und „Kill Bitterness With Love“ erklingt. Der Titel ist stilistisch zweigeteilt, da er ruhig beginnt, wobei wenig Gefühl herüberkommt. Im Lied gibt es dann eine Pause und die Stilistik wechselt auf eine kraftvollere, energisch betontere Art. „Cinderella“ ist das siebte Lied und gesanglich emotionalste zugleich. Dies kommt im Publikum an und der Applaus ist stärker als in den vorangegangenen Liedern. Nun folgt „I Don’t Know, I Don’t Care“ mit einem sehr eingängigem Klavierpart und einer sehr guten gesanglichen Leistung. Als letztes Lied spielen Scarlet Dorn „Rain“, welches subjektiv gesehen, das zweitbeste Lied der gesamten Darbietung ist. Dies liegt daran, dass das Tempo gesteigert wird und klanglich geht es in Richtung Symphonic Metal. Ein wenig Härte, klarer, starker Gesang und ein Publikum, welches sich in dieser Musik wiederfindet. Dies zeigt sich auch am Ende des Titels, indem lauter Applaus und Jubel ein begeistertes Publikum beschreibt und dass dies, das richtig gewählte Ende der 45 minütigen Setlist war.
Alles in allem war der Auftritt von Scarlet Dorn sehr ruhig und getragen. Die Band hat musikalisch gesehen viel geboten, wobei schnellere Titel bzw. eine größere Abwechslung gefehlt haben. Gesanglich ist die Leistung von Scarlet Dorn hervorragend. Die Töne sitzen und die Emotionen können dem Publikum übermittelt werden und dies kommt an. 


 

Letzte Instanz

Die Uhr schlägt 22 Uhr und das Licht erlischt. Man hört Klavierklänge und die Musiker der Letzten Instanz kommen auf die Bühne. Angeführt werden sie von Benni, dann Rico und der Rest der Band und natürlich, unter lautem Applaus, Holly. Das Intro geht nahtlos in “Morgenland“ über. Die Stimmung ist sofort auf dem Höhepunkt und der Konzertsaal brechend voll. Holly begrüßt die Anwesenden mitten im Lied und wünscht viel Spaß für den heutigen Abend. Man merkt im Song, dass etwas nicht stimmt und dies wird auch am Ende aufgelöst. Trotz Soundcheck kann es passieren, dass der Knopf im Ohr etwas anderes macht und man nicht mehr hört oder wie in Hollys Fall absolut zu laut ist. Das Publikum nahm alles mit Humor und es wurde direkt viel gelacht. Ohne Umschweife geht es zu „Maskenball“ und die Anwesenden sind ausgelassen.

Sänger Holli

Schwarz“ ist Lied drei und die Brauerei kocht. „Das schönste Lied der Welt“ folgt nun unter eisblauem Licht. Der Sound ist klasse, da alle Instrumente hervorragend, wie auch der Gesang, aufeinander abgestimmt sind. Weiter geht es mit einem Lied vom neuen Album Morgenland, „Asche zu Gold.“ Dieses ist Live perfekt umgesetzt. Die Stimmung bleibt auf dem Höhepunkt und Holly stimmt zum Publikumsgesang an. Hierzu lässt er Männer und Frauen getrennt ein „uhhhhhhh…..“ singen und stimmt selbst eine Oktave höher zu „Schau in mein Gesicht“, ein.

Nach diesem Song meint er, dass es auf der Bühne auf keinen Fall warm genug sei, daher muss er die Jacke schließen. Nun bittet er das Publikum in der Mitte zu teilen und spricht zum Tontechniker der Band. Dieser heißt Lutz und er hat ein Bier für Holly, welches er sich holt. Im nun folgenden Lied der aktuellen und neuen Platte gibt es ein Lied, welches beim hören immer ein leeres Wort lässt. Dieses soll nun mit Hollys Getränk ausgefüllt werden. „Disco d’amour“ erklingt und an den Stellen, wo man beim hören schon das Wort „Bier“ vermutet, brüllt nun das Publikum. Dies funktioniert sehr gut, sowohl im Konzertsaal, inmitten der Gasse, welche sich Holly geschaffen hat, als auch hinter dem Ton und Lichtpult. Lutz am Tonpult und Andraj am Lichtpult heben ihre Biergläser und feiern mit allen im Raum. Das Lied ist ein voller Erfolg.

Holli in der Menge bei „Disco d’amour“

Nun erkundigt sich Holly, wer denn unter den Anwesenden ein Paar ist und findet auf Anhieb ein seit einem Jahr verheiratetes Paar und beglückwünscht beide nochmals und während er „Das nun folgende Lied ist…“ spricht, schreit jemand aus dem Publikum „heut ist mein Todestag….“ und der Konzertsaal lacht laut. Holly grinst und beendet seinen Satz mit „…..Blind“. Alle singen laut mit Holly. Die Hände werden zu einem Meer in die Höhe gestreckt und hin und her bewegt.

Benni Cellini

Wer ein Konzert der Letzten Instanz kennt, der weiß, dass Rico und Benni auf Stühlen sitzen, welche eine sehr hohe Lehne haben. Schaut man sich das Bühnenbild in der Alten Brauerei an, so fällt auf, dass lediglich die Sitze vorhanden sind, die Lehnen aufgrund der geringen Saalhöhe jedoch nicht. Speziell bei diesem Lied kommen die Köpfe der Beiden der Decke gefährlich nahe, wenn sie auf Ihren Podesten stehen. Das Lied endet mit lautem Beifall, doch dieser steigert sich nach dem nun folgenden Lied, „Garten“, noch weiter. Alles passt und eben jenes Lied nimmt das Publikum mit. Es geht nicht weniger gut weiter und „Wir sind Eins“ folgt.

Stimmungstechnisch sind wir nun am Höhepunkt vom Höhepunkt und man kann nur sagen, wenn man dieses Konzert miterlebt hat, dann weiß man, wie das Erzgebirge feiern kann. Doch nun folgt ein kleiner Stimmungsbruch. „Das nun folgende Lied erfordert zwar eine Ansage, aber diese machen wir danach.“ Es handelt sich um „Mein Land“ und unter blauem Licht spielen Sie von Ihrer Sicht auf aktuelle Geschehnisse. „Politik hat auf der Bühne eigentlich nichts zu suchen, doch dies ist ein Statement gegen Fremdenhass und Krieg {und Statements dürfen jederzeit vorgetragen werden}.“ Dies stößt auf große Zustimmung und wer die Letzte Instanz kennt, weiß auch, dass die Jungs kein Blatt vor den Mund nehmen.

Wer die Tour verfolgt, der stellt fest, dass es Bilder gibt, bei denen Rico und Benni mit dem Rücken zu Holly stehen und marschieren. Dies erfolgt zu „Schuld“ und endet mit tobendem Applaus. Es folgt „Jeden Morgen“ und „Der Kuss.“ Im Letzteren ist die Bühne in rot weißes Licht getaucht und Scarlet, die Sängerin der Vorband, kommt auf die Bühne und singt im Duett mit Holly. Der Beifall ist bei einer solchen Stimmgewalt entsprechend laut. Holly fragt nun, ob noch ein Liebeslied gespielt werden soll. Es folgt die Annahme, dass das nächste eines ist und „da Annaberg im Abendland liegt, kommen wir zu einem 4/4 Takt. Zu ¾ kann man schunkeln, zu 6/8 müsste man schneller schunkeln, aber 4/4 ist gut.“ Nun soll das Publikum auf die Zählzeit 5 ein „Hey“ brüllen, dann zweimal „Hey“, doch es geht oft schief. Von der Bühne wird dem Publikum Sabotage vorgeworfen, doch unter lautem Raunen funktioniert es doch einmal. Nun werden die Hände dazu genutzt und spätestens jetzt weiß man, dass das nächste Lied „Flucht ins Glück“ ist. In Kombination zur Musik funktioniert die Kombination aus Arme und „Hey, Hey“ sehr gut.

Als vorerst vorletztes Lied folgt nun „Tränen aus Stein“ und im Anschluss „Komm!“. Holly animiert das Publikum sich zu drehen und zu singen. Ein neuer Höhepunkt ist erreicht. Der Song endet mit lautem Applaus und grölenden Zugaberufen. Die Band lässt sich Zeit, viel Zeit, doch kurz bevor die Ersten zur Bar aufbrechen, kommen sie wieder auf die Bühne. Die kurzfristig abgekühlte Stimmung wird sofort wieder angefacht und „Das Gerücht“ erklingt. Annaberg-Buchholz ist nicht weit von Radebeul entfernt und Benni freut sich in der Heimat zu spielen. Er dankt Annaberg, dass sie schon sehr oft hier auftreten durften und Annaberg der Band somit die Treue gehalten hat und er erinnert auch an das 20 jährige Jubiläum in diesem Jahr.

Weiter geht es mit „Mein Todestag“ und einem laut singenden Publikum, vor allem im Refrain. Die Hände werden nach oben gehoben und wie ein wogendes Meer hin und her bewegt. Dies erfolgt über das Lied hinaus, denn nun soll der Nebenmann berührt werden und als zwanzigster Titel folgt „Wir sind allein.“ Das Lied klingt aus, doch der Gesang unter allen Anwesenden nicht, daher stimmt die Band nochmals in den Refrain ein und unter lautem Applaus verlassen die Musiker erneut die Bühne. Da die Band so nicht aufhören kann und das Publikum noch nicht genug hat, werden erneut Zugaberufe laut. Diesmal lässt man das Publikum nicht so lange warten und spielt ein Medley, gesungen von Holly und Benni, aus „Rapunzel feat. Junge.“ Jazziger Sound und ein witziger Text veredeln das Lied.

Violinist Rico und Bassist Michael

Der ging in etwa so:

– Rico, warum hast du nichts gelernt?
Schau dir den Benni an, der hat sogar ein Auto.
Geh doch zu Onkel Micha in die Werkstatt, der gibt dir ne Festanstellung.

Rico,……
Und wie du wieder aussiehst, Löcher in der Nase,…..
Und du warst so ein süßes Kind ….. –

Nun wurde wieder zu Rapunzel gesprungen und alle singen laut mit. Der Beifall war erneut nicht zu überhören. Als zweiundzwanzigstes und wirklich letztes Lied erklingt „Noch Einmal.“ Das Publikum springt und tanzt im Rhythmus des Liedes, während die letzten Akkorde klingen. Die Band würde sich sehr freuen, wenn einige aus dem Erzgebirge am 13.10.2018, zum Jubiläum, den Weg nach Dresden finden. Der Applaus der nun folgt war lang und herzlich. Ein fast zweistündiges Konzert geht zu Ende und nach einer kurzen Erfrischungsphase haben sich die Musiker noch unter die Anwesenden gemischt und viel mit Ihnen gesprochen.

Letzte Instanz in Annaberg-Buchholz

Das Konzert im Rahmen der Morgenland-Tour in Annaberg-Buchholz war ein voller Erfolg. Die Qualität der Musik ist so hoch, wie immer und im Publikum hat ein Höhepunkt den anderen abgelöst. Die neuen Lieder sind hervorragend angenommen worden und von der Band ohne Wackler oder Probleme dargeboten worden. Zudem war es subjektiv einer der besten Auftritte, die ich je von der Letzten Instanz gesehen habe.

Schattenmann-Album Rezension

Bevor diese Rezension gelesen wird, möchte ich etwas über deren Autor (mich) vorwegnehmen. Ich selbst spiele seit ca. 21 Jahren diverse Instrumente und habe in vielen verschiedenen Projekten als Intrumentalist gewirkt. Musikalisch haben mich die Bereiche (Mittelalter-)Rock, (Skate-) Punk, Klassik und Trailer-/Filmusik geprägt. Mit dem Genre der NDH habe ich durch Bands, wie Eisbrecher oder Hämatom Bekanntschaft gemacht. Aufgrund dieser Erfahrungen denke ich, dass einige Beurteilungen kritischer sein könnten, als sie wirklich sind. Doch nun genug zu den erklärenden Worten für diese Rezension, starten wir mit dem Lauschen der Musik. Dazu setzen wir nun unsere Kopfhörer auf, um allen Nuancen der Musik zu folgen.

Der Sänger George Michael geht von diesem Planeten, ein LKW fährt in einen Berliner Weihnachtsmarkt und Donald Trump wird zum 45. Präsidenten der USA gewählt. Wir schreiben das Jahr 2016 und nicht alle Ereignisse sind unumstritten, doch wo Schatten ist, ist auch Licht. Sicherlich haben diese Gedanken, wie auch weitere aktuelle Probleme dazu geführt, dass die Nürnberger Band Schattenmann entstand. Wir schreiben nun das Jahr 2018 und die im vergangenen Jahr entstandenen Texte, wurden in ein musikalisches Gewand gepackt, aufgezeichnet und bald veröffentlicht. „Licht An“ heißt das Debüt-Album. Angekündigt als „NDH 2.0“ durch Einflüsse aus Industrial und Metal, werden wir in dieser Rezension allen Beschreibungen genau auf den Grund gehen.

Vorhang auf, „Licht An“, möge die Musik beginnen!

Das Album „Licht An“ beginnt mit elektronischen Syntieklängen. Eine musikalisch wichtige Rolle spielen bis zur Bridge die elektronischen Elemente. Die Bridge wird untermalt mit harten Gitarrenklängen, um anschließend wieder die elektronischen Klänge in den Vordergrund zu stellen. Stimmlich kommen Assoziationen zum Sänger Teufel von Tanzwut. Auch allgemein könnte man hier eine Parallele zu Tanzwut ziehen, wobei die Dudelsäcke fehlen. Textlich beschreibt das Lied den Zwiespalt zwischen Licht und Schatten in der Seele und den Gedanken von Jedermann.

Weiter geht es mit „Brennendes Eis.“  Klanglich und gesanglich kommen nun mehrere Stimmen ins Gewicht und im Refrain wird der Tonumfang der Stimme von  Frank deutlich. Musikalisch kann man drei verschiedene Stile erkennen. Einerseits die NDH, partiell eine Mischung aus Heavy Metal, aber auch Pop. Ein Gitarrensolo nach der Bridge leitet in den Refrain. Dieses hätte gern etwas länger sein können. Dieses Lied hat definitiv Ohrwurm-Charakter.

Das dritte Lied trägt den Namen „Gekentert“ und erinnert bei den ersten Tönen vom Volumen und Sustain der Musik ein wenig an Eisbrecher. Stimmlich hört man klaren Gesang, der ein wenig mehr Volumen und Enthusiasmus/Gefühl haben könnte. Textlich gesehen beschreibt Schattenmann hier einerseits den inneren Zwiespalt, immer auf dem Weg zu bleiben und sich aber neu zu verlieben, andererseits, kann ihn nur ein Kuss von „dir“ erretten. Hierbei wirft sich die Frage auf, ob mit „dir“ das zweite Ich gemeint ist, eine frühere „Beziehung“ oder eine Zukünftige.

„Zahn der Zeit“ beschreibt das vierte Lied. Dieses startet mit Klavierklängen, die mehr Tiefe vertragen könnten und leider auch mit etwas lustlosem, klaren Gesang. Dies kann möglicherweise daran liegen, dass die Betonung der Silben ab und an falsch gewählt ist und auch eine „zu genaue“ Aussprache der Worte lassen den Gesang ein wenig gefühlskalt wirken. Beschrieben wird die Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen und den Erlebnissen, die das Leben bringt, wobei „Der Zahn der Zeit“ sowohl Wunden entstehen, aber auch heilen lassen kann.

Weiter geht es mit „AMOK“ und einer Mischung aus stark abgehackt gespielten Gitarren, mit einem verwirrend anmutenden Keyboard-Sound. Der Rhythmusgruppe, um Schlagzeug und Bass, kommt hier eine wichtige musikalische Rolle zu, welche jedoch ein wenig mehr Sustain/Fülle vertragen könnten. Doch verkörpert das Lied eine aggressive Grundhaltung, welche die ver(w)irrte Gefühlswelt und Ansicht eines AMOK-Täters beschreiben könnte.

Kommen wir nun zu dem Lied, über welches es ein Musikvideo gibt, „Generation Sex.“ Thematisch beschreibt die Band hier den teilweisen zu freien Umgang und der Bedeutung von Sex. Es spielt keine Rolle mehr, ob man in einer Beziehung ist oder ähnliches. Sex ist ein „ganz normaler“ Zeitvertreib für Jung und Alt, vergleichbar mit einem Spaziergang. Ob das Nachspielen von Sexszenen oder auch die Einnahme von Viagra, seitdem man 16 ist. Dieses Lied trifft den Zahn der Zeit. TV an und schon zeigt sich Werbung für Tinder, C-Date und andere. Die Überspitzung der Anspielungen findet man musikalisch, gesanglich im Refrain. Die jugendlich, kindliche Stimme, welche die Wort „Generation Sex“ wiederholt, zeigt, die vorher beschriebene Bedeutungslosigkeit von Sex und zeigt im Gegenzug auch, dass man aktuell schon in jungen Jahren mit dem Thema konfrontiert wird und eine „Normalität“ dafür entsteht.

„9mm“ ist der Titel des siebten Liedes. Mit der Angabe von neun Millimetern, assoziiert man sofort den Durchmesser einer Pistolenkugel und fragt sich, was dies mit einem Lied zu tun hat. Schattenmann präsentiert eine Person, welche durch eine zweite Person betrogen wurde und beschreibt auch die Folgen, welche die betrogene Person zu durchleben hatte. Als eine der Folgen, tritt der Extremfall ein und die betrogene Person drückt ab. Musikalisch orientiert sich dieses Lied stilistisch an vorangegangenen Liedern.

Der Titel des anschließenden Liedes ist „Krieger des Lichts“ und beim Lesen des Titels kommen sofort die Melodien von Silbermond, Joachim Witt, Frei.Wild, Filmtitel, Buchtitel und gefühlt tausend andere Dinge in den Sinn. Der Beginn des Liedes erinnert ein wenig an das Pendant von Joachim Witt. Der Grundsatz bei den genannten Liedern ist, dass sich Jeder erheben soll, um etwas Gutes zu tun.

„Trümmer und Staub“ beschreibt mit sanfteren Klängen eine zerbrochene Beziehung und wie sich der noch liebende mit den Hinterlassenschaften des ehemaligen Partners fühlt.

Das zehnte Lied ist gleichnamig zur Band. „Schattenmann“ lässt Interpretationsspielraum für verschiedene Szenarien. Das hier wohl am Zutreffendste, ist das Verlangen nach Drogen. Die Abhängigkeit/Droge (Schattenmann) lässt jede Vorsicht, vor allen negativen Folgen vergessen und man gibt sich ohne Gefahrbewusstsein allem hin.

Als erster Bonustitel erklingt  „Böser Mann.“ Dies ist eine Vertonung des (Kinder)Spiels „Wer hat Angst vorm Bösen/Schwarzen Mann.“ Der Text und der Hintergrund des Spiels lässt enormen Spielraum für politische Interpretationen, was durchaus gewollt zu sein scheint.

Der zweite Bonustitel ist „Rot“ und beschreibt die Macht der Liebe als Parasit, oder auch Virus, welcher das Benehmen und die Gewohnheiten beeinflusst und verändert. Das Ablegen alter Gewohnheiten und das Verlangen, welches mit dem „verlieben“ entstehen kann, werden beschrieben.

Als weiterer Bonus steht der Song „Gekentert“ als unplugged-Version zur Verfügung. Dieser wird begleitet von einer Westerngitarre, Bassgitarre und Schlagzeug und später einem Keyboard mit Orchesterbegleitung. Die hierbei ansteigende Instrumentierung ist sehr gut gelungen.

Möchte man das Album in wenigen Worten zusammenfassen, dann zeigt sich musikalisch gesehen im Vergleich zu anderen Bands der Szene wenig Neues. Der Liedaufbau im gesamten Album ist (man möchte fast szenetypisch schreiben) in nahezu jedem Lied gleich. Bis auf zwei Lieder, beginnen diese mit einem elektronischen Intro (I), anschließend Strophe (A), Refrain (B), Strophe (A), Refrain (B), Bridge(C), Refrain(B) – also IABABCB. „Zahn der Zeit“ mit einem Klavierintro und „Generation Sex“ mit dem mädchenhaften Gesang unterscheiden sich vom Rest. Weiterhin zeigen Schattenmann, die zu erwartenden Grundlagen der NDH, entsprechend anderen, bekannten Bands. Neues kann man musikalisch wenig entdecken, da die Gitarren im Sound eher dumpf und mit wenig Sustain, wie es für die NDH sonst üblich ist, klingen. Gesanglich kommen die Lieder teilweise zu „gepresst“ und zu unnatürlich herüber. Textlich gesehen zeigen Schattenmann mit den gewählten Themen Aktualität, aber auch ihrem Namen entsprechend verruchte, zwielichtige,  psychologisch unausgesprochene Themen. Trotz der vorangegangenen Worte ist definitiv zu sagen, dass Schattenmann viel Arbeit und Energie in dieses Album gesteckt hat und dies honoriert werden sollte. Songs, wie „Licht An“, „Generation Sex“, „Zahn der Zeit“ und „Brennendes Eis“ bleiben in Erinnerung und haben das Potential öfter gehört zu werden. Auch die musikalische Abwechslung zwischen ruhigeren und flotteren Liedern ist gut gewählt. Zudem handelt es sich um das erste Album der Gruppe.

Letztlich muss ich an der jetzigen Stelle zugeben, was mir beim Schreiben dieser Rezension auffällt ist, dass mit mehrmaligem Hören die Musik und was man hört Lust auf mehr macht.

 Offen bleibt nun die Frage, „Handelt es sich um NDH 2.0?“

Wie oben beschrieben, hat mich diese Szene nicht geprägt oder ähnliches, daher möchte ich erklärende Sätze hierzu verlieren. Jede (neue) Band versucht in ihrer Entstehung und in ihrer Entwicklung etwas Neues zu kreieren,  um sich von sich selbst oder anderen abzuheben. Schattenmann versuchen sich in einer Musikrichtung zu etablieren, die durch Synthieklänge und Keyboards alles möglich macht und in der es scheinbar schon Alles gibt. In wenigen der Lieder kann musikalisch einen Lichtblick bezüglich NDH 2.0 gesehen werden, doch um sich vollständig als NDH 2.0 abzuheben, ist musikalisch mehr nötig, wobei wir auf zukünftige Alben gespannt bleiben können.

Band Informationen:

Frank Herzig (Vocals), Jan Suk (Guitar), Luke Shook (Bass), Nils Kinzig (Drums)

Album Informationen:

01 Licht An 03:36
02  Brennendes Eis 03:26
03 Gekentert 04:04
04 Zahn der Zeit 04:19
05 AMOK 03:54
06 Generation Sex 03:11
07 9mm 03:32
08 Krieger des Lichts 04:31
09 Trümmer und Staub 03:40
10 Schattenmann 04:34
11 Böser Mann Bonus 03:38
12 Rot Bonus 03:55
13 Gekentert (unplugged) Bonus 03:35

Tourdaten:

Schattenmann w/Megaherz Sat, 03. Mar 2018 CH Pratteln Z7
Schattenmann w/Megaherz Sun, 04. Mar 2018 DE Stuttgart Das Cann
Schattenmann w/Megaherz Thu, 08. Mar 2018 DE Frankfurt Batschkapp
Schattenmann w/Megaherz Fri, 09. Mar 2018 DE Hannover Musikzentrum
Schattenmann w/Megaherz Thu, 15. Mar 2018 AT Wien Szene
Schattenmann w/Megaherz Fri, 16. Mar 2018 DE Nürnberg Hirsch
Schattenmann w/Megaherz Sat, 17. Mar 2018 DE Berlin Columbia Theater
Schattenmann w/Megaherz Thu, 22. Mar 2018 DE Hamburg Markthalle
Schattenmann w/Megaherz Fri, 23. Mar 2018 DE Oberhausen Turbinenhalle II
Schattenmann w/Megaherz Sat, 24. Mar 2018 DE Leipzig Hellraiser
Schattenmann w/Megaherz Sat, 14. Apr 2018 DE München Backstage Werk
Schattenmann w/Megaherz Sat, 28. Apr 2018 DE Magdeburg Factory

Bericht: Benjamin Mielke – benny@dark-pictures.org

Schandmaul und Krayenzeit – Alter Schlachthof Dresden

Es ist 19.45 und vor dem Schlachthof steht noch eine lange Schlange an Besuchern, während Krayenzeit im Inneren beginnt. Dies liegt höchstwahrscheinlich daran, dass aufgrund von Staus auf den Autobahnen einige zu spät kamen. Hier wäre es gut gewesen, wenn mit dem Beginn der Veranstaltung gewartet worden wäre.

Krayenzeit

Der Saal ist dunkel und das Intro erklingt. Nach und nach kommen die Musiker auf die Bühne und es folgt der direkte Übergang zum Lied „Krähenkönigin.“Das Publikum ist begeistert.

Bei rotem Licht spielen die sieben Musiker „Spieglein, Spieglein“ und das Publikum ist begeistert. Die Schandmaulfans feiern mit Krayenzeit. Es folgt nun der Titeltrack des zweiten Albums „Tenebra“, hierbei ist der Mix zwischen Akustikgitarre und E-Gitarre sehr gut gelungen. Unter wiederkehrender Animation soll das Publikum klatschen. Dies gelingt bis in die letzten Reihen.

Das Lied endet sehr hart und nimmt das Publikum mit. Die Schwäbische Band erzählt vom Bodensee und das dieser ihr kleines Meer ist. Damit animiert Sänger Markus das Publikum die Hände in die Höhe zu heben, um ein Meer aus Händen ist zu sehen. Hierzu erklingt das Lied „Von der Fahrt übers Meer.“ Auch im Lied wird das Publikum dauerhaft animiert, die Hände oben zu behalten, um ein Meer zu formen. Passend zum Lied, ist der Saal im Blau des Meeres erleuchtet.

Im folgenden Song haben viele Gastmusiker mitgewirkt, unter anderem Anna von ehemals Schandmaul. „Am Leben“ erklingt mit einem sehr schönen Duett zwischen Sänger Markus und Violinistin Shir-Ran Yinon. Es folgt „Ikarus“ mit erneuter Animation des Publikums und der Vorstellung von Violinistin Shir-Ran Yinon. Das Publikum ist sehr begeistert von der Show von Krayenzeit. Ein Lied vom neuen Album „Von Mond Und Schatten“ ist nun zu hören „Wir sind die Sünde“ mit harten metallartigen Klängen abgewechselt von ruhigen Parts. Bei dem Lied ist der Saal nun bis zuletzt gefüllt.

Nun wird das Publikum gefragt, ob es Lust hat zu tanzen. Hierbei hört man die Mädels schreien, aber keine Männer. Dennoch soll nun Bewegung in das Publikum gebracht werden. Die ersten Reihen springen auf und ab zu „Fegefeuer.“

Am Ende wird das Publikum zum A capella singen animiert, was sehr gut gelingt.

Der letzte Song der 45 minütigen Show ist „Krayenzeit“ und mit ihm soll das Publikum ein letztes Mal eskalieren. Dies gelingt, denn die Musiker haben so gut eingeheizt, dass der komplette Saal die Hände oben hat und im Takt klatscht.

Lauter Beifall wird der Band entgegengebracht. Eine sehr gute Vorstellung.

Schandmaul

Es ist neu Uhr und bevor es los geht, lacht dem Publikum ein schwarzer Vorhang mit einer Hofnarrmaske entgegen. Das Intro beginnt mit Gewitter, lautem erwartenden Klatschen und Blitzen. Birgit am Dudelsack, Saskia von Ganaim an der Violine und Jessica von Krayenzeit an der Drehleier kommen auf die Bühne und beginnen. Nach wenigen Takten fällt der Vorhang und die restlichen Musiker sind bereits dahinter auf der Bühne. Das Schlagzeug stimmt „Vor der Schlacht“ an. Tosender Applaus erklingt für die Band und während Sänger Thomas das Publikum begrüßt, erzählt er, dass eigentlich vor einem Jahr das Konzert hätte sein sollen, doch aufgrund von Krankheit, die er keinem wünscht, musste die Tour verschoben werden. Die sechs Musiker haben viel vor, um die Anwesenden in Stimmung zu bringen, erklingt „Der Hofnarr“. Während des Liedes wird dieses unterbrochen, denn auf der Bühne hat sich etwas verändert und Jessica von Krayenzeit war mit der Drehleier als Gast auf der Bühne war, ist schon wieder hinter der Bühne. Da Anna Katharina Kränzlein die Band verlassen hat, ist Saskia von Genaim an der Violine als Vertretung dabei. Ohne weitere Umschweife geht es unter tosendem Applaus weiter mit „Leuchtfeuer“, dem Titelsong des aktuellen Albums. Bei einer beeindruckenden Lichtshow aus weißen Moving-Heads und blauem Hintergrundlicht und einem Meer aus Händen kann man durchaus Gänsehaut bekommen.

Thomas erzählt nun eine Geschichte von Dresden und dem Alten Schlachthof, denn vor einigen Jahren ist eine ältere, alkoholisierte Frau in den Nightliner von Schandmaul gefahren. Die Band wurde mitten in der Nacht in den Schlachthof gebracht und wurde vom kompletten Team umsorgt, obwohl dieses noch nicht hätte anwesend sein müssen und jedes Mal, wenn sie auf den Hof fahren ist dies ein „Lichtblick.“ Weiter geht es mit einem Potpourri aus „Die letzte Tröte“ und „Mitgift.“

Nun fragt Thomas, wie Dresden zu Bayern steht. Es gibt Menschen, die Geschichten erzählen, wie der Brandner „Kaspar.“ Hierbei wird das Publikum zum mitgrölen animiert, was mehr als nur gut funktioniert. Nun folgt „Bunt und nicht Braun“ und Thomas erzählt von Leuten, die nicht auf Schandmaulkonzerte kommen und für die ist dieses Lied geschrieben. Eine hervorragende Lichtshow umrahmt das Lied. Während der Strophen ist das Licht durch rosa und orangene Spots einem Braun nachempfunden, doch im Refrain ändert sich dies und ein lebendiger Regenbogen an Licht bewegt sich quer über die Bühne.

In der dritten Strophen wird das braune Licht mit farbigem Licht unterbrochen, beeindruckend. Dies merkt man, denn der Jubel und Applaus ist ohrenbetäubend laut.

Das Publikum soll nun Musik machen, doch da dieses nur die Stimme als Instrument dabei hat, wird gesungen. „Bruder Jakob“ erklingt und soll als Dreierkanon gesungen werden. Das Publikum wird aufgeteilt, links Saskia, mitte Thomas, rechts Birgitt, und ein kompletter Saal singt. Es folgt „König“ mit einem textsicheren Publikum, auch beim, ohne Pause, folgenden Lied „Vogelfrei“ ist das Publikum sicher. Ein Keyboard wird hereingerollt. Thomas meint, dass die Tour in „Lazaretttour“ umbenannt werden soll, denn Jeder hat etwas. Im nun folgenden Block soll ein Jeder nachdenken, an vergangene Tage und Menschen und das folgende Lied wird einer Dame posthum gewidmet, „Euch zum Geleit.“ Die Bühne ist dunkel und Feuerzeuge tauchen im Publikum auf und man erkennt, dass der ein oder andere eine Träne verdrückt. Thomas beginnt zu singen und wird strahlend erleuchtet. Das Publikum singt leise mit bewegen Lippen mit und applaudiert begeistert. Ein junger Mann wollte Weihnachten zu seiner Familie heim, wurde aber nur die schlechte Sicht, ein dichter Nebele, nicht an der Küste sondern leider auf einer Sandbank abgesetzt. Als ihm seine Lage klar wurde, hat er einen Brief an seinen Vater geschrieben und in einer Zigarrenschachtel gelegt. Der Brief wurde gefunden. Die Geschichte ist im Heimatkundemuseum von Busum(Baltrun) nachzulesen. „Tjark Evers“ spielen die Musiker im sitzen und Birgit und Thomas spielen vierhändig auf dem Keyboard. Bevor die Stimmung kippt, wird nun weitergemacht mit „Der Pakt.“ Mit wem lässt sich denn besser ein Pakt schließen als mit „De[m] Teufel?“ Doch der Teufel kann doch nicht allein bleiben, für ihn wird Schandmauls erstes Lied gespielt, dass aktuell über 19 alt ist, „Teufelsweib.“ Der Saal schreit und singt „Woooooooooow…“

Unter Klatschen und Unterstützung der Westerngitarre wird nun „Drachentöter“ gespielt. Hierbei ist das Publikum regelrecht von rotem Licht und der Geschichte des Helden geblendet. Doch mit Helden soll es nun weitergehen, ein solcher Held, auch „Krieger“ genannt wird im folgenden Lied manifestiert, wer kennt sie nicht, die Nibelungen. Nun kommt Jessica erneut auf die Bühne und eine besondere Nacht wird nachgefeiert. „Die Walpurgisnacht“ und im Saal wird weitestgehend gesprungen und getanzt. Die Bühne leert sich und das Licht geht aus. Alle rufen nach einer Zugabe. Diese wird dem Publikum gegönnt. Eisblaues Licht, zwei Standtoms und ein Dudelsack beginnen, gefolgt von Drehleier und Violine und „Sturmnacht“ erklingt als Medley verbunden mit „Herren der Winde.“ Erneut gesteht Thomas, dass noch keine „Schnulze“ gespielt wurde. Hierzu sollen nun Handys, Feuerzeuge und ähnliches herausgeholt werden. Es wird „Anblick“ im wiegenden Smartphone-Licht gespielt. Mit Publikumsgesang und Klatschen im Takt endet der erste Zugabeblock. Doch dies ist für das euphorisierte Publikum noch nicht genug und ein zweiter Zugabeblock schließt sich an. „Der Spion“ wird gespielt und das Publikum als Geheimnisträger eingeweiht. In was? Dies bleibt lediglich Dresden vorbehalten!?! Thomas bedankt sich bei der Crew, die dies möglich macht. Nun wird ein wenig „Quatsch“ gemacht. Männer gegen Frauen, Männer mit Frauen, alle einfach zusammen. Hierbei übernehmen die Männer die Bassline und die Frauen den Flötenpart. Thomas Oma hatte einen schlauen Satz: „Man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist.“ Als Abschluss des Abends erklingt unter lautem Gesang „Willst du.“ Die Band verabschiedet sich mit einer Verbeugung und einer Laola durch den Saal.

Eluveitie Maximum Evocation Tour – Hellraiser

The Charm The Fury

Der große Saal des Hellraiser ist zu dreiviertel gefüllt, wobei im vorderen Bereich eng an eng gestanden wird. pünktlich um 19:30 Uhr beginnt das Intro und die fünf Musiker von „The Charm The Fury“ kommen auf die Bühne. Die Band wurde 2010 in Amsterdam, Niederlande, gegründet. Der Auftritt der Band umfasst sieben Lieder, welche nach und nach das Publikum mitreisen sollten. Dies gelang mehr oder weniger gut, denn aufgrund des geringen Bekanntheitsgrades war das Publikum eher zurückhaltend und lauschte der Band mehr als mitzugehen.

Als Opener hat sich die Band Mühe gegeben und definitiv Potential mehr zu erreichen.

 

Amaranthe

Als zweite Band des Abends startet Amaranthe. Das Publikum ist gespannt und drängt sich noch stärker vor der Bühne. Mit türkisem Licht während des getragenen Intros und unter lautem Applaus kommen die Musiker herein und starten mit dem Song zum aktuellen Album, „Maximize“. Auffällig ist, dass der Gitarrist während des Konzertes sitzt. Dies liegt daran, dass er einen durchaus hübsch verzierten Gips am Bein trägt. Es folgt ohne große Pause „On the Rocks“, “Digital World” und “Dynamite.” Das Publikum ist begeistert von der Musik von Amaranthe. Die Mischung aus elektronischem Backtrack und Metalcore scheint gut anzukommen.

Die Anwesenden kommen nun mit „1.000.000 Lightyears“ in Bewegung und lauter Applaus wird laut. Nun steigerte sich der elektronische Anteil der Musik und „Electroheart” wurde gespielt.

Warum der Gitarrist einen Gips hat, wird nun aufgeklärt. Er habe sich mit 10 Leuten geprügelt, ist als Sieger daraus hervorgegangen, doch er hat eine „kleine“ Verletzung.davongetragen.

„Invincible” und die Leute im Publikum beginnen sich zu bewegen und die Hände in die Höhe zu strecken. Dies wird auch am Ende klar, als der komplette Hellraiser applaudiert. Da das Publikum nun in Bewegung ist und auch das Eis gebrochen ist, folgt „Amaranthe“ als sehr ruhiges, getragenes Lied. Das Publikum singt mit Sängerin Eliza. Der danach folgende Applaus ist beeindruckend. Nun folgt „Fury“ und im Anschluss ein komplexes, sehr interessantes Drum Solo mit vielen Rhythmus und Tempiwechsel.

Nach dem Drum Solo geht es weiter mit „True.“ Als die Sängerin auf die Bühne kommt, hat sie ein Outfitwechsel durchgeführt und tief blicken lassen. Es geht weiter mit einer Ballade, „Endlessly“ und die Feuerzeuge werden in die Höhe gestreckt. Das Duett zwischen Nils und Eliza ist großartig und dies zeigt sich auch im Beifall des Publikums. Alle waren aus dem Häuschen.

Die letzten beiden Lieder waren “Call out my name“ und „Hunger.“ Da das Publikum nicht genug haben konnte, wurden vier Zugaben gespielt.

„That song”, „Boomerang” und „Doro dead cynical” kommen gut an, doch beim letzten Zugabesong wurde nochmal alles auf eine Karte gesetzt.

„The Nexus” versetzte das Publikum in Ekstase und alle hoben die Hände, sprangen und sangen. Eine gelungene und zeitlich sehr lange Vorstellung von Amaranthe.

 

Eluveitie

Kommen wir zur letzten Band des Abends. Es ist 22.00 Uhr und das Intro startet. Die Band kommt unter enormen Beifall auf die Bühne und steigen mit „Your Gaulish War“ in den Abend ein. „King“ und „Nil“ sorgen in den vorderen Reihen für das erste wirkliche Headbangen des Abends. Lauter Applaus lässt die neun Musiker direkt weitergehen zu „Omnos.“ Auch wenn es ein Abend zum aktuellen, akustischen Album ist, spielen Eluveitie die bisherigen Lieder im bekannten, harten Metal-Gewand.

Nun kommt eine Wende und die Instrumente werden getauscht. Aus E-Gitarre wird Akustik Gitarre und das Publikum ist begeistert. Allen als „Was wollen wir trinken“ bekannt, startet „Lvgvs“ unter lautem Grölen der Anwesenden. Das Publikum beginnt sich nun neben dem Headbangen auch im Takt zu bewegen und die Stimmung wird merklich ausgelassener. Sie  nimmt keinen Abbruch beim Übergang zu „Catvrix“, sondern steigert sich noch. Die Parts mit Violine und Drehleier heizen nochmals richtig an. Das Lied endet mit enormem Beifall. Plötzlich geht das Licht aus und der Spot fällt auf Sängerin Fabienne. Man hört Wasser rauschen und wie auf dem Album folgt auf „Catvrix“ nun „Artio.“ Das Publikum ist von dieser stimmlich hervorragenden Leistung begeistert und tosender Applaus beendet das Lied.

Chrigel fragt das Publikum, ob dieses Gospel hören will und eine leichte Verstörung macht sich breit. „Hat er das wirklich gefragt“, war von dem ein oder anderen zu hören. Daraufhin löste er die Verunsicherung auf und meint, dass in anderen Städten diese Frage mit Jubel beantwortet wurde, doch dies keinen Sinn macht, denn es soll Metal gespielt, gesungen und gehört werden. Es folgt nun die Steigerung zum nächsten Metal-Part und das erste Lied des Blocks ist „Epona“ gefolgt von „Thousandfold“, welches mit lautem Gesang seitens des Publikums begleitet wird, doch dies war bei langem noch nicht alles, was die Anwesenden zu bieten hatten. Der Moment, indem Flöte und Violine, getragen von der Drehleier, die ersten sechs Töne des folgenden Liedes spielen, lässt es laut werden im Hellraiser. „Call of the Mountains“ erklingt und der Saal bebt. Alles singt, springt und grölt so laut es eben ging. “A Rose of Epona” und “Kingdom Come Undome” waren die beiden härtesten Lieder in diesem Block.

Nun hieß es Irish Folk unter das Auditorium zu bringen und zu tanzen. „Tegernako“ folgte und das Publikum startete den ersten Pogo des Abends, welcher bis in das anschließende Drum Solo bestand. Dieses war sehr gelungen und hat das Publikum mehrmals hinters Licht geführt. Als letztes Lied wurde „Havoc“ gespielt. Aufgrund des nicht endenden Applauses, haben Eluveitie zwei Zugaben gegeben.

„Helovetios“ wurde gespielt und tosender Applaus erklang in dem Moment, wo das Lied endete, doch Eluveitie wären nicht Eluveitie, wenn ein bestimmtes Lied nicht gespielt werden würde. Dies war auch der Abschluss des Abends. „Inis Mona“ führte zur absoluten Eskalation in den vorderen Reihen und in lautem Gesang in den hinteren Reihen. Unter heftigem Beifall verließen die Musiker die Bühne und das Publikum war mehr als erfreut von diesem Abend.

Alles in Allem war dies das Beste Eluveitie. Nicht nur seit Langem. Die Lieder waren exakt, die Musiker hatten Spaß und dies hat sich auch auf das Publikum übertragen. Hierzu lässt sich nur sagen: „Sehr gelungen!“

Gothik meets Klassik

The Beauty of Gemina

Der Saal des Haus Auensee ist zu dreiviertel gefüllt, als das Bühnenlicht eine zartrosa Farbe annahm und fünf Musiker, darunter eine Violine, zwei Western-Gitarren, ein E-Bass und ein Schlagzeuger, die Bühne betraten. Die Show startet mit akustisch, ruhigen Klängen im Gewand des Blues und einigem an Applaus. Während die fünf Musiker die Anwesenden begrüßen, kommen zwei weitere Musiker auf die Bühne. Sie spielen unter anderem „Down by the Horses.“ Das Lied kommt sehr gut an und der Klang der Akustikshow kann sich hören lassen. Es folgt „Suicide Landscape“ und die Instrumentenvielfalt ist enorm. Keyboard, Violine, Saxophon, Cello, Schlagzeug, Bass und Gitarre sorgen für einen vollen, satten Klang und dies gefällt auch dem Publikum.

TBoG @ Gothik meets Klassik 2017

Dies zieht sich durch das Programm der Musiker und stellt einen enormen Kontrast zu den anderen Bands des Abends dar. Gothik Blues mit einem Hauch Dark Wave, aber auch Rock’n’Roll sind etwas anderes, aber wirklich geniales, um den Abend zu eröffnen. Dies merkt man sehr gut im akustischen Schlusslied, „Down on the Lane“, indem nahezu alle Elemente zusammenfallen. Das Publikum hat die Musiker über die 40-minütige Show mit starkem Applaus getragen und dies zu Recht.

 

Stahlmann

Nach 20 Minuten Umbaupause wird es hart und laut im Haus Auensee. Das Intro beginnt mit weißem Licht und Schlagzeug, Bass, Gitarre und Sänger betreten nacheinander die Bühne. Mit dem Ende des Intros steigen die Musiker in den Song „Bastard“ ein und sofort wird man an den Musikstil der Neuen deutschen Härte erinnert. Man merkt, dass das Publikum nicht nur die leisen Töne mag, denn mit dem Ende des Liedes, hört man lauten Applaus. Da die Hände einmal oben sind, sollen sie dort auch bleiben und es soll mit Stahlmann richtig gefeiert werden, wie Sänger Martin verkündet. Dies wird auch bei „Adrenalin“ und der zugehörigen Lichtshow deutlich. Gelb-orangene Grundtöne, viel Stroboskop- und bewegtes Licht verleihen dem Lied zusätzliche Aggressivität. Das Publikum wird nun immer stärker angeheizt. „Der Schmied“ lässt das erste Mal des Abends die Stimmen erklingen und dies bis in die letzten Reihen.

Nun erfolgt ein Stimmungstest seitens der Band und es ist festzustellen, dass das Publikum die Musik und Show geniest, denn die Stimmung ist richtig ins Rollen gekommen. Mit „Spring“ wird dies nochmal deutlich, indem die Musiker das Publikum anhalten zu springen und dies wird von mehr als der Hälfte des Saales durchgeführt.

Stahlmann @ Gothik meets Klassik 2017

Es wird dunkel und Stroboskope, wie auch Moving Heads in weißem Licht erfüllen ab und an die Bühne, dennoch ist die Bühne meist dunkel. Das Lied heißt „Schwarz“ und passt zur Farbe des Publikums, was auch dazu führt, dass der Text im Refrain vom Publikum aufgenommen und ab der Hälfte des Liedes laut mitgesungen wird. Bevor das letzte Lied erklingt, erklärt Sänger Martin, dass dieses Konzert das letzte für Gitarrist Frank „Schattenmann“ ist, was eher verhalten vom Publikum kommentiert wird. Das letzte Lied der 30-minütigen Show von Stahlmann ist „Süchtig“ und lies das Publikum nochmals richtig feiern.

Show und Musik waren der komplette Kontrast zu The Beauty of Gemina, was aber nicht für die Stimmung gilt, diese ist sogar noch gestiegen.

Tanzwut

Im Saal herrscht nun dichtes Gedränge und pünktlich 21:15 Uhr gehen die Lichter aus und das Intro für Tanzwut erklingt. Rotes Licht entflammt und drei Dudelsackspieler kommen auf die Bühne, direkt gefolgt vom Schlagzeuger und dem Rest der Spielleute. Teufel trat herein, mit einer Maske entsprechend seines Namens und drei weiteren Narren-Masken um sich herum. Die sieben Musiker spielten „Freude schöner Götterfunken“ verschmolzen mit „Schreib es mit Blut“ vom aktuellen Album. Das Publikum hat merklich Spaß, denn es gibt in den vorderen Reihen viel Bewegung und nachdem die Musiker endeten erklang heftiger, lauter Applaus. Noch während des Applauses sollen die Hände in der Luft bleiben und ein Meer aus Händen wird gebildet, welches sich zum nun folgenden Titel „Meer“ in Wogen hin und her bewegt. Teufel begrüßt das Publikum und freut sich wieder einmal in Leipzig zu sein. Der letzte Auftritt der Band war zum WGT in diesem Jahr. Laut Teufel ist in Leipzig viel Aberglaube zu finden und aus diesem Grund spielen die Musiker jetzt „Freitag der 13.“ Um auch die letzten Unbeweglichen im Publikum zum Tanzen zu bringen, möchte Tanzwut nun einen Zauberspruch spielen, damit das müde Fleisch sich bewegt. Es folgt eines der ältesten überlieferten Lieder im Bereich des Mittelalters und auch einem Lied, was man gern auf Mittelaltermärkten hört, der „Merseburger Zauberspruch.“ Hier kann man erkennen, dass Tanzwut ursprünglich vom Mittelaltermarkt kommt, wo sie auch heute ab und an wieder zu finden sind. Dennoch gibt es keine andere Band, die dieses Lied soweit interpretiert hat, dass Dudelsackparts gefolgt von gesanglichen Parts abgewechselt und mit choralem Gesang erweitert vorgetragen werden. Es folgt der direkte Übergang zu „Das Gerücht“ und „Stille Wasser“. Erneut werden die Hände zu einem Meer geformt und die ersten Headbanger des Abends sind zu sehen.

Tanzwut @ Gothik meets Klassik 2017

Des Teufels Großvater erzählte immer wieder Geschichten von Reitern, „Reiter ohne Kopf.“ Der Saal war nun dunkel und zwei Skelette tanzten im Schwarzlicht umher, wobei Kopf und Körper unabhängig voneinander agierten, was dem Publikum sehr zusagte. Es folgten „Geteert und Gefedert“, sowie „Tod Bin“, wobei hier erneut alles dunkel war. Der Tod solle wie in Mexiko gefeiert werden. Zu sehen waren Musiker mit Sombreros und 2 Todeskarten, welche im UV-Licht leuchteten. Neben den Karten des Todes wurden die Stars der Unterwelt eingeladen und in Masken der Folterknechte der Unterwelt spielte Tanzwut nun „Spiegelkabinett.“ Die Bühne ist voller verrückter Musiker, wie auch das Publikum. Alle sind somit Eins oder auch „Brüder im Geiste.“ Das aktuelle Konzert ist das vorletzte Rockkonzert in diesem Jahr, dennoch sind Tanzwut mit ihrer akustischen Tour auf Burgen und Schlössern in der Nähe anzutreffen. Als Abschlusslied erklingt „Hymnus Cerber!“ und das Logo von Tanzwut wird mittels leuchtender Polygone am Ende des 55-minütigen Konzertes dargestellt.

 

OOMPH!

Das Publikum wird langsam unruhig und mit lautem Klatschen soll die Band in den Saal gerufen werden. Das Intro beginnt und im Saal wird es laut. Während die Band eintritt, erklingen laute Rufe und Jubel. Dennoch ist das nicht alles, denn als Sänger Dero auf der Bühne erscheint, herrscht absolute Euphorie. Mit dem Intro erklingt ebenfalls „Das Weiße Licht.“ Es folgt ein direkter Übergang zu „Gott ist ein Superstar“ und das Publikum singt laut den Refrain mit. Im Folgenden wird „Träumst du“ gespielt, worüber die Anwesenden sehr erfreut sind. Bei diesem Lied wird das Publikum dauerhaft animiert zu klatschen, die Band anzufeuern und zu springen. „Mein Schatz“ wird nachfolgend gespielt und hierbei kann man bis in die letzten Reihen ein durchweg textsicheres Publikum singen hören. Es folgt ein Lied vom ersten Album, „Der neue Gott,“ welches rhythmisch ausgeprägt ist und dem Publikum einfach macht zu klatschen. Dies wird dankend angenommen und der komplette Saal hat die Hände in der Luft. Es geht direkt weiter mit „Sandmann“ und dem Publikum wird keine Ruhe gegönnt.

OOMPH! @ Gothik meets Klassik 2017

Gesang, klatschen und springen wird den Anwesenden abverlangt. Die Band verliert wenig Worte zwischen den Liedern und deren Entstehung bzw. deren Bezug zur Band. Dero hebt beide Hände zur Seite und stellt ein Kruzifix dar.  Englischsprachiger Text erklingt und das Publikum rastet völlig aus zu „Gekreuzigt.“ „Jetzt oder Nie“ und „Niemand“ fordern dem Publikum erneut einiges ab. Während das Lied „Kleinstadtboy“ erklingt, singen alle mit, ebenso wie bei „Labyrinth.“ Als vorletztes Lied ist das wohl bekannteste Lied der Braunschweiger Band zu hören. „Augen auf!“ wird gespielt und der komplette Saal ist in absoluter Ekstase. Das Letzte Lied nach 60 Minuten durchgehender Publikumsanimation ist „Alles aus Liebe“ und einem Outro, welches lediglich durch Trommeln und Publikumsgesang getragen wird.

 

Letzte Instanz

Es ist kurz vor 24 Uhr und der Saal ist noch immer gut gefüllt. Das Licht geht aus und das Intro beginnt. Bei blauem Licht kommen nacheinander unter lautem Beifall Benni, Rico, Andy, Bernie und Michael auf die Bühne. Als Holly die Bühne betritt wird es laut im Publikum. Vom Intro geht es direkt in das Lied „Steh auf“ und das Publikum ist sofort begeistert. Ohne Umschweife geht es direkt zu „Liebe im Krieg“ und einem Statement der Band, verkündet durch Sänger Holly. Die Letzte Instanz distanzieren sich ausdrücklich von Fremdenhass, Gewalt in jeglicher Form und Krieg, getreu nach dem Motto „Make love not war.“ Jeder weiß, dass die Band klare Worte zu öffenltich kontroversen Themen, als auch aktuellen Geschehnissen findet und sich nicht scheut diese auszusprechen. Das Licht im Saal wird nun rot und es folgt das Lied Blutmond.

Holly begrüßt nun das Publikum ausführlich und heizt es weiter an. Mit einem kurzen „Hey“ und pulsierenden Fäusten wird „Flucht ins Glück“ eingeläutet. Der Sound wird nun satt und „brachial.“ Das Publikum singt sehr laut mit und das Lied endet mit euphorischem Applaus. Holly fragt im Publikum, ob jemand allein ist und pickt sich Conny auf der linken Seite. Er fragt, welcher Herr denn auf der rechten Seite allein sei, aber es traut sich keiner. Das nun folgende Lied ist für alle Paare, Eheleute und frisch verliebten. Im Publikum stehen die Pärchen eng hintereinander und fest umschlungen und wiegen sich im Sound von „Blind“.

Letzte Instanz @ Gothik meets Klassik 2017

Es folgt „Weiß wie der Schnee“ und die ersten verlassen das Haus Auensee. Dies liegt nicht an der Band, sondern dann doch an der fortgeschrittenen Zeit und dem nun langen musikalischen Abend.

Nun kommt Holly zurück auf Conny und bittet alle Anwesenden die Hände zu erheben, um diese dem oder der Nachbarin zu reichen. „Wir sind allein“ erklingt und das Publikum singt erneut sehr textsicher und laut mit, speziell am Ende des Liedes. Es folgte „Herz aus Stein“ und das Publikum ist auch hier vollständig dabei.

Das Licht geht aus und der Spot fällt auf Benni, der nun mittig auf der Bühne steht. Er erzählt, dass die Instanz im kommenden Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert und er dankt den Veranstaltern, den Mitwirkenden und dem Publikum für die langjährige Unterstützung. „Wir sind eins“ folgt auf Bennis Ansage und im Schlachthof hört man einen Chor aus Stimmen, die zu einer verschmelzen.

Gothik meets Klassik besteht aus einem Abend mit Rockmusik und einem Abend indem die Lieder im klassischen Gewand gespielt werden. Als Unterstützung für die Veranstaltung hatten die Letzte Instanz einen Aufruf, um eine Sängerin zufinden, durchgeführt. Diesen Aufruf hatte Johanna Krins von Delva für sich entscheiden können und wurde nun auf die Bühne gebeten. Es folgte „Kalter Kuss“, den beide sehr harmonisch sangen. Johannas volle, warme Stimme passt zu Hollys Stimme sehr gut und in den Duettstücken ergänzen sie sich gegenseitig trefflig. Unter enormen Applaus fragt Holly, ob ein weiteres Lied gewünscht ist und dies ist auch der Fall. „Der Garten“ mit der voluminösen Stimme Johannas ist durchaus der Gänsehautmoment des Abends.

Letzte Instanz @ Gothik meets Klassik 2017

Die Zeit rennt und es ist mittlerweile 1 Uhr. Man bemerkt, dass das Publikum nun über fünf Stunden Musik hinter sich hat und Müdigkeit macht sich breit. eine weitere Welle Menschen verlässt das wirklich großartige Konzert. Es ist mittlerweile nur noch der feierwütige, harte Kern vorhanden. Es folgten die letzten beiden Lieder „Mein Todestag“ und Finsternis“ Das noch vorhandene Publikum singt mit und verlangt nach einer Zugabe.

Diese wird gespielt und mit „Komm!“ und „Von Anfang an“ ein letztes Mal Leben in den Saal gebracht, bevor sich jeder nach Hause begibt. Das Publikum hat nun 6 Stunden Musik hinter sich und ist durchaus gezeichnet.

Letzte Instanz @ Gothik meets Klassik 2017

Aus meiner Sicht war die Performance von „Letzte Instanz“ sehr gelungen und wie man erwartet überaus professionell, dennoch konnte man feststellen, dass der Sound hin und wieder nicht gepasst hat. Das Intro hatte zu viel Bass, sodass neben den Vibrationen der Bässe nichts mehr zu hören war. Weiterhin war Holly am Anfang zu laut und der Klang eher weniger brachial, eher zu höhenlastig. nasal. Gegen Ende des Konzertes war Holly sehr schlecht zu hören und die Bässe waren erneut viel zu intensiv, sodass der Sound von Violine und Gesang unterging.

Der Abend an sich war musikalisch gesehen sehr gelungen und eine Steigerung war vorhanden, dennoch ist die Anzahl der Bands bzw. die Spieldauer insgesamt zu lang, denn ab der Mitte des Oomph Konzertes wurde das Publikum zusehends weniger.

Versengold und dArtagnan

dArtagnan und Versengold

Nachdem die Veranstaltung aufgrund der großen Nachfrage vom Beatpol in den kleinen Saal des Alten Schlachthofes in Dresden verlegt wurde, waren auch hier alle Karten ausverkauft und das Konzert wurde in den großen Saal verlegt. Es waren ca 1100 Karten verkauft und die Stimmung war verheißungsvoll, dass der Abend in Dresden eine riesen Party wird.

dArtagnan:

Es ist 21 Uhr und der hervorragend gefüllte Saal verdunkelt sich. Das Intro beginnt und die drei Musketiere stürmen unter Jubel die Bühne. Der Spot richtet sich auf Ben und „Neue Helden“ erklingt. Das Publikum stimmt schlagartig ein und der komplette Saal singt.

Nun sollte Bewegung in das Publikum gebracht werden und „Die Nacht gehört dem Tanze“ erfüllte hierzu ihren Zweck und im hinteren Bereich der Anwesenden wurde begonnen zu tanzen. Ohne viele Worte zu verlieren geht es weiter mit „Ehre wem Ehre gebührt.“ Bei diesem Lied merkt man, dass das Publikum sehr textsicher ist und der Schlachthof ist von Gesang erfüllt. Der Gesang im Publikum war auch im folgenden Lied zu hören, welches als Ode an die Frauenwelt gesungen wurde –„So wie du“ – und endete mit lautem, tosenden Applaus. Unter dem Deckmantel des in der Mittelalterszene bekannten Merseburger Zauberspruches erklang im folgenden Stück „Komm mit“ und im Publikum werden die Feuerzeuge gezückt, um das Licht und Feuer zu entfachen. Auch hier gab es tosenden Applaus für dArtagnan.

Nun wurde es „enger“ auf der Bühne und ein zusätzlicher Musiker wurde auf die Bühne gerufen. Zu „Was wollen wir trinken“ wurden dArtagnan von Flo (Versengold) unterstützt und wer Flo kennt, weiß, dass auf der kompletten Bühne noch mehr Bewegung herrscht, wie dies im Normalfall schon wäre. Die Begeisterung für den Gastmusiker und die Darbietung war enorm.

Es folgte ein weiteres Lied aus dem aktuellen Album „Verehrt & Verdammt.“ Mit „Jubel“ erbebte der Schlachthof in „Jubel, Jubel, Jubel, …“-Schreien. Um zu feiern, muss man sich die Freiheit erkämpfen und durchaus heldenhaft sein und dazu spielten die Musketiere „En Garde.“ Wie in „En Garde“ erwähnt, muss man gemeinsam Seit an Seit stehen und eben jenes Lied wird nun aus dem ersten Album gespielt. Das Publikum überzeugt erneut mit Textsicherheit und Sangeskunst. Das letzte Lied gehört dem Abschied vom Publikum und „Das letzte Glas“ erklingt. Ebenso wie sich die Band vom Publikum verabschiedet, verabschiedet sich auch das Publikum von der Band. Eine Zugabe wird nicht gespielt, doch werden einige der Musiker erneut bei Versengold zu sehen sein.

dArtagnan hat das Publikum gebührend in Fahrt gebracht, alle angeheizt und jeder wartete nun gespannt auf das, was nun folgen wird. VERSENGOLD.

 

Versengold:

Der Saal ist dunkel und sehr gut gefüllt. Die Bühne ist verhangen mit einem Schwarzen Tuch, auf dem das Logo des Funkenflug Albums prangert. Blaues Licht erstrahlt und das Intro beginnt. Mit dem endenden Intro geht es auch schon los und „Niemals Sang- und Klanglos“ ertönt. Das Publikum ist vom ersten Ton an begeistert und aus dem Häuschen. Die erste Reihe singt mit Malte Ton für Ton und Silbe um Silbe. Ohne viele Worte zu verlieren geht es weiter mit „Versengold“. Es folgten „Funkenflug“ und „Kein Trinklied“.

Nun kamen wir zu einem, dessen Ursprung laut Malte in den Reisekatalogen diverser Urlaubsanbieter zu finden ist. Es geht genauer gesagt um Irland, welches Malte im Sommer besucht hat und alle im Lied genannten Tatsachen bestätigt. Da er nun das irische Feeling auf die Bühne holen möchte, verstand es sich, dass man neben der Musik auch Schafe wiederfindet. Hierzu hat er „Ben als haarigen Ausgleich zu den fehlenden Schafen“ auf die Bühne gebeten. –woher Malte auch immer weiß wie behaart Ben ist.-

Nun folgte der nächste Höhepunkt, indem Flo zu „O’Rileys Lichterfest“ einmal quer durch die Halle geschoben wurde und dem Publikum sehr nahe war, was allen sehr gefallen hat und wofür es im Anschluss auch tosenden Applaus gab. Es folgte „Samhain“ und „Haut mir kein Stein.“ Letzteres behandelt ein für Malte wichtiges Thema und Flo wechselt hierzu zum Keyboard. In dem Moment, wo Malte mit „Ich hoff es ist noch lange hin…“ singt, hört man, wie ca. 1100 Menschen synchron mitsingen und an dieser Stelle einen Gänsehautmoment verursachen.

Anschließend folgte „Feuergeist“ und „Biikebrennen“, bevor es zu einem Lied kommt, welches bisher nur auf der Tour gespielt wurde. Dieses war „Herz durch die Wand.“ Hierbei sei erwähnt, dass es mit Hackbrett und Mandoline gespielt wurde mit dem Ziel eine historischere Instrumentierung zu erhalten.

Versengold hat sich als Prämisse genommen mindestens eine Ballade während der Konzerte zu spielen. Normalerweise wäre nun die „Nebelfee“ gespielt worden, doch eine Besonderheit gab es nun in Dresden. Ein im Publikum Anwesender, Jens, hat sich per Mail an Malte gewandt und ihm erzählt, dass er diverse Schicksalschläge hinnehmen musste. Hierbei der schwerste vor kurzem passiert und er von Glück reden kann, dass er heute hier in Dresden sein konnte. Diese Möglichkeit hat er durch die Hilfe und Hilfsbereitschaft seiner Simone zu verdanken. Für diese Selbstlosigkeit hat er sich für Simone das Lied „Wolken“ gewünscht und die sechs Musiker, sowie das Publikum erfüllten ihm diesen Wunsch.

Kommen wir nun von einer Ballade zu einem Klassiker, der bei einem Versengold Konzert nicht fehlen darf. „Wem? Uns!“ brachte das Publikum zum Tanzen und Mitgrölen. Es folgte „Das wär‘ ein Traum“, bevor das Lied zu Ehren des auf Maltes Schreibtisches befindlichen Gummibaums folgt. „Spaß bei Saite“ mit einem singenden und springenden Publikum.

Weiter ging es mit Klassikern, wie „Paules Beichtgang“ und dem obligatorischen „Ablasstanz“, bevor „Solange jemand Geige spielt“ vom neuen Album erklingt. Das vorletzte Lied soll dem edlen Getränk gewidmet werden, welches die Kehlen erfrischt und mit „Hoch die Krüge“ soll diesem gehuldigt werden. „In aller Ohr“ wollen die Musiker den Leuten bleiben und spielen dieses als letztes Lied, doch nicht mit den Menschen in Dresden, denn die können nicht genug bekommen. Mit lauten „Zugaberufen“ werden die Musiker von Versengold wieder auf die Bühne geholt.

Am 26.10.2018 und 27.10.2018 soll die Jubiläumsshow zu 15 Jahren Versengold erfolgen und um damit sich Versengold hierzu vorzubereiten kann, wurde nun ein 15-minütiges Medley bestehend aus neun Liedern gespielt. Diese waren nacheinander „Drey Weiber“, „Seemannsgarn“, „Einerley“, „Im Namen des Folkes“, „Ihr seid Musik“, „Dreck am Stecken“, „Schon immer mal“, „Immer schön nach unten treten“, „Highway to Hell“, gesungen von Eike und um den Bogen zu schließen das Ende der „Drey Weiber“.

Doch das ist noch nicht genug es ging weiter mit dem „Weinfass“ und hierzu kamen die Musketiere von d’Artagnan herein, wobei sich Tim in einem angedeuteten Weinfass versteckt hat. Unter tosendem Applaus und einem riesen Dank! an Dresden wurde es auf der Bühne nun hektisch und zum „Weinfasstune“ wurde diese auseinander genommen.

Musik, Show und Setlist haben ihre Wirkung nicht verfehlt und das hat das Publikum mit sehr viel Begeisterung, Spaß beim Mitsingen und Freude honoriert. Man merkt, dass Versengold von Tag zu Tag, Show zu Show und Album zu Album immer besser wird. Dies ist sicherlich nicht jedermanns Ansicht und viele frühere Fans ist alles zu „Popmusik“, doch hier lässt sich gern stundenlang streiten. Fakt ist, dass Versengold nichts mit allgemeiner Popmusik zu tun hat, sondern deutsche Folk-Musik spielt. Folk beschreibt populäre Musik, die Folklore angelehnt oder nachgeahmt ist. Diesbezüglich ist es nur nachzuvollziehen, wenn die Musik immer mehr Menschen anspricht und den Bezug zur Folklore herstellt.

Was ist noch passiert:

Interessant war auch eine Vorstellung der beiden Fanclubs am Ende der Veranstaltung, indem sie sich duellierten und sich dabei gegenseitig in Lautstärke und Text ihrer Bands übertreffen wollten. Ein Sieger konnte nicht ausgemacht werden, dennoch war es ein sehr schönes Schauspiel für alle Anwesenden.

Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Ein kleiner Review zum Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017. In 191 Tagen, am 20.10.2018 um 13.00 Uhr startet die diesjährige Ausgabe des Spektakels mit den folgenden Bands:
-Subway To Sally
-Versengold
-Mr. Hurley & Die Pulveraffen
-Knasterbart
-Trollfaust
-Fuchsteufelswild

Doch lassen wir das letzte Jahr nochmal einmal aufleben. Es ist 14.00 Uhr und die Sonne brennt vom Himmel, während Marktvoigt Ede das Festival eröffnet, doch er ist nicht allein, denn er hat eine Überraschung. Bruder Rectus betritt unter Applaus die Bühne des Festivalgeländes. Mit einer vom MPS bekannten Eröffnungsrede segnet er die Anwesenden mit Bier, Wein und Met. Die Eröffnung werden Trollfaust spielen und da es vom Publikum gewünscht wurde, haben die Jungs ein 90-minütiges Programm vorbereitet.

 

Trollfaust:

Der Platz füllt sich zusehends, während die fünf Musiker aus Donauwörth,  unter ihren Masken die letzte „Schlacht“ des Jahres einläuten. Mit instrumentalen mittelalterlichen Standard-Kompositionen und eigens kreierten Weisen bringen sie nach und nach das Publikum in Feierstimmung. Erste Publikumsstimmen werden laut bei einer Mixtur aus dem „Traubentritt“ und „We Will Rock You“ untermalt mit dem laut verkündeten Verlangen nach Schwarzbier. Doch neben dem Schwarzbier sehnt sich das Publikum nach einer neuen Platte und unter einem durchaus witzigen „Wir haben das Programm nun so lange gespielt, dass ich es satt habe [….] und wir bald ins Studio gehen, sodass 2018 eine neue Platte erscheinen wird.“ – Arachon –

Trollfaust @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Eine Interpretation von „Ai vis lo lop“ rundet das Programm ab. Als letztes Lied wurde „Hexenjagd“ gespielt und das bisher gut tanzende Publikum nochmals gefordert. Da das Publikum und auch der Veranstalter noch immer nicht genug haben konnten, durften die Fünf mit „Rausch der Nacht“ und „Ballade der Impotenz“ zwei Zugaben spielen. Das Publikum hat den Auftritt sichtlich genossen und freut sich auf das, was noch folgen wird.

 

Kilkenny Knights:

Weiter ging es mit Irish/Scottish Folk. Das Publikum hat sich ein wenig verändert und neben „Wikingern“ und „Piraten“ war auch der ein oder andere Kilt aufgetaucht. Das Publikum war anfangs verhalten, während die Coburger Musiker mit „Raise your Pints“ danach verlangten, dass Hörner, Krüge und Gläser in die Höhe gestreckt werden. Dies gelang nach und nach besser.

Kilkenny Knights @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Die Herren und die Dame hatten es dennoch recht schwierig die Anwesenden zu begeistern, was einerseits an der Wärme und andererseits an der Uhrzeit lag. Einen Slot später wäre die Begeisterung sicher besser ausgefallen. Dennoch haben sie sich die größte Mühe gegeben und den ein oder anderen Piraten mit „What shall we do with the drunken Sailor“ in Ekstase versetzt.

 

Dunkelschön:

Leider muss ich was den Bericht zu Dunkelschön angeht passen, da wir kurzfristig nicht mehr zum Festivalgelände eingelassen wurden. Dies lag daran, dass sich die Zugangsberechtigungen geändert hatten, sodass wir nochmals zur Kasse gehen mussten, um Zugang zum Gelände zu erhalten. Doch diese Zeit haben wir genutzt, um den Markt genauer unter die Lupe zu nehmen.

Dieser war sehr schön angelegt und man konnte alles erdenkliche aus Leder, Stoffen und Handwerk finden. Neben einem Metsieder konnte man auf Tieren aus dem Morgenland reiten, aber auch ein mittelalterliches Riesenrad genießen. Die Spielleute von Fabula Aetatis haben das Volk, welches Speis und Trank zu sich nahm, mit mittelalterlichen Liedern unterhalten. Es war für Jeden etwas geboten.

Mittelaltermarkt @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Auf dem Rückweg zum Festivalgelände sind uns die Zuschauer von Dunkelschön entgegengekommen und wir haben die Chance genutzt, um uns einen Eindruck vom Auftritt aus der Sicht des Publikums zu erhalten. Hierbei konnte man viel Positives hören, dass sich die Band immer weiterentwickelt hat und immer besser geworden ist. Vielen hat die Mischung der gespielten Lieder gefallen und auch die Performance.

Wir hätten uns gern selbst eine Meinung gemacht, um an dieser Stelle zu berichten, doch aus genannten Gründen war es uns leider nicht möglich.

 

Saltatio Mortis:

Die Dunkelheit brach nun herein und die Spielleute von Saltatio Mortis begannen ihr „Tagwerk.“ Mit einer Akustikshow traten Sie auf und haben wieder einmal ihre Klasse bewiesen. Sei es bei „Prometheus“, der den Menschen das Feuer brachte und eben jenes Feuer an den Seiten der Bühne die Nacht erhellte. Auch modernere Lieder im Stile von „Ohne Strom und Stecker“, wie „Gossenpoet“, „Wo sind die Clowns“ oder „Wachstum über alles“ wurden gespielt. Es ist immer wieder angenehm, wie vielschichtig die akustische Musik von Saltatio Mortis sein kann, als Beispiel sei hier „Der letzte Spielmann“ genannt, welcher immer ein Erlebnis sein kann.

Saltatio Mortis @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Der Auftritt von Saltatio Mortis war eine Reise „Back to the Roots“ und hat das Publikum stark begeistert. Diese Begeisterung konnte man auf dem Mittelaltermarkt hören, wie auch sehr deutlich im Bereich der Heerlager. Der Platz vor der Bühne war brechend voll, wie man es bei einem Konzert der „Totentänzer“ erwarten darf.

 

Feuerschwanz:

Den Ab(schl)uss des Abends gaben die Musiker von Feuerschwanz und ihrem Programm „Sex is Muss.“ Der Platz vor der Bühne war weiterhin stark gefüllt und das Publikum hielt trotz sinkender Temperaturen durch. Dies mag wohl an den Texten liegen. „Sex is Muss“, gefolgt von „Saufgelage“ und einem „Ringelpietz“ ließen das Publikum in Bewegung bleiben und heizte die Stimmung immer weiter dem Höhepunkt entgegen. Die Menge tobte bei „Wir lieben Dudelsack“ und unterstützten Prinz R. Hodenherz III. durch lauten Jubel.

Feuerschwanz @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

„Moralisch“ mit dem Lindwurm und das „Nachtlied“ rundeten das Set von Feuerschwanz ab. Das Publikum genoss die Mittelalterparty im Festivalbereich. Das letzte Lied war „Ruderboot“ und ein großer Teil des Publikums kam außer Atem aus dem Festivalbereich. Feuerschwanz war folglich der richtige Ab(schl)uss des Abends und dies kam beim Publikum gut an.

 

Bernsteyn:

Mit Folk Musik am Abend präsentierten sich die vier Musiker von Bernsteyn. Mit geselligem Gesang, melodiösem, träumerischen Violinenspiel und viel Begeisterung unterhielten Sie die Anwesenden auf dem Mittelaltermarkt. Der ein oder andere Tanz wurde schwunghaft angestimmt und begeistert vom Publikum angenommen. Ein verirrter, einzelner Pirat hatte sich vor der Bühne eingefunden, um neben Rum im Überfluss, musikalisch schöne Interpretationen vom „Drunken Sailor“ uvm. zu lauschen.

Bernsteyn @ Mittelaltermarkt und Festival zu Feuchtwangen 2017

Feuertanz Festival 2017 – Samstag

Heute in 133 Tagen geht es weiter! Tag zwei des Feuertanz Festival 2018!

Samstag:

Ingrimm

Den zweiten Festivaltag eröffneten die sechs Mittelalter-Rocker von Ingrimm. Angriffslustig starteten sie in ihr Set, dass an ruhigen und rockigen Facetten alles bot. Bei „Hängt ihn“ schrie das Publikum lauthals mit und es bildete sich eine tanzende Traube im vorderen Bereich des Festivalgeländes. Die mittlerweile stark ansteigenden Temperaturen haben hierbei den Tanzenden nicht geschadet und es wurde ausgelassen gefeiert. Am Ende ihres Sets wurde nach einer Zugabe verlangt, welche Ingrimm den Zuschauern gewährte. Es handelte sich um „Sag mir nicht.“

Ingrimm @ Feuertanz Festival 2017

Ingrimm verwies auf die bald erscheinende CD und bei dieser Leistung freut man sich auf das, was da kommen möge, denn jeder anwesende hatte eine Menge Spaß.

 

Dudelzwerge

Die zweite Band des Tages waren die Dudelzwerge, die am Freitag auf dem Mittelaltermarkt mit ihrer Musik aufgetreten sind. Auf der großen Bühne wurde die Band durch Sänger Steffen, einen Gitarristen und einen Bassisten erweitert. Es stellte sich heraus, dass der eigentliche Sänger von Rabenschrey aus Gesundheitsgründen nicht anwesend sein kann, daher hat Steffen kurzfristig übernommen. Man merkte hierbei an der ein oder anderen Stelle eine gewisse Unsicherheit, doch die rauchig, rockige und kraftvolle Stimme konnte überzeugen. Zwischen rockigen Lieder, wie „Moloch“, „Reiter des Lichts“ und „Saraphir“ wurden akustische Lieder, wie „Connemarra“ gespielt. Bei den akustischen Stücken wurden sie von Naomi an der Davul unterstützt.

Dudelzwerge @ Feuertanz Festival 2017

Mit dem Lied „Licht und Schatten“, machten sie auf ihre bald erscheinende CD aufmerksam. Die sieben Musiker haben bei Ihrem Auftritt, trotz der genannten Umstände, alles gegeben und haben das Publikum mitnehmen können. Wir werden sicher noch mehr von ihnen hören.

 

Fejd

Nach den Dudelzwergen folgte die schwedische Band Fejd, die alle Lieder in Ihrer Landessprache gesungen haben. Als Geheimtipp am Samstag haben sich viele Besucher auf dem Platz vor der Bühne versammelt und es wurden immer mehr. Die sechs Musiker traten mit Schlagzeug, E-Gitarre, Bass, Nyckelharpa, Keyboard und Drehleier auf. Mit ihrer lockeren und interessanten Art haben sie das Publikum sofort für sich gewonnen und starker Jubel wurde Laut. In der heißen Nachmittagssonne haben sie allen Anwesenden noch weiter eingeheizt. Von ruhigen, balladesken Melodien bis zum harten Metalsound war alles dabei.

Fejd @ Feuertanz Festival 2017

Sie sind ihrem Status als Geheimtipp gerecht geworden und haben musikalisch, wie auch stimmungstechnisch perfekt zum Feuertanz gepasst. Dies sah das Publikum ebenso und hat mit lauten Zugaberufen mehr haben wollen, was dem Publikum erfüllt wurde.

 

Tanzwut

Unter dichtem Rauch, der den Fotografen und dem Publikum der ersten Reihe den Atem raubte, kamen Tanzwut auf die Bühne. Mit ihrer harten, elektronisch untermalten und rockigen Mittelaltermusik ziehen sie jedes Mal das Publikum binnen Sekunden in ihren Bann. Ob „Freitag der 13.“ oder „Spiegelkabinett“, sie laden mit ihren Liedern zum Mitmachen und Mitsingen ein. Während das Publikum der ersten Reihen gebannt lauschte und die Hände hier und da zu einem Händemeer in die Höhe hob, tanzten im hinteren Bereich die Leute ekstatisch zu deren Musik.

Tanzwut @ Feuertanz Festival 2017

Tanzwut haben erneut ihre Klasse gezeigt und ihr Können unter Beweis gestellt. Auch die geforderten Zugaben haben Sie gespielt.

 

Feuerschwanz

Ob Pirat, Narr, Vikinger oder Prinzessin. Alle fanden sich zu einem riesen Gelage vor der Festivalbühne zu Feuerschwanz ein. „Sex is Muss“ und im Anschluss „Moralisch“ führten zu den ersten Crowdsurfer-Strömen des Tages. Nach dem dritten Lied wurde die Narrenkappe gezückt und der Lindwurm ging heftig tanzend und springend durch das Publikum. „Wunsch ist Wunsch“ oder auch die „Ketzerei“, stetig waren die Mietzen präsent auf der Bühne. Hierbei war mit Zora von Vroudenspil eine durchaus bekannte Mietze auf der Bühne. Dem Publikum gefiel die Show und der Gesang war laut und durchdringend. „Metnotstand im Märchenland“ und „Seemannsliebe“ wurden gespielt. Nun wurde Felix vorgestellt und „Taugenix“ gespielt, während Hauptmann Feuerschwanz hinter die Bühne verschwand.

Während die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand, tauchte Hauptmann Feuerschwanz mit seiner Rüstung auf und „Krieger des Mets“ wurde gespielt, während die Mietzen den Methammer schwangen. Es folgten Zugaberufe und während die Zugaben gespielt wurden, wurden T-Shirts ausgezogen und „Das niemals endende Gelage“ gefeiert.

Feuerschwanz @ Feuertanz Festival 2017

Feuerschwanz hat wieder einmal gezeigt, dass man ausgelassen feiern soll und sich den Genüssen hingeben soll, um durchaus abschalten zu können. Die Anwesenden haben die Jungs und Mietzen gefeiert.

 

Eisbrecher

Der Headliner des Samstagabends war die Band Eisbrecher. Die Band wird der „Neuen Deutschen Härte“ zugeordnet und man fragte sich, ob sie für ein Mittelalter-Festival geeignet sind. Der vollends gefüllte Platz vor der Bühne und die Stimmung, sprach definitiv für sich. Während des Intros füllte sich die Bühne nach und nach mit den Musikern und als letztes kam Alex auf die Bühne. Mit den ersten gespielten Akkorden war die Richtung der Musik klar; „Immer nach vorn.“ Um den Genuss des Konzertes für alle zu ermöglichen, haben Eisbrecher am Anfang ihres Konzertes eine Art „Footoshooting“ gegeben. Hierzu konnten alle ihre Smartphones herausholen und Fotos machen, um diese danach in Ihren Taschen zu lassen.

Im Anschluss ging das Konzert weiter und das Publikum war hin und weg. Mit „1000 Namen“ erklang der Gesang im Chor und bei „Himmel Ar*** Zwirn“ schrie das Publikum lauthals. Die Lichtshow mit hellblauem Licht, die Musik und die Texte verschmolzen während des Konzertes zu einer Einheit.

Es wurde verkündet, dass am 25.08. die neue CD „Sturmfahrt“ veröffentlicht wird und nach der Vorstellung, die Eisbrecher bisher gezeigt hat, wird diese ähnlich gut wie das Konzert.

Eisbrecher @ Feuertanz Festival 2017

Weiter ging es mit „Miststück“, welches noch härter, als alle bisherigen Lieder war. Ein Crowdsurfer nach dem anderen wurde zur Bühne getragen und dies hielt das komplette Konzert über an.

Ob Eisbrecher eine Band für das Feuertanz Festival ist, muss jeder mit sich selbst klären und dazu haben sicherlich auch viele eine eigene Meinung. Was man mit Sicherheit sagen kann, ist, dass Eisbrecher mit Abstand die Band war, welche aus technischer Sicht den besten Sound des Wochenendes hatte, die mit Abstand interessanteste Lichtshow, ganz ohne Feuer und deren Ansagen abwechslungsreicher waren, wie die anderer Bands.

Feuertanz Festival 2017-Freitag

Heute in 132 Tagen geht es wieder los! Die Mittelalter-verrückten werden auf Burg Abenberg einfallen und zwei volle Tage Met in strömen trinken. Dazu hört man Musik von Schandmaul,  Alestorm, Mono Inc., Bannkreis, Mr. Hurley & die Pulveraffen, Letzte Instanz, Vroudenspil, The Dolmen, Metusa, Mr. Irish Bastard, Fuchsteufelswild, Bergtatt, Schelmish, The Sandsacks und Pampatut.

Die Vorfreude ist natürlich riesig, aus diesem Grund lassen wir uns nun nochmal fallen und lassen das letzte Feuertanz Festival nochmals Revue passieren.

Freitag:

Impius Mundi

Die fünf Musiker der niedersächsischen Spielmannstruppe von Impius Mundi waren der Opener des diesjährigen Feuertanz Festival. Die Gewinner des goldenen Zwerges, welcher Ihnen 2013 vom Festival Mediaval als beste MA-Rocktruppe verliehen wurde, eröffneten mit sattem Sound und jeder Menge Spaß das feierwütige Wochenende.

Kaum begonnen, hatten sie das Publikum in den Bann gezogen, welches die Band anfeuerte und mit ihnen tanzte. Bei „Fahr zur Hölle“ bildete sich eine Polognaise durch das komplette Publikum. Mit jeder Minute füllte sich der Platz mehr und mehr und war am Ende des Konzertes gut gefüllt.

Impius Mundi @ Feuertanz Festival 2017

Impius Mundi waren ein gelungener Opener für das diesjährige Feuertanz Festival und sie verzauberten mit Ihrer MA-Rockmusik die Anwesenden.

Weiter ging es mit einer Band, die durch Authentizität und Gänsehaut überzeugten:

 

Ye Banished Privateers

Zehn Musiker der 21 köpfigen Crew nahmen den Weg nach Abenberg auf sich. Als Geheimtipp wurden Sie gehandelt und konnten definitiv überzeugen. Ohne Intro startete Magda Malvina Märlprim mit a cappella Gesang das Lied „Annabel.“ Gänsehaut und ein Raunen ging durch das Publikum. Nach und nach setzten die anderen Musiker ein und das Publikum lauschte gespannt. Mit jeder Sekunde des Liedes strömten mehr und mehr Menschen auf das Konzertgelände. Das erste Lied endete und es war tosender Beifall zu hören und die Piraten im Publikum grölten lauthals. Im zweiten Lied wird der Cajon-Spieler gefoltert und im dritten Lied zieht eine Polognaise durch das Publikum. An Bühnenshow und Publikumsanimation wird nicht gespart. Die Privateers füllen zusehends den Platz, welcher nahezu aus den Nähten platzt. Ein weiteres Highlight ist „Yellow Jack“, welche für unter Quarantäne stehende Schiffe oder Lazarette steht und nach und nach kippt ein Musiker nach dem anderen um, während diese geschwenkt wird.

Ye Banished Privateers @ Feuertanz Festival 2017

Die Show der Privateers war für jeden im Publikum begeisternd und hat alle verzaubert. Dies macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Ihr neues Album „First Night Back In Port“ ist erhältlich und sollte in jeder Musiksammlung vorhanden sein.

Nachdem die Piraten die Bühne verlassen hatten, hat Hauptmann Feuerschwanz die zweite Band seines Mitmusikers Prinz Richard Hodenherz III. angekündigt und aus dem Thema Piraten wurde das Thema Musketierrock:

 

d’Artagnan

Die Musketier-Rocker von d’Artagnan, welche sich sowohl in der Mittelaltermusik, als auch in der Volksmusik zu Hause fühlen, waren die dritte Band am Freitag. Die Frauenherzen schmolzen dahin, als Felix, Ben und Tim die Bühne betraten. Es dauerte wenige Sekunden und das Publikum war begeistert. Der Platz war binnen Minuten komplett gefüllt und die Musiker erhielten mehr und mehr Beifall. Ob „Seit an Seit“, „Ehre wem Ehre gebührt“ oder „Meine Liebste, Jolie“, das Publikum war sofort Feuer und Flamme, sang jedes Lied mit.

Beim neuen Lied „Jubel, Jubel, Jubel“ holten sich die drei nahezu alle jungen Damen der ersten und zweiten Reihe auf die Bühne, sowie Ritter Pappelott (siehe Fotos), um mit dem Publikum zu jubeln.

d’Artagnan @ Feuertanz Festival 2017

Das Publikum nahm die drei herzlich auf und unterstützt von Bass (Sebastian Baumann), Schlagzeug (Matze Böhm) und Gitarre (Haiko Heinz) haben sie alles gegeben.

Von den Musketieren kommen wir nun zu naturverbundener Musik und Schamanenklängen:

Omnia

Der Platz vor der Bühne war prall gefüllt und Omnia starteten mit dem Song „Prayer“ von Ihrem aktuellen gleichnamigen Album, während das Publikum die vier bejubelte, als sie auf der Bühne erschienen. Es folgte „One Way Living“ und das Publikum sang mit Ihnen in einem einzigen Chor. Steve lobte die Verbundenheit der Festivalbesucher mit der Natur durch Camping und an einem so fantastischen, natürlichen Ort mit Ihnen feiern zu dürfen. Die Zuschauer genossen sichtlich den Auftritt von Omnia und bei „Earth Warrior“ gab es kein Halten mehr und alle sangen aus voller Kehle.

Omnia @ Feuertanz Festival 2017

Bei Abendsonne und heißen Temperaturen heizten Omnia den Festivalbesuchern weiter ein und zeigten, dass Sie nach einem halben Jahr Pause nichts an Faszination, Spaß und Freude verloren haben. Wir freuen uns schon auf weitere Auftritte wie diesen.

 

Fiddler’s Green

Die Abendsonne scheint auf die Festivalbesucher nieder und ein rot-schwarzes Banner wird gehisst. Das Backdrop von Fiddler‘s Green zu ihrer Devil Dozen Tour. Das Publikum ist bereits jetzt vor der Bühne versammelt und kaum ein freier Fleck ist noch zu finden. Es ertönt „Toccata und Fuge in d-Moll, BWV 565“ und leitet den Beginn einer großartigen Show von Fiddler’s Green ein. Das erste Lied ist „Leaving of Liverpool“ und mit ihrem Speedfolk kommt Bewegung in das Publikum, welches sie sofort begeistern. Es benötigt kaum zwei Minuten und der erste Crowdsurfer ist bei den Securities gelandet. Dies zieht sich durch das Programm der Erlangener Band. Wie immer war die Band präsent und ein sehr schöner „Glasgow Reel (Tam Lin)“ war von Tobias an der Geige zu hören. „Mr. Tickle“, „Here We Go Again“ oder „Down“ durchschlugen das Publikum, welche nicht genug bekommen konnten und Fidder’s Green gaben Zugaben, wie „Folk’s Not Dead“.

Fiddler’s Green @ Feuertanz Festival 2017

Es war ein sehr gelungener Auftritt von Fiddler’s Green und dies honorierten die Anwesenden mit tosendem Applaus, doch nun war es an der Zeit für den Umbau, denn der Headliner des Abends folgte. SALTATIO MORTIS.

 

Saltatio Mortis

Nachdem die letzten Sonnenstrahlen das Ende des Tages verkündet haben, kühlte die Luft ab, doch nicht das Feuer in den Herzen der Fans von Saltatio Mortis. Die ersten 10 Reihen wurden belagert und man drängte sich dicht an dicht, um freie Sicht auf die acht Musiker zu erhalten.

Die Bühne war dunkel und auf ihr befanden sich sechs unentzündete Feuerschalen. Das Intro der Zirkus Zeitgeist Tour war zu hören und ein Musiker nach dem anderen tauchte, unter heftigem Beifall des Publikums, auf der Bühne auf. Die Musiker haben sich für den Auftritt auf dem diesjährigen Feuertanz viel einfallen lassen. Von „Des Bänkers neue Kleider“, „Prometheus“ über „Wachstum über alles“ bis „Habgier und Tod“ und „Eulenspiegel“ war alles dabei, was das Herz der Fans begehrte.

Zwischen den Liedern ward es das ein oder andere Mal dunkel auf der Bühne und die Feuerschalen wurden entzündet. „Das Feuertanz-Festival ist ein Mittelalter-Festival und wir sind eine Band, die auf dem Markt groß geworden ist und wollen euch auch auf der großen Bühne die Marktmusik vermitteln.“ Mit diesen Worten nahm Lasterbalk seine Davul und es wurden „Der Knöterich“ und weitere Lieder im Feuerschein gespielt. Dieser Wechsel des Programms kam bei den Besuchern gut an.

Saltatio Mortis @ Feuertanz Festival 2017

Bei Rattenfänger erfolgte das obligatorische Crowdsurfing von Alea, was bei keinem Nachtkonzert der Totentänzer fehlen darf. Am Ende gab es eine Überraschung, indem alte Bekannte von Saltatio Mortis nochmals die Bühne mit ihnen teilen durften. Bastian Brenner von Fuchsteufelswild, alias Cordoban der Verspielte und Dr. B Samuel betraten, unter heftigem Applaus, die Bühne und es wurde zusammen der Spielmannsschwur zelebriert. Durch Zugaberufen wurden beispielsweise „Wer zuletzt lacht“ und weitere gespielt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Saltatio Mortis mit Ihrem Programm eine Zeitreise durch die letzten 14 Jahre ihrer Bandgeschichte beschritten haben und frühere Musiker mit auf die Bühne holten. Dies ist beim Publikum sehr gut angekommen und stellte eine feurige Mischung aus Rock- und Mittelalterprogramm dar.

 

Tir Nan Og

Das Mitternachtskonzert am Freitagabend durften die Folk-Rocker von Tir Nan Og im Burgsaal geben. Dies war ein Auftritt ohne Ella, welche die Band vor kurzem verlassen hat. Doch dies soll kein klanglicher Nachteil sein. Als Musiker sind Sarah und Andy hinzugekommen. Sarah, welche schon zum Oberurseler Minnestreit dabei war spielt Querflöte und löst Ella am Gesang ab. Andy ist neu hinzugekommen und unterstützt die Truppe mit Tin Whistle und Schäferpfeiffe.

Ihr Set starteten Tir Nan Og mit „Leis a Lurrighan“ und man bemerkte ihre Freude an der Musik und die Energie. Der Burgsaal hat sich während des 1. Liedes gefüllt und es wurde sehr ausgelassen getanzt. Mit jedem Lied, was Tir Nan Og spielte, stieg das „Pub-Feeling“ im Burgsaal und das Publikum war begeistert. Die Erste Überraschung zeigten die Musiker mit „3 Nights in Town.“ Hierbei änderte sich die Instrumentierung, indem Matze statt der Violine eine Nyckelharpa zur Hand nahm und Andy die Schäferpfeiffe. Hierbei ergab sich ein voluminöser, großartiger Sound und lässt die Spannung auf das neue Album steigen. Johnny the Pirate und Raise your glass, ebenfalls mit Schäferpfeiffe gespielt, lassen den irish Folk richtig aufleben und das kommt auch beim Publikum an.

Tir Nan Og @ Feuertanz Festival 2017

Die Stimme von Sarah ist dominanter und aggressiver, als die Stimme von Ella und bringt somit noch mehr Druck in die Lieder. Ergänzen sich die Stimme von Robert und Sarah? Das kann jeder selbst feststellen, doch meiner Meinung nach auf jeden Fall und es macht wirklich Spaß zuzuhören. Die Querflöte von Sarah wird nun in noch mehr Lieder eingebracht und füllt diese mit dem warmen weichen Klang und in Kombination mit dem knackigen Tin Whistle Sound eine gute Kombination.

Alles in allem war es ein großartiges Konzert von Tir Nan Og, dem die Musiker von Fiddler’s Green, Feuerschwanz u.a. beiwohnten und lobende Gesten zeigten. Das Publikum konnte nicht genug bekommen und wollte eine Zugabe nach der anderen und Tir Nan Og hätte sicherlich bis in die Morgenstunden weiterspielen können, wenn sie gedurft hätten. Sehr gelungen und mit jeder Menge Spaß!

Irish Folk von Tir Nan Og!

SVBWAY TO SALLY – Festhalle Annaberg-Buchholz

Subway to Sally – NEON-Ekustik Tour 07.04.2017 – Festhalle Annaberg-Buchhaolz

 

Die Festhalle in Annaberg-Buchholz, meist genutzt für Tanzveranstaltungen oder als Ort, an dem Komiker wie Olaf Schubert ihr Programm darbieten, diente am 07.04.2017 der Beherbergung der Gothic- und Mittelalterszene in Sachsen. Zuschauer aus den Regionen Görlitz, Dresden, Halle, Leipzig, Köln, und weiteren Orten folgten der Einladung von Subway to Sally. Die Festhalle, welche rund 1400 Plätze bietet, war nahezu gefüllt und bot eine Akustik, die selten so gelungen war. Neben der großen PA, wurden links, mittig und rechts der Bühne weitere, kleinere Boxen aufgestellt, sodass man zu jederzeit, an jedem Ort einen absolut genialen Sound hatte, was sich als musikalisches Erlebnis definitiv ausgezahlt hat. Die Bühne ist so dekoriert, dass sich um jeden Instrumentalisten eine Art Bilderrahmen aus Rohren mit eingebauten LED-Zylindern befindet. Dazu kommen auf der Bühne verteilt Laternen, die sowohl allein, wie auch in Kombination mit den LED-Zylindern die Bühne je nach Stimmung illuminieren. Ein Genuss für Auge und Ohr.

Als das Licht erloschen war, hörte man Glocken läuten und hallenden Mönchgesang, während das „Cob Dickie“ auf die Bühne ging, von einem einzelnen Scheinwerfer beleuchtet, seine Hand über eine Blau leuchtende Sphäre legte und die Effekte aktivierte. Nun kamen nach und nach die restlichen Musiker auf die Bühne. Durch die Effekte wird ein erster musikalischer Höhepunkt erzeugt, der gehalten wird – Ruhe – das Licht geht an und das Lied „Wenn Engel hassen“ begann. Dieses überzeugt am Anfang und in den Refrains mit viel Volumen und Dramatik. In den Strophen war Ruhe und viel Gefühl vorherrschend. Ein kurzes elektronisches Solo unterbricht hierbei keinesfalls den Fluss des Liedes, sondern erweitert es um eine weitere Ebene musikalischer Vielschichtigkeit. Dies zeigt sich auch im heftigen Beifall des Publikums.

Es folgt „Die Rose im Wasser“ mit einem Schlagzeug getriebenen Anfang, hierbei hört man, dass viel Wert auf die Akustik gelegt wird, denn das Schlagzeug von Simon sieht einerseits aus wie ein normales Schlagzeug, andererseits ist dieses eher als E-Drum zu sehen um damit die Lautstärke zu verringern. In der Mitte des Liedes ist ein Lautensolo enthalten, welches mystisch untermalt die Atmosphäre hebt und für Gänsehaut sorgt. „Verloren“ ist das nächste Lied, welches zu hören war. Hierbei ist die Effektsektion anfangs eher hintergründig, doch wird einem dadurch Kälte und das Gefühl etwas Kleines zu sein, vermittelt, das vom blauen Bühnenlicht untermalt wird. Ein Violinsolo von Ally mit Schlagzeug animiert das ohnehin schon tanzende Publikum zum Klatschen, gefolgt von einem Thereminsolo.

Unter giftgrünem Bühnenlicht spielen die 8 Musiker „Böses Erwachen.“ Auch hier hält sich der Einsatz der Effekte in Grenzen. Das Theremin unterstützt die Violine und das Publikum unterstützt mit Gesang und Klatschen die acht Musiker. Mit Flötenklängen und Ruhe geht es weiter. „Mitgift“ steigert sich unter klatschendem Publikum im Tempo und steigert somit die Spannung, welche sich im Wechselspiel zwischen Violine und Effekten entlädt um anschließend wieder in Ruhe mit gezupften Gitarrenklängen zu münden.

Ein Mann liebte seine Frau über den Tod hinaus, damit wird er immer und zu jeder Zeit zu seiner Liebe stehen. Dies soll mit der Mördergeschichte „Schwarze Seide“ ausgedrückt werden. Ruhige und gefühlvolle Klänge beginnen das Lied, indem die Effektsektion dominanter. Es sind das erste Mal die Neonröhren zu den Seiten der Instrumentalisten beleuchtet und bilden mit dem Hintergrund ein kühles, aber stimmungsvolles Bild. Ein durch die Laute dominiertes Lied folgt nun mit „Ins Dunkel.“ Es führt im Publikum zu wippendem hin und her bewegen und tosendem Beifall.

„Eines der schönsten Lieder, welche Ingo geschrieben hat folgt nun.“ Bei hellblauem Licht soll die kalte Stimmung von Eis, passend zum folgenden Lied ausgestrahlt werden. Mit Violine und Orgeleffekt, einem Moment des Innehaltens nach dem ersten Refrain wird Spannung aufgebaut und anschließend erhebt das Publikum wie in Ekstase die Stimme und singt mit Eric Fish zusammen „Eisblumen“ bei Violine, Flöte und jeder Menge Gänsehaut. „Henkersbraut“ bringt nach dieser Ballade Tempo in die Menge. Mit vielen treibenden, dominierenden Effekten wird das Publikum erneut in Bewegung gebracht und angeheizt. Die Effekte spielen in diesem Lied eine zentrale Rolle, denn mit Chorgesang und Dubstepeffekten erhält das Lied noch mehr Raum und Spannung.

Während des nun folgenden Liedes verlässt Dickie die Bühne und es folgt eine rein akustische Version von „Traum vom Tod.“ Es kommt eine Nyckelharpa zu Einsatz und zusammen mit Violine, Gitarre, Bass und Schalmei könnte man meinen, dass man back to the roots möchte. Dies wird mit dem nun folgenden auch nochmal bestärkt. Man hört ein Lied, welches einst vom einem Schotten geschrieben wurde und von einem Deutschen adaptiert wurde. In der Mittelalterszene ist dieses Lied unter dem Namen Rabenballade bekannt. Die Interpretation mit anderem Text von Subway to Sally nennt sich hier „Krähenfrass.“ Das Publikum ist vollauf begeistert.

Die Bühne leert sich und lediglich Ingo bleibt mit dem Publikum und einer Konzertgitarre zurück. Er spielt und das Publikum singt „Maria.“ Anfangs war das Publikum etwas unsicher, doch mit der steigenden Textsicherheit wurde der Gesang lauter. Das Publikum bejubelt sich selbst und diese fabelhafte Stimmung. Die Musiker kommen zurück auf die Bühne. Im Hintergund ist das Licht rot und im Vordergrund grün, ähnlich einer Rose. „Kleid aus Rosen“ ist effektgeladen und sehr rockig. Während des Liedes wird Eric Fish aus vorderster Reihe eine Rose zugeworfen, die er dankend annahm und spielerisch fühlend in das Lied integrierte. Als das Lied endete, schenkte er die Blume Ally.

Rockig und kräftig geht es weiter mit „Unsterblich.“ Das Publikum singt, wippt und ist gebannt durch die Vielfalt, die das Lied bietet mit ruhigen und schnelleren Parts, wenigen Instrumenten und wiederum allem, was Subway to Sally zu bieten hat. „Falscher Heiland“ ist erneut ein eher akustisches Lied ohne Effekte. Das Publikum ist nun „gebrochen“ und singt jedes Lied mit.

„Das Rätsel“ soll mit dem Schrei, welcher nunmehr ein Ritual ist gefüllt werden. Das Publikum singt das bekannte „WIR“ in den Strophen wartet gebannt auf den Schrei, der laut und deutlich erklang. Im folgenden Lied wird es interaktiv für das Publikum und die Effekte sind zurück. Als Anekdote erzählt Eric, dass noch ein Lied für eine Single benötigt wurde und nur noch wenig Zeit war. Ingo hat folglich alle Regeln, die es für einen Hit benötigt, in ein Lied gepackt und „Sieben“ entstand. Musikalisch ist die Umsetzung mit allen Effekten und Instrumentalisten gelungen und ein episches Stück entstand. Dies ist an der Reaktion des Publikums zu erkennen, denn alles Jubelt frenetisch.

Kräftig und zügig geht es weiter mit „Tanz auf dem Vulkan.“ Bei rotem Licht klatscht, tanzt und dreht sich das Publikum gemäß dem Text und ist in Hochstimmung. Als letztes Lied des Abends soll nun der „Veitstanz“ erklingen. Der hintere Bühnenbereich strahlt in blauem Licht, während der vordere Bereich in rotes Licht getaucht ist. Die Neonröhren leuchten in cyanfarbenem Licht und bilden visuell ein einmaliges Bild. Spätestens bei diesem Lied kommen alle Headbanger auf Ihre Kosten. Rhythmisch passend mit schwerem Takt kann hier getanzt werden und der Kopf geschwungen werden.

Das Publikum ist derart begeistert, dass laute Zugaberufe erklingen und diese über eine gefühlte Ewigkeit, bis die Band erneut auf der Bühne erscheint. Dickie erscheint auf der Bühne und ein Frauengesang ist zu hören, ebenso wie Hörner mit elektronischen Effekten unterlegt. Das Schlagzeug setzt ein und die acht Musiker beginnen die Zugabe mit „Grausame Schwester.“  „Dann stieß sie die Schwester vom Felsen hinab ins Meer“ und dieses Meer wurde durch das Publikum mit den Händen erzeugt. Das nun folgende Lied hat eine besondere „Botschaft“ mit „Sag dem Teufel“ und das Publikum singt erneut lauthals mit. Als letztes Lied der Zugabe spielen Subway to Sally „Ohne Liebe.“ Das Publikum kann immer noch nicht genug haben und ruft weiter nach einer Zugabe.

Diese gewährten Subway to Sally. Simon begann auf seinen Drums den Rhythmus von „We Will Rock You“ und leitet über in das Lied „Minne.“ Dieses mittelalterlich gespielte Lied überzeugt durch Einfachheit und Ruhe. Die Leute rufen immer noch nach einer Zugabe und stimmen das Lied „Julia und die Räuber an.“ Hierzu zog sich Eric Fish zurück, während das Publikum sang. Kurze Zeit später kam er wieder auf die Bühne mit einer schottischen Great Highland Pipe und einer gelben blinkenden Brille. Das Publikum sang nun noch lauter und verabschiedete Die acht unter großem Jubel.

Fazit:

Es war ein sehr gelungenes Konzert von Subway to Sally, welches audiovisuell seines Gleichen sucht. Eine Akustikshow mit elektronischen Effekten zu kombinieren erweitert die Möglichkeiten und füllt jenen Raum, der bei vielen akustischen Shows im Vergleich zur normalen Show entsteht. Es „fehlt“ also nichts bzw. vermisst man nichts. Die Anzahl der Effekte und deren Platzierung war genau richtig und nicht zu viel oder zu wenig. Die Stimmung der Anwesenden während des kompletten Konzertes war in Hochform und man hat gemerkt, dass das Publikum jeden Song genossen und gefühlt hat. Einen Vergleich zur Rockshow zu ziehen, kann man nicht, da die Lieder durch die gegebenen Möglichkeiten einerseits anders, andererseits innovativ klingen. Das subjektive Gefühl ist in diesem Falle schwer beschreibbar. Nicht einmal die Live-CD zur Neon-Ekustik Tour kann musikalisch das wiederspiegeln, was Subway to Sally geboten hat. Rockshow und Ekustikshow, zwei Gleise, zwei sehenswerte, unabhängige Darbietungen, aber ein Subway to Sally. Großartig!

ASP – Intimus Tour 2017 – Dresden Alter Schlachthof

INTIMUS – DIE RAR & PUR TOUR 2017

 

Die Intimus – Rar und Pur Tour war in Dresden in den kleinen Saal des Alten Schlachthofes gelegt worden um ein intimes, familiäres Ambiente zu schaffen. Dies ist in dem nahezu vollen Saal auch gelungen.

Das Licht verdunkelt sich und die ersten Rufe aus dem Publikum werden laut. Man hört während des Intros Regen und „Sternenschauer“, während die Bühne in tiefblaues Licht getaucht wird. Die Musiker betreten die Bühne und das Publikum ist schlagartig gefesselt. „Augenaufsschlag / De Profundis“ erklang bei türkisem Bühnenlicht und kühler Stimmung, instrumentiert mit Irish Bouzuki, E-Bass, Westerngitarre und Schlagzeug. Das kühle Licht hat der Stimmung der Anwesenden keinen Abbruch getan, denn es Erklang ein kräftiger Beifall. Es folgt „Wechselbalg“ mit dreistimmigem Gesang in einer akustisch sehr gelungenen, rockigen Interpretation ihrer selbst. „Diese Tour soll genutzt werden um Lieder zu spielen, welche noch nie Live gespielt wurden und hierzu folgt ein Lied aus dem Jubiläumsjahr.“ Dieses Lied sorgt im kompletten Publikum für Gänsehaut – „Die vielen Jahre“ – ist akustisch sehr gelungen umgesetzt, speziell die unterschwellig spielende, verzerrte E-Gitarre. Alles fügt sich in ein Bild und daraus hallt die Stimme von Sänger „Asp“. Im Herbst geht die Band auf Tour und erzählt eine Geschichte zum Thema „Fremder“.

Um in der Fremde zu landen, benötigt es „Aufbruchsstimmung.“ Die rockig, akustische Umsetzung ist anhand der Bewegung im Publikum und der Begeisterung gelungen. Nun folgt ein eher ruhiges Lied – „Du bist nie allein“ – und es entstand ein Meer aus Händen üben den Köpfen. Nachdem das Lied endete, gab es einen so heftigen Beifall, dass Asp so perplex war und ein „Wow“ über seine Lippen kam. Alles wurde dunkel und die Bühne war in rotes Licht getaucht mit atmosphärisch-dreckigem Sound wurde „Hunger“ gespielt und das Publikum singt begeistert mit. Nachdem „Me“ gespielt wurde, betrat die Band mit den Anwesenden ein Hotel und dazu „Astoria Verfallen“. Voller Sound unterstützt mit zwei E-Gitarren und viel Gefühl.

„Texte lernen ist durchaus ein schwieriges Unterfangen“, daher nutzt Asp eine Speisekarte für das nächste Lied. „Varieté Obscur“ überzeugt mit Gänsehaut, brillantem Westerngitarrensound und einem tobenden Publikum. Rockig und motivierend geht es weiter mit „Der Strom.“ Unter gemeinsamen Gesang wird „Schwarzer Schmetterling“ gespielt. Der Gesang und Beifall war so stark, dass Asp um seine Fassung ringt. Rock’n Roll, warmer Sound und eine gehörige Portion Energie erklingen zum Song „Finger weg! Finger!“

„Nach allem, was hinter uns liegt, brauche ich nun Urlaub. Hierzu gehe ich in den 6. Stock, entlang des Südflügels in das Geschenkezimmer meiner Hacienda und nutze die Zeit alle Geschenke zu entpacken.“, erzählte Asp mit einem Augenzwinkern und verkündete, dass vorerst bis in den Herbst hinein, Pause gemacht wird. Am 27.10. wird das neue Album veröffentlicht und die Rock Tour startet. Als Vorgeschmack spielen sie „20.000 Meilen.“ Das Lied startet mit Westerngitarre und vielen Flageolett-Tönen und erzeugt damit Tiefe und Atmosphäre. Es folgt „Souvenir, Souvenir“ und Asp holt einen Briefumschlag. Im Umschlag befindet sich eine schwarze Haarsträhne, die er nach und nach herausholt. Nachfolgend soll sich das Publikum umdrehen und während „Rücken an Rücken“ gespielt wird, beginnen sich Paare im Publikum zu umarmen und die ruhige Stimmung zu genießen und wippend hin und her zu bewegen. Gegen Ende drehen sich alle wieder um in Richtung Bühne und heben die Hände zu einem Händemeer, welches ruhig hin und her schwingt. Es folgt tosender Applaus. Nun hebt sich die Stimmung zum letzten Lied und das Publikum kommt wieder in Bewegung und beginnt zu tanzen zu „Werben“ und „Fortsetzung folgt … 1.“

Lauter Beifall und Zugaberufe sorgen dafür, dass ASP eine Zugabe geben. Hierzu heizen E-Gitarre, Westerngitarre und Schlagzeug das Auditorium an. Es folgt eine starke Zugabe mit „Nie Mehr“ und endet in lang anhaltenden Applaus.

Die Intimus – Rar und Pur Tour in Dresden war eine sehr gelungene Veranstaltung und ASP hat demonstriert, dass eine semi-akustische Version ihrer Gothic-Rockshow beim Publikum ankommt. Durchweg positive Kritiken des Publikums bestätigen dies.

Oberurseler Minnestreit

Der Oberurseler Minnestreit ist ein Wettkampf um eine Krone, welche in jeder Hinsicht wichtig und zugleich auszeichnend für die Band ist und diese (nicht) nach vorn bringt, denn die enorme Bedeutung der Krone ist derart (un-)interessant, dass man ohne sie nicht Leben will.

Nun „Spaß bei Saite“, im beschaulichen Oberursel (Taunus) wurde der 2. Oberurseler Minnestreit abgehalten. Als Vorjahressieger mussten Versengold die Krone gegen eine Auswahl an starken Konkurrenten verteidigen. Mit dabei waren Duivelspack, Tir Nan Og, Mr. Irish Bastard und die Sieger des letzten Jahres, Versengold.

In diesem Jahr ging es nicht nur um eine Krone. NEIN!  Es war die Krone der Miss Germany, welche für gutes Aussehen, Benehmen und hervorragenden Geruch steht.

Möge die Beste Band gewinnen!

 

Duivelspack

Das Detmolder Trio wurde auf die Bühne gebeten und zeigt mit seiner Kleidung, dass sie diesbezüglich die Krone unbedingt verdient hätten. Kaum auf der Bühne, legen die Drei los und animieren das Publikum zu „Jungs in der Taverne“. Mit Witz und Charme dauert es nicht lang bis Bewegung in die Anwesenden kommt. Tanzend hören Sie Lieder aus der aktuellen CD „Weibsbilder“, wobei auf der CD kein einziges Liebeslied zu hören ist. Während Duivelspack ein Lied nach dem anderen präsentierte, versammelten sich die Jungs von Versengold im Publikum um Duivelspack zu lauschen. Vom aktuellen Album war „Je suis Charlie“ zu hören, als Lied und Statement gegen Amokläufe und als Verurteilung aktueller Geschehnisse. Mit Mut und Gemeinschaft kann man der Angst entgegentreten und hierbei reichen sich alle im Publikum die Hand und singt gemeinsam mit dem Trio.

Nach diesem eher ernsten Lied wurde es folkig und Duivelspack forderte Versengold heraus, indem sie den Ursprung des Liedes „Wir sind der Folk“ für sich beanspruchen. Hierbei verarbeiten sie Textzeilen von Versengold, wie „Wem? Uns!“, „Versengold“, „Im Namen des Folkes“ und „Ihr seid Musik“. Am Ende des Liedes rennt Versengold geschlossen auf die Bühne und verneigt sich vor Duivelspack unter lautem Applaus.

Mit diesem Lied ist der Auftritt von Duivelspack fast schon vorbei, doch vor dem „Outro“ folgten noch zwei weitere Lieder („Cantus Phallus“ und „Eskalation“). Unter donnerndem Applaus verabschiedeten sie sich.

 

Duivelspack legten die Messlatte hoch, doch im Anschloss folgte mit Tir Nan Og der nächste Herausforderer.

 

Tir Nan Og

Der Moderator verkündet die nächste Band und diesbezüglich auch die Crowdfunding-Kampagne zu ihrem neuen Album.

Die 5-köpfige Band lässt keine Sekunde verstreichen und startet mit voller Energie und dem Titel „Leis A Lurrighan“ richtig folkig. Ohne Pause geht es weiter mit „Little Beggerman“ und einem Solo-Battle zwischen Ella an der Whistle und Matze an der Violine. Hierbei sei bemerkt, dass dies einer der letzten Auftritte von Ella bei Tir Nan Og war. Voller Tatendrang und einer gehörigen Portion Spaß, begeistern sie das Publikum Lied um Lied und wagen den Angriff auf die Minnekrone. Da Ella die Band verlässt, wird Sarah vorgestellt. Sarah wird Ella am Gesang ersetzen, welche mit der Querflöte ein neues Instrument in die Band bringt.

Das Lied „Monster“ lässt ihre Stimme voll entfalten und man hört, dass diese Stimme in das Band- und Musikkonzept passt. Anheizend animieren sie das Publikum zum Springen mit „All 4 Me Grog“ und das Publikum springt mit und ist vollauf begeistert.

Dies wird auch klar, nachdem das letzte Lied gespielt wurde, wurden Zugabe Rufe aus dem Publikum laut, welchen sie nachgingen. Hierbei zeigten sie mit „Troosers“, dass man Irish Folk auch mit Rapelementen paaren kann. Als letztes Lied spielten sie „Wenn ich tot bin“ und endeten mit heftigem Applaus aus dem Publikum. Sie zeigten, dass sie der Minnekrone entsprechen könnten.

Es benötigt nun eine Menge um die beiden vorhergehenden Bands zu überbieten, doch Mr. Irish Bastard will dies versuchen.

 

Mr. Irish Bastard

Die nächste Band startet im Wettrennen um die Minnekrone. Punk, Folk und eine Menge Geschwindigkeit. Das sind Mr. Irish Bastard.

Die Bühne ist während des Intros in rotes Licht gehüllt und die 7 Musiker stürmen die Bühne. Mit Bass, Bouzuki, Akkordeon, E-Gitarre, Banjo, Schlagzeug, Flöte und Westerngitarre versuchen sie die Herzen des Publikums zu erobern. Kräftig und energisch geht es los und das Publikum ist sofort begeistert. Mit „Galway Bay“ kommt das erste Mal so richtig Bewegung in das Publikum, doch dies war noch nicht alles.

Mit „Monsters in the Light“ beginnen die ersten zu Headbangen und in mitten des Publikums kommt es zu viel Bewegung. Dies zieht sich durch die Setlist der Gruppe. Mit „F**k You My Darling“, „I Hope They Sell Beer In Hell“ und „Last Pint“ eroberten Sie die Herzen der Anwesenden.

Die Abwechslung im Programm hörte man mit „Stupid Bastards“, welches weniger punkig, dafür eher rockig klang. Mit „Let Go“ endete die Gruppe ihr Set und erhielten jede Menge Begeisterung.

 

Ob die Leistung für die Minnekrone gereicht hat? Das werdet ihr später erfahren, doch die Spannung steigt, denn als letzte Band steigt der Vorjahressieger in den „Ring.“ Die Spielleute von VERSENGOLD.

 

Versengold

„Soll doch die Zeit um uns alle vergehen, wir tanzen im zeitlosen Schritt…“ Dies sind die einführenden Worte aus dem Intro und verkünden damit das Lied „Zeitlos“ und gleichzeitig die Kampfansage. Es schließt sich „Versengold“ an und das Publikum tanzt. Im Anschluss verkündet Versengold, dass es im Sommer eine neue CD geben wird und drei Songs am heutigen Tag zur Uraufführung von der neuen CD nach und nach gespielt werden. Nach „Wem? Uns!“ hören wir „Feuergeist.“ Ruhig und mit Gitarre beginnt das Lied, um nach und nach einen Spannungsboden aufzubauen, welcher in einer frontal, attackierenden Dynamik des Liedes endet und definitiv ein weiteres Mal beweist, dass das musikalische Gespür auf der Seite von Versengold liegt. Ein Trinklied wurde nun für das Publikum herausgeholt und mit „Hoch die Krüge“ wurde erneut die Stimmung aufgeheizt, bevor es zum nächsten neuen Lied kommt. Es handelt sich hierbei um ein Geisterlied und nennt sich „Samhain.“ Dies soll an die keltische Tradition des „Halloween“ erinnern. Stilistisch ist es gelungen durch Rhythmik, Harmonie und dem Einsatz tiefer Bässe ein gruseliges, geisterartiges Ambiente zu schaffen, welches noch genug Raum für rockige Züge lies. Das Publikum erhob die Hände im Lied zu einem Geistermeer.

Mit dem nachfolgenden „Spaß bei Saite“ springt das Publikum in der Halle. Der Minnekönig erteilt anschließend mit der letztjährigen Minnekrone bei „Paules Beichtgang“ die absolute Vorausabsolution.

 

Es ertönt nun ein Lied mit „Irish Pub Sound“ in grün-weiß-orangenem Licht zu ehren aller irischen Pubs und deren Flare. Beginnend mit Violine und Bodhran ertönt ein eingängiger Melodieverlauf. Rockig, tanzbar und textlich mit Witz hat dieses Lied Ohrwurmpotential. Dies bestätigt der Jubel des Publikums. –„Verliebt in eine Insel“–

Als letzte Lieder waren nun das neue Lied „Haut mir kein Stein“, „Drey Weyber“, „Ich und ein Fass voller Wein“ zu hören. Das Publikum war vom Vorjahressieger vollkommen begeistert und springt, wippt und tanzt, was die Beine hergeben.

Das Outro gaben die 7 im Dreiklang zu den Worten „Duivelspack – Duivelspack – Duivelspack“

 

Dies war ein sehr gelungener Auftritt mit drei sehr schönen neuen Liedern, welche definitiv angenehm zu hören und zu tanzen sind. Man kann auf das Album gespannt sein.

 

Als alle Gruppen ihr Programm gespielt hatten und sich die Halle langsam leerte, wurde in der speziell hergerichteten Whisky-Lounge für die Gäste mit VIP bzw. Deluxe-Ticket der Sieger bekanntgegeben.

Die Krone der Miss Germany ging hierbei an *Trommelwirbel………*

 

 

 

 

Duivelspack

Das Trio hat mit Witz, Charme, Musik, Benehmen und Geruch das Publikum überzeugt und gewonnen!

Fiddler’s Green und Mainfelt „Alter Schlachthof“ – Dresden

Der heutige Konzertbericht kommt wieder einmal aus Dresden, wo wir uns in ruhiger folkiger Art und Weiße hervorragend unterhalten ließen. Mit Mainfelt und Fiddler’s Green war der Samstag ein sehr schöner Abend und schreit nach einer Wiederholung.

Im Schlachthof angekommen, wurden wir in den „kleinen“ Saal geleitet, indem schon viele auf den baldigen Beginn des Konzertabends warteten.

Mainfelt

Eine Bühne in schwarz mit gelbem Licht, dass wie Sonnenstrahlen in die Zuschauer fiel, bildete den Anfang des Abends und ließ die vierköpfige Truppe aus Südtirol freundlich und offen wirken. Das Quartett startete mit einem Schlagzeug (SZ), einer halbakustischen Bassgitarre, einer Westerngitarre und einem Banjo. Als erstes Lied war „Firestone“ vom aktuellen Album „Backwards Around The Sun“ zu hören, welches am 03. Februar 2017 veröffentlicht wurde. Während Firestone wurde eine Konfettikanone gezündet und ließ die Freude natürlich steigen. Weiter ging es mit einer Ballade, die ruhig startete und sich weiter aufbaute und richtig schön folkig wurde. Dies hat das Publikum auch mit starkem Beifall honoriert. Eine als Percussion genutzte Westerngitarre heizte das Publikum im flgenden Song an. Hierzu kann man nur sagen, dass stilvoll schöner Folkpop zu hören war, der in sich einen sehr angenehmen Liedaufbau hatte und in einem Spannungsbogen gipfelte, der die Anwesenden mitgehen ließ.

„Take Me Back“ von der neuen Platte entführte das Publikum mit energiegeladenen und träumerischen Rhythmen und Melodien „Backwards Around The Sun.“ Nachdem die Wintersonnenwende einen guten Monat her ist, steht der Sommer an und mit ihm die jährlich folgende Sommersonnenwende. In verschiedenen Kulturen wird zwischen 19.06 und 25.06 ein Fest zur Sommersonnenwende gefeiert. Von diesem Abend am Feuer mit einer warmen Brise um die Nase und Sterne zählend mit der Liebsten singen die Tiroler in „Midsummer“. Um dieses träumerische Lied zu untermalen strahlt die Bühne in orangenem Licht. Es wechselt das Licht zu blau und die Stimmung wird ruhiger und kühler. „Through the Storm“, eine ruhig startende Ballade, welche sich nach und nach aufbaut und in einen Höhepunkt gipfelt, gefolgt von erneut ruhigen und rockigen Klängen.

Mit „All My Ghosts“ trifft Mainfelt genau ins Schwarze, denn spätestens hier ist das komplette Publikum am Tanzen. Allein der Rhythmus und die harmonische Umsetzung, sowie das Banjo animieren Jedermann.  Zum letzten Lied haben Mainfelt nochmals alle Register gezogen und das Publikum abgeholt. Mit einem wirklich angemessenen, frenetischen Applaus und Beifallspfiffen wurden die Südtiroler nach 30 Minuten belohnt.

Mainfelt, eine eher unbekannte Truppe mit viel Spaß, Energie und einer gehörigen Portion träumerischem Folk, Folk-Pop und rockigen Elementen, war ein sehr gelungener Support um die Stimmung zu euphorisieren, bevor Fiddler’s Green loslegt.

 

 Fiddler’s Green

Nach einer 40-minütigen Pause war es dann soweit. Im, bis auf den letzten Platz gefüllten Saal, verdunkelte sich das Licht und das Bühnenlicht erstrahlt in Rot, wie das Cover des Devil‘s Dozen Albums. Man fühlt die Anspannung und die Erwartungen im Publikum. Alles ist still und es erklingt der Anfang der „Toccata und Fuge in d-Moll, BWV 565.“ Dieses imposante, barocke Meisterwerk der Orgelmusik eröffnet das Set von Fiddler’s Green und lässt viel erwarten. Auf der Bühne erscheinen nun nach und nach Patrick (Pat) an der Gitarre, Rainer am Bass, Frank an den Drums und im Anschluss Stefan am Akkordeon, Tobias an der Geige und zum Schluss Ralf (Albi) am Gesang. Es gibt einen fließenden Übergang von der Toccata zu „Leaving of Liverpool“ und schlagartig kommt Bewegung ins Publikum. Mit ihrem Speed-Folk benötigen sie lediglich wenige Sekunden um den ersten Pogo zu starten und alle im Saal zur Bewegung zu animieren. Dies ist auch am Beifall nach Ende des Liedes zu hören, mit dem die Erlanger Gruppe begrüßt wird.

Die Frage von Albi, ob alle bereit für eine Party sind, wurde heftig bejaht und weiter ging es. Mit einer allseits bekannten peruanischen Melodie, bekannt als El cóndor pasa, instrumentiert durch die irische Bouzouki und Violine beginnt „Down“ und der kurzzeitig pausierte Pogo ist wieder in voller Pracht zu sehen. Nun gehen wir 6 Jahre in die Vergangenheit und mit einem Klassiker ging es weiter. Aus dem Jahre 2010 vom Album „Folk’s Not Dead“ war „Mrs. McGrath“ zu hören, bei dem Stefan das Akkordeon gegen die Bodhrán tauscht. Zu diesem Lied erstrahlt die Bühne in schönem cyanfarbenem und weißen Licht. Wie üblich bei diesem Lied wird sowohl auf der Bühne, als auch im Publikum gesprungen und mit einem kräftigen „Hey!“ angefeuert. Weiter geht es mit „Victor and His Demons vom Album „Wall of Folk“ (2011). Das Publikum, welches immer noch in voller Bewegung ist, bedarf an dieser Stelle sicherlich keiner erneuten Erwähnung.

Der Grund für die Entstehung des folgenden Liedes war der Gedanke, dass man „die Alltagsgeschehene hinter sich lassen will und aus Allem herauswill!“ Mit „Bottoms Up“ machen die Erlanger deutlich, dass man aus seinen Fängen ausbrechen und z.B. in Pubs feiern soll, um alles um sich herum zu vergessen. Im Publikum ist ein wenig Ruhe eingekehrt und alles klatscht bei mintfarbenem Licht zum Lied, doch die Ruhe währt nicht lang bei „Perfect Gang“ kommt zum Klatschen noch ein „Wow“-Gesang und ein Springen im Zentrum des Publikums hinzu. Mit einem ‚Rockabilly Vintage Mikrofon‘ startet Albi eine Reise in das Jahr 2013 und zu hören ist „A Night in Dublin.“ – Du stehst vor deinem Haus und suchst die Schlüssel – Du willst auf Arbeit, aber dein neues Auto ist kaputt – das sind nur zwei der Textzeilen aus „Blame It on Me“, einem sehr sarkastischen Song vom neuen Album. Sehr schön war zu sehen, wie das Publikum die Feuerzeuge und Smartphones herausholte und die Bühne illuminierte, während das Bühnenlicht ausgeschaltet war. Ob das Bühnenlicht nun ausgeschaltet war oder eine anderer defekt vorlag war unklar, da Fiddler’s Green zu einer Längeren Ansage ausholten, in der sie betonten, dass dies der letzte Tourtag ist und sowas mal passieren kann. Da es aber etwas länger dauerte, wurde dem Publikum schon das Bier der Techniker versprochen, wenn diese das nicht bald hinbekämen. Um die Zeit zu überbrücken spielten Albi und Pat „Peter, Paul and Mary“ als a capella Stück. Nachdem das Licht wieder funktionierte wurde ein Song, inspiriert von einem Kinderbuch, „Mr. Tickle“, gespielt. Um sich die kompletten aufeinander folgenden Namen zu merken oder um nicht durcheinander zu kommen, wurde eine spezielle Gedankenstütze auf der Bühne verwendet. Diese ist sicher einigen aus Schulzeiten bekannt. Die kleine Verzögerung innerhalb des Sets hat das Publikum zwar kurz verschnaufen lassen, doch diese Pause hielt nicht wirklich lang an, denn es wurde erneut gesprungen und die Stimmung hoch gehalten. Mit einem wechselseitigen „ahaaaaaaa“ war das Publikum vollständig einbezogen.

Wir befinden uns nun mitten im Set von Fiddler’s Green, mit einer Mundharmonika und der Melodie von „Once Upon A Time In The West – Man With The Harmonica“ wurde ein rockiges Solo von Tobias eingeleitet. Zu hören war eine geloopte Geigenimprovisation von „Smoke on the Water“, welche mit jedem Durchlauf immer Vielstimmiger wurde. Nach einiger Zeit setzte das Schlagzeug und die Bodhrán ein und aus dem ‚Smoke on the Water – Thema‘ wurde ein folkiges Stück. Nachdem die restlichen Musiker die Bühne verlassen hatten, kommen sie nun mit Barhockern zurück und präsentieren „Boat on the River“. Das besondere hierbei ist, dass Rainer auf einem Kontrabass, Frank auf Toms und Percussion spielt und Pat, für wohl längere Zeit das letzte Mal, am Piano zu sehen ist, bei dieser sehr gut umgesetzten Ballade.

Nach dieser Ballade, trieb sich der Schalk auf der Bühne um, denn während das E-Piano weggeräumt wurde, warteten alle darauf, dass Pat seine Gitarre umschnallte. Währenddessen haben sie das Publikum mit „Reggae, Reggae“ bei Laune gehalten. Es erklangen „All the Way“ und „Yindy“ und das Publikum sprang im Saal herum.  Nun wichen die Anwesenden in der Mitte kreisförmig auseinander und mit „Bad Boys“ startete ein Circle-Pit (warum der nicht Folk-Pit, analog zum Wall of Folk genannt wird, weiß ich nicht?!), der die Erwartungen der Band erfüllte. Was nicht den Erwartungen der Band entsprach war die Stimmung in Dresden, denn selbst nach „Old Dun Cow“, wo der Circle-Pit in einen Pogo mündete und die Stimmung durchaus ausgelassen war, war es der Band eindeutig zu leise „an normalen Maßstäben gemessen“.

Dies liegt einfach daran, dass wir Sachsen schüchtern sind und erst am Ende völlig ausrasten.

Die Violine beginnt und das Publikum reckt die Hände in die Höhe und klatscht zu „Irish Washerwoman“, welches für die Violine mit moderatem Tempo startet und sich anschließend verdoppelt. Während sich das Lied dem Ende neigt, knien sich Stefan und Tobias innig anschauend, in der Mitte der Bühne, gegenüber. „Take Me Back“ mit Publikumsgesang, „Life Full„of Pain“ und „Sporting Day“ folgten nun zügig hintereinander. Als vorletzten Song spielte Fiddler’s Green „The Night Pat Murphy Died“ und ließ den Pogo erneut aufleben. Mit dem letzten Lied spielten die Erlanger „Folk‘s not Dead“, welches sie aufgrund der Gesundung Franks in „Frank the Tank“ umbenannten. Das Publikum genoss den Song natürlich vollkommen mit Springen, Pogo und allem was dazu gehört. Erneut zeigte sich der Schalk, als Albi mit einem roten Gipsarm auf der Bühne zu sehen war und Pat aus dem Konzept brachte. Am Ende wurde eine Konfettikanone abgefeuert und im Publikum verteilt, während die Band von der Bühne ging.

Unter lauten Zugaberufen, erschienen die Musiker erneut auf der Bühne. Pat und Tobi kommen zuerst auf die Bühne und eine akustische und ruhige Interpretation von „Good Riddance“ (Green Day) war zu hören. Nun folgte das Lied oder besser eine der Sachen, die auf einem Fiddler’s Green Konzert nicht fehlen darf. Die „Wall of Folk“, welche mit „Rocky Road to Dublin“ untermalt wurde. Hierbei wurden Damen und Herren gebeten sich je auf eine Seite der Wall zu stellen und die T-Shirts auszuziehen. Unverständlicherweise hat dies bei den Damen weniger gut funktioniert, wie bei den Männern. Mit kreisenden Shirts beginnt sich die Wall aufeinander zuzubewegen und endet in einem tanzenden Saal. Bei „The More the Marrier“ ließen viele gleich die T-Shirts ausgezogen und ließen ihre freizügigen Körper im Pogo aufeinanderprallen. Eine Art des Liedes hat noch gefehlt. Ein Trinklied, welches mit „A Bottle A Day“ nachgeholt wurde. Bei diesem Lied wurden alle Musiker und Support, sowie Logistiker, Techniker und alle Zugehörigen vorgestellt. Als Abschluss des Abends und der Tour wurden die Fiddler’s während des letzten Liedes („Blarney Roses“) von Mainfelt mit Krönchen, Spitzhüten und allerlei Karnevalssachen dekoriert, sodass allgemeines Gelächter auf der Bühne und im Publikum ausbrach.

Fazit:

Fiddler’s Green haben einen sehr schönen Tourabschluss mit dem Veranstaltungsort in Dresden gefunden und die Sachsen haben den Franken gezeigt, dass sie feiern können. Musikalisch mit einem Orgelmeisterwerk gestartet, haben Fiddler’s Green ihr neues Album meisterlich und mit vielen Gags vorgestellt. Der Abend wurde trotz diverser, durch die Technik, verursachte Patzer gemeistert und einen schönen Abend im Zeichen des Speed-Folk präsentiert. Leider sind die Jungs so schnell nicht wieder in Sachsen zu sehen. Die „näheren“ Veranstaltungsorte sind Abendberg bei Nürnberg (Feuertanz Festival), Bammersdorf westlich zwischen Bayreuth und Nürnberg (Shamrock Castle) und Ballenstedt westlich zwischen Halle und Magdeburg (Rockharz Open Air).Hoffen wir auf ein baldiges Wiedersehen!

Glühmet-Festival 2016

Bericht Glühmet – 29.12.2016 – Nürnberg

Das Glühmet-Festival des Jahres 2016 war erneut restlos ausverkauft. Neben Bier und diversen Soft-, sowie Londrinks wurden Gewürzwein, Met und andere Finessen angeboten. Ein Schmied war ebenfalls im Innenhof des Hirsch zu finden.

 

Bergtatt

Das Glühmet-Festival 2016 startete mit der 5 köpfigen norwegischen Band „Bergtatt.“ Die Truppe besteht aus 4 Herren an Schlagzeug, E-Gitarre, Drehleier und Bass und einer Sängerin. Sie starteten mit einem kräftigen, rhythmisch anspruchsvollen, mystischen Lied, welches durch den Einsatz von Stroboskopen stark untermalt wurde und die Dynamik des Liedes weiter anfachte. Nach einer Begrüßung, in welcher sich die Band vorstellte, ertönte die Rabenballade in einer Taktart, die sehr speziell klang. Hat man die Schläge pro Takt ausgezählt, so kommt man auf einen Wechsel zwischen 2/4 und 4/4 Takt.

Neben weiteren kraftvollen und mystischen Stücken hörte man die ein oder andere Ballade, mit der Bergtatt das Publikum verzauberte. Eine rockige Interpretation der „Varulfen“ vermochte man ebenfalls zu hören, welche bei den Besuchern sehr gut ankam. Bergtatt spielte sich immer wärmer und holte das Publikum vollkommen ab, nicht umsonst wurde um eine Zugabe gebeten, welche aufgrund der knappen Zeit und der Running-Order nicht gegeben werden konnte.

 

Bergtatt war ein gelungener Opener des Glühmet-Festivals und hat das Publikum schnell erobert und abgeholt und mit seiner rockigen Art den Weg bereitet für die nachfolgende Band –Nachtgeschrei –

 

Nachtgeschrei

Mit „Kerberos“ als episches Intro startete Nachtgeschrei und betrat die Bühne selbstbewusst, wobei man von Beginn an merkte, dass die Frankfurter Truppe ihre Energie an das Publikum weitergeben wollen. Es folgte „Eden“ als mehr oder minder ruhiger Start in das Set von Nachtgeschrei, wobei die Anwesenden sofort Feuer und Flamme sind für Nachtgschrei und mit der Musik mitgehen. Die beiden ersten Lieder waren aus dem Album „Staub und Schatten“. Nun geht es in der Zeit zurück und mit „Sirene“ aus dem Album „Aus schwärzester Nacht“ beginnen die Musiker auf der Bühne und das Publikum mit Headbangen und man sieht nur noch Haare fliegen. Das Glühmet-Festival war für 2016 das letzte Konzert von Nachtgeschrei. Zurück zu „Staub und Schatten“. Mit „Wilde Jagd“ wird nun das Publikum eingebunden und zum Mitsingen animiert. Martin beginnt den Refrain: „Schwarz wie Asche“ und das Publikum antwortet „Schwarz wie Kohle“ und im Chor ging es weiter. Nun folgt „Das Nichts“ und nun kommt Bewegung in die Besucher, denn so langsam lösten sich die Ersten vom Boden und nach und nach Begann alles vor der Bühne „ins Nichts zu springen“.

Als Nürnbergerin richtet nun Laui das Wort an die Anwesenden und will den restlichen zeigen, wie die Franke und von weiter angereiste feiern können. Weiterhin gab sie bekannt, dass im März das neue Album „Tiefenrausch“ veröffentlicht werden soll. Weiter ging es mit „Aus dem Licht“, „Monster“ und „Meister“, wobei sich das Publikum immer mehr bewegte und nahezu nicht mehr stillzustehen schien. Mit einem Dank an, an den Veranstalter begannen die letzten beiden Lieder. Bevor es dazu kam, wurde es laut unter den Anwesenden und es wurde ein „Ausziehn! Ausziehn! Ausziehn!“ gefordert. Dem konnte natürlich keiner entsprechen, dennoch ließ Martin verlauten, dass sich sicher an diesem Abend noch Jemand ausziehen wird – ja es ist passiert und es ist NICHT bei Feuerschwanz passiert, aber später mehr dazu –

„Windstill“ ertönte und auch hier konnte man das Publikum klar singen hören. Es sind zwei Soli vorhanden, einerseits von Laui auf der Drehleier, die vom Publikum erstklassig unterstützt wird und andererseits das Dudelsacksolo von Nick, der nicht minder bejubelt wurde. Vom windstillen Ort ausgehend, soll diese Nacht ewig währen. „Schlaflos“ soll es in die Nacht gehen und bei diesem eher episch und ruhig anmutenden Titel erhob das Publikum die Hände zu einem Meer und anhand der Gesichter und der geschlossenen Augen konnte man erkennen, wie das Lied in Jeden einzelnen aufgesogen wird, denn keiner der Anwesenden „will [..], dass es enden muss!“

 

Mit Nachtgeschrei wurde das Publikum herausgefordert mitzumachen, die Stimmung gelockert und das Publikum animiert mitzuziehen. Dies ist der Frankfurter Truppe hervorragend gelungen. Ein erfolgreicher Auftakt um als nächstes den Gastgeber auf der Bühne zu begrüßen. – Feuerschwanz –

 

Feuerschwanz

Wer Feuerschwanz kennt, der weiß, dass kein Stein auf dem Trockenen bleibt, der weiß, dass es ums Trinken, Frauen und Feiern geht. Auch diesmal wurde wieder kein Blatt vor den Mund genommen und mit dem anklingenden Intro konnte es keiner mehr erwarten. Eine in türkis getauchte Bühne und eine Mietze mit einem Schild mit der Aufschrift „Sex is Muss“ eröffneten das Konzert von Feuerschwanz.

 

„Sex is Muss“ erklingt als erstes Lied und passend zum Titel des letzten Albums startet die Erlanger Truppe. Das Publikum brüllt und feiert die Spielleute von Feuerschwanz. Was einem direkt ins Auge fällt, wenn auch in blauer Farbe ist der Gips von Johanna. Dieser ist ein Pferd auf die Fingergelenke getreten und hat enormen Schaden angerichtet. An dieser Stelle Hut ab, denn ein 100-minütiges Konzert mit dieser Bogenhaltung zu spielen, verdient viel Übung und Erfahrung. An dieser Stelle, gute Besserung vom Team von Dark-Pictures. Nachdem der Moral mit „Moralisch“ abgesagt wurde, verblieb nur noch eine „Blöde Frage“, die natürlich mit dem Wort „Saufgelage“ vom Auditorium beantwortet wurde. Es hat keine 2 Lieder gedauert und es wird im Publikum gehüpft, während auf der Bühne die mehr oder weniger zweideutigen verbalen Anspielungen in Gesten umgewandelt werden. Weiter ging es mit dem „Ringelpietz“ und während Hauptmann und Hodi hintereinander stehend sich Vergnügen, wird im Publikum ein kleiner „Circle Pit“ gestartet.

Nun folgt das Erste Highlight des Abends mit „Wir lieben Dudelsack“ werden Alea und Elsi von Saltatio Mortis auf die Bühne gebeten, welche dem Lied enormen Nachdruck verleihen. Dies kommt auch im Publikum an und jeder vor der Bühne bis zum letzten freien Platz singt und tanzt mit. Bevor es nun zu einem Lied für Männer kommt, wird eine junge Dame auf die Bühne gerufen und von einer Mietze hinter die Bühne begleitet. Es folgt „Wollt ein Bauer“ und hier kann man die erste Reihe voller Ekstase singen sehen und Jene, die den Text nicht kennen, hängen an den Lippen des Hauptmannes. Dieser verschwindet am Ende des Liedes hinter der Bühne, während Hodi ein „Sexperiment“ vorstellt. Er begrüßt „Bad Taste“ jene Dame auf der Bühne, die hinter die Bühne gebeten wurde. Sie trug ein nicht unauffälliges rotes Hauptmannsgewand mit Kopfbedeckung und allem, was dazu gehört. Mit nur drei Tönen, wusste sofort ein Jeder, um welches Lied es sich handelte und als Hauptmann Feuerschwanz mit blonder Perücke und Tütü hereinschwebte, war das Publikum nur noch am Lachen –„Wunsch ist Wunsch“-

Das Publikum wurde nun angehalten einen „Lindwurm“ zu bilden und es erfreuten sich die, die im hinteren Bereich standen, denn durch die Polonaise könnte man weiter in Richtung Bühne durchrutschen. Diese zog sich angeführt von einem Narr zu „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt“ komplett durch den Hirsch. Nachdem die Narrenkappe zurückgegeben wurde, änderte sich das Licht zu dunkelblau und es wurden die wahren, inneren Gefühle geweckt. Feuerzeuge mit kleinen Flämmchen erstrahlten zum „Nachtlied“ und wurden sinnlich im Rhythmus hin- und her geschwenkt.

Johanna wechselte ihr Instrument und aus Violine wird nun Drehleier. Das Licht der Bühne wechselt zu tiefrot und die „Hexenjagd“ beginnt. Während sich das Publikum bewegt und singt ist der erste Crowdsurfer zu sehen. Nachdem die Hexe gejagt wurde, wird sie an den Pranger der „Ketzerei“ gekettet. Hierbei ist die Mietze an eine Türrahmen ähnliche Konstruktion mit den Händen gebunden und bewegt sich wie eine wild gewordene Hexe zum Lied.

Beim Standardgetränk der Band ist sich jeder einig, Met! Dieser wird natürlich von der Band neben Wasser und diversen alkoholischen Erfrischung konsumiert und vom Hirsch an alle Festivalgänger veräußert. Da der Hirsch gut vorbereitet ist und jenes Getränk vorrätig hat, handelt es sich bei „Metnotstand im Märchenland“ um einen Protestsong und man hört, dass die ersten Menschen im Auditorium, wenn man sich mit ihnen unterhält keine Stimme mehr haben.

Der Hirsch ist zum dritten Mal ausverkauft und es sollten somit 730 Karten verkauft worden sein. Ein wirklich voller Hirsch und eine Herausforderung durch Feuerschwanz führte nun zu mehr und mehr Gedränge, denn mit „Seemannsliebe“ wurde gebeten ein „Ruderboot“ zu imitieren und während sich das Publikum teilte und inmitten so viele Menschen Platz nahmen, dass die Länge des Bootes von der Bühne bis zum Tontechniker reichte, wurde es ringsum immer enger. Mietze, Hauptmann und Johanna wurden von Hodi streng demokratisch als Kapitäne bestimmt und erhielten eine Kapitänsmütze. Während des Liedes wurde im restlichen Publikum geschunkelt und ebenso auf der Bühne.

Doch dann geschah es!

Ein weißer, durchaus nicht unerotischer BH wurde auf die Bühne geworfen. Dieser wurde nun demjenigen zuteil, welcher als letztes im geilen Haufen des Hauptmannes aufgenommen wurde. Der Taugenix wurde mit dem wundervollen Stück weißen Stoffes ausgestattet und man kann es leugnen oder nicht. Es stand ihm. „Doch nun ist es so, dass jedem Musiker ein Lied bei Feuerschwanz gewidmet wird. Leider sind die Musiker nun aus und wir widmen das folgende Lied unserem Bassisten. Felix!“ Mit „Taugenix“ wurde das Publikum aus seinem Gelächter geholt und erneut wurde wie aus einem Mund gesungen.

Ein weiteres Highlight des Abends war nun der Hauptmann daselbst, der auf der dunklen Bühne in einer rot-gelb leuchtenden Rüstung erschien und für das Auge und die Fotografen ein wahrer „Schmaus“ war. Nun begann das vorletzte Lied und mit dem Einsatz zu „Krieger des Met“ erstrahlte die Rüstung in weiß und das Auditorium wurde ein letztes Mal angeheizt mit dem „Krieger des Mets“ und dem Schlachtruf „MET!, MET!“ Der frenetische und andauernde Applaus gepaart mit Zugaberufen zeigt erneut, dass Feuerschwanz jeden Einzelnen abholen und begeistern kann.

Nach kurzer Zeit kam die Band erneut auf die Bühne und gab dem Publikum nach, doch bevor es zu den Zugaben kommt wurde verkündet, dass das nächste Glühmet-Festival am Freitag, den 05.01.2018 stattfinden wird und als Bands sind dabei Faey,  Kilkenny Knights, Winterstorm und natürlich der Gastgeber Feuerschwanz. Mit „Metvernichter“ wurde an den „Krieger des Mets“ angeschlossen. Im Anschluss wurde „Zuckerbrot und Peitsche“ gespielt und natürlich war das Publikum keine Sekunde abgekühlt in der kurzen Zeit, in der sich die Formation hinter die Bühne begeben hatte. Ein solcher Abend niemals enden und wie kann dies besser gefeiert werden, wie mit dem „Niemals endende[n] Gelage[?]“ Hodi und der Hauptmann kamen bei diesem Lied dem Publikum sehr nahe, indem sich Beide  auf die Wellenbrecher gestellt und das Publikum abwechselnd richtig angeheizt haben. Die letzten Worte waren ein großer Dank an Johanna, die wie eingangs erwähnt ein komplettes Konzert an Violine und Drehleier trotz kaputter Hand gespielt hat.

 

Fazit: Das Konzert von Feuerschwanz war erneut ein Apell an die inneren Triebe des Zuhörers. Man soll das Leben genießen in jeder Form, die erwünscht ist. Sei es indem man bis in den Morgengrauen feiert, alkoholische Getränke zu sich nimmt oder die sinnlichste Lust genießt, die zwei Menschen einander bieten können. Mit Charme, Witz und Humor hat die Erlanger Truppe es geschafft das Publikum binnen wenigen Akkorden abzuholen, mitzunehmen und am Ende wieder abzuliefern. Ein gelungener Abend bisher doch nun geht es weiter mit Fuchsteufelswild und dem Verprechen, dass sich am späteren Abend doch jemand ausziehen wird!


 

Fuchsteufelswild

Kommen wir nun zu Fuchsteufelswild und dem Versprechen, welches Martin von Nachtgeschrei den Anwesenden gab. Die siebenköpfige Truppe aus Regensburg bildete den Abschluss dieses feierwütigen Abends. Doch bevor die „Füchse“ begannen war im Hof des Hirsch eine sehr schöne  Feuershow zu sehen. Hierbei wurden Pois und Stäbe, Fackeln und so mancher Fächer brennend in die Luft geworfen. Nach einer ca. 30 minütigen Feuershow wurde es im Hirsch wieder musikalisch.

Fuchsteufelswild starteten etwa 15 Minuten vor der Geisterstunde mit „Drosselbarts Tanz“, einem mittelalterlich folkigen Lied in ruhigerem Tempo. Da der Hirsch zu der Zeit noch nicht wieder gefüllt war, war dies ein sehr gutes Lied um die Leute wieder herein zu locken und die Reihen vor der Bühne zu füllen. Dies gelang den Füchsen sehr schnell. Mit einer Interpretation von Brentanos „Lore Lay“ in Form des Liedes „Zauberkreis“  ging es weiter und Ella und Basti sangen ein Duett, welchem es an Intensität und musikalischer Aussagekraft an nichts fehlt und dies zeigt sich auch am Publikum, denn vor dem Lied war der Veranstaltungssaal bis zu einem Drittel gefüllt und während des Liedes strömten die Leute herein, sodass der freie Platz stark begrenzt wurde. Während das Lied durch das Schlagzeug mit rockigen Rhythmen gefüllt wird, kann man auf der Bühne Western- und Konzertgitarre, Violine, Dudelsack und Flöte hören. Folk-Rock aus Regensburg. Bei „Ehrenhandel“ ist zwischen den Strophen und im Refrain ein spielerisches Duett aus Altflöte und Violine zu hören und erweitert somit das musikalische Volumen. ‚Das Bildnis des „Dorian Gray“‘ beschreibt den einzigen Roman von Oscar Wild. Dieses Lied ist nun ein wenig ruhiger und fühlt sich musikalisch mittelalterlicher bzw. historischer an. Doch kommen wir nun zu dem Versprechen, welches weitaus eher gegeben wurde, kommen wir von Gray-grey-grau nach schwarz. Es kommt wie es an einem solchen Abend kommen muss. Auf der Bühne beginnt sich Basti zu entkleiden. Abstreifend wird der Ledergurt abgelegt, wallend lässt er nun den ledernen Wappenrock in die Hände einer jungen Dame fallen und…

Präsentiert ein neues „Herrenprodukt“! Das Muscle-Shirt von Nachtgeschrei und wer darf in einem solchen Moment nicht fehlen? Natürlich einer der Musiker von Nachtgeschrei und hier wird Laui auf die Bühne gebeten, welche die Füchse mit ihrer Drehleier zu „Feuer“ unterstützt. Ein feurig brennender Rhythmus erklingt und in den Augen des Publikums sieht man das Feuer aufflackern. „Sieben Kugeln“ wird gespielt und Ella singt mit sanfter dynamischer Stimme und wirft ein durchaus gehässiges Lachen an den entsprechenden Stellen im Text ein. Während Basti nun „Dein letzter Tanz“ a capella ansingt, vergnügen sich Schlagzeuger und Bassist damit, dass Sie das Crash-Becken, welches Löcher hat, drehen und versuchen mit dem Finger das Loch zu treffen um die Drehung zu beenden. Dieses Schauspiel hat durchaus Unterhaltungswert. Das Publikum ist mittlerweile der Musik erlegen, springt und tanzt zusammen mit den Füchsen zum Lied. Nachdem Laui als Gastmusikerin auf der Bühne war, wird nun Hodi auf die Bühne gebeten. Er singt mit Basti zu „Wie der Wind.“ Hierbei zeigt sich, dass die warme Stimme von Hodi und die im Vergleich aggressivere Stimme von Basti sehr angenehm harmonieren und sich im Volumen um ein Vielfaches erweitern. Dies zeigt sich natürlich in der Begeisterung des Publikums. Doch ein Highlight jagt das Nächste, denn Alea und Elsi kommen auf die Bühne. Zu „Carpe Diem“, spielt Elsi Dudelsack und Alea singt im Duett mit Basti. Hierbei ist es interessant, wie sich die beiden Stimmen ergänzen. Im Vergleich zu Basti singt Alea wesentlich attackierender und herausfordernder. Alea bedankt sich für den Einsatz und er freut sich, dass Basti mit seiner Truppe  nunmehr solche Erfolge feiern kann. Mit „Eisenhans“ folgt nun ein eher ruhigeres Lied. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit ist dies das vorletzte Lied für diesen Abend. Ellas weiche und ruhige Stimme steht im Kontrast zu Bastis rauerer Stimme, doch beide passen sehr gut zusammen. Als interessante Instrumentierung folgt eine Tuba, welche den Hirsch aufgrund der tiefen Frequenzen und der Lautstärke sprichwörtlich erbeben lässt. Der Abschluss des Abends und musikalischer Ausklang ist „Venuskind“. Ein zackig, rhythmisches Stück mit Flöte, Tuba, Dudelsack, Violine, Western- und Konzertgitarre. Dieses Stück bildet einen runden Abschluss und die Füchse werden gefeiert. Doch leider dürfen sie aufgrund der Zeit keine Zugabe mehr spielen.

 

Fuchsteufelswild waren ein sehr schöner Abschluss des Glühmet-Festivals 2016. Mit ihrem Folk-Rock haben sie sehr schön in das Gesamtkonzept des eher rockigen Abends gepasst. Angenehm ist ebenfalls, dass es eine Band mit so vielen Kontakten zur Folk/Mittelalter Szene gibt, die so viele Gastmusiker motivieren kann an so einem Abend die Musik der Füchse zu bereichern.

Eisheilige Nacht 2016 im Alten Schlachthof — Dresden

Eisheilige Nacht 17.12.2016 – Alter Schlachthof Dresden

Mr. Eric Fish begrüßte das Publikum zur diesjährigen Eisheiligen Nacht und freute sich, dass er erneut in seiner Lieblingslocation spielen darf. Er kündigte Vroudenspîl als eine junge, aufstrebende und dynamische Formation an, welche auch sogleich startete.

 

Vroudenspîl

Vroudenspil startete mit einem eher ruhigen, aber typisch piratigem Lied und begrüßte das Publikum mit einem „Prost ihr Säcke!“, was mit einem „Prost du Sack!“ beantwortet wurde. Für den erkrankten Kraken saß Simon von Subway to Sally hinter den Drums. Als nächstes folgte „Knochensack“ vom letzten Album „Fauler Zauber“. Vom tanzenden Knochensack soll die Freude des Tanzens an das Publikum weitergegeben werden und die „Eskalation beginnen“, denn tanzend geht es weiter mit dem „Püppchen.“ Das Publikum kommt langsam in Fahrt und beginnt sich nach und nach zu bewegen.
Um das Publikum weiter zu animieren, wird gedroht es von der Planke laufen zu lassen oder die „12 Pfund“ wiegende Freundin von Ratz kennen zu lernen. Als einen der letzten Auftritte von Ratz bei Vroudenspil verbleiben wir mit besten Grüßen, wünschen ihm immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel und möge er nicht, wie beim letzten Lied in Dresden den „Plankentango“ tanzen und „über Bord“ gehen. AHOI!

 

 

Man stelle sich den Alten Schlachthof in Dresden vor und wie nahezu 100% der Anwesenden in schwarz gekleidet sind. Hierbei gehen wir vom dunklen Meer, was Vroudenspil besegelte über zu einer weiteren Band. „Schwarz wird oft als depressiv interpretiert. Verlorene, die Ihre Götter suchen. Die Götter der Verloren… LORD OF THE LOST!“ -Eric Fish-

 

 

Lord of the Lost

„We are the Lost“ startete mit einem schwarz weißen Spiel aus Kontrasten und betonte den hervorragend gestylten, ca.40 cm langen Iro von Gared Dirge. Im folgenden Song wird die Bühne in rotes und gelbes Licht getaucht bis die Bühne in Blutrot bei „Drag me to Hell“ erstrahlt und ein satter, effektreicher Sound durch Keyboard, Gitarre und Schlagzeug zu hören ist.
„Dry the Rain“ erfüllte die Halle mit euphorisch ruhigen Klängen und endete mit lautem Beifall des Publikums. Die Frage „Seid ihr warm?“ erübrigte sich zwar, doch LOTL legten mit einem Full Metal Solo der beiden Gitarristen nochmals nach, welche sich ein gegenseitiges Gitarren-Battle lieferten und das Publikum förmlich ausrasten ließ. „Were All Created Evil“, gefolgt von „Six Feet Underground“ sorgten nicht nur durch die musikalische Leistung, sondern auch durch die beeindruckende Lichtshow beim Publikum für heftige Begeisterung. Ein begeistertes Publikum, eine großartige Lichtshow und Musik im Stile des Dark-Rock sorgten dafür, dass die Verlorenen ihren Herren fanden.

 

 

Es füllte sich der Konzertsaal, die Konzerthalle zusehends, als Eric Fish die Bands für die kommenden Eisheiligen Nächte 2017 bekannt gab. Diese wären Mr. Hurley und die Pulveraffen, Mono Inc., Feuerschwanz und der Gastgeber Subway to Sally. Doch bevor die Eisheiligen Nächte des Jahres 2017 beginnen, soll dem Volk der Helvetier gedacht werden. Mit der Sprache nachempfundenen Texten beschreiten sie nun die Bühne. Die etruskische Form des Helvetiers -Eluveitie-

 

 

Eluveitie

Die acht Musiker von Eluveitie starteten mit „Origins“ als Intro und gingen direkt über in „Celtos“, was zu einem Begeisterungssturm innerhalb des Publikums führte. Es ging mit Folk-Metal weiter, bis Chrigel Glanzmann nach „Thousendfold“ das Wort an das Publikum richtete. Eluveitie sei schon öfters in Dresden gewesen, doch meist im Rahmen diverser Death Metal Konzerte und Shows und noch nie über ein Format, wie die Eisheilige Nacht. Nun begann Eluveitie die Metalfans zu reizen und mit „Tegernakô“ folgte der erwartete Pogo im Publikum. Hierbei ist beeindruckend festzustellen, wie das Tempo angehoben wird, auf Angriff umgeschwenkt wird und der Sound an Kraft gewinnt. Auffallend ist die präzise gespielte Schnarre der Drehleier in hohem Tempo mit sehr angenehmen Ton. Doch nun wird es ruhiger. Mit „Nothing“ verdunkelt sich die Bühne und wird in ein sattes grün getaucht.
Auf die Bühne werden Barhocker gestellt, die E-Gitarren werden mit Akustikgitarren getauscht, eine Geige, Drehleier und atmosphärischer Sound sind zu hören. Es werden songs vom Album Evocation Part I gespielt und verkündet, dass im kommenden Jahr Part II erscheinen wird. Von Part II wurde der erste Song gespielt. Atmosphärische Stille, als ein Regenschauer zu hören war, die Violine setzte ein und es wurde folkig, aber ruhig. Nach und nach setzten die anderen ein und das Tempo stieg gefühlt an, das Lied gewann an Dynamik und endete in schnellem Folk. Nachfolgend wird Laura als Gastsängerin vorgestellt. Ihre Stimme passt hervorragend in das Konzept von Eluveitie, doch wie wir nun wissen, wird sie nicht als ständiges Mitglied in der Band verbleiben. Den Abend hat es nicht getrübt, im Gegenteil. Die akustische Version von „Omnos“ war sehr angenehm zu hören. Mit „A Rose for Epona“ war das ruhigste und gesanglich anspruchvollste Lied des Abends erreicht, denn nun ging es wieder nach vorn. „The Call of the Mountains“ mit einer kraftvollen Stimme, die der von Anna in nichts nachsteht, war eine Freude zu hören. Mit „Helvetios“ und „Kingdom come undone“ verdienten sich die Schweizer Ihren Circle Pit vor der Bühne. Die Musiker verabschiedeten sich mit feinstem Folk-Metal und ernteten Zugaberufe, die sie mit DEM LIED befriedigten. „INIS MONA“ führte in der kompletten Halle zur Ekstase und zollte Eluveitie den Respekt, den sie sich verdient haben.

 

 

Wer sie zum Feuertanz in diesem Jahr gehört hat, der weiß die musikalische Steigerung einzuschätzen. Hier war an vielen Ecken noch nicht alles, wo es hin gehörte, doch dies ist auch verständlich, wenn kurz vorher die Band auseinander gerissen wird. Eine sehr angenehme und positive Überraschung. Wäre jetzt Ende gewesen, hätte sich das Ticket schon gelohnt!

 

 

Subway to Sally

Subway to Sally startete mit einem Intro und ging direkt über in die „Grausame Schwester“, während das Publikum schon jetzt jede Zeile mitsang und der Band um Eric Fish verfallen war. Mit der „Henkersbraut“ waren nun alle bis zur letzten Reihe am singen und staunen. Da sich das Publikum noch nicht genug bewegte und noch zu leise sang, wurde es mit „Kleid aus Rosen“ weiter animiert. Egal ob man nun das Fest der Sommersonnenwende, Julfest, feiert oder Weihnachten. „Es ist die Zeit der Wünsche und mancher wünscht sich UNSTERBLICH zu sein.“ Doch was bleibt von der Unsterblichkeit, wenn doch ein kontinuierlicher Wechsel das Jahr, die Monate und Tage beschreibt. Ein Wechsel zwischen heiß und kalt. „Diese Nacht wird kühl und zaubert EISBLUMEN.“ Eine in weiß blaues Licht getauchte Bühne mit mit den Klängen des Liedes verkörpert das wachsen der filigranen Gebilde,aber auch ihre Zerbrechlichkeit. „Falscher Heiland“ war der Vorbote eines sich bewegenden Publikums, denn die Musiker baten um Energie aus dem Publikum um mit dem „Tanz auf dem Vulkan“ das Publikum weiter anzuheizen. Nicht nur das Lied, sondern auch die rhythmisch getimten Flammen der Pyrotechnik ließen es im Saal und im Publikum heiß werden.
Um dem Publikum eine kurze Abkühlung zu bieten, war es nun an Ally sich in die Herzen zu spielen um allen klar zu machen, dass sie Frau Schmitt in nichts nachsteht. Weiter ging es mit Pyrotechnik bei „Für Immer“ und „Böses Erwachen“. Nun soll ein Stücke ausgegraben werden, welches 15-20 Jahre alt ist und schon bei dessen Produktion das Gefühl vorhanden war, dass die Leute hüpfen werden. Genau dies ist bei „Besser du rennst“ geschehen. Nachdem „Ohne Liebe“ gespielt wurde, hat Eric erzählt, dass er „Sag dem Teufel“ als Wecker eingestellt hatte, um morgens besser aus dem Bett zu kommen. Als vorletztes Lied erklang „Sieben“, bevor man zum letzten Lied ausholte. Hier wurden als Gastmusiker Dax vom Berg, Phyra und Freibeuter Petz von Vroudenspil auf die Bühne zum „Veitstanz“, gebeten. Eine solch starke Leistung über ca. 90 Minuten hat das Publikum mit energischem Applaus honoriert und hierfür gab es auch zwei Zugaben. Das „Seemannslied“ wurde erneut mit den auf der Bühne befindlichen Gästen gespielt, doch kamen hier einige der Musiker von Lord of the Lost und Eluveitie hinzu. Zu hören waren neben den Instrumenten von Subway to Sally, eine Drehleier, ein Akkordeon, eine weitere Geige, und ein Cello. Chris Harms erweiterte durch seine tiefe Stimme das Gesangsspektrum und führte so zu einem sehr angenehmen satten Sound. Nachdem nun alle von der Bühne gegangen sind, schrie das Publikum nach Blut und mit einer zarten Laute wurde „Julia und die Räuber“ zusammen mit dem Publikum zelebriert, wobei die Gitarristen rote Weihnachtsmützen trugen und Eric Fish eine Schwarze. Während das Publikum sang ging ein Musiker nach dem anderen von der Bühne und der Gesang klang langsam aus.

 

Red Hot Chilli Pipers

Ich (Benny) selbst spiele einen mittelalterlichen Dudelsack und bin früher und später auf die Red Hot Chilli Pipers gestoßen und habe mir gewünscht diese Gruppe einmal zu sehen. Das hat mir Nadine durch die Akkreditierung als Schreiberling nun erfüllt und was soll ich sagen?!

Viele Bands sind auf CD richtig stark und wenn man diese Live hört, hat man entweder das Gefühl, dass entweder alles studiotechnisch aufgehübscht wurde, die Band richtig gut ist oder eben richtig schlecht. All dies habe ich in meiner Zeit als „Musiker“ bisher erlebt. Bei den Red Hot Chilli Pipers war ich mehr als beeindruckt, denn auf den CDs sind viele verschiedene Instrumente zu hören und gefühlt 20-30 Musiker haben der Aufnahme beigewohnt. Neben Blechbläsern und vielstimmigen Dudelsäcken sind viele andere Instrumente zu hören. Am 15.11.2016 waren im Hirsch (Nürnberg) jedoch „nur“ acht Pipers anwesend.

      

Diese waren (v.l.n.r.):

  • am Schlagzeug – Steven Black
  • am Bass – Ross Saunders
  • an der Great Highland Pipe (GHP) – Willie Armstrong
  • GHP – Harry Richards
  • GHP – Gordon (Dougie) McCance
  • an der Gitarre – Michael Berrich
  • an Percussion – Grant Cassidy
  • am Keyboard – Gary O’Hagan

 

Das Publikum war reich gefüllt und der Altersdurchschnitt betrug ca. 30 Jahre. Nachdem Tir Nan Og das Publikum richtig angeheizt hatte, begannen die Pipers mit „Insomnia“ ein musikalisches Fest der Superlative. „Give me all your Lovin‘ “ sorgte dafür, dass das Publikum weiter angeheizt wurde. Die erste Ekstase wurde mit einem musikalischen Battle zwischen Gitarre und GHP erreicht, bevor mit einem Medley aus „Smoke on the Water“, „Thunderstruck“ und „Upside Down At Eden Court“ die Stimmung kochte. Das Medley besitzt in sich einen Spannungsbogen, der mit den ersten beiden Stücken aufgebaut wird und sich dann im dritten Teil entlädt. Hierbei wird das musikalisch rhythmische Thema von Thunderstruck immer wieder aufgegriffen. Um die Stimmung einerseits etwas herunterzufahren und andererseits die Band vorzustellen, gab es ein GHP-Jig-Battle zwischen Willie, Dougie und Harry, welches im „the Pig Jig“ endete. Das Publikum wurde nun als Juror gewählt, um den besten Piper herauszufinden. Die Wahl fiel auf Dougie, welcher sich mit einem „Ich liebe dich“ bedankte. Nun folgte ein atmosphärischer Gänsehautmoment. Keyboard (Gary O‘Hagan), eine gezupfte Gitarre (Michael Berrich) und eine einzelne GHP (Dougie) eröffneten das Lied „Chasing Cars“. Im Refrain stiegen die beiden anderen GHPs (Willie und Harry) ein und ermöglichten eine Zweistimmigkeit mit einer untermalenden GHP (Dougie). Anschließend war ein neues Stück, „Pressed for Time“ aus dem neuen Album Octane (06/2016) zu hören. Hierbei kommen hawaiianische Klänge zum Einsatz. Dies wird durch ein gut getimtes Tremollo der Gitarre und der Kongas und Bongos der Percussion ermöglicht. „Just for Willie“ und „Croftinloan Times“ eurphorisierten die Stimmung und die im Vordergrund stehende Marsch/Snaredrum (Grant Cassidy) rundete die Lieder vollständig ab. Drei GHPs starteten mit „Fat Bottomed Girls / Fat Arsed Lassies“ das vorletztes Lied des ersten Konzertteils. Bei anfangs ruhigen, träumerischen Melodien und weißen Derbys (diffus in mehreren Strahlen gefächertes, sich im Kreis drehendes Licht) in sonst dunklem Hintergrund beginnt das letzte Lied („Fix You“) des Blockes. Die epische Steigerung wird durch Stroboskope verstärkt und erreicht den Höhepunkt mit einer in goldfarbenem Licht getauchten Bühne. Mit Ende des Liedes geht das Licht in das Anfangs beschriebene schwarz/weiß zurück und die Musiker verlassen nach und nach die Bühne.

Nach einer Pause von ca. 20 Minuten startete der zweite Teil des Konzertes mit „Urban“, einem Lied vom neuen Album. „Little Cascade“ startete mit Schlagzeug und Powerblocks waren zu hören und nach und nach stiegen Gitarre, GHP und die restlichen Instrumente ein. Mitten im Lied fiel das Licht auf Grant und ein Marschtrommelsolo wie aus einem Gewehr startete. Musikalisch gesehen ein Feuerwerk, was durch den Jubel des Publikums unterstützt wurde. Nachfolgend präsentierten die Kiltrocker „Everybody Dance Now“ mit einer sehr gelungenen Interpretation und die Gitarre glänzt mit einem sehr passenden Solo. Nun war die Bühne leer und Grant und Steven waren allein und lieferten sich ein Drum Battle der besonderen Art. Von Doppel- über Pressschläge mit verschiedenen Tricks war hier alles dabei. Mit viel Humor haben die Beiden das Publikum bei Laune gehalten und sich in einem rhythmischen Drumstick-Fechtkampf nichts geschenkt. Im folgenden „Rora McLeod“ wird erneut die Stimmung angehoben. Nun folgt eines DER Lieder, die auf einer GHP gespielt werden müssen und dazu eine beliebte Dudelsackmelodie ist. „Highland Cathedral“ wurde anlässlich der Highland Games in Deutschland, im Jahr 1982, von zwei deutschen Komponisten (Ulrich Roever und Michael Korb) geschrieben und wird von den Pipers atmosphärisch umgesetzt. Untermalt von blauem und weißem Licht beginnt Willie, begleitet vom Keyboard, gefolgt vom Einsatz von Grant, bevor es erneut zu einem Gänsehautmoment kommt, bei dem alle Musiker einsetzen und eine epische Melodie spielen. Man schließt die Augen und stellt sich vor durch eine riesige Kathedrale umringt von majestätischen schottischen Bergen zu laufen. Diesen musikalischen Genuss honoriert das Publikum mit frenetischem Applaus. Es folgt keine Pause, denn mit „Starlight“ geht es mehrstimmig und episch weiter, sodass man aus dem Träumen nicht mehr herauskommt. Mit einer Kilt-Rock Interpretation von Aviciis – „Wake me Up“ wird die Stimmung immer weiter nach oben katapultiert. Der „Roadhouse Song“, welcher sich in „Seven Nation Army“ steigert treibt die Stimmung auf neue Höhen und das komplette Publikum grölt die jedem bekannte Melodie mit. Bei CSI New York wird es als Titelmelodie verwendet und die Blue Man Group, sowie die Pipers hab diesen Song von The Who neu interpretiert; „Baba O’Riley“. Dieser Song stellt ein Stück Musikgeschichte dar und wird durch die Pipers mit drei GHPs, Keyboard, Bass, Gitarre und Drums umgesetzt. Auch hier ist das Publikum schlichtweg begeistert. Diese Begeisterung soll anhalten, indem es zum Mitspringen bei „Don’t Stop Believing“ angehalten ist. Eine mehrstimmige Umsetzung des Liedes, mit aufbauender Spannung entlädt sich im Springen des Publikums und der Pipers. Die Stimmung scheint auf dem höchsten Punkt angekommen zu sein, doch mit einem solchen Finale hat niemand gerechnet. „We Will  Rock You“ und „Eye of the Tiger“ stellte(n) das/die letzte(n) Lied(er) des Abends dar und ließen das Publikum in lautstarken „Zugabe“-Rufen zurück.

Die Kilt-Rocker ließen das Publikum natürlich nicht zu lange warten und spielten die Zugaben „Long Way to the Top – If You Wanna Bagrock“ und „Auld Lang Syne“, wobei das Publikum aus vollem Halse mitsang.

 

Fazit des Abends ist, dass die Kilt-Rocker eine hervorragende Show darboten, bei der für Jeden etwas dabei gewesen ist. Das Publikum hat die Pipers zu jeder Zeit unterstützt und ist in der Musik vollkommen aufgegangen. An atmosphärisch epischen Klängen hat es nicht gemangelt und die Stimmung war nicht minder euphorisch. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass es ein musikalisches Fest war, bei dem jeder Ton und jede Bewegung gestimmt hat und wer die Pipers je gesehen hat, der kann dies nachvollziehen. Für all Jene, die die Pipers nicht kennen, sind sie definitiv sehenswert und die seltene Gelegenheit sollte genutzt werden sie zu sehen.

Interview: Battle Scream

Ronja:
Hallo Alex,
schön das Du Dir Zeit genommen hast, unsere Fragen zu beantworten.

Am 20.05.2016 ist ja nun Euer neues Album „Virus Mensch“ auf den Markt gekommen. Wie lange habt Ihr jetzt an dem Album gearbeitet bis es endgültig fertig war?

Alex:
Hallo Ronja, erst einmal vielen Dank für die Interviewanfrage.
Es gibt für die Produktion einer BS-Platte nie wirklich den einen Startpunkt. Es ist eher ein Prozess, der fortwährend ist. Wir schreiben eigentlich ständig an neuen Songs. Ein paar schaffen es nicht auf das Album die Idee bleibt aber und wird zu gegebener Zeit vielleicht nocheinmal aufgegriffen und neu interpretiert.
Tatsächlich ist es so, dass wir bereits kurz nach dem Seelenfeuer-Album erste Songs vorproduziert haben. Der Prozess bis zum fertigen Album „Virus Mensch“ dauerte gut 1 1/2 Jahre. Wir hoffen sehr, dass man das der Platte auch anhört.

Ronja:
Ihr beschäftigt Euch ja auch mit den aktuellen Themen, was momentan so in unserer Welt passiert. Was hat Euch, auch bei der Arbeit an eurem Album, am meisten beschäftigt?

Alex:
Es ist die Welt in der wir leben, Zeit verschwenden, Lieben, lachen, trauern und manchmal auch aufregen. Es sind die Menschen die uns umgeben und die Umwelt, die wir gestalten. Aus diesen Eindrücken heraus gestalten wir unsere Musik. Die Themen sind alle, für sich selbst betrachtet, wichtig. Sie sind nur vielleicht nicht immer gegenwärtig. Wäre ja auch schlimm wenn man gleichzeitig heulen und lachen muss. Wobei ja auch das vorkommen kann.
Gerade Songs wie „Angst im Paradies“ und „Schock“ sind natürlich aufgrund der vorherrschenden politischen Ereignisse tagesaktuell und gegenwärtig. Wichtiger als andere sind diese Themen aber nicht.

Ronja:
Seht ihr stilistisch euer neues Werk als Fortsetzung der letzten
Alben oder des letzten Albums oder können sich eure Fans auf etwas
anderes, Neues freuen? Wo liegen eventuell die Änderungen?

Alex
Wir waren mit dem Vorgängeralbum „Seelenfeuer“ sehr zufrieden und wollten mit der neuen Platte dort anknüpfen.
Es sollte ein wenig Gitarrenlastiger werden, was jedoch tatsächlich aufgrund der gut arrangierten Electrobeats garnicht auffällt. Letztendlich ist die Mischung für uns ausgewogen und die Komposition überzeugt mit ihrer eigensinnigen Vielschichtigkeit.
Also; im Osten nichts Neues…und das ist nicht negativ zu verstehen. Der Fan bekommt hier ein modernes Album mit Battle Scream in Reinkultur.

Ronja:
Und wie geht es nun bei Euch weiter? Ich hab schon gelesen, dass Ihr ja wieder mit Crematory auf Tour gehen werdet. Kommt Ihr auch in Richtung Bayern? ;)

Alex:
Bis jetzt ist für Bayern leider noch nichts bestätigt. Wenn es nach uns geht kommen wir gerne wieder.
Auch auf ein Widersehen mit Dir würden wir uns sehr freuen.

Ronja:
Habt Ihr denn schon Vorfreude, dass Ihr Crematory wiederseht? Ihr habt mir ja im letzten Interview erzählt, dass Ihr euch sehr gut mit ihnen verstanden habt.

Alex:
Na logisch. Während der Antiserum-Tour 2014 haben wir uns nach einem anfänglichen „beschnuppern“ wuchsen im Laufe der Zeit echte Freundschaften und auch musikalisch haben wir, wie ich finde, sehr gut harmoniert.
Natürlich sind wir nach dem Weggang von Matze und Harald sehr gespannt auf die 3 neuen Bandmitglieder. Aber ich denke, dass wir uns auch sehr gut verstehen werden.
Und über die Beziehung speziell zwischen Felix und mir brauch ich glaube nicht viel sagen. Wir fanden über unser Lieblingsgetränk zusammen (lacht).

Ronja:
Ich habe gesehen, dass Ihr auch wieder auf dem „Benefiz für Kids“ in Magdeburg, für einen guten Zweck spielt. Werdet Ihr euch noch mehr in diese Richtung engagieren?

Alex:
Wir freuen uns sehr auf das Benefiz for Kids. Wir haben mit der Silli und dem Seba schon recht lange zusammengearbeitet und uns nie aus den Augen verloren. Ich ziehe den Hut vor der Arbeit, die diese 2 und natürlich die ganzen ehrenamtlichen Helfer da leisten.
Natürlich können wir nicht jede Benefizveranstaltung in diesem Umfang unterstützen. Das würde für uns den zeitlichen und auch finanziellen Rahmen sprengen.
Aber signierte CD’s und Merchandise verschicken wir schon mal im Bundle.

Ronja:
Was ist Euer weiterer Plan? Irgendwelche spannenden Pläne, die Ihr uns schon verraten könnt? Wie sieht es denn aus mit den Festivals dieses Jahr?

Alex:
Nach den wirklich stressigen letzten Monaten sind wir froh, endlich auf die Bühne zu dürfen und den Fans das Album vorzustellen. Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf der Deutschlandtour mit Crematory. Da wir davon schon recht lange wussten aber keine Termine hatten, ist die Festivalplanung gerade für die Openair-Saison 2016 etwas in’s Hintertreffen geraten.
Ein paar Gigs sind noch in der Vorbereitung aber leider noch nicht spruchreif.

Ronja:
Was wäre momentan, Band bezogen euer größter Wunsch?

Alex:
…das „Virus Mensch“ die Fans umhaut und die Tour erfolgreich verläuft.

Ronja:
Möchtest Du den Lesern von Dark-Pictures.org noch etwas sagen?

Alex:
BS wünscht euch allen ein erfülltes Jahr 2016 mit geilen Konzerten und tollen Menschen in eurem Umfeld.
Wir hoffen, dass wir euch etwas neugierig machen konnten und wir uns demnächst auf der Tour sehen. Und – wer es noch nicht getan hat – hört doch mal bei „Virus Mensch“ rein! Es lohnt sich – versprochen!

Rezension „Battle Scream – Virus Mensch“ VÖ: 20.05.2016

Im Jahr 2016 feiert die Dresdner Band „Battle Scream“ ihr 15 Jähriges Jubiläum. Pünktlich dazu kam auch ihr neues Album „Virus Mensch“ am 20.05.2016 auf den Markt.

Jetzt sehe ich schon eure fragenden Gesichter ;) Der ein oder andere wird sich jetzt sicher fragen „Und was machen die jetzt?“.

Battle Scream wurde von mehreren Szene Zeitschriften als: „Eingängig, vielschichtig und qualitativ hochwertig elektronisch-rockige schwarze Kunst“ betitelt.
Da muss ja auch etwas dran sein, denn immerhin haben sie auch schon 5 Alben und 2 EP erfolgreich veröffentlicht. In einer so langen Zeit des Bandbestehens kommen natürlich auch eine Live Auftritte zusammen. Die fünf Herren von Battle Scream hatten das Vergnügen mit großen Bands wie „Crematory“, „Terminal Choise“ und „Hocico“ auf Tour gewesen zu sein und natürlich auch schon mit allerlei anderen Bands die Bühnen gerockt zu haben.
Dadurch haben sie sich eine treue Fangemeinde erspielt, die sich Electro-Heads über Gothics und Metal-Freaks erstreckt.

Aber nun zum neuen Album: „Virus Mensch“!

– Intro
– Willkommen
– Nähe Auf Distanz
– Deep Place
– Steh Auf!
– Angst Im Paradies
– Netz Der Zucht
– Atomic Workout
– Close To You
– Virus Mensch
– Schock
– Der (letzte) Vorhang Fällt
– Outro

Das Album beschäftigt sich mit einer Welt aus abgrundtiefer Trauer, Hass und der Auseinandersetzung mit der menschlichen Koexistenz. Das ganze wird mit einer großen Briese Ironie und einem kräftigen Schluck Ehrlichkeit abgerundet.
Ich habe mir ein paar Lieder für euch rausgesucht, auf die ich gern etwas näher eingehen würde.

„Close To You“
Derjenige der die Band schon kennt, dem ist sicherlich aufgefallen, dass es das Lied schon mal gab. Der Song stammt eigentlich aus dem Jahr 2007 und wurde nun nochmal neu Veröffentlicht. Dieser Song darf auch bei keinem Live-Konzert fehlen und wird deshalb auch als besonderes Geschenk für die Fans bezeichnet. Der Song beginnt mit einem eher elektronischen Teil, bis dann die Gitarrenriffs einsetzten und kurz darauf auch Alex mit seiner tiefen und eindrücklichen Stimme zu singen beginnt.
Trotzdem ist das Lied eher eines der ruhigeren Stücke auf dem Album.

„Virus Mensch“
Schon nach den ersten paar Sekunden, des Songs ist klar, um welche Band es sich hier handelt. Ich muss gestehen, ich kann euch gar nicht so genau sagen an was genau man die Wiedererkennung festmachen kann. Das ist aber, wahrscheinlich das Zusammenspiel von der ganzen Band. Viele elektronische Einflüsse, rockigen Gitarren und dazu einen sehr gut abgestimmten Text. Eben typisch „Battle Scream“.

„Steh Auf!“
Dieses Lied geht eher in die ruhigere Richtung. Das soll jetzt aber nicht heißen, dass wir hier einen langsamen, nachdenklichen Song haben. „Steh Auf!“ hat schon auch seinen elektronisch und rockigen Sound.

„Atomic Workout“
Zu Beginn hat man den Eindruck, dass dies wohl ein rein elektronischer Song sein wird. Dies bleibt auch noch nach dem Einsatz des Gesangs so, dann jedoch kommen doch noch die harten Gitarrenriffs dazu. Der englische Songtext dazu, macht das Gesamtbild komplett.
Das Album hat genau meinen Erwartungen entsprochen. Ich finde, dass Battle Scream genauso einen Stil von Musik macht, den man aus vielen anderen Bands wieder erkennt. Gerade Sänger Alex seine tiefe, männliche und einprägsame Stimme sticht immer wieder hervor und trägt auch zu dem gewissen Wiedererkennungswert bei. Aber auch die etwas ruhigeren Songs stehen der Band sehr gut. Ich hoffe, dass so manches Gänsehautfeeling auch bei den Liveauftritten überschlägt.

Sonst hoffe ich, ich konnte euch einen kleinen Einblick in das neue Album geben. Schaut und hört es euch doch auf jeden Fall mal an. ;)

Nächste Liveauftritte:

09.04.2016 – D – „Uckermärkische Bühnen“ Schwedt
25.05.2016 – D – „Kubana“ Siegburg
26.05.2016 – D – „Piano“ Dortmund
27.05.2016 – D – „Roxy“ Flensburg
28.05.2016 – D – „Riders Café“ Lübeck
17.09.2016 – D – Club „Manitu“ Forst
30.09.2016 – D – „From Hell“ Erfurt
01.10.2016 – D – „Alte Spinnerei“ Glauchau
02.10.2016 – D – „Benefiz for Kids“ Magdeburg
30.10.2016 – D – „Music Hall“ Markneukirchen
31.10.2016 – D – „VAZ“ Burglengenfeld
(Weiter Termine in Planung)

Autor: Ronja Bierbaum

HARPYIE Neues Album FreakShow!

HARPYIE Neues Album FreakShow! Herzlich Willkommen, meine Damen und Herren. Kommen Sie! Sehen Sie selbst! Staunen Sie! Sie werden Ihren Augen nicht trauen.
HARPYIE präsentieren FREAKSHOW! Das neue, düstere Album erscheint am 18.09.2015!

Nach zwei Jahren des Tourens bringt der ostwestfälische Folkmetal Sechser HARPYIE sein drittes und wohl auch düsterstes Werk an die Öffentlichkeit. Frei nach Cicero´s „Die Welt ist ein Irrenhaus“ zieht HARPYIE als Wandermenagerie, dunkelster und gleichsam exotischster Herkunft durch die deutschen Lande. Dabei sind HARPYIE brachialer, kompromissloser und doch eingängiger als je zuvor. Wie sollte es auch anders sein bei einer so fruchtbaren Zusammenarbeit mit ihren neuen Produzenten Simon Michael Schmitt, auch als Schlagzeuger der Band SUBWAY TO SALLY bekannt. Alles, was HARPYIE je vorgeworfen wurde, eine hohe Männerstimme, modernen Metalcore und mittelalterliche Instrumente zu vermischen, treiben sie mit FREAKSHOW auf die Spitze. HARPYIE gehen mit FREAKSHOW keine Kompromisse ein und scheuen kein Tabu um eine Geschichte in ihrer ganzen Gewalt, tiefgründig, aber dennoch plakativ zu erzählen.

 

FREAKSHOW erzählt von Pyromanen, Menschenfressern, Monstern, schwarzen Männern und Wahnsinnigen, und reißt den geneigten Hörer tief mit in die schwarzen Abgründe der menschlichen Seele. HARPYIE nehmen uns mit in die Buntheit und Spiritualität des fahrenden Volkes der Schausteller und Ausgestellten. Und zeitgleich laden sie uns ein auf die andere Seite zu schauen. Wer sind wir? Wo stehen wir? Wie sterben wir? Am Ende bleibt nur ein Fazit welches zu ziehen ist:
Wir alle leben in einer großen Freakshow, ohne wirklich zu wissen, auf  welcher Seite der Gitterstäbe wir uns eigentlich befinden.

HARPYIE Neues Album FreakShow! 2

HARPYIE Tour 2015:

02.10. Zur Templer Tränke / Altena
09.10. Matrix / Bochum*
16.10. Herbststurm Festival / Oldenburg*
17.10. Logo / Hamburg*
31.10. Autumn Moon Festival in der Rattenfängerhalle / Hameln
06.11. Underground / Köln*
07.11. Bastard Club / Osnabrück*
13.11. Jokus / Gießen*
14.11. Musa / Göttingen*
27.11. Alte Brauerei / Annaberg-Buchholz*
28.11. Binuu / Berlin*
11.12. Hellraiser / Leipzig*
27.12. Glühmet Festival im Hirsch / Nürnberg

* mit  CULTUS FEROX

 

Coppelius / clubCANN

Lolita KompleX / ClubCann Stuttgart

Maerzfeld / Löwensaal Nürnberg

Fiddlers Green / Löwensaal Nürnberg

My Flint / Löwensaal Nürnberg

Geschützt: Shootings

Dieser Inhalt ist passwortgeschützt. Um ihn anschauen zu können, bitte das Passwort eingeben: