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Konzertfotografie – Konzertberichte – Rezensionen

Letzte Instanz mit Support Scarlet Dorn – 10.03.2018 – Annaberg-Buchholz

Scarlet Dorn

Es ist 20:50 Uhr und das Licht geht aus. Aus den Boxen erklingt ein Synthesizer und eine Menge Bässe. Dies ist das Intro von Scarlet Dorn. Die vier Musiker kommen auf die Bühne und besetzen ein Schlagzeug, eine Linkshänder-Gitarre, ein Keyboard und natürlich den Gesang. Der Gitarrist tritt ebenfalls vor ein Mikrofon. Bei tiefblauem Licht starten sie in den ersten Song „Hold on to me“, vom ab Ende August erhältlichen Album „Lack of Light.“ Man bemerkt, dass es ein eher ruhiger Start in den Konzertabend wird. Der Applaus ist eher verhalten und nur langsam strömen die Besucher vom Nebenraum in den Konzertsaal. Das Publikum wird begrüßt und Scarlet Dorn freut sich in Annaberg-Buchholz zu sein. Weiter geht es mit dem Song „Heavy Beauty.“ Rhythmisch hervorstechend ist hier das Keyboard, wobei das Schlagzeug den Takt aufnimmt und über das komplette Lied trägt. Die Brauerei ist nun zu zwei Dritteln gefüllt und die Ersten beginnen zur Musik zu wippen. Da die Band recht unbekannt ist, ist auch der Applaus eher verhalten, doch musikalisch gesehen, macht Scarlet Dorn eine gute Show. Das dritte Lied ist „I‘m Armageddon“ und die Bühne wird mit blutrotem Licht geflutet. Das Lied ist ruhig und melodisch gehalten, wobei vor allem die Melodie im Refrain subjektiv sehr schön ist und im Ohr bleibt. Hier liegt auf jeden Fall viel Potential.

Scarlet Dorn in Annaberg-Buchholz

Sängerin Scarlet versucht das Publikum in Stimmung zu bringen, doch leider gelingt dies nicht wirklich gut. Grund hierfür könnte die eher ruhige und verhaltene Art der gebotenen Musik sein. Es folgt „Dream On“, dass bis hierhin als bestes Lied bezeichnet werden kann. Dies wird auch vom Publikum so gesehen und der Applaus ist entsprechend gut. Das Lied zeichnet eine gesanglich starke Leistung, wie auch ein mitreisender Rhythmus aus. Die Ansagen sind meist kurz und Scarlet Dorn springt von Lied zu Lied. Nun hören wir „Hell Hath No Fury Like a Woman Scorned“. Ein sehr getragener Titel, der sich durch die Präsenz von Keyboard und Gesang auszeichnet. Erneut wird die Bühne in rotes Licht getaucht und „Kill Bitterness With Love“ erklingt. Der Titel ist stilistisch zweigeteilt, da er ruhig beginnt, wobei wenig Gefühl herüberkommt. Im Lied gibt es dann eine Pause und die Stilistik wechselt auf eine kraftvollere, energisch betontere Art. „Cinderella“ ist das siebte Lied und gesanglich emotionalste zugleich. Dies kommt im Publikum an und der Applaus ist stärker als in den vorangegangenen Liedern. Nun folgt „I Don’t Know, I Don’t Care“ mit einem sehr eingängigem Klavierpart und einer sehr guten gesanglichen Leistung. Als letztes Lied spielen Scarlet Dorn „Rain“, welches subjektiv gesehen, das zweitbeste Lied der gesamten Darbietung ist. Dies liegt daran, dass das Tempo gesteigert wird und klanglich geht es in Richtung Symphonic Metal. Ein wenig Härte, klarer, starker Gesang und ein Publikum, welches sich in dieser Musik wiederfindet. Dies zeigt sich auch am Ende des Titels, indem lauter Applaus und Jubel ein begeistertes Publikum beschreibt und dass dies, das richtig gewählte Ende der 45 minütigen Setlist war.
Alles in allem war der Auftritt von Scarlet Dorn sehr ruhig und getragen. Die Band hat musikalisch gesehen viel geboten, wobei schnellere Titel bzw. eine größere Abwechslung gefehlt haben. Gesanglich ist die Leistung von Scarlet Dorn hervorragend. Die Töne sitzen und die Emotionen können dem Publikum übermittelt werden und dies kommt an. 


 

Letzte Instanz

Die Uhr schlägt 22 Uhr und das Licht erlischt. Man hört Klavierklänge und die Musiker der Letzten Instanz kommen auf die Bühne. Angeführt werden sie von Benni, dann Rico und der Rest der Band und natürlich, unter lautem Applaus, Holly. Das Intro geht nahtlos in “Morgenland“ über. Die Stimmung ist sofort auf dem Höhepunkt und der Konzertsaal brechend voll. Holly begrüßt die Anwesenden mitten im Lied und wünscht viel Spaß für den heutigen Abend. Man merkt im Song, dass etwas nicht stimmt und dies wird auch am Ende aufgelöst. Trotz Soundcheck kann es passieren, dass der Knopf im Ohr etwas anderes macht und man nicht mehr hört oder wie in Hollys Fall absolut zu laut ist. Das Publikum nahm alles mit Humor und es wurde direkt viel gelacht. Ohne Umschweife geht es zu „Maskenball“ und die Anwesenden sind ausgelassen.

Sänger Holli

Schwarz“ ist Lied drei und die Brauerei kocht. „Das schönste Lied der Welt“ folgt nun unter eisblauem Licht. Der Sound ist klasse, da alle Instrumente hervorragend, wie auch der Gesang, aufeinander abgestimmt sind. Weiter geht es mit einem Lied vom neuen Album Morgenland, „Asche zu Gold.“ Dieses ist Live perfekt umgesetzt. Die Stimmung bleibt auf dem Höhepunkt und Holly stimmt zum Publikumsgesang an. Hierzu lässt er Männer und Frauen getrennt ein „uhhhhhhh…..“ singen und stimmt selbst eine Oktave höher zu „Schau in mein Gesicht“, ein.

Nach diesem Song meint er, dass es auf der Bühne auf keinen Fall warm genug sei, daher muss er die Jacke schließen. Nun bittet er das Publikum in der Mitte zu teilen und spricht zum Tontechniker der Band. Dieser heißt Lutz und er hat ein Bier für Holly, welches er sich holt. Im nun folgenden Lied der aktuellen und neuen Platte gibt es ein Lied, welches beim hören immer ein leeres Wort lässt. Dieses soll nun mit Hollys Getränk ausgefüllt werden. „Disco d’amour“ erklingt und an den Stellen, wo man beim hören schon das Wort „Bier“ vermutet, brüllt nun das Publikum. Dies funktioniert sehr gut, sowohl im Konzertsaal, inmitten der Gasse, welche sich Holly geschaffen hat, als auch hinter dem Ton und Lichtpult. Lutz am Tonpult und Andraj am Lichtpult heben ihre Biergläser und feiern mit allen im Raum. Das Lied ist ein voller Erfolg.

Holli in der Menge bei „Disco d’amour“

Nun erkundigt sich Holly, wer denn unter den Anwesenden ein Paar ist und findet auf Anhieb ein seit einem Jahr verheiratetes Paar und beglückwünscht beide nochmals und während er „Das nun folgende Lied ist…“ spricht, schreit jemand aus dem Publikum „heut ist mein Todestag….“ und der Konzertsaal lacht laut. Holly grinst und beendet seinen Satz mit „…..Blind“. Alle singen laut mit Holly. Die Hände werden zu einem Meer in die Höhe gestreckt und hin und her bewegt.

Benni Cellini

Wer ein Konzert der Letzten Instanz kennt, der weiß, dass Rico und Benni auf Stühlen sitzen, welche eine sehr hohe Lehne haben. Schaut man sich das Bühnenbild in der Alten Brauerei an, so fällt auf, dass lediglich die Sitze vorhanden sind, die Lehnen aufgrund der geringen Saalhöhe jedoch nicht. Speziell bei diesem Lied kommen die Köpfe der Beiden der Decke gefährlich nahe, wenn sie auf Ihren Podesten stehen. Das Lied endet mit lautem Beifall, doch dieser steigert sich nach dem nun folgenden Lied, „Garten“, noch weiter. Alles passt und eben jenes Lied nimmt das Publikum mit. Es geht nicht weniger gut weiter und „Wir sind Eins“ folgt.

Stimmungstechnisch sind wir nun am Höhepunkt vom Höhepunkt und man kann nur sagen, wenn man dieses Konzert miterlebt hat, dann weiß man, wie das Erzgebirge feiern kann. Doch nun folgt ein kleiner Stimmungsbruch. „Das nun folgende Lied erfordert zwar eine Ansage, aber diese machen wir danach.“ Es handelt sich um „Mein Land“ und unter blauem Licht spielen Sie von Ihrer Sicht auf aktuelle Geschehnisse. „Politik hat auf der Bühne eigentlich nichts zu suchen, doch dies ist ein Statement gegen Fremdenhass und Krieg {und Statements dürfen jederzeit vorgetragen werden}.“ Dies stößt auf große Zustimmung und wer die Letzte Instanz kennt, weiß auch, dass die Jungs kein Blatt vor den Mund nehmen.

Wer die Tour verfolgt, der stellt fest, dass es Bilder gibt, bei denen Rico und Benni mit dem Rücken zu Holly stehen und marschieren. Dies erfolgt zu „Schuld“ und endet mit tobendem Applaus. Es folgt „Jeden Morgen“ und „Der Kuss.“ Im Letzteren ist die Bühne in rot weißes Licht getaucht und Scarlet, die Sängerin der Vorband, kommt auf die Bühne und singt im Duett mit Holly. Der Beifall ist bei einer solchen Stimmgewalt entsprechend laut. Holly fragt nun, ob noch ein Liebeslied gespielt werden soll. Es folgt die Annahme, dass das nächste eines ist und „da Annaberg im Abendland liegt, kommen wir zu einem 4/4 Takt. Zu ¾ kann man schunkeln, zu 6/8 müsste man schneller schunkeln, aber 4/4 ist gut.“ Nun soll das Publikum auf die Zählzeit 5 ein „Hey“ brüllen, dann zweimal „Hey“, doch es geht oft schief. Von der Bühne wird dem Publikum Sabotage vorgeworfen, doch unter lautem Raunen funktioniert es doch einmal. Nun werden die Hände dazu genutzt und spätestens jetzt weiß man, dass das nächste Lied „Flucht ins Glück“ ist. In Kombination zur Musik funktioniert die Kombination aus Arme und „Hey, Hey“ sehr gut.

Als vorerst vorletztes Lied folgt nun „Tränen aus Stein“ und im Anschluss „Komm!“. Holly animiert das Publikum sich zu drehen und zu singen. Ein neuer Höhepunkt ist erreicht. Der Song endet mit lautem Applaus und grölenden Zugaberufen. Die Band lässt sich Zeit, viel Zeit, doch kurz bevor die Ersten zur Bar aufbrechen, kommen sie wieder auf die Bühne. Die kurzfristig abgekühlte Stimmung wird sofort wieder angefacht und „Das Gerücht“ erklingt. Annaberg-Buchholz ist nicht weit von Radebeul entfernt und Benni freut sich in der Heimat zu spielen. Er dankt Annaberg, dass sie schon sehr oft hier auftreten durften und Annaberg der Band somit die Treue gehalten hat und er erinnert auch an das 20 jährige Jubiläum in diesem Jahr.

Weiter geht es mit „Mein Todestag“ und einem laut singenden Publikum, vor allem im Refrain. Die Hände werden nach oben gehoben und wie ein wogendes Meer hin und her bewegt. Dies erfolgt über das Lied hinaus, denn nun soll der Nebenmann berührt werden und als zwanzigster Titel folgt „Wir sind allein.“ Das Lied klingt aus, doch der Gesang unter allen Anwesenden nicht, daher stimmt die Band nochmals in den Refrain ein und unter lautem Applaus verlassen die Musiker erneut die Bühne. Da die Band so nicht aufhören kann und das Publikum noch nicht genug hat, werden erneut Zugaberufe laut. Diesmal lässt man das Publikum nicht so lange warten und spielt ein Medley, gesungen von Holly und Benni, aus „Rapunzel feat. Junge.“ Jazziger Sound und ein witziger Text veredeln das Lied.

Violinist Rico und Bassist Michael

Der ging in etwa so:

– Rico, warum hast du nichts gelernt?
Schau dir den Benni an, der hat sogar ein Auto.
Geh doch zu Onkel Micha in die Werkstatt, der gibt dir ne Festanstellung.

Rico,……
Und wie du wieder aussiehst, Löcher in der Nase,…..
Und du warst so ein süßes Kind ….. –

Nun wurde wieder zu Rapunzel gesprungen und alle singen laut mit. Der Beifall war erneut nicht zu überhören. Als zweiundzwanzigstes und wirklich letztes Lied erklingt „Noch Einmal.“ Das Publikum springt und tanzt im Rhythmus des Liedes, während die letzten Akkorde klingen. Die Band würde sich sehr freuen, wenn einige aus dem Erzgebirge am 13.10.2018, zum Jubiläum, den Weg nach Dresden finden. Der Applaus der nun folgt war lang und herzlich. Ein fast zweistündiges Konzert geht zu Ende und nach einer kurzen Erfrischungsphase haben sich die Musiker noch unter die Anwesenden gemischt und viel mit Ihnen gesprochen.

Letzte Instanz in Annaberg-Buchholz

Das Konzert im Rahmen der Morgenland-Tour in Annaberg-Buchholz war ein voller Erfolg. Die Qualität der Musik ist so hoch, wie immer und im Publikum hat ein Höhepunkt den anderen abgelöst. Die neuen Lieder sind hervorragend angenommen worden und von der Band ohne Wackler oder Probleme dargeboten worden. Zudem war es subjektiv einer der besten Auftritte, die ich je von der Letzten Instanz gesehen habe.

Gothik meets Klassik

The Beauty of Gemina

Der Saal des Haus Auensee ist zu dreiviertel gefüllt, als das Bühnenlicht eine zartrosa Farbe annahm und fünf Musiker, darunter eine Violine, zwei Western-Gitarren, ein E-Bass und ein Schlagzeuger, die Bühne betraten. Die Show startet mit akustisch, ruhigen Klängen im Gewand des Blues und einigem an Applaus. Während die fünf Musiker die Anwesenden begrüßen, kommen zwei weitere Musiker auf die Bühne. Sie spielen unter anderem „Down by the Horses.“ Das Lied kommt sehr gut an und der Klang der Akustikshow kann sich hören lassen. Es folgt „Suicide Landscape“ und die Instrumentenvielfalt ist enorm. Keyboard, Violine, Saxophon, Cello, Schlagzeug, Bass und Gitarre sorgen für einen vollen, satten Klang und dies gefällt auch dem Publikum.

TBoG @ Gothik meets Klassik 2017

Dies zieht sich durch das Programm der Musiker und stellt einen enormen Kontrast zu den anderen Bands des Abends dar. Gothik Blues mit einem Hauch Dark Wave, aber auch Rock’n’Roll sind etwas anderes, aber wirklich geniales, um den Abend zu eröffnen. Dies merkt man sehr gut im akustischen Schlusslied, „Down on the Lane“, indem nahezu alle Elemente zusammenfallen. Das Publikum hat die Musiker über die 40-minütige Show mit starkem Applaus getragen und dies zu Recht.

 

Stahlmann

Nach 20 Minuten Umbaupause wird es hart und laut im Haus Auensee. Das Intro beginnt mit weißem Licht und Schlagzeug, Bass, Gitarre und Sänger betreten nacheinander die Bühne. Mit dem Ende des Intros steigen die Musiker in den Song „Bastard“ ein und sofort wird man an den Musikstil der Neuen deutschen Härte erinnert. Man merkt, dass das Publikum nicht nur die leisen Töne mag, denn mit dem Ende des Liedes, hört man lauten Applaus. Da die Hände einmal oben sind, sollen sie dort auch bleiben und es soll mit Stahlmann richtig gefeiert werden, wie Sänger Martin verkündet. Dies wird auch bei „Adrenalin“ und der zugehörigen Lichtshow deutlich. Gelb-orangene Grundtöne, viel Stroboskop- und bewegtes Licht verleihen dem Lied zusätzliche Aggressivität. Das Publikum wird nun immer stärker angeheizt. „Der Schmied“ lässt das erste Mal des Abends die Stimmen erklingen und dies bis in die letzten Reihen.

Nun erfolgt ein Stimmungstest seitens der Band und es ist festzustellen, dass das Publikum die Musik und Show geniest, denn die Stimmung ist richtig ins Rollen gekommen. Mit „Spring“ wird dies nochmal deutlich, indem die Musiker das Publikum anhalten zu springen und dies wird von mehr als der Hälfte des Saales durchgeführt.

Stahlmann @ Gothik meets Klassik 2017

Es wird dunkel und Stroboskope, wie auch Moving Heads in weißem Licht erfüllen ab und an die Bühne, dennoch ist die Bühne meist dunkel. Das Lied heißt „Schwarz“ und passt zur Farbe des Publikums, was auch dazu führt, dass der Text im Refrain vom Publikum aufgenommen und ab der Hälfte des Liedes laut mitgesungen wird. Bevor das letzte Lied erklingt, erklärt Sänger Martin, dass dieses Konzert das letzte für Gitarrist Frank „Schattenmann“ ist, was eher verhalten vom Publikum kommentiert wird. Das letzte Lied der 30-minütigen Show von Stahlmann ist „Süchtig“ und lies das Publikum nochmals richtig feiern.

Show und Musik waren der komplette Kontrast zu The Beauty of Gemina, was aber nicht für die Stimmung gilt, diese ist sogar noch gestiegen.

Tanzwut

Im Saal herrscht nun dichtes Gedränge und pünktlich 21:15 Uhr gehen die Lichter aus und das Intro für Tanzwut erklingt. Rotes Licht entflammt und drei Dudelsackspieler kommen auf die Bühne, direkt gefolgt vom Schlagzeuger und dem Rest der Spielleute. Teufel trat herein, mit einer Maske entsprechend seines Namens und drei weiteren Narren-Masken um sich herum. Die sieben Musiker spielten „Freude schöner Götterfunken“ verschmolzen mit „Schreib es mit Blut“ vom aktuellen Album. Das Publikum hat merklich Spaß, denn es gibt in den vorderen Reihen viel Bewegung und nachdem die Musiker endeten erklang heftiger, lauter Applaus. Noch während des Applauses sollen die Hände in der Luft bleiben und ein Meer aus Händen wird gebildet, welches sich zum nun folgenden Titel „Meer“ in Wogen hin und her bewegt. Teufel begrüßt das Publikum und freut sich wieder einmal in Leipzig zu sein. Der letzte Auftritt der Band war zum WGT in diesem Jahr. Laut Teufel ist in Leipzig viel Aberglaube zu finden und aus diesem Grund spielen die Musiker jetzt „Freitag der 13.“ Um auch die letzten Unbeweglichen im Publikum zum Tanzen zu bringen, möchte Tanzwut nun einen Zauberspruch spielen, damit das müde Fleisch sich bewegt. Es folgt eines der ältesten überlieferten Lieder im Bereich des Mittelalters und auch einem Lied, was man gern auf Mittelaltermärkten hört, der „Merseburger Zauberspruch.“ Hier kann man erkennen, dass Tanzwut ursprünglich vom Mittelaltermarkt kommt, wo sie auch heute ab und an wieder zu finden sind. Dennoch gibt es keine andere Band, die dieses Lied soweit interpretiert hat, dass Dudelsackparts gefolgt von gesanglichen Parts abgewechselt und mit choralem Gesang erweitert vorgetragen werden. Es folgt der direkte Übergang zu „Das Gerücht“ und „Stille Wasser“. Erneut werden die Hände zu einem Meer geformt und die ersten Headbanger des Abends sind zu sehen.

Tanzwut @ Gothik meets Klassik 2017

Des Teufels Großvater erzählte immer wieder Geschichten von Reitern, „Reiter ohne Kopf.“ Der Saal war nun dunkel und zwei Skelette tanzten im Schwarzlicht umher, wobei Kopf und Körper unabhängig voneinander agierten, was dem Publikum sehr zusagte. Es folgten „Geteert und Gefedert“, sowie „Tod Bin“, wobei hier erneut alles dunkel war. Der Tod solle wie in Mexiko gefeiert werden. Zu sehen waren Musiker mit Sombreros und 2 Todeskarten, welche im UV-Licht leuchteten. Neben den Karten des Todes wurden die Stars der Unterwelt eingeladen und in Masken der Folterknechte der Unterwelt spielte Tanzwut nun „Spiegelkabinett.“ Die Bühne ist voller verrückter Musiker, wie auch das Publikum. Alle sind somit Eins oder auch „Brüder im Geiste.“ Das aktuelle Konzert ist das vorletzte Rockkonzert in diesem Jahr, dennoch sind Tanzwut mit ihrer akustischen Tour auf Burgen und Schlössern in der Nähe anzutreffen. Als Abschlusslied erklingt „Hymnus Cerber!“ und das Logo von Tanzwut wird mittels leuchtender Polygone am Ende des 55-minütigen Konzertes dargestellt.

 

OOMPH!

Das Publikum wird langsam unruhig und mit lautem Klatschen soll die Band in den Saal gerufen werden. Das Intro beginnt und im Saal wird es laut. Während die Band eintritt, erklingen laute Rufe und Jubel. Dennoch ist das nicht alles, denn als Sänger Dero auf der Bühne erscheint, herrscht absolute Euphorie. Mit dem Intro erklingt ebenfalls „Das Weiße Licht.“ Es folgt ein direkter Übergang zu „Gott ist ein Superstar“ und das Publikum singt laut den Refrain mit. Im Folgenden wird „Träumst du“ gespielt, worüber die Anwesenden sehr erfreut sind. Bei diesem Lied wird das Publikum dauerhaft animiert zu klatschen, die Band anzufeuern und zu springen. „Mein Schatz“ wird nachfolgend gespielt und hierbei kann man bis in die letzten Reihen ein durchweg textsicheres Publikum singen hören. Es folgt ein Lied vom ersten Album, „Der neue Gott,“ welches rhythmisch ausgeprägt ist und dem Publikum einfach macht zu klatschen. Dies wird dankend angenommen und der komplette Saal hat die Hände in der Luft. Es geht direkt weiter mit „Sandmann“ und dem Publikum wird keine Ruhe gegönnt.

OOMPH! @ Gothik meets Klassik 2017

Gesang, klatschen und springen wird den Anwesenden abverlangt. Die Band verliert wenig Worte zwischen den Liedern und deren Entstehung bzw. deren Bezug zur Band. Dero hebt beide Hände zur Seite und stellt ein Kruzifix dar.  Englischsprachiger Text erklingt und das Publikum rastet völlig aus zu „Gekreuzigt.“ „Jetzt oder Nie“ und „Niemand“ fordern dem Publikum erneut einiges ab. Während das Lied „Kleinstadtboy“ erklingt, singen alle mit, ebenso wie bei „Labyrinth.“ Als vorletztes Lied ist das wohl bekannteste Lied der Braunschweiger Band zu hören. „Augen auf!“ wird gespielt und der komplette Saal ist in absoluter Ekstase. Das Letzte Lied nach 60 Minuten durchgehender Publikumsanimation ist „Alles aus Liebe“ und einem Outro, welches lediglich durch Trommeln und Publikumsgesang getragen wird.

 

Letzte Instanz

Es ist kurz vor 24 Uhr und der Saal ist noch immer gut gefüllt. Das Licht geht aus und das Intro beginnt. Bei blauem Licht kommen nacheinander unter lautem Beifall Benni, Rico, Andy, Bernie und Michael auf die Bühne. Als Holly die Bühne betritt wird es laut im Publikum. Vom Intro geht es direkt in das Lied „Steh auf“ und das Publikum ist sofort begeistert. Ohne Umschweife geht es direkt zu „Liebe im Krieg“ und einem Statement der Band, verkündet durch Sänger Holly. Die Letzte Instanz distanzieren sich ausdrücklich von Fremdenhass, Gewalt in jeglicher Form und Krieg, getreu nach dem Motto „Make love not war.“ Jeder weiß, dass die Band klare Worte zu öffenltich kontroversen Themen, als auch aktuellen Geschehnissen findet und sich nicht scheut diese auszusprechen. Das Licht im Saal wird nun rot und es folgt das Lied Blutmond.

Holly begrüßt nun das Publikum ausführlich und heizt es weiter an. Mit einem kurzen „Hey“ und pulsierenden Fäusten wird „Flucht ins Glück“ eingeläutet. Der Sound wird nun satt und „brachial.“ Das Publikum singt sehr laut mit und das Lied endet mit euphorischem Applaus. Holly fragt im Publikum, ob jemand allein ist und pickt sich Conny auf der linken Seite. Er fragt, welcher Herr denn auf der rechten Seite allein sei, aber es traut sich keiner. Das nun folgende Lied ist für alle Paare, Eheleute und frisch verliebten. Im Publikum stehen die Pärchen eng hintereinander und fest umschlungen und wiegen sich im Sound von „Blind“.

Letzte Instanz @ Gothik meets Klassik 2017

Es folgt „Weiß wie der Schnee“ und die ersten verlassen das Haus Auensee. Dies liegt nicht an der Band, sondern dann doch an der fortgeschrittenen Zeit und dem nun langen musikalischen Abend.

Nun kommt Holly zurück auf Conny und bittet alle Anwesenden die Hände zu erheben, um diese dem oder der Nachbarin zu reichen. „Wir sind allein“ erklingt und das Publikum singt erneut sehr textsicher und laut mit, speziell am Ende des Liedes. Es folgte „Herz aus Stein“ und das Publikum ist auch hier vollständig dabei.

Das Licht geht aus und der Spot fällt auf Benni, der nun mittig auf der Bühne steht. Er erzählt, dass die Instanz im kommenden Jahr ihr 20-jähriges Bestehen feiert und er dankt den Veranstaltern, den Mitwirkenden und dem Publikum für die langjährige Unterstützung. „Wir sind eins“ folgt auf Bennis Ansage und im Schlachthof hört man einen Chor aus Stimmen, die zu einer verschmelzen.

Gothik meets Klassik besteht aus einem Abend mit Rockmusik und einem Abend indem die Lieder im klassischen Gewand gespielt werden. Als Unterstützung für die Veranstaltung hatten die Letzte Instanz einen Aufruf, um eine Sängerin zufinden, durchgeführt. Diesen Aufruf hatte Johanna Krins von Delva für sich entscheiden können und wurde nun auf die Bühne gebeten. Es folgte „Kalter Kuss“, den beide sehr harmonisch sangen. Johannas volle, warme Stimme passt zu Hollys Stimme sehr gut und in den Duettstücken ergänzen sie sich gegenseitig trefflig. Unter enormen Applaus fragt Holly, ob ein weiteres Lied gewünscht ist und dies ist auch der Fall. „Der Garten“ mit der voluminösen Stimme Johannas ist durchaus der Gänsehautmoment des Abends.

Letzte Instanz @ Gothik meets Klassik 2017

Die Zeit rennt und es ist mittlerweile 1 Uhr. Man bemerkt, dass das Publikum nun über fünf Stunden Musik hinter sich hat und Müdigkeit macht sich breit. eine weitere Welle Menschen verlässt das wirklich großartige Konzert. Es ist mittlerweile nur noch der feierwütige, harte Kern vorhanden. Es folgten die letzten beiden Lieder „Mein Todestag“ und Finsternis“ Das noch vorhandene Publikum singt mit und verlangt nach einer Zugabe.

Diese wird gespielt und mit „Komm!“ und „Von Anfang an“ ein letztes Mal Leben in den Saal gebracht, bevor sich jeder nach Hause begibt. Das Publikum hat nun 6 Stunden Musik hinter sich und ist durchaus gezeichnet.

Letzte Instanz @ Gothik meets Klassik 2017

Aus meiner Sicht war die Performance von „Letzte Instanz“ sehr gelungen und wie man erwartet überaus professionell, dennoch konnte man feststellen, dass der Sound hin und wieder nicht gepasst hat. Das Intro hatte zu viel Bass, sodass neben den Vibrationen der Bässe nichts mehr zu hören war. Weiterhin war Holly am Anfang zu laut und der Klang eher weniger brachial, eher zu höhenlastig. nasal. Gegen Ende des Konzertes war Holly sehr schlecht zu hören und die Bässe waren erneut viel zu intensiv, sodass der Sound von Violine und Gesang unterging.

Der Abend an sich war musikalisch gesehen sehr gelungen und eine Steigerung war vorhanden, dennoch ist die Anzahl der Bands bzw. die Spieldauer insgesamt zu lang, denn ab der Mitte des Oomph Konzertes wurde das Publikum zusehends weniger.

Feuertal Festival / Wuppertal

 Ab ins Feuertal!

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Seinem Namen seit zehn Jahren alle Ehre macht das idyllisch zwischen Felsen und Bäumen gelegene Festival, welches erstaunlich zentral und doch grün im Wuppertaler Stadtgebiet liegt. In fußläufiger Entfernung vom Hauptbahnhof erstreckt sich das Festivalgelände hangaufwärts Richtung botanischer Garten und ist damit so gut erreichbar wie kaum ein anderes Sommerfestival. Als eines der letzten im Jahr muss es seinen Besuchern auch einiges bieten, um die bereits gesehenen Highlights zu übertreffen. Veranstalter, Unterkunft und Location geben dabei erfolgreich ihr Bestes. Die übliche angeschlossene Campingwiese fehlt aufgrund der städtischen Lage, dafür wird das historische Freibad „In der Mirke“ zum ungewöhnlichen, wenn auch abgelegenen Zeltgelände. Dass man nachts auf dem abschüssigen Gelände durchs Zelt kullert, wird durch Aftershow-Partys, warme Duschen, Frühstück und spaßige Planschbecken in außergewöhnlichem Ambiente wettgemacht. Das Festival selbst ist 2013 zum zweiten Mal zweitägig, was die recht zünftigen Eintrittspreise erträglicher macht. Wer allerdings einmal drin ist, bekommt Speis‘ und Trank zu fairen Preisen, somit ist dies auch wieder ausgeglichen.

Musikalisch gab es den eher mittelalterlich angehauchten Freitag sowie einen schwärzeren und härteren Samstag, beides allerdings gut durchmischt mit genügend Abwechslung für alle Ohren. Erwähnenswert sind auch die beiden Moderatoren, keine geringeren als Eric Fish von Subway To Sally am Freitag und Teufel von Tanzwut am Samstag.

Freitag, 23.08.2013:

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Den mittelalterlichen Anfang am Freitag machen vor bereits locker gefüllten Reihen die bayrischen Mannen und Frau Vivianne von Vermaledeyt. Nach einem rhythmus- und melodienreichen Einstieg gaben die Meister des Dudelsack und der Schalmei alles, um das Festivalpublikum zu begeistern, welches dies auch willig mit sich machen ließ. Ob Jean der Franzose jedoch das Versprechen, im Nachgang noch mit allen Interessierten zu trinken, überlebt hat, ist nicht bekannt.

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Ein zeitlicher Sprung ins späte neunzehnte Jahrhundert erfolgt mit dem gewohnt chaotisch-rasanten Auftritt der befrackten Herrschaften von Coppelius samt ihrem Butler Bastille, die Bühne und Zuschauerbereich mit einer wahnwitzigen Show und wohlchoreografierter Anarchie erfüllen. Besonders des Butlers Ausflüge ins Publikum sind legendär. Diesmal waren leider keine Sektgläser zur Hand, so wurde zu Esc. I der Sekt direkt vom Butler in die brav aufgesperrten Schnäbel gekippt. Viel zu schnell geht die Stunde coppelianischer Harmonien vorbei. Da capo!

Bei fünf Bands am Tag spielt ja jede Gruppierung erfreulich lang, so ist der Auftritt der Dritten im Bunde, Fiddler’s Green, mit einer starken Stunde schon fast ein eigenes kleines Konzert. Der gutgelaunte Folkrock der gebürtigen Deutschen gibt jedes Mal Anlass zu spontaner Freude und wildem Gehüpfe. Die ersten Reihen füllen sich zunehmend mit einem nackten Durcheinander aus Armen, Haaren und Trinkhörnern. Wie immer bleibt aber alles friedlich und die nach hinten ansteigenden Stufen ermöglichen einen unverstellten Blick auf die sechs, an eine durchgeknallte und gealterte Schulband erinnernden, Musiker.

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Mit zwei großen Bands endet der temporeiche erste Tag – den Anfang macht die Letzte Instanz, bei deren vielschichtigen Texten und Balladen auch mal ein paar Momente zum Innehalten dabei sind. Nichtsdestotrotz füllt sich das Halbrund vor der Waldbühne zusehends und die Atmosphäre wird dichter. Der Tag vergeht, aber es bleibt warm und angenehm. So lässt es sich gemütlich aushalten, bis die letzte Band des Tages, die alten Hasen von Saltatio Mortis das Feld betreten. Viele Stücke aus ihrer neuen Platte werden angespielt und selbst nach der frühen anwohnerfreundlichen Beendigung des Konzertes gegen zweiundzwanzig Uhr sind die letzten Töne nicht gespielt. Es vergeht keine Viertelstunde, da entern die SaMos den unteren Getränkestand, was diesem zwar die Einnahmen verhagelt, ein beglücktes Häufchen Fans jedoch mit einem außergewöhnlichen Festivalerlebnis in den Feierabend entlässt.

 

 


Samstag, 24.08.2013:

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Der Samstag fängt mit einem der vielversprechendsten Newcomer der Szene an – die Unzucht lässt mit ihren unverschämten und freizügigen Texten die Menge begeistert erbeben. Erst 2009 gegründet, machen sie bereits beim zweiten Album professionellen Gothic Rock bei gutem Sound und intensiver Bühnenpräsenz. Und Frontmann Daniel Schulz sollte man auch nicht zum letzten Mal an diesem Tag gesehen haben.

2013-08-24_Nachtgeschrei_Bild_1147Doch zuerst folgen die düsteren und schwarzbelederten Männer von Nachtgeschrei, deren Outfit schweres Metall vermuten lässt. Sie erfreuen jedoch die Mittelalter-Fraktion unter den Fans mit den typischen Instrumenten wie Drehleier und Dudelsack. Hinzu kommt, dass sie seit kurzem einen neuen Sänger ihr eigen nennen, der der Band ein neues Gesicht wie auch eine neue und andere Stimme gibt.

Härter geht es weiter – die silbernen Jungs von Stahlmann kommen ganz in der Tradition des Rammstein’schen Sounds daher, bringen aber eine seit neustem auch ungewohnt melodische Note zum Tragen. Ob Stahlmänner rosten?

2013-08-24_Stahlmann_Bild_4326Frontmann Martin lässt sich jedoch vom einsetzenden Regen nicht beirren und auch die Zuschauer nehmen es mit Gelassenheit und feiern ungetrübt weiter, besonders als es sich der Teufel höchstpersönlich nicht nehmen lässt, auf der Bühne zu erscheinen. Die harten Klänge von Stahlmann bereiten wunderbar das Feld für die Durchstarter der Szene, Mono Inc.. Das finden diese wohl auch, schließlich waren sie auch schon gemeinsam auf Tour.
2013-08-24_Mono_Inc_Bild_1475Mono Inc. legt die üblich rasante Show mit ihren dunklen, von elektronischen Klängen durchwebten Songs hin. Neu ist, dass Martin seit dem letzten Album auch auf Deutsch singt, was wohl das Interesse der Bildzeitung geweckt hat. Der ehemals freundliche Trommler und nun Gruftirocker Martin nimmt’s mit Humor und sorgt wie so oft mit seinen kurzen Anekdoten für herzliche Lacher im Publikum. Ein Wiedersehen gibt es mit Herrn Schulz von Unzucht, der mit Martin Viva Hades im Duett zum Besten gibt. Es haben sich alle offenbar sehr lieb, so viel wird da umarmt und geküsst.

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Derart aufgewärmt sind es nur noch ein paar Grad Unterschied bis zur folgenden Feuershow von Subway To Sally, die diese schon fast vorlegen müssen, um nicht hinter sich selbst zurückzustehen. Seit zwanzig Jahren sorgen die Mittelaltermetaller mit ihren eingängigen Texten und treibenden Melodien für wilde Eruptionen im Publikum. Ob Frau Schmidt feuerumtobt ein Violinensolo spielt oder Eric Fish selbst zum Feuerstab greift, bei Subway geht es immer heiß her. Mit einer inzwischen langen Reihe an wohlbekannten Hits sorgen sie für einen würdig heißen Abschluss des feurigen Festivals.

Autorin: K. von Koriolis

Letzte Instanz / Feuertal Festival

Letzte Instanz / WGT 2013

Rezension „Letzte Instanz – Ewig“

Mit gemischten Gefühlen habe ich die neue CD der Letzten Instanz in meinen Player gelegt. Ich kenne die Instanz jetzt schon recht lange und bin doch eher ein Fan der alten Alben. Schuldig und Heilig – die beiden Vorgänger der Trilogie die nun mit Ewig ihren Abschluss findet waren zwar nicht schlecht – hatten für mich aber nicht den Charme der älteren Alben. Was also erwartet mich? Als Brachial-Romantiker bezeichnen sich die Jungs – aber Romantik bitte nicht im weichgespülten Unheilig-Stil…

Mit den ins Deutsche übersetzten Worten Oscar Wildes „Every saint has a past and every sinner has a future.“ bereitet Aeternitas durch imposante Klänge auf das vor, was da noch kommen mag. Ewig startet mit ruhigen Klängen, geht dann aber in ein durchaus rockiges Stück über. Als titelgebendes Stück ein sehr guter Start für das neue Album. Nur für uns klingt mit akustischer Gitarre eingeleitet, imposanten Streichern und einem guten Rhythmus richtig nach meinem Geschmack. Genau so muss die Instanz für mich klingen. Denn gerade die Mischung aus Bennys Cello und Muttis Geige machen doch den Reiz aus. Bei Blind, einem melodisch melancholischen Duett, hören wir Ria (Eisblume) zusammen mit Holly beim Versuch eine über die Zeit festgefahrene Beziehung zu retten. Regenbogen ist in meinen Ohren ein gelungenes Lied im neuen Instanz-Stil. Der Refrain hat definitiv Live-Qualitäten. Ich kann es geradezu hören wie dabei inbrünstig mitgesungen wird.

Wieder einmal rot beginnt mit einem einvernehmenden Schlagzeug-Part. Kurz darauf setzt der Gesang ein – aber was für einer. Man spürt es förmlich, wie hier die Emotionen rausgepfeffert werden. Einfach nur gut. Auch darf sich David Pätsch gegen Ende des Stücks am Schlagzeug noch mal so richtig austoben. Was man vom Text hält, sei dahingestellt, aber musikalisch ist das Stück aller erste Sahne. Tausendschönkommt wieder etwas runder daher. Imposante, epische Streicher – ein schönes Arrangement der Möglichkeiten die die Instanz zu bieten hat. Hier würde ich direkt mit Brachial-Romantik unterschreiben.

Dumpfer Bass, „Schwarzer Tempel, Schwarzer Sand“ ins Mikro gegrummel, fieses Gitarre – hier kommt wohl ein etwas härteres Stück. Und ja, die Erwartungen die in den ersten Sekunden aufgebaut werden erfüllen sich. Springen, bangen und rocken ist angesagt! Und mit Et in Arcadia Ego geht es mit einem instrumentalen Stück, aber ähnlich düster und rockig weiter. Das Album gefällt mir von Titel zu Titel besser. Aber irgendwie klingt es auch fast schon ein wenig nach dem Ende. Doch weit gefehlt, mit Von Anfang an kommt ein Stück, das man in den letzten Wochen schon oft aus diversen Radios trällern hörte. Typische Instanz – Streicher, Rockig, perfekt auf Hollys Gesang abgestimmt. Schön. Chartstauglich. Aber nicht mein Favorit – wohl gerade weil es so chartig daher kommt… Scheinbar sind wir wieder in einem etwas ruhigeren Teil angekommen, denn Wo das Meer… startet mit leiser akustischer Gitarre und sanft gesungenen Tönen. Passend begleitet von Geige und Cello. Ein schönes ruhiges Stück wie es sie auch geben muss. Mit Schuld kommt wieder etwas mehr Härte – gepaart mit einem nachdenklich stimmenden Text. Auch hier wieder: Brachial-Romantik vom Feinsten. Es scheint noch mal ordentlich zu krachen gegen Ende. Auch Unterwegs geht mit mehr Tempo und aggressiveren Tönen an den Start. Mit dem Leitthema „Wo komm ich her, wo will ich hin?“ nicht unbedingt eine neue Idee, aber passend und stimmig umgesetzt. Mir gefällt’s. Und, was höre ich da? Sing!, mein Favorit. Schon auf diversen Festivals angetestet geht dieses Lied live richtig gut ab – und macht auch aus dem CD-Player ordentlich Spaß. Man muss einfach mitsingen – und wer nicht kann, muss eben tanzen… Den Abschluss macht Mein Kind, ein ruhiger, schöner Abschluss. „Leide ich, oder freue ich mich?“ – Schöner Text. Schöne Melodie. Eine sehr schöne Ballade, auch wenn sie für mich durchaus eher in den ruhigeren Mittelteil des Albums gepasst hätte.

Das Album hat mich überrascht, positiv überrascht. Für mich persönlich das Beste aus der aktuellen Trilogie. Es hat mich schon beim ersten Hören gepackt und überzeugt. Ich freue mich auf die Tour, bin sehr gespannt welche Lieder es in das Live-Set geschafft haben. Die Mischung aus Balladen und rockigeren Stücken ist gelungen. Offensichtlich haben die Jungs alles richtig gemacht, noch etwas dazu gelernt, sich weiterentwickelt und doch auch ihre Wurzeln wieder etwas mehr beachtet. So gefällt mir das.

Tracklist:
01. Aethernitas
02. Ewig
03. Nur Für Uns
04. Blind
05. Regenbogen
06. Wieder Einmal Rot
07. Tausendschön
08. Schwarzer Sand
09. Et In Arcadia Ego
10. Von Anfang An
11. Wo Das Meer…
12. Schuld
13. Unterwegs
14. Sing!
15. Mein Kind

 

Letzte Instanz / LKA